Cataclysm – Die Naga als spielbare Rasse?

In ein paar Wochen werden wir – sofern die Prognosen zutreffen – auf der BlizzCon einen ersten Blick auf den Kataklysmus werden können, der demnächst auf Azeroth zurollt. Als Hauptthema wird der Mahlstrom samt Südmeer spekuliert und die Wunschliste der Fans ist lang. Werden wir eine zweite Heldenklasse bekommen und/oder sogar zwei neue spielbare Rassen, und wenn ja, welche?

“Ok, Sylvanas, lass uns nochmal über unsere Allianz sprechen …”
Auch bei den potentiellen Kandidaten für neue spielbare Rassen haben sich bereits zwei Favoriten herauskristallisiert – die erste deshalb, weil sie sehr populär ist, und die zweite wegen ihrem exotischen Flair: Pandaren und Naga. Die Pandaren wären wie alle humanoiden Zweibeiner leicht ins Spiel zu implementieren, denn sie können mit ihrer Physis alles bisher Dagewesene (Waffen, Rüstungen, Fahrzeuge usw.) verwenden. Anders sieht’s hingegen bei den Nagas, so wie wir sie bisher kennen, aus. Einst hochelfische Oberschicht der Kaldorei (Nachtelfen), verwandelten sich diese nach der Implosion des Brunnens der Ewigkeit wegen eines Fluches nach und nach in die verhassten Schlangenwesen.
Marine Schlangenwesen mit Fischschwänzen anstatt Beinen – also wird’s wohl nichts mit spielbarer Rasse? Doch, das geht! Wie wir seit den Draenei wissen, kennt man auch in der ‘World of WarCraft’ etwas, das so gut wie alles möglich macht: Die Mutation!

Die drei Formen (Mutationen) der Draenei
Einige der Draenei, die den Kampf gegen die Horde überlebt hatten, mutierten später in missgebildete Formen, was zu einer Reihe von Unterarten ihres Volkes führte. Der Grund für diese Mutationen war die Energie der teuflischen Verderbnis, die die Hexenmeister der Orcs gegen sie angewendet hatten. Die Zerschlagenen und die Verirrten (siehe Bild oben Mitte und rechts) sind zwei solcher Unterarten. Ihre verformten Körper sehen den stolzen Draenei, die sie einst waren, nur noch entfernt ähnlich und viele von ihnen sind dem Wahnsinn verfallen.

Die Naga-Formen, wie wir sie bisher in WoW kennen
Ein Fluch ist auch bei der Verwandlung der Hochgeborenen der Nachtelfen in die Naga im Spiel. Als der Brunnen der Ewigkeit beim Versuch, Sargeras durch ein Portal nach Azeroth zu holen, implodierte und die Welt Azeroth durch die Flut entzwei brach, wurde die Hauptstadt der Hochgeborenen auf den Meeresboden versenkt. Einem eilig geschlossenen Pakt von Königin Azshara mit den Alten Göttern ist es zu verdanken, dass die Kultur nicht kläglich unterging sondern als verfluchte fischähnliche Schlangenwesen in den Tiefen des Ozeans weiter existieren konnte. Die unberechenbaren Energien des zerstörten Brunnnens sorgten schliesslich für die weitere Deformierung in die Fischwesen, wie wir sie heute in WoW kennen.
Der Grad der Verwandlung bzw. die Mutation ist unterschiedlich stark ausgeprägt, wie man auf dem Bild oben sehen kann. Ganz links haben wir ein komplett tranformiertes Schlangenwesen mit spitzen Flossen, scharfen Klauen und Muschelpanzern, das einen Nagaboss wie z.B. Kriegsfürst Naj’entus aus dem Schwarzen Tempel repräsentiert. Rechts daneben steht eine Naga-Zauberin und ganz rechts ein typischer Naga-Krieger. Zwischen beiden (die 3. von links) steht ein weiblicher Naga-Boss wie z.B. Lady Vashj, einst Zofe von Königin Azshara und jetzt Herrscherin über den Schlangenschrein. Bei dieser Mutation, sowie bei der Naga-Zauberin, ist die Verwandlung weniger stark ausgeprägt und man erkennt zur Hälfte noch den ursprünglichen elfischen Charakter.

Im folgenden Bild sieht man eine weitere Naga-Mutation, die ebenfalls fast vollständig zum Schlangenwesen verwandelt worden ist, aber deutlich sichtbar zwei Fussansätze hat. Sie stammt aus dem ‘World of WarCraft’ Artbook und ist in dieser Form bisher nicht im Spiel zu finden.

