Preview: Unbroken – Interview mit Johan Vågstedt

von Varath, 25.03.2009 07:37 Uhr, Machinima BlogBuster
 
Vor wenigen Tagen wurde die Machinima Welt vom neusten Trailer zu Johan Vågstedt’s Projekt “Unbroken” beeindruckt.

Unbroken

Bereits im Oktober letzten Jahres kündigte der kreative Kopf hinter Firebolt Productions mit einer Prelude den Film an. Dieser basiert auf einer Kurzgeschichte von Blizzard Story-Writer Micky Neilson. Da wir glauben, dass dieser Film ein Meilenstein in der WoW-Machinima Welt werden könnte, möchten wir Euch vorab einen Ausblick darauf geben, was Euch erwartet.

Aber das ist nicht alles, denn der Projektleiter Johan Vågstedt hat sich für ein Interview mit uns Zeit genommen, das Ihr in diesem Beitrag in voller Länge lesen könnt. Daher ist dieser Beitrag “ausnahmsweise” mal etwas länger.



zum Stream und Download auf gamona.de

Zunächst aber ein paar Informationen zum Projekt Unbroken.
Dieses sehr ehrgeizige Projekt ist sowohl in Umfang, als auch von der Besetzung der Crew und Voice Actors etwas Besonderes.
Initiator und Projektleiter ist Johan Vågstedt, der bereits durch Produktionen wie Acolyte 1.5, The way of Life, Northrend Wonderland oder An unusual Night auf sich aufmerksam machte. Bescheiden sagt er, dass Unbroken ein Gemeinschaftsprojekt ist, in dem er selber eigentlich von viel größeren Stars umgeben ist, als er selber sein könnte.
Und in der Tat wartet Unbroken mit einer Vielzahl von bekannten Namen der Machinima Szene auf. Neben Matt Greenberg (Sprecher in Tales of the Past), der mit Johan Regie führt und die Story geschrieben hat, sind Glenn X. Govan von Soundwizardry sowie die Hackleman-Brüder von Myndflame mit im Boot.

Auch die Liste der Voice Actors liest sich verlockend. Neben den oben geannten Matt Greeberg (Thrall in TotP III) und Glenn X. Govan tauchen da Namen auf wie Mike Dunahee (Hochlord Mograine in TotP III), Jeff Gorndt (WeGame), D.W. Hackleman (Myndflame), Candace Holly, Selserene (Machinima-Autorin), Phillip Sacramento und Jesse Cox (Gwaar in TotP III).

Die Geschichte spielt in der Zeit als Ner’Zhul auf der Suche nach neuen Welten zur Eroberung Portale öffnete und die Heimatwelt Draenor als verschwunden galt. In eben dieser Welt dreht sich die Handlung um eine Gruppe Draenei und die Hauptfigur Nobundo, den ersten Draenei Schamanen. Beginnen wird die Geschichte mit dem Fall von Shattrath und einer spirituellen Reise Nobundo’s auf der Suche nach Seelenfrieden und der Antwort auf die Frage des Schicksals seines Volkes.

Unbroken ist als Mehrteiler geplant, der erste Teil der Serie wird im Frühjahr veröffentlicht. Weitere Teile werden im Laufe diesen Jahres nachgeschoben.

Da wir sehr gespannt auf dieses Machinima sind, haben wir Johan Vågstedt angesprochen und ihn um ein exklusives Interview für worldofwar.de gebeten. Dieses wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten.

Während Ihr Euch die Zeit mit Lesen vertreiben könnt, warten wir gespannt auf den ersten Teil von Unbroken und werden Euch selbstverständlich über die Veröffentlichung informieren.

Das Interview



Varath: Hey, grüß Dich. Wie ist Dein Name.

Johan: Johan Vågstedt.

Varath: Beginnen wir mit ein paar persönlichen Dingen. Was treibst Du so, wenn Du gerade keine Machinima’s drehst?

Johan: Ich studiere. Das nimmt einen Großteil meiner Zeit ein, sogar von meiner gerade sehr knappen Zeit. Außerdem arbeite ich in einem Fitness-Center und verbringe so viel Zeit wie möglich mit meinen Freunden.

Varath: Du kommst aus Schweden richtig?

Johan: Korrekt.

Varath: Vorab eine Sache, die unsere Leser vielleicht interessieren könnte. Die schwedische und deutsche Sprache sind verwandt, doch kaum jemand hier weiss, wie man Eure Sonderzeichen ausspricht. Beispielsweise kommt in Deinem Familiennamen das schwedische Zeichen “å” vor. Ist es richtig, dass man das wie “oh” ausspricht?

