Machinima – Ursprung und Einfluss bis heute – Teil 2

In weiter Ferne, in weiter Flur, sind die Abenteuer …

Naja so oder so ähnlich begann wohl jedes kleine Machinima was mit Beginn von World of Warcraft entstand. Somit herzlich willkommen zum zweiten Teil von “Machinima – Ursprung und Einfluss bis heute“.

Der Beginn

Den Anfang der WoW Machinimas machten, tja man mag’s kaum glauben, Blizzard selbst. Mit ihrem March 2003 Movie stellten sie das Gameplay von World of Warcraft im Jahre 2003 vor.

Die Musikvideos

Das erste Musikvideo entstand von The Godfather im Jahre 2004. I Surrender ist ein storyline-based Musikvideo was danach einen regelrechten Boom an WoW Musik-Machinimas auslöste. Der wohl bekannteste der Musik Machinimas ist heute Baron Soosdon. Sein I’m so sick war sein Durchbruch und und gleichzeitig ein großartiges Beispiel für seinen speziellen Stil der sich bis heute bekannt gemacht hat. Seither versuchten vielen seinen speziellen Stil zu kopieren aber kaum einer schaffte es. Die Musik-Machinimas erfreuten sich großer Beliebtheit und erreichten immer große Publikumswirkung. Ein Autor sei hier erwähnt: Slashdance – Frame of Mind, da er in seinen Videos zeigt wie sich so die Anfänge bis zu den großen Effekten entwickelt hat.

Warcraftmovies.com

Genauso wie im Jahre 2005 mit Medieval Man von Balgosa Windspire, das erste Video was auf warcraftmovies.com recommended wurde. Diese Plattform ist bis heute die erste Anlaufstelle für WoW-Videos aller Art. Auch Machinimas haben dort einen Platz und rangierten früher immer hoch im Kurs. Leider ist warcraftmovies.com heute nicht mehr die Anlaufstelle, wenn man hochqualitative WoW-Machinimas sucht. Der Einfluss der PvP Videos war so stark in der Gemeinschaft, sodass Machinimas mit Storyline oder Musik-Machinimas stark in den Hintergrund rückten. Dafür sind aber neue Webseiten entstanden auf die wir auch später noch näher eingehen werden.

WoW Modelviewer

Der Beginn eines Machinimas ensteht ja zumeist in dem man Ingame-Aufnahmen machte und diese gescriptet oder wie in einem MMO mit anderen Spielen nachspielt. Zuweilen war dies ein sehr großer Aufwand an Personal und zum anderen konnte nicht alle realisiert werden. So entstand ein Tool namens WoW-Modelviewer dem sich die Machinima-Autoren bedienten, mit dem man Modells oder Goodies der WoW-Welt in einen Editor laden konnte um sie zu animieren. Diese sogenannte Blue-Box Technik, auf die wir in einem weiteren Machinima Blog-Beitrag demnächst eingehen werden, fand ihren Weg zum ersten Mal in Switcher von The Godfather. Die Kreativität solcher Videos ist grenzenlos und lies viel mehr Spielraum für Ideen.

Raid Movies

Im Jahre 2005 entstanden die ersten WoW-Raid-Videos. Manche nur mit normalem Interface + Musik. Diese kann man nicht wirklich als Machinimas bezeichnen. Manche bastelten aber damals schon aus einem Mix aus WoW-Modelviewer, Storyline, Non Interface und surrealen Kamerafahrten. Dabei gab es unzählige gute und auch schlechte Raid-Movies. Anführen möchte ich hierbei mein damaliges Vorbild Jack der mit seinem 3 Teiler zu Black Wing Lair sicherlich noch vielen im Gedächtniss ist. Sein größter Erfolg war The Burning Crusade – The Movie. Seine Kamerfahrten und das Movement beim Schnitt sind bis heute ungeschlagen.

Ohne jetzt in Eigenlob zu verschwinden, möchte ich aber auch meine Leistung in diesem Bereich Euch vorstellen. Alles fing 2005 mit dem Video zu Onyxia an. Von Anfang mit Storyline und After Effects Einflüssen. Danach arbeitete ich jede Instanz ab, bis ich 2007 die Idee zu einer länger anhaltenden Storyline hatte die mit Das Rad der Zeit – Part I begann und mit Revenge of Akama (Rad der Zeit IV) endete. Wer diese noch nicht kennt sollte sie sich mal anschauen. Storyline/Raid Mix der immer mehr zum Storyline-Machinima wurde. Gleichzeitig war es auch der größte deutschsprechende WoW-Machinima bis dahin.

Doch dieser Umstand wurde schon kurz danach von keinem geringeren als Varath von den Blackhand Pictures abgelöst. Doch dazu später mehr.

