WoW.de Blog: Facelifting – Die Generalüberholung der acht klassischen Rassen

Nachdem wir euch in unserem letzten Blog zu künftigen WoW Features die Heldenklasse Dämonenjäger vorgestellt hatten, widmen wir den heutigen Artikel einer bereits mehrfach angesprochenen Planung: Die Generalüberholung der Modelle und Texturen der acht klassischen WoW-Rassen.

Blasser Milchbubi vs. imposanter Werwolf: Der Bildschirm für die Charaktererstellung der Worgen zeigt den Qualitätsunterschied zwischen der 1. und 3. Modellgeneration überdeutlich
Mit Cataclysm hatte Blizzard ein Projekt in Angriff genommen, das selbst für eine so grosse Spielefirma ein gigantisches Unterfangen darstellt. Die zwei Jahre währende Entwicklungszeit und die Vielzahl der darauf folgenden Hotfixes sprechen für sich. Jetzt, da auch die ältesten und bis dato unattraktivsten Winkel der Welt mehr oder weniger am State-of-the-Art angepasst sind, bleibt dennoch eine Altlast, die nun umso schwerer wiegt: Die nicht überarbeiteten acht originalen WoW Rassen.

Unter diesen mittlerweile über 6 Jahre alten Charakteren gibt es teilweise Figuren, wo so mancher Critter oder selbst die Übungspuppen beim Argentumturnier detailreicher aussehen. Blizzard hat die dringend erforderliche Überarbeitung der alten Rassen schon in mehreren Interviews in Aussicht gestellt, mochte sich terminlich aber noch nicht genau festlegen. Man müsse mit “Fingerspitzengefühl” an die Sache rangehen, denn man wolle die Spieler, die an ihren alten Figuren hängen, nicht verärgern. Nun gab es mit Cataclysm interessanterweise bereits eine überraschend grosse Zahl brandneuer Charaktermodelle, die so ungefähr die Richtung anzeigen, in die es gehen könnte. Diese Modelle wichtiger Persönlichkeiten werden sicher der Massstab bzw. die Vorlage für die kommende Überarbeitung sein, denn zuvor kamen die Modelle der NPC’s, wie z.B. Thrall, und die der Spieler auch stets aus dem selben Modell-Pool. Eine Rückschau auf die verbesserungbedürftigen Alten und eine Vorschau auf die “Next Generation” lest ihr auf der folgenden Seite.


Um zu verstehen, warum die ersten acht WoW Rassen 2004/2005 schon nicht mehr ganz taufrisch waren, muss man Blizzards Philosophie bezüglich Hardwareanforderungen kennen. Blizzard-Spiele sind hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs stets so ausgelegt, dass sie zum Zeitpunkt ihres Erscheinens bei minimalen bis mittleren (empfohlenen) Grafikeinstellungen auf einer grösstmöglichen Anzahl handelsüblicher PC’s laufen. Im Klartext heisst das, dass ein 3-4 Jahre alter durchschnittlicher Multimedia-PC für Video- und Soundwiedergabe mit diesem Spiel laufen wird. Wer mit der bestmöglichen Grafik spielen möchte, braucht einen aktuellen bis max. 1 Jahr alten handelsüblichen PC.

Nun gab es im mittlerweile über 6 Jahre alten Basisspiel damals nur sehr wenige Optionen bei den Grafikeinstellungen, und an hochauflösende Rüstungstexturen z.B. war garnicht zu denken. Diese kamen erst viel später dazu als die Rüstungen und Sets optisch nennenswert verbessert wurden. Spieler-, Monster- und Umgebungstexturen hatten früher also ganz bewusst wenig Details, denn sonst hätte ein PC aus dem Jahr 2000/2001 beim Laden der riesigen MMO-Umgebung und bei der Wiedergabe der Effekte unweigerlich einen Infarkt erlitten. Aus dieser Zeit stammen auch heute noch die Körpertexturen der meisten spielbaren Rassen.

