Burning Crusade: Quo vadis Handwerk, die Zweite

Teil 2: Meister-Lederverarbeitung und Leder-Rezepte der Fraktionen, Händler und Drops in Burning Crusade

Nach unserer Einführung “Quo vadis, Handwerk” vor 14 Tagen haben wir uns, wie angekündigt, in den Outlands umgetan und setzen heute unseren Report über die Handwerke und deren Spezialisierungen in Burning Crusade mit einem zweiten Teil fort.
Schwerpunkt sind diesmal die für alle ‘Crusader’ ab Charakterlevel 55 und Handwerkslevel 275 bei den Grossmeistern erlernbare Meister-Lederverarbeitung sowie die neuen Leder-Rezepte der Fraktionen, Händler und Drops. Wir wollen uns diese Neuheiten mal etwas genauer anschauen, um festzustellen, ob sie das Erlernen oder Beibehalten der Lederverarbeitung in ‘Burning Crusade’ lohnen und wie sie qualitativ im Vergleich zu den bislang sehr guten, aber ausschliesslich den Lederspezialisten zugänglichen epischen Sets abschneiden.

Gesammelt wurden die Infos mit dem aktuellen, englischen Beta-Client 2.0.2.6144; die Neuerungen, die hier vorgestellt werden, sowie die Beschriftungen der Screenshots verwenden daher, wie schon zuvor, die englischen Bezeichnungen. Die angesprochenen Neuerungen werden auch für die verwandten Handwerksberufe (Schneider, Schmiede und Ingenieure mit ihren jeweiligen Spezialisierungen) in gleicher oder ähnlicher Weise kommen. Da der aktuelle Status noch Beta ist, sind eventuelle Änderungen und Erweiterungen nicht ausgeschlossen. Ferner sind die genannten Items bzw. Rezepte nur eine begrenzte Auswahl; der Gesamtumfang an Neuheiten für den Lederverarbeiter ist wesentlich grösser und bisher in der Beta noch nicht identifiziert worden.

Meister-Lederverarbeitung für den alltäglichen Gebrauch

Wie auch schon in WoW wird die Herstellung ‘grüner’ Standard-Lederitems und alltäglichen Ledererbedarfs in Burning Crusade fortgesetzt, und zwar von Fertigkeitsstufe 300 an bis 375. Die Auswahl kommt diesmal allerdings weitaus sortierter und damit übersichtlicher daher als zuvor. Folgende neue, beim Leder-Grossmeister erlernbare Items bzw. Sets wird es bis Stufe 375 geben:

Der Nachfolger des ‘Rugged Leather’ (‘unverwüstliches Leder’) für die gestiegenen Anforderungen der Expansion heisst Knothide Leather. Zum neuen Ledertyp passend gibt es auch wieder ein gleichnamiges Knothide Armor Kit, das aber – anders als die Kits in WoW – nicht mehr den Rüstungswert, sondern die Lebenspunkte des Anwenders erhöht. Auf vier Items (Brust, Beine, Hände, Füsse) angebracht, ergeben sich immerhin +32 Punkte auf den Ausdauer-Wert, ohne auf eine kostspieligere Verzauberung zurückgreifen zu müssen – ‘Enchants on the fly’ sozusagen.
Eine interessante Neuerung, die gleichzeitig auch das einzige beim Leder-Grossmeister erlernbare Einzelitem ist, sind die Drums of War. Dieses mit 30 Ladungen versehene Trommelunikum, das nur Lederverarbeiter benutzen können, erhöht vorübergehend die Angriffskraft und den Zauberschaden der gesamten Gruppe.
Der Rest der erlernbaren Meisterstücke teilt sich in 4 Sets mit je 4 Items auf (siehe Liste oben). Sie sind allesamt auch verkäuflich und bedienen die typische Zielgruppe aus Druiden, Jägern, Schurken und Schamanen mit brauchbaren, den gestiegenen Anforderungen angepassten Items bis zum derzeitigen Maximallevel 70. Die Setitems sind allesamt ohne Sockel, und der Bonus beim Tragen aller Teile ist eher als Ausgleich für die grosse Levelspanne (57-65/66) denn als echter Setbonus wie z.B. bei den epischen Sets der Lederspezialisten zu verstehen.

