World of WarCraft: The Dark Embrace & Heldenklasse Dämonenjäger

Zugegeben, die Überschrift klingt etwas reisserisch und sie ist auch ganz vorsätzlich google-opportun gewählt, aber hätte der Autor dieses Blogs stattdessen einfach “Neulich in Felwood” geschrieben, wär’s wirklich nur halb so spannend ;). Nach unserem letzten Poll zur gerade mal 3 Monate jungen Erweiterung Cataclysm, die ein recht durchwachsenes Ergebnis hinsichtlich der Begeisterung am neuen Spiel zutage förderte, stellt sich die Frage, wie Blizzard die Fans künftig bei Laune halten will. Zweifelsohne ist Blizzards drittes Paket rundum gelungen, aber der MMO-Riese zeigt nach nunmehr 6 Jahren treuer Dienste doch erste Abnutzungserscheinungen, die sich nicht verleugnen lassen. Indes schläft die Konkurrenz nicht, bis zur Wachablösung durch das hauseigene Nextgen-MMO ist es noch ein Weilchen hin und der rote Nebenbuhler in Gestalt von Diablo dem Dritten steht bereits vor der Tür.

Feronas Sindweller, Telarius Voidstrider & Loramus Thalipedes – Drei kataklystische Vorboten der kommenden Heldenklasse?
Der MMO-Shootingstar wird es in den kommenden Jahren fraglos nicht leicht haben, Abonnenten in zweistelliger Millionenhöhe zu binden. Simples Nachschieben von Contentpaketen in “Major Patches” hält die Spieler in unserer schnelllebigen Zeit allenfalls 2-3 Monate bei Laune, danach werden viele den Account bis zum nächsten Patch vorübergehend wieder auf Eis legen. Feststellen lässt sich ferner, dass die Erwartungen an die Inhalte kommender WoW Expansionen ebenfalls weiter steigen werden. Mit Cataclysm lieferte Blizzard nach 2 Jahren Entwicklungszeit ein komplett überarbeitetes Azeroth, ein paar tolle neue Gebiete sowie zwei neue spielbare Völker, und trotzdem ist das Ergebnis der eingangs erwähnten Umfrage nur durchwachsen. Warum? Der natürliche Verschleiss des Spielkonzepts ist nur ein Teil der Erklärung, der andere liegt in der Frage “Was zieht die derzeitige Community wirklich an?”.

Auch wenn man das Spielen zweier brandneuer Rassen ganz sicher nicht als schnödes “Twinken” bezeichnen kann, so scheint trotz überarbeitetem Azeroth bei vielen Spielern nach kurzer Zeit doch irgendwie wieder Langeweile aufzukommen. Es ist die Wiederholung, die nervt, das “nochmal da durch müssen bis man 85 ist”. Insbesondere die vielen WoW Stammkunden möchten aber Neues, und zwar Neues, mit dem man ohne grossen Aufwand ein- und aufsteigen kann und das dann noch sehr lange Spass macht. Ihr ahnt sicher schon, was gleich kommt. Das zugkräftigste und nachhaltigste Expansionsfeature, das Blizzard bisher geliefert hat, ist die Heldenklasse, oder sagen wir einfach eine neue Klasse. Man legt 25 Level vor dem neuen Endgame los, bekommt eine einzigartige Einführung sowie Startausrüstung und mischt recht zügig bei den Veteranen mit. Attraktiver geht’s nicht.

Nun zeigte sich Blizzard bis vor kurzem recht zurückhaltend bezüglich der Einführung neuer Klassen (Balancingprobleme usw.), aber unter Berücksichtigung des zunehmenden Erfolgsdrucks wird man wohl nicht umhin kommen, dem Wunsch des Kunden bereits in der kommenden, vierten Erweiterung zu entsprechen. Auf der nächsten Seite erläutert der Autor dieses Blogs, warum der Dämonenjäger für genau diese Rolle prädestiniert zu sein scheint.