Mit dem Erscheinen der dritten WoW Erweiterung Cataclysm kam es schliesslich endgültig zur grafischen Zäsur. Während bei der zweiten Expansion Wrath of the Lich King die Altlasten im Vergleich zu Nordend mit zwei zugedrückten Augen noch gerade so durchgingen, ist das jetzt nicht mehr möglich. Blizzard hat bei der Überarbeitung alle Register ziehen müssen, damit die Landschaften der alten Welt Azeroth mit neuen Zonen wie Hyjal, Vashj’ir oder Tiefenheim einigermassen mithalten können. Da wurden Texturen komplett überarbeitet, verfeinert, umgefärbt, das Gelände besser ausgearbeitet, lokale Lichter hinzugefügt, neue Wassereffekte eingesetzt, Gebäude aus Nordend “eingeschifft” usw. usf. Das Gesamtwerk weiss nun zwar durchaus zu überzeugen, aber es bleibt ein Wermutstropfen: Die alten Rassen, deren Überarbeitung man aus Zeitgründen nicht mehr bis zum Release im Dezember 2010 hinbekommen hat, so die Entwickler.

Wer die “Gesichtsältesten” sind, wie sie heute im Vergleich zu den vier nachfolgenden Rassen da stehen und was der aktuelle State-of-the-WoW-Art bei den Charakteren ist, zeigen wir auch in den nachfolgenden, ausführlich kommentierten Bilderserien.

Die erste Serie zeigt die ältesten WoW-Modelle. Stellvertretend werden hier die Menschen, Trolle, Orks, Nachtelfen und Gnome genauer betrachtet:

Menschen-Modell der 1. Generation

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Beim Anblick dieses pausbäckigen Helden möchte man sagen "Alete mag das Kind!" Babyfaces und hässliche Konterfeis sind die Optionen bei den Menschenmännern der 1. Generation. Ein Bart oder besser noch ein Vollhelm sind keine Empfehlung, sondern ein Must-Have.


Die ältesten WoW-Modelle im kommentierten Überblick
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Die zweite Bildersammlung veranschaulicht die Evolution der Trolle und Orks quer durch die bisher erschienenen Expansionen. Hier kann man schön sehen, was bereits blosse Änderungen an der Statur bewirken können:

Troll-Modell der 1. Generation

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Schlacksig, glatt, wenig Details - Die Trolle leben fast ausschliesslich von ihren skurrilen bis witzigen Animationen wie etwa dem Tanzen. Hier ist viel mehr drin, wie die besseren Troll-NPC's der 1. bis 3. Expansion zeigen.


Die Evolution der Trolle & Orks im kommentierten Überblick
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Die folgenden Bilder weisen auf ein paar kosmetische Massnahmen hin, die Blizzard eingesetzt hat, um die alten Modelle im Laufe der Zeit etwas aufzupeppen. Die Sammlung zeigt dabei auch, dass alle Schminke der Welt irgendwann nicht mehr hilft:

Greifenreiterin der Wildhammer

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"Pimp my Dwarf" könnte man diese Politur der ersten Zwergengeneration nennen, die mit Wrath of the Lich King erfolgte. Das Aufragen von Schminke (hier Tattoos) wendet Blizzard mittlerweile des Öfteren an, damit die alten Modelle nicht allzu betagt aussehen.


Kosmetische Massnahmen im kommentierten Überblick
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In dieser Bilderserie sind die Modelle der 1. bis 3. Generation im direkten Vergleich nebeneinander zu sehen. Hier wird sehr deutlich, wie überfällig die Generalüberholung der alten Originalrassen ist. Selbst die Modelle der 2. Generation (Blutelfen, Draenei) haben schon ihre liebe Mühe, mit der 3. Generation (Goblins, Worgen) mizuhalten:

WoW-Modelle der 1. und 3. Generation

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Worgen-Druidin versus Tauren-NPC: Die 6 Jahre Unterschied sind mittlerweile deutlich sichtbar.


Modellgenerationen-Vergleich im kommentierten Überblick
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In der letzten, umfangreichsten Serie zeigen wir euch den “State-of-the-WoW-Art” bei den Charakteren. Hier bekommt ihr einen ungefähren Vorgeschmack, wie die nächste Generation der Menschen, Orks, Nachtelfen oder Tauren aussehen könnte:

Ysera in Hyjal (Humanoide Form)

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Die "grüne Sylvanas" beim Berg Hyjal in Cataclysm. Dieses Modell könnte die Basis für die nächste Generation weiblicher Nachtelfen sein.


Die “State-of-the-WoW-Art-Modelle” im kommentierten Überblick
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