Naga-Mutation mit Fussansätzen aus dem WoW Artbook
Wie man sieht, haben wir es bei den Naga wie bei den Draenei mit fluchbedingten Mutationen unterschiedlicher Ausprägung zu tun. Es spricht also nichts dagegen, zum Zweck einer neuen spielbaren Rasse eine weitere Mutation ins Spiel einzuführen, die ihre ursprünglich elfische Form weitestgehend behalten hat und sich wie die anderen humanoiden Rassen in WoW auf zwei Beinen fortbewegt.

Fischmensch Abe Sapien im Film ‘Hellboy 2′
Um zu illustrieren, wie sowas in etwa aussehen könnte, haben wir uns mal den Fischmenschen Abe Sapien aus dem Film ‘Hellboy 2′ herausgesucht (siehe Bilder oben). Stellt euch Abe mal weniger ausserirdisch und dafür elfischer vor, und schon hätten wir eine tolle neue Rasse.
Storytechnisch wäre auch jede Menge Potential vorhanden. Wie man in der aktuellen Expansion ‘Wrath of the Lich King’ beim Questen in der Boreanischen Tundra erfährt, haben die Naga bei den ‘Riplash Ruins’ einen Stützpunkt errichtet. Von hier aus machen sie ominöse Versuche, durch Abschmelzen des polaren Nordendeises die Welt zu überfluten und ein riesiges Unterwasserreich für ihre Königin Azshara zu errichten. Offensichtlich kommt es aber in dieser Expansion noch nicht dazu, da die Vrykul dort ihre Pläne vereiteln und sie an eine mächtige Seekreatur verfüttern. Diese Questreihe ist nach den Erkenntnissen der letzten Tage wohl als eindeutiger Hinweis auf das Hauptthema der dritten Expansion zu verstehen, die z.B. World of WarCraft: Cataclysm heissen könnte.

Unterwasserstadt à la ‘Star Wars’
Wie könnte man jetzt die neue Naga-Rasse implementieren? Eine Möglichkeit wären z.B. die immer wieder beliebten Rebellen innerhalb der eigenen Fraktion. Man stelle sich vor, dass die weitestgehend, im Stil von ‘Abe’ humanoiden Fischmutanten überhaupt nicht mit den Plänen ihrer Königin einverstanden sind und sich auf die Seite der Horde schlagen, um das Vorhaben apokalyptischen Ausmasses zu vereiteln. Vielleicht wurden sie sogar, da sie noch weitestgehend elfisch sind, von ihrer Königin und den anderen Naga als “Aussätzige” in ein separates Unterwasserareal verbannt – dem neuen Startgebiet der Horde-Naga. Ein Unterwasserareal samt Städten/Ruinen als Startgebiet und dazu fantasievoll gestaltete, rebellische Fischmenschen – das wäre der Stoff, der es unserer Meinung nach auch mit einer so extrem populären Rasse wie den Pandaren auf Allianzseite aufnehmen könnte und nicht zu einer einseitigen Rassenauswahl zu Ungunsten der Horde führen würde.

WarCraft Artwork: Panda vs. Hydralisk/Naga?
Zum Abschluss unseres Artikels wollen wir euch auf ein paar “mysteriöse” Figuren in einem Artwork von Blizzards Leaddesigner Samwise Didier hinweisen, dessen hervorragende Konzeptzeichnungen stilgebend für die Blizzard’schen Fantasywelten sind. Im Artbook zu ‘WarCraft III’ machte Blizzards offizieller Guideschreiber Brady Games im Anhang erstmalig auf zwei versteckte Hinweise in Samwises Wallpaper ‘Night Elves vs. Undead’ aufmerksam (siehe Bilder oben).

In dem epischen Schlachtengemälde (im Bild rot eingerahmt und darunter als Ausschnitte vergrössert) sieht man auf der linken Seite einen Panda auf der Seite der Nachtelfen (Allianz) und auf der rechten ein hydraliskenähnliches Wesen auf der Seite der Untoten (Horde). Letzteres könnte man durchaus auch als Naga interpretieren. Nun ist der Panda bekanntlich Samwises Markenzeichen und ausserdem hat er eine starke Affinität zu seinen StarCraft-Figuren, aber wie das mit Künstlern, Symbolen und nicht selten unterbewussten, versteckten Andeutungen nun mal so ist, gibt es immer viel Spielraum für unterschiedlichste Interpretationen. So kann es z.B. auch durchaus sein, dass Samwise irgendwann einmal seine Teddy-Lieblinge gegen die Hydralisken (bzw. stellvertretend die Naga) in der ‘World of WarCraft’ kämpfen sehen würde – wer weiss … :)