Interview mit X-Cross (Blizz Contest Gewinner)

Die Blizzcon liegt nun schon ein paar Wochen hinter uns und mittlerweile ist der Machinima Contest von Blizzard eine feste Institution auf der Veranstaltung geworden. So hat Blizzard auch für die Blizzcon 2009 ambitionierte Machinimatoren und Machinimatorinnen eingeladen Ihre Beiträge einzureichen. Einer von Ihnen, der 17-jährige Schwede Adrian Drott, alias X-Cross, hat dabei, nach eigenen Aussagen überraschend, den Grand Prize gewonnen.

Mit seinem Kurzfilm “A day in the Life” setzte er sich dabei gegen namenhafte Mitbewerber wie Cranius, Legs, Ian Beckmann oder Oblivious Films durch und konnte mit seinem Machinima Jury und Publikum überzeugen. Dabei war die Konkurrenz nicht weniger kreativ, wenn man sich die anderen Gewinnerbeiträge wie beispielsweise Don’t make me get my main von Cranius & Legs, Cruel Moon von Mike Spiff oder Warrior’s Dream von Samuel Pierce ansieht.

Da wir die Arbeit von Adrian schon länger begeistert beobachten, nehmen wir nun den Grand Prize zum Anlass dafür ein Interview mit dem ambitionierten Machinimator zu führen. Im Interview berichtet Adrian darüber, wie er von der Platzierung erfahren hat, was er treibt, wenn er nicht Machinimas erstellt und welche Pläne er für die Zukunft hat.

Außerdem erfahrt Ihr was er genau gewonnen hat, welche neuen Projekte er in der Pipeline hat und welche Tipps er für Machinima-Einsteiger hat. Wer also mehr über diese Punkte erfahren möchte, sollte sich unbedingt das nachstehende Interview durchlesen.

Wir wünschen viel Spass bei der Lektüre und hoffen darauf, bald neue Werke von Adrian “X-Cross” Drott bestaunen zu können.

Interview mit Adrian Drott alias X-Cross

Varath: Hallo X-Cross.

Adrian: Hey

Varath: Könntest Du Dich bitte zunächst kurz vorstellen?

Adrian: Na klar. Mein Name ist Adrian Drott, aber ich glaube die meisten kennen mich eher als X-Cross. Ich lebe in Schweden und bin 17 Jahre alt. Ich bin eine Machinima Künstler und beschäftige mich mit dem Thema seit über einem Jahr.

Varath: Was machst Du, wenn Du Dich gerade nicht mit dem Thema Machinima beschäftigst? Hast Du weitere Hobbies?

Adrian: Natürlich. Ich zeichne viel, gehe auch auf eine Kunstschule. Natürlich bin ich auch Gamer, was vermutlich viele Machinima-Künstler sind. Ich häng aber auch gerne mit Freunden rum.

Varath: Du gehst auf eine Kunstschule? Hast Du Pläne später einmal beruflich etwas mit Kunst zu machen, wenn Du die Schule abgeschlossen hast?

Adrian: Das wäre vermutlich ein wenig schwierig. Viele Künstler verdienen nicht genug Geld. Es hängt stark davon ab, ob die Leute Deine Arbeit mögen. Ich will einfach nur meine künstlerischen Fähigkeiten verbessern. Ich kann im Prinzip auch einen “ganz normalen” Job ausüben, wie die meisten anderen auch. Am liebsten würde ich in der Filmindustrie arbeiten, aber es ist vermutlich genauso schwierig dort einen guten Job zu bekommen.

Varath: Aber Du planst etwas zu studieren, das im weiteren Sinne mit Medien, Kunst und Film zu tun hat?

Adrian: Ja, seit ich Machinimas mache habe ich das Gefühl, das ist etwas, das ich wirklich machen will. Es macht sehr viel Spaß und man kann seine Vorstellungskraft nutzen um was immer man auch will zu kreieren. Und außerdem habe ich das Gefühl es ist etwas das ich für mein Alter wirklich gut beherrsche und was ich unbedingt weiterführen möchte.

Varath: Da hast Du Recht. Aber kommen wir zum Thema Machinima Kunst. Vor einigen Wochen hast Du den Blizzard Machinima Contest gewonnen. Was war das für ein Gefühl, als Du davon erfahren hast?

Adrian: Nun ich habe einen Tag nach der Blizzcon über Mail von einem der Voice Actors davon erfahren. Ich hatte keine Ahnung wer gewonnen hatte, aber ich erwartete nicht dass ich es war, weil ich ja auch keine Mail von Blizzard erhalten habe. Meine Reaktion war…ich weiß nicht, ich konnte eigentlich erstmal gar nicht fassen, dass es wahr ist. Ich meine, es gab so viele andere großartige Beiträge von anderen Autorinnen und Autoren, dass ich niemals erwartete hätte den Grand Prize zu gewinnen.

Varath: Einige unserer Leserinnen und Leser wird vermutlich sehr interessieren, was Du gewonnen hast.

Adrian: Der Gewinn war ein AlienWare Laptop mit Adobe PhotoShop, After Effects und Premiere CS4. Aber der Preis ist in meinen Augen bedeutungslos, wenn ich darüber nachdenke, dass mein Machinima live vor über 20.000 Leuten gezeigt wurde.

