Bay. Innenminister: Killerspiele sind wie Kinderpornos!

Die Killerspiel-Debatte ist ein leidiges Thema, aber langsam sind die Grenzen der Toleranz erreicht. Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern der CSU hat am Tag der Preisverleihung des Deutschen Computerspielpreises 2009 in München folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Zitat von: Joachim Herrmann (Quelle)
Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. […]

Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden. […]

Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.

Uns fehlen dazu einfach die Worte, was meint ihr dazu?

Update: Die Verbände fordern Entschuldigung von J. Herrmann – 17.10

Stephan Reichart, Hauptgeschäftsführer G.A.M.E (Bundesverband der Entwickler von Computerspielen), Frank Sliwka, Geschäftsführer ESB (Deutsche eSport-Bund) und Olaf Wolters, Geschäftsführer BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware), fordern von J. Herrmann im Namen ihrer Verbände eine offizielle Entschuldigung.

Zitat von: Frank Sliwka (Quelle)
Auch der ESB schließt sich mit seinen mehr als 60.000 Mitgliedern den Forderung der beiden Verbände G.A.M.E. und BIU an und fordert den Bayerischen Innenminister auf, endlich einen fairen und sachgerechten Dialog zu führen. Mit seiner öffentlich geäußerten politischen Haltung verhindert der Bayerische Innenminister diesen Dialog und fördert vielmehr die Ausgrenzung Tausender Jugendlicher. Er siedelt eine Generation deutscher junger Staatsbürger durch seine Äußerungen im Bereich der Kriminalität an. Der ESB erbittet vom Bayerischen Innenminister eine deutliche Entschuldigung! Solange dieses nicht geschieht, fordert der ESB seine Mitglieder auf, deutliche politische Signale gegen die CSU zu setzen.

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