Blog: WoW vs. Diablo – Knackpunkt “Casual”

In der letzten Zeit taucht in Debatten um MMO’s im Allgemeinen und WoW im Speziellen immer wieder ein Wort auf: “Casual”. Der Begriff bezeichnet nichts anderes als die Tauglichkeit eines Spiels für Gelegenheitsspieler (engl. “Casual Gamer”), d.h. ob man mit nur mässigem Zeiteinsatz in der Lage ist, spürbare Fortschritte zu erzielen. World of WarCraft ist, verglichen mit den Urgesteinen der Branche, ein “Casual MMO”. Blizzards Entwickler hatten damals bereits richtig erkannt, dass man das neue Produkt – neben den brachenüblichen Hardcore-Inhalten – nur mit einer gehörigen Portion Gelegenheitsspieler-tauglichen Content wirklich gewinnbringend an den Mann/die Frau bringen kann.

MMO-Killer Diablo?
Der durchschlagende Erfolg von WoW gab ihnen Recht: Knapp 12 Millionen Abonnenten zählt das MMO heute, das 2005 wegen der Casual-Inhalte quasi als Diablo-Ablösung an den Start ging, und ein Ende ist (noch) nicht abzusehen. Viele Nachahmer sind seitdem dem Lockruf des grossen Geldes gefolgt, haben es jedoch nicht einmal ansatzweise geschafft, den Erfolg des Primus zu wiederholen. Aber die Branche träumt weiter. So sagte James Ohlen, Senior Creative Director von Star Wars: The Old Republic neulich, dass Bioware sein Baby gerne bis 2025 am Markt hätte. Auf sagenhafte 500 soll bis dahin die Anzahl von derzeit 19 spielbaren Planten angewachsen sein. Realistisch oder einfach nur Grössenwahn?


Wenn man, wie eingangs erwähnt, die derzeitigen Debatten in den MMO Communities verfolgt, kommt man zu dem Schluss, dass sie tief gespalten ist. Auf der einen Seite stehen die “Hardcore” MMO-Zocker, die der zunehmenden “Vercasualisierung” ihrer virtuellen Welten überdrüssig sind, und auf der anderen Seite die Gelegenheitsspieler, die gerne mehr von den besser verdaulichen Content-Häppchen und epische Ausrüstung ohne Raids hätten. Angesichts der aktuellen Situation stellt sich zwangsläufig die Frage, ob ein MMO überhaupt “all inclusive” sein kann, ohne irgendwann total zu verwässern und aus den Nähten zu Platzen (Stichwort “500 Planeten”). Wäre ab einem bestimmten Punkt eine Trennung nicht sinnvoller, in dem man den zeitaufwändigen, innovativen vom wirklichen “Casual Content” abkoppelt und einfach in ein anderes Spiel auslagert? Nach Meinung des Autors dieses Blogs wird Blizzard in Kürze mit der Veröffentlichung von Diablo III diese schwierige Gratwanderung versuchen, um sowohl den “ambitionierten” Gelegenheitsspieler als auch den “echten” Gelegenheitsspieler, der gerne mal kurz in der Mittagspause zockt, bei Laune und damit auf dem eigenen Spielplatz zu halten. Freilich sind die Übergänge hier fliessend, denn auch in Diablo kann man – trotz des trivialen Hack & Slash-Konzeptes – sehr schnell etliche Stunden mit der Jagd nach der legendären Beute verbringen und darüber das abonnierte MMO vergessen. Letzten Endes aber scheint die Richtung, die die Profis von Blizzard hier einschlagen werden, wohl genau die richtige zu sein, um der (mehr oder weniger) persistenten WarCraft-Welt neben der zufallsgenerierten Diablo-Welt noch ein möglichst langes Leben zu bescheren.

Wie steht ihr zu diesem Thema? Wird es euch noch in WoW oder auch SW:TOR halten, wenn Diablo erstmal wieder (gratis) auf Erden wandelt? Diskutiert mit uns im Forum!

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