A Dead Bug’s Life – Interview mit Contestgewinner Erunno

Es ist nun schon eine Weile her, seit in unserem Machinima-Blog ein Beitrag erschienen ist. Doch mit den ersten Sonnenstrahlen, wird es auch langsam Zeit für den Frühjahrsputz, damit es hier nicht mehr so staubig wirkt. Ich möchte daher in alter Tradition fortfahren, indem ich das Thema Blizzard Machinima Contest erneut aufgreife. Letztes Jahr habe ich ein Interview mit Contest-Gewinner Adrian Drott alias X-Cross veröffentlicht. Auch dieses mal habe ich einen der Gewinner interviewed.


Gewinner oder Gewinner?

Der aktuelle Blizzard Machhinima Contest “Rise to Power” bot nämlich diesmal vier Künstlern die Möglichkeit einen Preis zu gewinnen. Fragt man die Autoren nach dem materiellen Preis, dann erhält man häufig die Antwort, dass es ja gar nicht um den Wert des Preises, sondern um die Ehre geht ausgewählt zu werden. Ich überlasse Euch die Interpretation und enthalte mich in dem Versuch objektiv zu wirken einer Meinung.

Ob nun der materielle Preis die Machinimatoren interessiert oder nicht, ich will ihn Euch gewiss nicht vorenthalten. Blizzard hat in Zusammenarbeit mit Alienware einen Gutschein über 2.400 $ für einen Alienware PC oder Laptop als Preis in Aussicht gestellt. Unter den Gewinnern war auch abermals der oben erwähnte schwedische Künstler Adrian Drott. Doch um den soll es heute mal nicht gehen. Ebenso wenig möchte ich näher auf die anderen Gewinner eingehen, denn man liest dort häufig dieselben Namen. Aus Sicht des Marketings also ein voller Erfolg für die Sponsoren.

The winner is: Erunno

Für einen der Gewinner jedoch war es eine Premiere und um eben jenen soll sich dieser Blogbeitrag auch im Kern drehen. Wen ich meine, kann man dem Titel schon entnehmen. Doch wer ist eigentlich Erunno?

Wer sich ein wenig mit der Machinima-Szene beschäftigt, wird recht schnell auf diesen Namen stoßen. Der junge Slowene ist schon längere Zeit sehr aktiv und kann auch auf eine beachtliche Anzahl Werke zurück blicken.

Hier eine kleine Auswahl:

Eine Übersicht weiterer Werke von Erunno findet Ihr an dieser Stelle.

Aber zurück zu Erunno als Person. Der 19-jährige Machinimator, der im echten Leben Matej Pintar heisst, ist ein ein sehr umgänglicher, wortgewandter und lustiger Mensch. Aktuell studiert er in seinem Heimatland Slowenien Informatik. Neben seiner Begabung als Machinma-Autor ist er auch noch sehr sprachgewandt und beherrscht neben dem Englischen auch noch die deutsche Sprache. Er selber behauptet zwar bescheiden, er könne nur deutsch lesen, aber ich wurde schon selbst eines Besseren belehrt.

Berühmt und berüchtigt ist er ebenfalls für seine WoW-Comic-Strips, die er mittlerweile regelmäßig in seinem Blog auf myndflame veröffentlicht. Darüber hinaus ist er, wie es sich für einen ordentlichen Machinima-Künstler gehört, auch begabter Photoshop-Anwender. Bei Deviant-Art könnt Ihr ein paar seiner Werke bewundern.

Alles in allem gute Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Contest. Und in meinen Augen wurde es auch langsam Zeit, dass Erunno das Siegertreppchen erklimmt.

A Dead Bug’s Life

Sein Gewinner-Beitrag “A Dead Bug’s Life” ist ein World of Warcraft Comedy Video mit einer Länge von drei Minuten (diese Länge war Vorgabe für die Teilname am Contest, was die meisten Autorinnen und Autoren zurecht mehr als gestört hat).

