Die letzten BlizzCon-Tickets gehen morgen raus – Was könnte eine 3. WoW Expansion bringen?

Nachdem der erste Stapel BlizzCon-Tickets – nicht zuletzt wegen Schwarzmarkthändlern – binnen kürzester Zeit ausverkauft war, habt ihr am morgigen Samstag, den 30. Mai 2009, die zweite und letzte Gelegenheit, eine der heiss begehrten Karten inkl. Grunty-Pet zu ergattern. Der Ticketvorverkauf wird wie beim letzten Mal ab 19.00 Uhr deutscher Zeit (10 a.m. Pacific Time) los gehen.

Wie jedes Jahr wird im Vorfeld der grössten Show aus dem Hause Blizzard spekuliert was das Highlight ist, lies: welches neue Spiel oder welche Erweiterung vorgestellt wird. Nachdem die beiden kommenden Spielekracher Diablo 3 und StarCraft 2 hinreichend eingeführt worden sind, und das geplante ‘Next-Gen’ MMO noch in weiter Ferne liegt, weisen alle Anzeichen auf die Vorstellung der 3. WoW Expansion hin. Wie man über einen Twitter-Eintrag erfahren konnte, hatte Blizzard zu Beginn des Jahres bereits eine Anzahl prominente WoW Blogger und Theorycrafter zu Previews nach Irvine eingeladen, was vorzeigbares Material wie einst bei der ersten Lich King Vorstellung möglich erscheinen lässt.
Doch was muss die dritte Expansion mitbringen, um abermals Millionen alte und neue Spieler zum Kauf zu bewegen? Wir haben einmal zurück geschaut und ein bisschen “quer gedacht”, was kommen könnte bzw. was uns ganz persönlich gefallen würde.

Jedes WoW Paket – das Basisspiel, die erste Erweiterung ‘The Burning Crusade’ und die zweite Erweiterung ‘Wrath of the Lich King’ – hat in typischer Fantasy-Manier ein bestimmtes Hauptthema, einen abschliessenden Endgegner/Bösewicht und irgend ein legendäres Item oder Artefakt, das in einer Beziehung zum Thema oder zum Endgegner steht. Bei WoW waren dies das von Untoten “gegeisselte” Azeroth, Kel’Thuzad und der ‘Aschenbringer’, in der ersten Expansion die “dämonische” Scherbenwelt, Illidan und die ‘Kriegsgleve von Azzinoth’ und in der zweiten Expansion abermals das von Untoten “gegeisselte” Northrend, Arthas/der Lichkönig und ‘Frostmourne’.

Sollte sich dieses Prinzip fortsetzen, haben wir in der dritten Expansion – für die der Mahlstrom, das Südmeer und der Smaragdgrüne Traum als Spielumgebungen hoch gehandelt werden – wieder einen dämonischen oder vielleicht sogar erstmalig einen titanischen Endgegner zu erwarten, zu dem es auch ein passendes Item oder Artefakt gibt.

Bezüglich neuer spielbarer Rassen oder Heldenklassen sieht’s mit der Schätzung schon etwas schwieriger aus. In ‘The Burning Crusade’ gab es zwei neue Rassen inkl. neuer Startgebiete und in ‘Wrath of the Lich King’ (erstmalig) eine Heldenklasse. Auch hier stehen beide – sowohl die neuen Rassen (Blutelfen, Draenei) und die Heldenklasse (Todesritter) – in enger Beziehung zum Hauptthema/-konflikt und sind nicht einfach beliebig ausgewählt.
Würde man wie oben ein bestimmtes Schema unterstellen, wären eigentlich zwei neue Rassen fällig – eine für jede Fraktion (Allianz/Horde). Wir gehen aber davon aus, dass das etwas anders sein wird. Was auch immer kommt, die Expansion wird auch dieses Mal unter dem Motto “Noch schöner, noch grösser” stehen, um den Vorgänger abermals zu toppen und für Millionen Spieler weiterhin interessant zu bleiben.
Hinsichtlich der Settings heisst das noch mehr Vielfalt, d.h. klassische und ‘Free Style’-Fantasy gemischt, und bei den Rassen / (Helden-)Klassen wird wahrscheinlich beides kommen – entweder zwei gegnerische neue Rassen und eine Heldenklasse oder eine neutrale neue Rasse und eine Heldenklasse.