Comedy Movies und Tutorials

Denn ein wichtiger Vertreter und Tutorials Ersteller, sowie Comedy-Machinimas Wegbereiter ist kein geringerer als Oxhorn Brand. Brandon M. Dennis zeigt auf seiner Website immer wieder seine kreativen Ideen die er mit dem Modelviewer, das Werkzeug für Machinimisten, erzeugte. Sein wohl bekanntestes ist Roflmao. Seine Videos sind immer wieder sehenwert. Wenn ihr ihn noch nicht kennt, dann schaut mal auf seiner Website vorbei und entdeckt die Welt von Oxhorn. Ein weiterer Vertreter dieses Genres ist Olibith, dem wohl jedem noch Never Stay Tunded 3 in Errinnung sein sollte. Sowie von afk@players Wrath of A Couch Potato.

Wegbereiter

Über die Jahre gab es viele kleine und große Machinimas. Aber auf 5 möchte ich weiter eingehen. Da diese 5 vieles veränderten und noch verändern werden.

Den Anfang macht der Autor Martin Falch der mit Tales of the Past I – III eine Megastoryline entstehen lies die bis heute in diesem Gesamtausmaß ihres gleichen sucht, aber wohl in nächster Zeit abgelöst wird. Tales of the Past III ist hierbei der Meilenstein der WoW Machinimas schlechthin. Ein Kunstwerk aus WoW-Modelviewer und Ingamescenen. Packend und actionorientiert inszeniert er eine Geschichte um Arthas. Wer dieses Machwerk bis heute noch nicht kennt, sollte es sich anschauen.

Ein weitere Begleiter des ganzen ist Varath mit Veil of Corruption. Zwar im weltweiten Erfolg weit abgeschlagen, aber für das deutschprachige WoW-Machinima ein Meilenstein und Wegbreiter. Seither gibt es einige dieser deutschsprachigen Großprojekte die im Bau sind. Veil of Corruption überzeugte mit einer sehr guter Storyline und genialen Modelviewer-Effect-Szenen. Auch wenn der Film an nicht ganz so guten Sprechern leidet, von denen aber einige herausragen, sollte sich jeder dieses Film anschauen. Am Ende wird man es nicht bereuen, man wird 2 Stunden sehr gut unterhalten.

Die dritten im Bunde sind Myndflame. Zum einen überzeugen sie immer mit ihren Videos. Zum anderen ist ihre Website DIE Plattform für hochwertige Machinimas. Ihr neustes Werk ist das Prelude zu Illegal Danish III. Dieses Kunstwerk aus 3D Modelling und Ingame-Aufnahmen ist eine Parodie an Starcraft 2. Diese Art des WoW-Machinimas wird uns in naher Zukunft noch sehr oft begegnen.

Doch den wohl herausragendsten Anfang in Sachen 3D in WoW-Machinimas machte Percula mit The Craft of War: BLIND. Seine Vorstellung einer Klasse mit Storyline und Kampfgetümmel. Die entstandenen Animation die er den Figuren einverleibte sind bezeichnend für dieses Genre und wir freuen uns auf das nächste Video von ihm.

Abschließend und der 5. im Bunde der ein Wegbegleiter darstellt ist Baron Soosdon der mit No Point: Stretching Time ein Machinima erschuf, was in seinem Stile wohl schwer kopierbar ist. Ein storyline basierendes Filmchen was Science Fiction, Steampunk und Skurille Welten in der World of Warcraft darstellt. Er nutze Szenen aus anderen Spielen und mixte diese mit dem WoW Modelviewer. Viele Scenen nutzen ModelChanging, was die Welt sehr abstrakt aussehen lässt. Und die Qualität dieses Filmes ist ohne Zweifel erhaben. Wobei man sich über die Musik dann doch streiten kann. Aber dies nur am Rande.

Auch wenn die 5 nur ein Bruchteil dessen sind was es an guten und sehr guten Autoren da draussen so gibt, so waren diese 5 doch Stilbrecher und Wegbereiter. Erwähnen möchten wir hierbei auch Legs, eine Frau aus dem deutsprachigen Raum, die mit ihren fantasievollen Videos immer wieder für Aufmerksamkeit sorgte. Aber zu den Machinimas aus dem deutschrachigem Raum demnächst mehr. Wir werden alle alten und neuen Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorstellen.

Fazit

Sicherlich hätte man hier noch viel mehr erwähnen können, allen voran die Blizzard ausgezeichneten und mit Preisen versehen Machinimas, aber nicht jedes hatte Einflüsse in die WoW-Machinimas hereingebracht.

Ein großer Dank geht an den Blackrock Pictures Blogger Volcano, der uns mit seinem Wissen tatkräftig unterstützte.