Zunächst einmal kann man folgende Fakten festhalten:

* Nach nunmehr 6 Jahren Laufzeit und drei Expansionen lässt sich ein Muster bezüglich der Hauptthemen, die den Charakter und auch den Namen der jeweiligen Erweiterung bestimmen, erkennen. In der ersten Erweiterung The Burning Crusade war es die Scherbenwelt mit dem grossen Thema “Dämonen”, in der zweiten Erweiterung Wrath of the Lich King das Thema “Untote” und in der aktuellen Expansion Cataclysm ist es das Thema “Drachen” bzw. “Drachenaspekte”.

* Nach der Überarbeitung von Azeroth möchte sich Blizzard der Scherbenwelt (1. WoW Expansion) widmen und sowohl Grafik als auch Storylines und Quests aktualisieren. Insbesondere mit der Art der Einführung der Draenei-Rasse zur damaligen Zeit ist man garnicht zufrieden.

* Die erste Heldenklasse, der Todesritter, startete 25 Level vor dem Lich King-Endgame (Level 80) mit Stufe 55 in einem neuen Areal am Rande einer Untoten-Zone, den Östlichen Pestländern. Hier absolvierte er seine ganz spezielle Ausbildung inklusive geschichtlicher Einführung in die Klasse.

* Die vierte WoW Erweiterung wird das maximale Charakterlevel voraussichtlich um weitere 5 Level auf 90 anheben.

Aus diesen Fakten könnte man nun folgende (theoretische) Schlüsse ziehen:

* Die 4. WoW Expansion wird sich wieder um das grosse Thema “Dämomen” drehen. Der bisherige Verlauf der WoW Geschichte, potentiell überleitende Cataclysm-Inhalte wie z.B. das Grabmal von Sargeras und die geplante Überarbeitung der Scherbenwelt inklusive Draenei samt Historie legen die Vermutung nahe.

* Die zweite Heldenklasse müsste weitere 10 Level später starten, da zwischen der zweiten und der vierten Expansion 10 Level hinzugekommen sind. Zieht man vom neuen Endgame-Level 25 Stufen ab, kommt man auf Level 65 (90 – 25). Level 65 deutet auf das Schattenmondtal hin, einer ausgezeichneten Location für die Ausbildung der neuen Heldenklasse, direkt in der Nähe des letzten Sitzes des prominentesten Dämonenjägers: Illidan Stormrage.

Es gibt noch weitere Anhaltspunkte, wie etwa die auffällige, sehr durchdachte Platzierung und Inszenierung dreier Dämonenjäger in Cataclysm: Feronas Sindweller, Telarius Voidstrider und Loramus Thalipedes. Die kompletten Questreihen der drei könnt ihr euch in unserer “Dämonenjäger in Cataclysm” Galerie ansehen (108 Bilder insgesamt).

* Die Questreihe um Feronas Sindweller im Teufelswald erzählt wichtige Stationen aus dem Leben von Illidan Stormrage: Illidans Kampf gegen Arthas (im Teufelswald), Illidan und die Bergung des Schädels von Gul’dan (der den Teufelswald verdirbt), Illidans Kampf gegen den Schreckenslord Tichondrius sowie eine Szene, die die Trennung der Brüder Illidan und Malfurion Stormrage – ein Cataclysm-Protagonist – in Gegenwart von Tyrande Whisperwind zeigt.

* Loramus Thalipedes, den einige WoW Veteranen vielleicht noch aus Aszhara kennen, wird nach seinem Tod in einer Cataclysm-Questreihe in den Blasted Lands mittels eines Rituals wiederbelebt. Danach könnt ihr die aus dem klassischen WoW bekannte Questreihe Ihr seid Rakh’likh, Dämon in der neuen, überarbeiteten Fassung durchspielen.

