WoW Cataclysm: Archäologie aktuell – Aus den Annalen der Buddelbrooks

Seit Erscheinen der dritten WoW Erweiterung Cataclysm hängen die Item-Früchte wieder sehr hoch. Vor den Tier 11 Einstiegsraids (Bastion des Zwielichts, Pechschwingenabstieg & Thron der vier Winde) tut sich in Sachen epischer Beute so gut wie garnichts, wenn man nicht gerade ein verarbeitendes Handwerk wie Lederer, Schmied oder Schneider betreibt. Ausserdem ist das ständige Durchochsen heroischer Dungeons für Pre-Raid-Ausrüstung auch nicht Jedermanns Sache, sofern man es als Nicht-Gildenspieler derzeit überhaupt schafft.

Da kommt der neue Sekundärberuf Archäologie gerade wie gerufen, denn dort muss man anscheinend nur lange genug graben bis man automatisch auf epische Beute der Stufe 359 stösst. Ist das wirklich so einfach? Wir haben einen Fachmann befragt: Bjarne Buddelbrook d. Ä., Oberhaupt der legendären Archäologenfamilie, die Azeroth bereits nach Artefakten umgegraben hat als die Bronzebarts noch Pfadfinder waren. Von ihm erfahrt ihr den aktuellen Stand der Archäologie und wie gross eure Chancen auf wertvolle Gegenstände wirklich sind.


Wenn man die Grundlagen der Archäologie wie das Triangulieren zum Eingrenzen der Grabungspunkte beherrscht, wie geht man dann eigentlich am sinnvollsten vor, um schnell im Fertigkeitslevel aufzusteigen?

BB: Nun, zunächst einmal ist Archäologie – sofern man nicht noch zu den jungen Heranwachsenden gehört – mit vielen Reisen verbunden. Je schneller man unterwegs ist, desto flotter geht’s voran. Der fortgeschrittene Archäologe ist also mindestens 70 Lenze alt und besitzt sowohl die Lizenz zum Führen eines sehr schnellen Flugreittiers (280% Geschwindgkeit und mehr) sowie den Flugschein für Azeroth. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist bekanntlich die Gerade, d.h. man fliegt ohne Umwege direkt von einer aktiven Grabungsstätte zur nächst gelegenen, die auf der Karte angezeigt wird.
Hat man das Alter von 85 erreicht, geht’s noch schneller. Dann stehen in den Hauptstädten der Fraktionen nach bestimmten Quests Portale in wichtige Gebiete zur Verfügung, wie etwa Hyjal oder das Schattenhochland. Bei Uldum sollte man beim Durchschreiten des Portals darauf achten, nicht versehentlich auf einen Skorpion zu treten <lacht und kratzt sich am Fuss>. Das sehr praktische Portal in die Verwüsteten Lande steht ab 58 übrigens Jedermann in den Magierbezirken der Hauptstädte zur Verfügung.

Man hält sich auf einem Kontinent also zum Beispiel solange fliegenderweise im Norden auf, bis die meisten Grabungsstätten im Süden sind und nimmt dann ein Portal dorthin?

BB: Richtig. Den Heimatstein für’s Gasthaus verlegt man in diesem Fall in den Norden des Kontinents, den man umgraben will.

Auf welchem Kontinent geht’s denn am schnellsten voran?

BB: Kalimdor und die Östlichen Königreiche sind dazu gleichermassen gut geeignet. Die Scherbenwelt und Nordend sind wenig empfehlenswert, es sei denn man möchte ein bestimmtes rares Artefakt aus diesen Regionen. Möchte man z.B. unbedingt das Schwert Zin’rokh der Weltenzerstörer, geht man in die Östlichen Königreiche, da dort die meisten Trollstätten sind.

Nun ist Zin’rokh der Weltenzerstörer ja ein sehr mächtiges Schwert. Gibt’s da Tricks, irgendwie schneller heranzukommen?

BB: Jein. Zunächst einmal sammelt man bis Fertigkeitslevel 95 oder 100 ausschliesslich Fragmente aller Kulturen der Östlichen Königreiche, da sie bis zu diesem Zeitpunkt noch einen Stufenanstieg ermöglichen. Ab 100 ist ein schrittweise Aufstieg bis zum maximalen Skilllevel von 525 dann nur noch durch das “Lösen” der aktuellen Archäologieprojekte möglich. Für das mächtige Zin’rokh-Schwert und viele andere wertvolle epische Gegenstände ist ein Minimalskill von 450 erforderlich. Das ist, nebenbei bemerkt, genau die Stufe die man auch zum Graben nach den derzeit wertvollsten Artefakten in Uldum (Tol’vir) benötigt. Wenn man schlau ist, hebt man also sämtliche ab Skilllevel 1 gefundenen Troll-Fragmente bis Level 450 auf und löst erst dann Troll-Projekte. Bis dahin löst man zwecks Stufenaufstieg also nur die Projekte der Nachtelfen, der Zwerge und der Fossilien. Das dauert zwar länger, wird dann aber mit Glück kräftig belohnt. Zin’rokh ist übrigens ein accountgebundener Gegenstand, d.h. er kann auf Wunsch auch per Post an einen Charakter verschickt werden, der ihn wirklich gebrauchen kann.

