WoW Cataclysm: Die Meistergleve

Aufmerksame Leser unserer Fanseite werden sich vielleicht noch an einen Artikel erinnern, den wir bereits im vergangenen Mai vor der BlizzCon 2009 veröffentlicht hatten. Dort spekulierten wir darüber, was uns in einer kommenden WoW Erweiterung erwarten könnte. Der Mahlstrom, das Südmeer und der Smaragdgrüne Traum wurden damals als mögliche Spielumgebungen hoch gehandelt und wie wir heute wissen, lag die Community damit genau richtig.

Azeroth heute: Die ominöse Meistergleve an der Dunkelküste

In WoW Cataclysm wartet Endboss Todesschwinge auf uns. Bis es jedoch soweit ist, werden wir es – wie in WotLK – natürlich auch mit anderen Widersachern zu tun bekommen. Wir erinnern uns z.B. an Yogg-Saron, den Endboss der Raidinstanz Ulduar, der laut WoW-Historie zu den Alten Göttern zählt. Diese herrschten einst über Azeroth, bevor sie und ihre elementaren Lords von den Titanen besiegt wurden. Seitdem lauern sie irgendwo im Verborgenen und warten auf ihre Chance zur Wiederkehr.

In unserem Artikel orakelten wir auch bereits, was die nächste legendäre “Wunderwaffe” sein wird, denn die gehört zu einem Fantasyspiel wie das Salz zum Ei. Beim klassischen WoW war die Waffe der (Verderbte) Aschenbringer, in der ersten Expansion die Kriegsgleve von Azzinoth und in der zweiten Expansion Frostgram (Schattengram). So hatten wir auf der Suche nach Indizien ganz Azeroth nochmals bereist, Bücher und Wikis gewälzt und sind dabei fündig geworden: Das monströse, von einem gigantischem Schwert festgenagelte Riesenfossil an der Dunkelküste, das direkt neben einer archäologischen Grabungsstätte zu einem grossen Teil im Boden eingegraben ist. Das Areal tief im Süden der Zone nennt sich Die Meistergleve und ist derzeit von Anhängern des Schattenhammer-Clans belagert. Dieser Clan, wie wir jetzt wissen, wird in Cataclysm eine tragende Rolle spielen, denn seine Anhänger brachten Todesschwinge in die Welt zurück und dienen ihm jetzt. Zu finden sind sie dort hauptsächlich in Tiefenheim und in den Zwielicht-Hochlanden.

Nun kann man in diversen Foren wie dem der grössten WoW Datenbank Wowhead lesen, dass wir mit unserer Spekulation wohl genau richtig lagen. Weshalb, erfahrt ihr wegen der Spoiler-Gefahr hinter dem Newsumbruch!

Zunächst ein paar Erläuterungen, was es mit der “Meistergleve” (die Waffe im Schädel auf dem Bild oben) auf sich hat. Sie ist u.a. Gegenstand der gleichnamigen Quest an der Dunkelküste, die in eine der bisher unvollendeten Questreihen mündet.

Bei der Waffe handelt es sich um eine massive Adamantitgleve, die ähnlich dem legendären Schwert Excalibur tief und unverrückbar in ein versteinertes Etwas gerammt ist, das sich Schädel eines Alten Gottes nennt. Alte Götter kennen wir bereits aus Ahn’Qiraj (C’Thun) und Ulduar (Yogg-Saron). Für die Nachtelfen ist dies ein heiliger Ort, an dem die Titanen – die Schöpfer der Welt – einst mit der gigantischen Gleve einen der bösen alten Götter (oder einen ihrer Diener) niederstreckten. Für die Anhänger des Schattenhammer-Clans, die sich jetzt hier herumtreiben, ist das Monument eine Art göttlicher Leichnam, das sie als Ort für einen ihrer dunklen Altäre ausgewählt haben. Gerüchte in einem der WarCraft RPG-Bücher zufolge soll sich darunter ein komplexes unterirdisches Labyrinth befinden.