Johan: Nicht ganz, das schwedische “å” klingt eher wie das britische “awe”.

Varath: So wie zum Beispiel im Wort “vogue”?

Johan: Ja genau.

Varath: Du hast bisher sehr viele Projekte auf den bekannten Machinima-Seiten veröffentlicht. Eine Sache die man in Deinen Filmen klar erkennen kann, ist eine konstante Verbesserung. Wie gehst Du in dieser Hinsicht vor? Resultiert es eher aus Deiner mittlerweile großen Erfahrung oder guckst Du Dir die eigenen Filme mit einem sehr kritischen Auge an und suchst Dinge, die Du verbessern kannst?

Johan: Ich bin Autodidakt, für alle, die nicht wissen, was das ist: ich bringe mir Dinge selber bei. Ich lerne aus meinen Fehlern und aus den Fehlern anderer und weiss daher, was ich nicht mehr machen darf. Und ich bleibe am Ball. Ich spiele mit neuen Techniken und Tricks rum, die in der Szene entwickelt werden, wobei ich in meinen Filmen selten mit etwas völlig Neuem arbeite.

Varath: Du betrachtest also Dein eigenes Werk nie als etwas Perferktes, sondern eher als etwas Gutes, was man aber stets noch verbessern kann?

Johan: Nun, ich mag es nicht, wenn die Leute etwas wiederholen, was sie schon einmal gemacht haben. Was einmal gemacht wurde sollte so bleiben. Woran man aber stets arbeiten kann, ist das Verfeinern und Verbessern der eigenen Fähigkeiten. Es wäre arrogant zu sagen, man benötigt keine Verbesserung mehr. Übung macht den Meister.

Varath: Ist Machinima ein Hobby für Dich? Studierst Du sogar irgendwas in Richtung Film oder Design bzw. könntest Du Dir vorstellen irgendwann Deinen Lebensunterhalt mit Machinimas oder Animationsfilmen zu bestreiten?

Johan: Mit Machinimas Geld zu verdienen ist in meinen Augen eine Sache, die in ferner Zukunft liegt. Das ist etwas für die nächste Generation. Nach über drei Jahren im “Geschäft” fühle ich mich eher wie ein Veteran. Und es ist auch irgendwie Zeit für mich, von der reinen Bildbearbeitung zur Live-Action zu wechseln.

Varath: Du planst also für die Zukunft, “normale” Filme mit einer Kamera zu drehen?

Johan: Ja. Momentan arbeite ich als Schauspieler bei ein paar abendfüllenden Filmen hier in Schweden mit.

Varath: Gib es da schon nähere Informationen für unsere Leser. Vielleicht ein Weblink zum Projekt?

Johan: Sorry Kumpel, das ist noch geheim.

Varath: Kein Problem. Du hast nun zwei wirklich beeidruckende Previews für Dein neues Projekt “Unbroken” veröffentlicht. Eine Sache, die mich persönlich beeindruckt hat: Du fährst für Unbroken die Crème-de-la-Crème der Machimina Voice Actors auf. Wie hast Du es geschafft sie alle für Dein Projekt zu gewinnen?

Johan: Ich hab rumgefragt, Gefallen versprochen und …hmmm…was noch? Oh ja, ich habe versucht zunächst einen der Großen für das Projekt zu gewinnen, was eigentlich schon ein Wunder war. Dann bin ich zu den anderen gegangen und habe sie ein wenig zappeln lassen. Treu nach dem Motto “Wußtest Du, dass Mike Dunahee auch dabei ist?”. Glaub mir das funktioniert.

Varath: Glaubst Du, dass Dein in der Machinima-Szene sehr bekannter Name ebenfalls eine Rolle gespielt hat? Oder konntest Du alleine durch eine tolle Idee und eine gute Story überzeugen? Oder ein wenig von beidem?

Johan: Ich glaube nicht, dass ich in den Augen meiner Voice Actors einen so bekannten Namen in der Szene habe. Sie sind eigentlich größere Stars als ich.

Varath: Eine sehr bescheidene Sichtweise …

Johan: Naja, guck Dir mal mein Besetzung an, dann weisst Du warum.