Ich möchte an dieser Stelle aber nicht näher auf den Film eingehen, um vorab nicht zu viel zu verraten. Daher genießt das Machinima im Videostream hier bei uns auf worldofwar. Der Film entstand übrigends in Zusammenarbeit mit Frozen-Death-Knight.

Erunno war darüber hinaus bereit mir in einem Interview Rede und Antwort zu seinem Film, seinem Liebesleben und seinen Plänen für die Zukunft stehen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen des Interviews und hoffe Euch bald wieder hier auf worldofwar.de beim Machinima-Blog-Buster begrüssen zu dürfen.

Ich denke ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es bald einen weiteren Autor für unseren Blog geben wird, der Euch regelmäßig mit aktuellen News aus der Machinima-Szene versorgen wird. Mehr dazu erfahrt Ihr in Kürze.

Das Interview

Varath:
Hallo Erunno. Vielen Dank, dass Du Dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Kannst Du Dich bitte kurz selber vorstellen, damit unsere Community etwas mehr über Dich erfahren kann?

Erunno:
Nun die meisten kennen mich als Erunno und aktuell lebe und studiere ich in Slowenien. Ich bin Hobby-Machinimator und Blogger bei myndflame
Eigentlich versuche ja meine Real-Life Angelegenheiten aus dem Internet fern zu halten aber….Ladies ich bin noch zu haben. Moment, das wird ein schreckliches Ende nehmen oder?

Varath:
Haha. Du weisst, dass Du nach diesem Aufruf ein Foto für uns bereit stellen musst?

Erunno:
Ich gebe zu, der war flach. Aber okay, ich werde Euch meine hübschen blauen Ohren zeigen, wenn Ihr wollt.

Varath:
Das macht die Sache auf jeden Fall geheimnisvoller. Aber zurück zum Thema. Du hast vor kurzem den Blizzard Machinima-Contest “Rise to Power” gewonnen. Unsere Leser interessiert sicherlich was das für ein Gefühl war, als Du davon erfahren hast, dass Dein Machinima zu den Gewinner-Beiträgen gehört?

Erunno:
Es war wie Achterbahn fahren um ehrlich zu sein. Ich kam gerade aus der Uni als X-Cross, Irdeen und Frozen-Death-Knight mich ins Skype zogen, als ich online kam und mir die erfreulichen Neuigkeiten mitteilten. Ich konnte danach nicht mehr programmieren an diesem Tag (Anm. d. Red.: Erunno studiert Informatik). Doch dann wurde es ruhig und die offiziellen Ergebnisse ließen auf sich waren (Blizzards berühmte “Schnelligkeit”). Wir waren uns einige, dass alles mal wieder zu lange dauerte. Doch als dann die offiziellen Ergebnisse bekannt gegeben wurden, bin ich bis zwei Uhr nachts wach geblieben um alles selbst mitzuerleben.

Varath:
A Dead Bug’s Life” ist ein Comedy-Machinima. Wenn ich mich richtig erinnere, dein zweites dieser Art. Vorher hast Du Dich in Bezug auf die Story eher mit ernsten Themen beschäftigt. Kann man das als Wechsel der Stilrichtung sehen oder versuchst Du Dich weiterhin in verschiedenen Genres der Machinima-Kunst?

Erunno:
Es ist eine Art Wiedergeburt, den meine ersten Machinima-Experimente waren reine Comedy. Comedy ist auf eine bestimmte Art eine einfache Aufgabe, denn die Leute lachen manchmal über die verrücktesten Dinge. Aber ich bevorzuge eigentlich immer noch ernsthafte Themen und gebe meinen Filmen gerne eine Art dunkleren Ton. Darkness II ist immer noch mein erfolgreichstes Machinima und ich überlege bis heute noch, wie ich das damals hinbekommen habe.

Varath:
Gibt es bereits weitere Projekte, die Du in dieser Richtung planst?

Erunno:
Tonnenweise, aber ich fürchte das einige von den Projekten entweder in den Mülle gehören oder stark modifiziert werden müssten.