Die gegenwärtige Theorie besagt dass es sich um Taeshalach (Flammenzerreisser) handelt. Taeshalach ist ein Schwert, das aus einem der beiden Fragmente von Gorshalach (Dunkelheitzerreisser) geschmiedet worden ist, nach dem Letzteres auseinander gebrochen war. Es verkörpert alles Gute und Noble. Gorshalach ist/war die mächtigste Waffe des Universums. Das mächtige Grossschwert wurde einst vom Titanen Sargeras, dem späteren Erschaffer und Anführer der Brennenden Legion, geführt. Als Sargeras dem Wahnsinn anheim fiel, zerbarst die Klinge in zwei “splittergebundene” Teile, um zu verhindern dass der gefallene Titan sie weiter benutzen kann. Die gute Hälfte wurde vom Titanen Aggramar in das Schwert Taeshalach umgeschmiedet, und die verdorbene, dunkle Hälfte von Sargeras selbst in das Schwert Gorribal (Dunkelsieder). Aggramar, einst ein Leutnant Sargeras’, hatte dessen Stelle im Pantheon der Titanen eingenommen, nachdem dieser wahnsinnig geworden war und ist seitdem mit der Bekämpfung und Auslöschung der Brennenden Legion betraut. Sollten beide Fragmente jemals in den Besitz eines nicht-bösen Wesens gelangen und zusammengeführt werden, wird Gorshalach wiedergeboren.

Dass diese mächtige Waffe einfach so offen an der Dunkelküste immer noch in dem Fossil steckt, kann den Theorien zufolge nur einen Grund haben: Sie soll wohl die Regenerierung und Wiederauferstehung des Wesens – wer oder was auch immer das sein mag – verhindern, und die Schattenhammer-Kultisten dort versuchen, es irgendwie zu entfernen. Nach dem Erscheinen der Cataclysm Beta tauchten in diversen Foren wie bei Wowhead.com nun Hinweise auf, dass das Monument an der jetzt stark zerstörten Dunkelküste freigelegt wurde und offensichtlich eine Entfernung des Schwertes geplant ist. Aber nicht nur das ist höchst interessant. Es soll so ein weiteres Monument – quasi einen Zwilling – in den Zwielicht-Hochlanden geben. Auch das ist freigelegt und in ihm steckt ebenfalls ein Schwert. Handelt es sich hier etwa um die beiden o.g. Schwerter Taeshalach und Gorribal?

Das Schwert deutet – sofern es sich tatsächlich um Taeshalach handelt – auf Sargeras. Der drang einst nach einem Kampf mit Aegwynn, der Wächterin von Tirisfal, in den Sturmgipfeln (Northrend) nach seinem physischen Tod in sie ein und verdarb später ihren Sohn Medivh (den wir in The Burning Crusade kennengelernt haben). Nach dessen Tod und Befreiung entschwand Sargeras’ Geist in den wirbelnden Nether, wo er seit dem wieder auf einen Wirtskörper lauert, der mächtig genug ist, ihn aufzunehmen und zum Werkzeug seiner Rache zu werden. Der Name Sargeras führt uns zum Grab von Sargeras, wo Aegwynn einst dessen sterbliche Überreste – oder nur die seines Avatars – vergraben hatte. So genau weiss man das bis heute nicht, und Chris Metzen und Micky Neilson sagten bereits in einem Interview, dass er “irgendwo da draussen ist”, “man ihn nicht unterkriegen kann” und “falls doch, der Sieg nicht von langer Dauer sein würde”. Brann Bronzebeard, den ihr in Ulduar kennengelernt habt, ist der festen Überzeugung dass der echte Sargeras nie einen Fuss auf Azeroth gesetzt hat und folglich im wirbelnden Nether auf seine Chance lauert. Das Grab von Sargeras, die Ruinen des ehemaligen Tempels von Elune, liegen auf einem Eiland der Broken Isles östlich des Mahlstroms.

Damit sind wir beim Mahlstrom angelangt, einem der grossen Themen der kommenden Erweiterung. Neben Todesschwinge werden wahrscheinlich noch weitaus mächtigere Figuren ihr Stelldichein geben und die Frage, was die nächste “Superwaffe” ist, wird sicher im Laufe der Expansion geklärt werden. Es bleibt also auch nach dem Tod des mächtigen Lichkönigs, der im WarCraft-Universum doch eher ein vergleichsweise kleines Licht ist, sehr spannend! :)

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