Die Mittelklasse: Rare Rezepte von den ‘Burning Crusade’-Fraktionen

Mit der Expansion werden weitere neue Fraktionen eingeführt, bei denen man mittels Erledigung spezieller Aufträge den Ruf steigern kann. Je nach Rufstufe, die von anfangs “Unfreundlich” (wie z.B. bei den Mag’har) bis “Ehrfürchtig” reichen kann, erhält man dann bei den Händlern der Fraktion eine Kaufoption auf teils sehr mächtige Gegenstände oder Handwerksrezepte.
Wir haben uns zur Veranschaulichung mal die Lederrezepte herausgesucht, die bereits zu Beginn recht schnell erreichbar sind:

Diese Rezepte umfassen neben zwei weiteren Rüstungskits ( ‘Aldor’ Fraktion und ‘Scryers’ Fraktion) sowie einer verbesserten Version der Ledertrommel (‘Sha’tari’) ausschliesslich rare (blaue), gesockelte Rüstungssets mit je 3 Teilen (siehe Liste oben). Die herstellbaren (Set-)Gegenstände sind allesamt auch verkäuflich (BoE) und jedem Lederer zugänglich.
Die Sets bieten sich den Basisstats nach für einen bestimmten Verwendungszweck bzw. eine bestimmte Zielgruppe an, sind aber dank der Sockel in gewissem Masse auch flexibel. So bietet z.B. die ‘Aldor’ Fraktion in Shattrath City zwei Sets (Leder und Kettenrüstung) mit knackigen Basisstats für Ausdauer und Schattenzauberresistenz an, während die gegenüberliegende Fraktion – die ‘Scryers’ – dasselbe mit Arkanzauberresistenz offerieren. Jedes dieser vier Sets verfügt zusätzlich über insgesamt sieben Sockel, so dass hier und da noch geschraubt werden kann, um das Set den persönlichen Anforderungen anzupassen.
Bei den Mumien des ‘Consortiums’ im Netherstorm findet man beipielsweise ein ausgezeichnetes Schurken- oder Feraldruiden-Set, das neben den sieben Sockeln gar keine Basisstats wie Ausdauer hat, dafür aber drei kräftige ‘Equip’-Boni auf jedem Setteil: Angriffskraft, Trefferchance und ‘Kritischer Schlag’-Chance. Als Bonbon gibt’s bei komplettem Set nochmal ordentlich Ausweichen-Chance dazu.
Die Rezepte sind rundum brauchbar mit guten Stats und Boni. Da Rufpunkte sammeln erfahrungsgemäss aber recht zeitaufwändig ist und bleibt (wenn auch spürbar einfacher als in WoW), sollte man sich bei den Händlern der Fraktion, bei der man später einkaufen möchte, auf jeden Fall informieren, ob das Gebotene wirklich den persönlichen Anforderungen genügt. Alle hergestellten Gegenstände sind wie gesagt handelbar, so dass man gegebenenfalls auch kaufen und verkaufen kann.

Dropje voor Dropje Kwaliteit: Epische Rezept-Drops in ‘Burning Crusade’