Wie passen die Spekulationen um den Mahlstrom und den Smaragdgrünen Traum und das oben Gesagte konkret zusammen? Was könnte der Endgegner sein, was das überragende Item/Artfefakt? Welche Rassen und Helden kämen in Frage?
In der “alten Welt” Azeroth gibt es einige bisher noch nicht gesehene, aber durch die Geschichte bekannte Stellen und Hinweise was “fällig” wäre – ferne Welten wie Argus oder andere Zwischenwelten lassen wir mal aussen vor und heben uns diese für die vierte Expansion auf 😉 . Man könnte jetzt irgendwo ansetzen mit den Spekulationen, aber wir haben uns mal das oben gezeigte Newsbild herausgepickt, weil es so schön inspirierend ist. Die Nachtelfen-Spieler werden es auf Anhieb wieder erkennen, und den anderen erklären wir nachfolgend kurz, was sie dort sehen.

Das Bild zeigt ‘Die Meistergleve’, ein mysteriöses Monument im Südwesten der Dunkelküste. Dabei handelt es sich um eine massive Adamantitgleve, die ähnlich dem legendären Schwert ‘Excalibur’ tief und unverrückbar in ein versteinertes Etwas gerammt ist, das sich ‘Schädel eines alten Gottes’ nennt. Alte Götter kennt ihr bereits aus Ahn’Qiraj (C’Thun) und Ulduar (Yogg-Saron).
Für die Nachtelfen ist dies ein heiliger Ort, an dem die Titanen – die Schöpfer der Welt – einst mit der gigantischen Gleve einen der bösen alten Götter (oder einen ihrer Diener) niederstreckten. Für die Anhänger des ‘Schattenhammer’-Clans, die sich jetzt hier herumtreiben, ist das Monument eine Art göttlicher Leichnam, das sie als Ort für einen ihrer dunklen Altäre ausgewählt haben. Gerüchte in einem der WarCraft RPG-Bücher besagen, dass sich darunter ein komplexes unterirdisches Labyrinth befindet.
Auch gibt es eine Theorie, um welche Waffe es sich hier handeln könnte, und zwar um ‘Taeshalach’ (‘Flammenzerreisser’). ‘Taeshalach’ ist ein Schwert, das aus einem der beiden Fragmente von ‘Gorshalach’ (‘Dunkelheitzerreisser’) geschmiedet worden ist, nach dem Letzteres auseinander gebrochen war. Es verkörpert alles Gute und Noble.
‘Gorshalach’ ist die mächtigste Waffe des Universums, und das massive Grossschwert wurde einst vom Titanen Sargeras, dem späteren Erschaffer und Anführer der ‘Brennenden Legion’, geschwungen. Als Sargeras dem Wahnsinn anheim fiel, zerbarst die Klinge in zwei “splittergebundene” Teile, um zu verhindern dass der gefallene Titan sie weiter benutzen kann. Die gute Hälfte wurde vom Titanen Aggramar in das Schwert ‘Taeshalach’ umgeschmiedet, und die verdorbene, dunkle Hälfte von Sargeras in das Schwert ‘Gorribal’ (‘Dunkelsieder’).
Agrramar, einst ein Leutnant Sargeras’, hatte dessen Stelle im Pantheon der Titanen eingenommen, nachdem dieser wahnsinnig geworden war und ist seit dem mit der Bekämpfung und Auslöschung der ‘Brennenden Legion’ betraut. Sollten beide Fragmente jemals in den Besitz eines nicht-bösen Wesens gelangen und zusammengeführt werden, wird ‘Gorshalach’ wiedergeboren.
Soweit zur Geschichte der Gleve. Nun stellt sich die Frage, warum die Titanen eine so mächtige Waffe in dem Schädel an der Dunkelküste stecken lassen sollten? Die Theorie ist, dass sie wohl die Regenerierung und Wiederauferstehung des Wesens – wer oder was auch immer das sein mag – verhindern soll und dass die ‘Schattenhammer’-Kultisten dort versuchen, es irgendwie zu entfernen.
Ohne jetzt weiter in die WarCraft-Historie vorzudringen, über die ihr übrigens hier und hier mehr erfahren könnt, weisen solche vermeintlich unscheinbaren Dinge in der ‘World of WarCraft’ darauf hin, wo es demnächst weiter gehen könnte.