Varath: Stimmt, das ist mit Sicherheit eine sehr große Ehre. Du selber warst nicht vor Ort oder?

Adrian: Nein ich musste mich mit dem Livestream am Computer abfinden. Aber sie haben die Übertragung abgebrochen, bevor mein Film gezeigt wurde, daher hatte ich keine Ahnung wie die Reaktion der Zuschauer vor Ort war.

Varath: Das ist natürlich ärgerlich. Aber zurück zu Deiner Arbeit. Wenn man sich Deine Arbeiten ansieht, dann stellt man eine rasche und konstante Qualitätsverbesserung fest. Oben hast Du gesagt, Du beschäftigst Dich seit etwa einem Jahr mit dem Thema Machinima. Hast Du Deine Fähigkeiten wirklich in diesem Jahr so stark verbessert? Wie hast Du das hinbekommen?

Adrian: Ich wusste in der Tat gar nichts über Videobearbeitung, als ich anfing, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Dann habe ich mir sehr viele Tutorials angesehen und natürlich stieg die Motivation, als ich erste Fortschritte sah. Und vermutlich habe ich dann weitergemacht, weil viele Leute meine Arbeit mochten. Sogar meine ersten Machinimas, die ich selber mittlerweile schrecklich finde.

Varath: Du bist ebenfalls ein talentierter 3D-Künstler. Das ist etwas, das nicht so weit verbreitet ist in der Machinima Szene. Manche Leute sagen, dass 3D-Editing kein echtes Machinima mehr ist. Was denkst Du darüber?

Adrian: Ich habe mittlerweile viele Meinung darüber gehört, was Machinima ist und was nicht. Ich bin mir da selber gar nicht so sicher und ich ich weiß nicht, ob ich antworten kann, wenn ich mir nicht 100% sicher bin. Ich habe gehört Machinima bedeutet, dass man die Game Engine benutzt und wenn man 3D einbindet nennt man es “Hybrid Machinima”. Ich weiß nicht ob es einen Namen für den Mix aus beidem gibt, aber das ist die Technik, die ich am häufigsten verwende. Ich finde die Grenzen verschwimmen an dieser Stelle und es ist schwer zu sagen, was jetzt noch Machinima ist und was nicht.

Varath: Mittlerweile kannst Du selber auf eine beachtliche Anzahl von Machinimas zurückblicken. Und Du hast mit einigen der bekanntesten Namen in der Szene zusammen gearbeitet. In “A day in the Life” hat Jesse Cox das Voice Acting übernommen, der unter anderem für seine Rolle(n) in Tales of the Past bekannt ist. Wie hast Du ihn überzeugt für Deinen Film die Stimmaufnahmen zu machen? Hast Du ihm einfach ein Mail geschickt nach dem Motto 2Hey hier ist Adrian und ich brauche Dich.”?

Adrian: Ich hatte vorher schon einmal mit ihm zusammen gearbeitet, als ich mein Christmas Machinima erstellt habe. Er hatte damals “Ja” gesagt und seitdem bitte ich ihn häufiger um Hilfe. Und jedes mal ist er dabei.

Varath: Du arbeitest schon seit einiger Zeit an einem weiteren Projekt. Könntest Du unseren Leserinnen und Lesern ein paar Worte dazu sagen?

Adrian: Ja ich arbeite schon seit einigen Monaten an diesem Projekt. Bedauerlicherweise ist meine Arbeitsgeschwindigkeit sehr langsam. Es wird einen Machinima Serie über 5 Gnome, die sich treffen. Dort beginnt die Geschichte. Alle diese Gnome werden einzigartige Klassen haben, wobei es sich hierbei um Klassen handelt, die Gnome aktuell nicht haben können. Es wird eine Action-Comedy Serie und die erste Episode wird unter Umständen recht bald veröffentlicht.

Varath: Wer wird das Voice Acting für die Gnome übernehmen?

Adrian: Jesse Cox, Genna Bain, Robert Richard, Demachic und ich selber als Hauptrolle. Ich wollte eigentlich gar nicht selber sprechen, aber da ich es früher für diese Rolle auch schon gemacht habe, wäre es einfach unpassend, das jetzt noch zu ändern.

Varath: Einige unserer Leserinnen und Leser sind vermutlich selber daran interessiert Machinimas zu machen. Hast Du als erfahrener Machinimator ein paar Tips für Anfänger?

Adrian: Mein erster Ratschlag ist es, damit zu beginnen einen Film über ein Script zu planen. Und wenn man selber nicht gut im Schreiben ist, dann sollte man jemanden in diesem Bezug um Hilfe bitten. Als Team zu arbeiten ist in den meisten Fällen besser. Dann ist es bestimmt nicht verkehrt als erstes mit seinem Traumprojekt zu starten, weil man sonst vom Ergebnis sehr enttäuscht sein könnte. Sucht ein wenig im Netz herum, probiert Dinge aus, schaut Euch Tutorials an, das hilft meistens ein ganzes Stück weiter.

Varath: Adrian, vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich bin mir sicher unsere Community wird ein Auge auf Deine vergangene und Deine zukünftigen Werke haben. Und viel Glück mit Deinem neuen Projekt, ich werde für Dich voten.

Adrian: Gerne doch. Und ebenfalls vielen Dank für dieses Interview.

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