Varath:
Dann sind wir auf jeden Fall gespannt auf Dein nächstes Projekt. Lass uns aber noch einmal auf Dein aktuelles Machinima zurück kommen. Der Story-Ansatz ist überraschend wie angenehm und an sich schon eine sehr witzige Sache, die Du hervorragend in Szene gesetzt hast. Wie kommt man auf so eine Idee, wie Deine mit Hogger? Ist das etwas, was schon länger einmal verfilmen wolltest oder eher ein spontaner Einfall?

Erunno:
Die ursprüngliche Idee für den Film war eigentlich ein wenig einzigartiger als die finale Version. Aber ich wollte schon länger etwas mit Hogger machen. Ich wette jetzt willst Du mehr über die ursprüngliche Idee wissen, richtig?

Varath:
Lass Dich nicht davon abhalten, mehr zu erzählen.

Erunno:
Die Original-Idee beinhaltete eine etwas verrücktere Einführung der Hauptcharaktere, Gortharius und Erunno, der Menschen-Paladin und der Elfen-Jäger. Die Idee war eigentlich, dass Anub’arak nicht Ihr Quest-Item zertreten würde, sondern Sie bei den Dreharbeiten zu Ihrer neuen Serie in Goldshire stören würde. Hogger kam erst später in der Planung dazu, als wir einen näheren Blick auf die Regeln des Contests warfen (die übrigends schrecklich erläutert waren). Und dass die beiden eine Serie drehen, war eigentlich eine Art Easter-Egg, weil es eine Serie über sie geben wird. Aber persönlich bin ich eigentlich nicht besonders stolz auf die Story von “A Dead Bug’s Life“.

Varath:
Du hättest Dir also vermutlich mehr Raum für die Story gewünscht, als die drei Minuten, die durch die Regeln vorgeben waren?

Erunno:
Oh ja. Drei Minuten reichen eigentlich für gar nichts. Normalerweise nehmen schon Intro und Credits mehr als eine Minute in Anspruch. Eine solide Geschichte in drei Minuten zu erzählen ist fast unmöglich. Viele Zuschauer haben das aber, glaube ich, nicht verstanden, was man an Kommentaren wie “no story development” oder “had no story at all” erkennt.

Varath:
Wahre Worte. Trotzdem ist es Dir gelungen, Deine Ideen in ein gelungenes Machinima zu packen, auf das unsere Community sicherlich gespannt ist. Herzlichen Glückwunsch auf diesem Wege dazu. Noch eine letzte Frage, bevor wir zum Ende kommen. Angenommen jemand fühlt sich jetzt inspiriert sich selber als Machinima-Künstler zu versuchen. Welche Tipps würdest Du Anfängern mit auf den Weg geben?

Erunno:
Wenn ich das gefragt werde, sage ich immer zuerst: Niemals aufgeben. Danach kommt dann lernen, die idiotischen Kommentare ignorieren und nicht mit großen Projekten starten. Obwohl Machinima für die meisten von uns ein Hobby ist, bedarf es ebenso viel Zeit wie ein Full-Time-Job.

Varath:
Vielen Dank für Deine Tipps. Ein paar abschließende Worte von Dir?

Erunno:
Schaut Euch meine Filme an. Ich bin eine “Attention Whore”. Nein, mal ernsthaft, wenn Ihr interessiert an Machinima seid oder neu auf diesem Gebiet, dann lest doch mal meinen Blog „Erunno’s Thoughts“ bei Myndflame.com.

Varath:
Erunno, vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses kleine Interview genommen hast. Weiterhin viel Erfolg und vor allem Spass bei Deinem “liebsten” Hobby. Wer jetzt mehr Interesse an Erunno’s Machinimas gewonnen hat findet unten eine Liste aller seiner Filme. Anfragen für die oben erwähnten Bilder nehmen wir gerne entgegen und leiten sie weiter.

Erunno:
Gebt mir einfach Bescheid, wenn Ihr Bilder haben wollt.

Varath:
Werden wir *zwinkert*

Eine Auswahl von Erunno’s bisherigen Werken:

Eine Übersicht weiterer Werke von Erunno findet Ihr an dieser Stelle