Von der Hölle in den Himmel – und zurück?

Auf dem Patchtestrealm (PTR) ist derzeit viel Aktivität festzustellen. Es gibt fast täglich Änderungen und die derzeitigen Patchnotes bilden daher nicht den wirklichen Stand ab. Deswegen werfen wir einen kurzen Blick auf den aktuellen Stand zweier Klassen, die derzeit gewaltigen Änderungen unterliegen.

Der Todesritter und der Paladin – diese beiden Klassen bilden nicht nur in der Arena ein unglaublich gutes Team, sondern dominieren derzeit fast nach Belieben auch das PVE. Keine Klasse wird derzeit so gravierend umgekrempelt wie diese zwei Plattenträger. Doch während der Todesritter Veränderungen ertragen muss, die nicht immer zu seinem Vorteil sind (“Nerfs”), erfreut sich der Paladin überwiegend durchaus vorteilhafter Verbesserungen. Wir waren auf dem PTR unterwegs und haben einen genaueren Blick auf DK und Pala geworfen…

Das Bild der Todesritter ist derzeit so düster wie die Pestländer, wo die Klasse ihr Zuhause hat. Die aktuellsten Änderungen an Lichritter, Klingenbarriere, Undurchdringliche Rüstung und Knochenschild sorgen dafür, dass der Tank schwächer wird. Bisher hebelten die vielen starken Talente und Fähigkeiten die Komponente “Ausrüstung” regelrecht aus. So konnte ein Todesritter im 10er Sartharion plus drei Drachen fast ohne Heilaufwand durch die 67.000 Schaden-Atem führen, während ein Druide massivsten Schaden nahm. Mit der Verlängerung der Abklingzeiten (“Cooldowns”) tritt Blizzard diesem Umstand entgegen. Aber auch im PvP wirken sich die vielen Änderungen stark aus, sicherlich ist das auch beabsichtigt, da die Todesritter auch hier dominieren.

Insgesamt kann man durchaus sagen, dass Patch 3.1 den Todesritter seine derzeit überlegene Stellung nehmen wird. Ob Blizzard die Abklingzeiten-lastige Art des Todesritter zu tanken und den verlorenen Schaden entsprechend kompensieren kann, wird man erst in den finalen Patchnotes sehen. Was sich aber bereits jetzt sagen lässt ist, dass der Paladin als Gewinner aus Patch 3.1 hervorgehen wird.

Blizzard gelingt vermutlich wohl zum ersten Mal das Kunststück, eine Klasse nur im PvP zu schwächen, jedoch im PvE zu verstärken. Derzeit ist der Paladin unter den 100 besten Arenaspielern mit 33 Spielern vertreten. Damit ist er häufiger dabei als Magier, Druiden, Krieger, Hexenmeister, Priester und Schurken zusammen. Der moderne Heilpaladin der Arena ist derzeit ein “Hybrid”, eine Skillung, die jedoch mit Patch 3.1 nicht mehr funktioniert. Stattdessen erhält er Dank dem neuen 11 Punkte-Talent in Schutz (Heilige Opferung) eine Richtung, die er eigentlich seit Patch 3.0 hätte einnehmen sollen: die eines Heilers mit defensiver Ausrichtung.

Das Einzige, was derzeit ein wenig seltsam anmutet sind die Verstärkungen, die Blizzard für den Schutzpaladin plant. Denn dieser wird zu einer faktisch unaufhaltbaren Tötungsmaschine, die dank unendlicher Manavorräte, rüstungsunabhängigen Schadens, neuen Kontrollfähigkeiten, einer hohen Gesundheit und starken Defensivfähigkeiten kaum zu stoppen scheint. Derzeit wirken die jüngsten Buffs zum Anheben des Schadens wie bei der Fähigkeit Schild der Rechtschaffenen (in 3.1 ~25% mehr Schaden), welche bereits in 3.0 bis zu 13.000er kritische Treffer (solo 9k) erreichte, doch reichlich kurios – vor allem wenn man bedenkt, dass diese Fähigkeit nur 6 Sekunden Abklingzeit hat.

Die gesamte Paladin-Community schaut derzeit ängstlich auf die PTRs, denn vielen Spielern ist nicht ganz geheuer, was da alles passiert. Segen der Könige wird beim Trainer erlernbar – gefordert wird das seit Patch 1.1 -, Exorzismus hat keine Beschränkungen mehr – seit über 3 Jahren gefordert. Zu tief sitzen noch immer die jüngsten Hotfix-Nerfs des Vergelters und die Erinnerungen an die Vergangenheit im Gedächtnis.

Bleibt wirklich nur zu hoffen, dass Blizzard wirklich genau wissen, was sie da tun.