Was gibt’s denn ausser aktuellen Level 85-Topitems wie Zin’rokh noch für Gegenstände, die weniger aufwändig zu beschaffen sind?

BB: Sehr beliebt unter den kleineren Goodies sind z.B. das Fossile Jungtier als Pet oder der Fossile Raptor als Reittier. Beide sind mit etwas Ehrgeiz übrigens recht flott zu finden. Zwischen den wirklich guten und sehr seltenen epischen Gegenständen wie das bereits erwähnte Zin’rokh-Schwert, den Stab von Ammunae oder das Azj’Aquir-Mount aus Uldum liegt eine Vielzahl rarer und epischer Artefakte, die entweder niedrigstufige Gegenstände für Level 60 bis 80 oder einfach nur Gimmicks ohne spielerischen Nutzen sind. Gimmicks können mitunter sehr lästig sein, wenn sie zur falschen Zeit am falschen Ort auftreten. Das gilt insbesondere für die ohnehin sehr raren Ausgrabungsstätten für die wertvollen Tol’vir-Artefakte, die es derzeit ausschliesslich in Uldum gibt.

Inwiefern sind sie “lästig”?

BB: Nun, ein gewöhnliches Projekt ohne weiteren Wert benötigt zwischen 30 und 45 Fragmenten bis es gelöst werden kann. Alchemisten z.B., die für den eventuellen Fund des Alchemiedrachen-Rezeptes erstmal eine Kanope bzw. das Grabungsprojekt dafür entdecken müssen, ist natürlich daran gelegen, möglichst kleine Projekte bis zur nächsten Kanope zubekommen. Taucht in der Zwischenzeit beispielsweise das Projekt für den Anhänger des Skarabäussturms im Journal auf, für dessen Lösung 150 Tol’vir-Fragmente erforderlich sind, geht natürlich viel Zeit für einen mehr oder weniger sinnfreien Gegenstand verloren. Solche raren Gimmicks können übrigens entgegen der allgemein vorherrschenden Meinung auch mehrfach von ein und dem selben Spieler gefunden werden, nicht nur einmal. Findet man also z.B. das o.g. Skarabäus-Amulett zwei- oder dreimal, kann man wohl von einem Skarabäus-Fluch ausgehen. <lacht>

Wie ist denn der aktuelle Nutzen des Archäologie-Berufes insgesamt zu bewerten?

BB: Archäologie macht Spass, wenn man sie zwanglos nebenher bereibt. Für das gezielte Angehen bestimmter epischer Gegenstände abseits der Gimmicks ist mitunter sehr viel Geduld erforderlich, es sei denn, man hat einfach Glück. Das Zin’rokh-Schwert, der Stab von Ammunae oder auch das Rezept für das Alchemisten-“Reittier” sind Raritäten, die erstmal gefunden werden wollen. Es gibt Spieler, die haben 300 und mehr Troll-Projekte auf der Maximalstufe 525 gelöst und trotzdem kein Zin’rokh bisher. Bei den Kanopen für das Alchemie-Reittier sieht’s ähnlich aus: Zum einen erfordert es erstmal den Fund einer Tol’vir-Kanope in Uldum und zum anderen ist dann immer noch nicht garantiert, dass sich das Rezept auch in der Kanope befindet. Aktuelle Schätzungen gehen von einer rund 10%igen Dropchance je Kanope aus.

Wenn man jetzt nicht primär auf Gegenstände aus ist, hat die Archäologie einen grossen Vorzug für alle Charaktere unter 85. Für jede Grabung gibt’s Erfahrungspunkte, und das nicht zu knapp. Ist der Spieler vollständig ausgeruht, wird der 100%-Erfahrungsbonus dabei voll angerechnet. Auch die Erfahrungsboni durch Erbstücke werden hinzuaddiert. Der ausgeruhte Charakter sammelt auf diese Weise durch blosses Umherfliegen und Graben genauso viel Erfahrung als wenn er regulär questen würde. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass einige sehr wertvolle Archäologie-Gegenstände accountgebunden sind, ist die Archäologie also eine hervorragende Möglichkeit, so ganz nebenbei mehrere Charaktere hochzuleveln und u.Ustd. auch noch fette Beute einzustreichen.

Zu guter Letzt bleibt noch zu erwähnen, dass ihr als aktiver Archäologe auf euren zahllosen Reisen garantiert den Erfolg Im Feuer gebadet bekommen werdet! <lacht laut und zeigt auf die Schmauchspuren auf seiner Jacke>

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