Das Schwert deutet – sofern es sich tatsächlich um ‘Taeshalach’ handelt – auf Sargeras. Der drang einst nach einem Kampf mit Aegwynn, der Wächterin von Tirisfal, in den Sturmgipfeln (Northrend) nach seinem physischen Tod in sie ein und verdarb später ihren Sohn Medivh (den wir in ‘The Burning Crusade’ kennengelernt haben). Nach dessen Tod und Befreiung entschwand Sargeras’ Geist in den wirbelnden Nether, wo er seit dem wieder auf einen Wirtskörper lauert, der mächtig genug ist, ihn aufzunehmen und zum Werkzeug seiner Rache zu werden.
Der Name Sargeras führt uns zum Grab von Sargeras, wo Aegwynn einst dessen sterbliche Überreste – oder nur die seines Avatars – vergraben hatte. So genau weiss man das bis heute nicht, und Chris Metzen und Micky Neilson sagten bereits in einem Interview, dass er “irgendwo da draussen ist”, “man ihn nicht unterkriegen kann” und “falls doch, der Sieg nicht von langer Dauer sein würde”. Brann Bronzebeard, den ihr in Ulduar kennengelernt habt, ist der festen Überzeugung dass der echte Sargeras nie einen Fuss auf Azeroth gesetzt hat und folglich im wirbelnden Nether auf seine Chance lauert. Das Grab von Sargeras, die Ruinen des ehemaligen Tempels von Elune, liegen auf einem Eiland der ‘Broken Isles’ östlich des Mahlstroms.

Damit sind wir beim Mahlstrom und der Geschichte der Hochelfen und Nachtelfen. Viele grosse Namen verbinden sich mit ihr, z.B. Azshara oder Malfurion Stormrage, über den Chris Metzen und Micky Neilson ebenfalls kürzlich sagten, dass er demnächst einen grossen Auftritt haben wird. Der Smaragdgrüne Traum und ein Kampf an der Seite von Cenarius wären hier nicht nur denkbar, sondern sehr wahrscheinlich. Und dann wäre in diesem Zusammenhang noch Hyjal (in der Gegenwart) zu erwähnen, dessen Zugänge seit 2005 immer noch verschlossen sind.
Auch die Fortsetzung der Geschichte um die einstige Kaldorei-Anführerin Azshara, die nach ihrer Korrumpierung durch Sargeras dem Wahnsinn anheim fiel und jetzt als Anführerin der monströsen Naga ihr Dasein in der Tiefe des Grossen Meeres fristet, würde sich hier perfekt einfügen.

Und da wir schon auf hoher See sind und an der Seite von druidischen Halbgöttern gegen finstere Dämonen, blutrünstige Naga und dunkle Titanen kämpfen, nehmen wir doch auch gleich das Südmeer samt Goblins und der unterirdischen Stadt Undermine mit dazu – die ‘Great Sea Expansion’ sozusagen, mit dem Smaragdgrünen Traum bzw. Alptraum als phantasievolle Parallelwelten. Undermine könnte das Shattrath bzw. Dalaran der dritten Expansion werden.

Undermine lässt den Wunsch nach Goblins als neuer spielbarer Rasse wach werden. Zum einen sind sie ein knuffiges Völkchen und zum anderen würde die Einführung nur einer, neutralen Rasse für Allianzler und Hordler den Entwicklern den Raum lassen, gleichzeitig eine neue Heldenklasse einzuführen.
Als Held wäre der Dämonenjäger der Favorit des Autors, denn er wäre einerseits wie der Todesritter “kompatibel” zu jeder Rasse und er würde andererseits perfekt zur Druiden/Dämonen/Sargeras-Thematik passen. Das Startlevel des zweiten Helden könnte – passend zum neuen Maximallevel 90 – von 55 auf 65 angehoben und die Ausbildungsstätte zum Dämonenjäger ins Schattenmondtal verlegt werden. Schnelles Fliegen sollte in der Ausbildung gleich inbegriffen sein.

Was genau uns demnächst in der ‘World of WarCraft’ erwartet, werden wir aber frühestens auf der BlizzCon im August erfahren. Alles bis hier hin Gesagte ist reine Spekulation oder Wunschdenken und wir haben auch keine internen Quellen, die uns was geflüstert hätten 😉 .
Klar ist auf jeden Fall, dass die dritte Expansion abermals alles bisher Dagewesene toppen muss, um die vielen Spieler weiter bei der Stange zu halten – sei es die Vielfalt und Originalität der Settings, die neuen Features und Rassen/Klassen oder die Mächtigkeit der Endgegner. Wir freuen uns jedenfalls schon auf einen heissen Sommer!