Wie auch schon in WoW fällt das Beste – zumindest das Meiste davon – in den Instanzen. Wir haben hier mal ein paar epische Leder-Rezepte herausgesucht, die wir als Drops bisher in der Beta sichten konnten. Interessant ist, dass die epischen Items, die mit diesen Leder-Rezepten herstellbar sind, trotz Verwendung von z.B. Drachenschuppen keine Spezialisierung in dieser Richtung mehr erfordern. Dieselbe “Normalisierung” hatten wir auch schon zuvor bei ehemaligen Spezialistenrezepten wie dem ‘Devilsaur’- oder ‘Ironfeather’-Set festgestellt.
Die Rezepte und die damit herstellbaren (handelbaren) Items weisen beeindruckende Einzelstats auf und zählen sicher zu den neuen Topitems. Im Gegensatz zu den epischen Setitems der Lederspezialisten, die wir kürzlich im 1. Teil des Reports vorgestellt haben, fehlt ihnen jedoch neben den Set- und Sockelboni die grössere Bandbreite bei den Einzelstats und das durch die Sockel gegebene Quentchen Flexibilität. Ob man sich im Einzelfall lieber für das Eine oder für das Andere entscheidet, bleibt also grösstenteils dem persönlichen Geschmack überlassen. Auf Augenhöhe mit den epischen Rezept-Drops aus ‘Burning Crusade’ sind die neuen Sets für Lederspezialisten aber auf jeden Fall.

To Craft, or not to Craft?

Wir haben während unserer Reise durch die neuen Länder versucht, eine Antwort auf die Frage nach dem Nutzen der Handwerke und ihren Spezialisierungen in der kommenden Expansion zu finden. Werden die teils mühsam selbst hergestellten Gegenstände jetzt auch im Endspiel noch eine Relevanz haben, oder ist das Meiste – wie bislang in WoW – bereits mit dem nächsten Patch und der nächsten Instanz überholt?

Was die Zukunft bringen wird, kann nur Blizzard selbst beantworten, aber basierend auf dem, was wir zum jetzigen Zeitpunkt in der Beta gesehen haben, scheint das Handwerk tatsächlich den “goldenen Boden” bekommen zu haben, den die Entwickler versprochen haben. Mit “goldener Boden” ist hier allerdings weniger der Reichtum durch den Verkauf der Handwerksware gemeint als die gelungene Überarbeitung und Integration der Handwerke in die neue Item-Landschaft von ‘Burning Crusade’. Die durch Spezialisierung herstellbaren Waffen und Rüstungen für den exklusiven Eigengebrauch repräsentieren jetzt die neue Oberklasse innerhalb der Handwerke, und ihre Qualität hält mit den besten Endgame-Drops auf alle Fälle mit.
Zu den neuen seelengebundenen Spezialistenitems gesellt sich eine ganze Reihe gut sortierter und nützlicher Gegenstände vom Trainer und den verschiedenen Fraktionen, die ebenfalls locker bis ins Endspiel reichen. Wenn Blizzard künftig in den kommenden Patches die Handwerke mit gleicher Sorgfalt wie die neuen Instanzen pflegt, steht einer langen Karriere als Handwerker nichts mehr im Wege. Sicherlich bleiben die Spezialisierung auf zwei Sammelberufe wie Bergbau und Kräutersammeln oder die immer wieder nützliche Kombination Kräutersammeln / Alchemie auch künftig eine sichere Investition, aber begehrte Ressourcen sind auch in ‘Burning Crusade’ nach wie vor rar. Das eine oder andere seltene Kraut oder Mineraldepot, dass man jetzt in der Beta noch des Öfteren sieht, wird nach dem Erscheinen der Expansion ganz gewiss wesentlich weniger häufig zu finden sein.

Wer sich sicher ist, dass er in ‘Burning Crusade’ einem Handwerksberuf nachgehen will, dem können wir empfehlen, schon jetzt den Beruf bzw. den Spezialzweig auf das derzeitige maximale Level von 300 zu steigern, da ein Boom der überarbeiteten Handwerksberufe und damit auch ein Run auf die entsprechenden Ressourcen absehbar ist. Wer den neuen Beruf des Juwelenschleifers erlernen möchte, dem sei das Sammeln bzw. der Kauf eines Vorrats an Edelsteinen nahegelegt. Auch Runenstoff, der u.a. für das Leveln von ‘Erste Hilfe’ auf Stufe 330 erforderlich ist, wird nicht billiger werden.

In diesem Sinne: Entstaubt den Schmiedehammer und bereitet euch vor. In ein paar Wochen erlebt das Handwerk seine Renaissance! :D

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