* Die Entdeckung der Quests um Telarius Voidstrider schliesslich ist experimentierfreudigen Spielern vorbehalten, die mal den Sprung in den “Mini-Mahlstom” (Maw of the Void) an der Dunkelküste wagen. Anstatt zu ertrinken werden sie in die Tiefe gezogen und landen in den Ruinen des kollabierten Bashal’Aran. Der hier versteckte “Herold der Dunklen Umklammerung”, so Telarius’s Titel, lässt nach seinem Tod die Schriften des dunklen Herolds fallen. Die Dokumente sind vage und scheinen Teil eines grösseren Rätsels zu sein. Es wird vermutet, dass sie einige Angaben über den zu beschreitenden Weg, ein Dämonenjäger zu werden, enthalten. Die Questreihe endet abrupt bei Waldläuferin Glynda Nal’Shea in Lor’danel. Bei der Übergabe der Dokumente erhaltet ihr momentan nur den Erfolg Geister in der Dunkelheit.

Heldenklasse Dämonenjäger

Wie ihr seht, kann man mit etwas genauerem Hinsehen und ohne grosse Spitzfindigkeiten bereits einen Blick in die mögliche Zukunft von WoW werfen. Dieses zufällige Einstreuen von kleinen Hinweisen auf künftige Spielinhalte macht Blizzard übrigens sehr gerne, wie die Vergangenheit mehrfach gezeigt hat. Wir haben da einen “Herold der Dunklen Umklammerung”, den man nur durch Zufall entdeckt, ein mysterlöses Dokument für Dämonenjäger-Aspiranten, die dazugehörige unvollendete Questreihe und all das bei perfekt passenden künftigen Rahmenbedingungen (überarbeitete Scherbenwelt, Heldenklasse mit Stufe 65 (55 plus 10), Schattenmondtal als Ausbildungsort).

Illidan Stormrage von Wei Wang a.k.a “Glowei”
Jetzt werden einige einwerfen “Ja moment mal, ein Dämonenjäger als Held wäre dem Todesritter doch viel zu ähnlich, oder?”. Stimmt, auch er wäre sicher ein Nahkämpfer mit zusätzlichen magischen Fähigkeiten (Arkan, Feuer und Schatten), und selbst das Ressourcen-System könnte dem des Todesritters sehr ähnlich sein, um den Entwicklungsaufwand zu minimieren. Im Gegensatz zum Todesritter aber wird er ausschliesslich als Schadensklasse mit drei unterschiedlichen Spezialisierungen auftreten – ein echter Kampfmagier im Vergleich zum heilfähigen Schamanen.

Ein weiteres, sehr wichtiges Argument für diese Klasse wäre ihre Kompatibilität: Wie beim Todesritter kann jede WoW Rasse Dämonenjäger werden. Die notwendige Atraktivität als Held wird er durch viele Extras erhalten. Denkbar wäre beispielsweise eine “Dämonenjäger-Form”. In dem Fall ist allerdings nicht die simple Metamorphose in einen Dämon gemeint, wie man sie dem Hexenmeister posthum spendiert hat, sondern eine ganz spezielle “Sicht der Dinge”. Angehende Dämonenjäger blenden sich während ihrer Ausbildung nämlich selbst, um ihre Sinne jenseits derer von Normalsterblichen zu schärfen. Aus kreativer Sicht jedenfalls birgt die Klasse unheimlich viel Potential, und das bei gleichzeitig geringem Aufwand was den technischen Unterbau angeht.

Noch ist dieser kleine Blog natürlich reine Spekulation und zugegebenermassen auch persönliches Wunschdenken. Ausser den oben genannten Fakten und Hinweisen gibt es derzeit keine handfesten Infos, ob und wann eine neue Heldenklasse kommt. Sollte sie kommen, dann wird sie aber ganz sicher auf der BlizzCon im Oktober diesen Jahres vorgestellt werden, genau wie einst der Todesritter beim Lich King-Preview. Bis dahin verbleiben wir vorerst mit dem folgenden, sehr stimmungsvollen Introvideo zu WarCraft III “The Frozen Throne”, und vielleicht werden auch wir dann irgendwann mal ausrufen “Now my blind eyes see what others can not!”. 😉


Video: “Das Erwachen” (Dämonenjäger Illidan Stormrage am Mahlstrom in WarCraft III TFT)

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