CeltX – Software für Drehbücher

Der Sommer ist endlich da! Eigentlich ein Grund ins Freibad zu gehen oder die Eisdiele zu besuchen. Für mich ein Grund mir den Laptop zu schnappen, mich in die Sonne zu setzen und Euch von einem Randthema des Machinima-Genres zu berichten, das viel zu häufig unterschätzt wird.

Wenn man selber ein Machinima produziert, bildet man die Grundlage dazu aus verschiedenen Elementen. Das sind zum Beispiel: Musik, Bilder in Form von Videoaufnahmen und natürlich das Element, welches den Rahmen bildet: eine gute Geschichte.

Hat man diese erstmal zur Hand, muss man sie in geeigneter Form dokumentieren. Das gilt insbesondere für Projekte, die in Teamarbeit entstehen. Aber auch für Ein-Mann-Projekte bietet sich das Aufschreiben der Ideen und Geschichte an, damit man einen roten Faden hat und sich nicht in Details verrennt.

Einer der besten Wege, ein Projekt “in Form” zu bringen ist ein Drehbuch. Gehört hat davon fast jeder schon einmal, ein Drehbuch gelesen haben eher weniger Menschen und selbst eins geschrieben wohl die wenigsten. Kein Grund sich vor dieser Herausforderung zu scheuen, denn es gibt ein tolles Hilfsmittel, das Euch die Arbeit erleichtert. Und das beste daran: es ist “quasi” kostenlos.

Die Rede ist von CeltX, einem speziellen Tool zur Erstellung von Drehbüchern. Doch CeltX kann noch mehr. Es ist eine Software, welche die komplette Organisation des Projektes ermöglicht. Da CeltX auch für Machinima-Autoren ein sehr nützliches Tool ist, möchte ich es Euch nachstehend näher vorstellen.

CeltX gibt es in verschiedenen Sprachversionen, unter anderem auch in einer deutschsprachigen Variante. Nach der Installation und dem Programmstart wird man mit einem Splash-Screen begrüßt. Da CeltX vielseitig einsetzbar ist, kann zwischen diversen Vorlagen gewählt werden. Vom Filmprojekt, über Hörspiele und Theaterproduktionen bis hin zu Comics und Storyboards kann CeltX durch ein umfassendes Kompendium an Vorlagen glänzen. Weiterhin merkt sich CeltX die zuletzt bearbeitenden Projekte und bietet eine Schnellauswahl. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind Beispielprojekte, die einen schnelleren Einstieg in den besonderen Drehbuchstil ermöglichen.

Hauptfenster

Das Hauptfenster mutet ein wenig an, als käme es direkt aus dem Hause Apple: ist aber nicht so.
Von hier aus steuert man alle wichtigen Funktionen für das Projekt. Ein Navigationsfenster im linken Bereich, genannt “Projekt Bibliothek”, erleichtert das Organisieren der verschiedenen Inhalte. Diese wiederum hängen stark von der Art des Projektes ab. Für uns interessant ist das Filmprojekt, welches im Regelfall mindestens aus einem Drehbuch und einem Hauptkatalog besteht. Der Hauptkatalog ist eine Art zentrale Sammelstelle für Informationen. So kann man beispielsweise Charaktere einer Geschichte verschiedenen Kategorien zuordnen oder Drehorte, Musik und Soundeffekte im Drehbuch farbig kennzeichnen und damit ebenfalls kategorisieren. So lässt sich das Projekt auf einfache Weise strukturieren und man behält den Überblick.

Im Hauptkatalog-Modul kann man dann zu den verschiedenen Elementen eine Vielzahl von zusätzlichen Informationen erfassen. Hier lassen sich beispielsweise für einen Charakter Informationen zu dessen Erscheinungsbild, Psyche oder Hintergrund festhalten. Je nach Kategorie (z.B. Darsteller, Schauplatz, Musik) variieren die möglichen Detailinformationen.

Drehbuch und Projektplanung

Das Drehbuch-Modul ist quasi das Kernelement für Autoren. Hier findet die eigentliche Schreibarbeit statt. Verschiedene Hilfsmittel und Tools erleichtern das Formatieren der Texte im amerikanischen Drehbuchstil. Es stehen außerdem Funktionen für Kommentare, ein Notizblock, ein Titelblattdesigner, sowie eine Berichtsfunktion zur Verfügung. Darüber hinaus ist ein PDF-Export für das Drehbuch integriert.

Sofern man einen genauen Zeitplan für das Projekt definieren möchte, kann man wahlweise ein Kalendermodul in die Projektdatei laden und Termine und Aufgaben planen und verwalten. Wenn man auch die kostenpflichtigen Onlineinhalte nutzt, ist es sogar möglich Sitzungen mit Projektteilnehmern einzuplanen und die Teilnehmer automatisch über Termine zu informieren.
Sehr nützlich ist in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit Aufgaben zu planen, damit man nichts vergisst.

Für die Planung von Drehterminen z.B. für Liveaufnahmen mit Freunden oder der Gilde gibt es ein Drehplan-Modul. Per Drag & Drop lassen sich hier auf einfache Art und Weise Szenen aus dem Drehbuch auf einen Kalender ziehen und dort verwalten bzw. mit zusätzlichen Informationen versehen. Eine Übersicht gibt dabei Auskunft darüber, welche Szenen schon geplant oder abgeschlossen sind.

Bis jetzt habe ich nur von Vorteilen der Software gesprochen, leider gibt es mittlerweile auch einen Nachteil. Lange Zeit konnte man über den Server der Entwickler Projekte online verwalten und hatte somit eine Möglichkeit mit mehreren Personen stets auf die aktuellen Projektdaten zuzugreifen. Dieses Feature ist mittlerweile kostenpflichtig geworden. Bei allem Bedauern, darf man den Entwicklern diesen kleinen kommerziellen Schritt aber nicht verübeln. Sie haben eine ausgereifte und umfangreiche Software erstellt und es ist nur fair, dass jetzt für die Arbeit auch ein wenig Lohn haben wollen.

Fazit

Ich kann CeltX allen ambitionierten Autorinnen und Autoren uneingeschränkt empfehlen. Die Software lässt sich relativ intuitiv bedienen und ist für eine quasi Freeware mit umfangreichen und nützlichen Funktionen ausgestattet. Gerade die Features zur Organisation des Projektes begeisterten mich besonders, denn das ist etwas, was ein Standard-Schreibprogramm, in dieser Form, nicht bieten hat. Sofern man auf die Online-Features der Teamarbeit und Veröffentlichung verzichten kann, bekommt man mit CeltX das Handwerkzeug für eine große Geschichte.

Falls Ihr ebenfalls schon Erfahrungen mit CeltX habt und Eure Meinung dazu sagen wollt, freuen wir uns selbstverständlich über Feedback zu diesem Beitrag.