Varath: Das stimmt, aber eine Gruppe von Stars braucht auch immer jemanden, der sie koordiniert. Aber kommen wir zurück zum Unbroken. Auf einer bekannten Machinima-Seite sagtest Du, Unbroken ist eine Gemeinschaftsarbeit. Du arbeitest zum Beispiel mit den Hacklemans von Myndflame zusammen. Wie läuft diese Zusammenarbeit ab? Habt Ihr den Workflow in verschiedene Teilprojekte aufgeteilt und Du machst den einen Teil und die Jungs von Myndflame den anderen?

Johan: Myndflame stellt das Marketing, das sich durch ihren Namen gut trägt. Ich selber kümmere mich um das Editing, Soundwizardry mach das Sound-Design und Matt Greenburg und ich schreiben die Story und führen Regie.

Varath: In den letzten Jahren gab es in der Machinima-Szene immer wieder Diskussionen darüber, was Machinima eigentlich genau ist und welche Techniken verwendet werden. Die eine Fraktion behauptet, dass Machinimas ausschließlich aus Ingame-Aufnahmen aus einen Spiel bestehen dürfen. Die Mittel dafür sind in World of Warcraft jedoch stark begrenzt. Also haben sich viele Machinima-Autoren eines weiteren technischen Tricks bedient, der Green- oder- auch Blue-Screen-Technick. Diese ist vielleicht den meisten besser bekannt als der Einsatz des Model-Viewers. Wirst Du in Unbroken viele Live-Aufnahmen einsetzen?

Johan: Da ich in Unbroken eine Vielzahl von Charakteren habe, ist es fast unmöglich mit vielen Live-Aufnahmen zu arbeiten. Einige der Models sind speziell für den Film angepasst worden, so dass in dieser Hinsicht Live-Aufnahmen ausgeschlossen sind. Ich verwende daher fast nie Live-Aufnahmen. Klar, ich könnte einen Privat-Server nutzen, aber dafür küsse ich zu oft Blizzard den Hintern *zwinkert*

Varath: Johan, mit eigenen Worten: Was wird den Zuschauer bei Unbroken erwarten?

Johan: Tja, momentan gibt es einen extremen Hype um den Film, ich hoffe daher ich kann alle Erwartungen erfüllen. Jeden Zuschauer zufrieden zu stellen ist sicherlich eins meiner Ziele. Ich glaube das Publikum wird ein eher tiefgehendes Machinima erleben können. Klar, es wird auch Action geben, man muss den Leuten natürlich auch das geben was wollen, weisst Du? Aber Unbrocken ist so viel mehr als nur Action.

Varath: Action ist sicherlich ein wichtiger Aspekt. Aber Unbroken wird mehr Elemente haben, die einen guten Film ausmachen? Charakterentwicklung, große Gefühle, eine ergreifende Geschichte, etwas womit sich der Zuschauer identifizieren kann?

Johan: Liebe, Hass, Vorurteile, Charakterentwicklung. Es ist eine wunderschöne Geschichte, aus der wir hoffentlich einen tollen Film machen werden. (Originalzitat: “We’ve made the relationship between the love doves a bit more “lovey dovey”, than it is in the novel”)

Varath: Das klingt toll und ist etwas, das man bei vielen Machinimas vermisst. Ein Ziel dieses Blogs ist es, den Leuten das Thema Machhinima näher zu bringen. Nehmen wir mal an, jemand liest diesen Artikel, guckt sie die Trailer an und sagt sich “Hey das ist klasse. Ich will selber anfangen Machinimas zu erstellen”. Welche Anfänger-Tips kann ein erfahrener Machinimator wie Du in dieser Hinsicht mit auf den Weg geben?

Johan: Versucht am Anfang nicht zu viel auf einmal zu machen. Beginnt mit kleinen Übungsclips. Übt erst ein wenig, bevor Ihr etwas über die Machinima-Seiten veröffentlicht. Viele Einsteiger beginnen mit einem großen Projekt. Sie haben viel Potential, aber werden dann von den Kommentaren der Zuschauer wie “suxxors boxxers643″ zerrissen und machen dann keine weiteren Filme mehr. Und das ist schlecht. Wir brauchen mehr Storyline-Machinimas in dieser schrecklichen Welt voller unwürdiger PvP-Movies. Und mit diesem Statement möchte ich auch enden.

Varath: Das ist in der Tat ein großartiges Statement zum Abschluß. Johan, vielen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast für dieses Interview und viel Erfolg mit Unbroken. In meinen Augen wird es eines der erfolgreichsten und besten, vielleicht sogar das beste Machinima dieses Jahres.

Johan: Danke ebenfalls für dieses Interview.
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