WoW: Mists of Pandaria – Was steckt hinter dem nebulösen Trademark?

Bis vor kurzem stand für uns sowie viele Fans und namhafte Fanseiten wie WoW.com oder Wowhead so gut wie fest, wohin die Reise nächstes Jahr führt: In die extradimensionale Scherbenwelt, die Überreste der roten Ork-Welt Draenor, und vielleicht auch noch darüber hinaus. Die Hinweise passten ja auch alle irgendwie perfekt zusammen. Da hatte beispielsweise Lead World Designer Alex Afrasiabi auf der BlizzCon 2010 die Überarbeitung der Scherbenwelt bereits in Aussicht gestellt, in Cataclysm finden sich dicke Spoiler, die auf eine Dämonenjäger-Heldenklasse hindeuten könnten, das Hauptthema “Dämonen” wäre mal wieder an der Reihe und dann, ja dann kommt erstens alles anders und zweitens als man denkt. Die Kollegen von MMO-Champion bzw. einer ihrer Leser machten in der vergangenen Woche ein neues, für die Sparte Computerspiele registriertes Blizzard-Warenzeichen mit dem Namen “Mists of Pandaria” aus, der so garnicht ausserirdisch, sondern im Gegenteil sehr geheimnisvoll-romantisch klingt.

Ein Pandaren-König à la Samwise Didier
Was also steckt hinter dem “Nebel von Pandaria”? Will Blizzard unsere Sinne benebeln, um den wahren Kurs von WoW zu verschleiern? Wohl kaum. Nur so mal aus Jux und Dollerei ein Trademark samt Domain zu kaufen ist erstens zu teuer und passt zweitens nicht zum Stil einer renommierten Firma. Nein, es wird ganz sicher ein Online-Game-Produkt mit dem Titel “Mists of Pandaria” geben, aber die Frage ist, ob es sich tatsächlich um den Titel und Inhalt der vierten WoW Expansion handelt. Fest steht nur eines, nämlich dass Blizzard sich derzeit nicht zu dem neuen Trademark äussern will (Quelle Gamespot):

Zitat von: Blizzard
“We appreciate your interest in our trademark filings, but we’re not ready to reveal any details at this time.”

Natürlich brodelt die Gerüchteküche nun wieder heftig, was da möglicherweise auf der BlizzCon im Oktober enthüllt wird. Wir haben deshalb mal ein bisschen recherchiert und geschaut, was die Community so meint. Die sinnvollsten Hinweise und Beiträge sowie unsere eigenen Gedanken, die auf eine Pandaren-Expansion hindeuten könnten, haben wir in keiner bestimmten Reihenfolge auf der folgenden Seite für euch zusammengefasst.


1.) Fakt ist, dass wir so gut wie sicher mit der Vorstellung bzw. einem Teaser zur 4. WoW Erweiterung auf der BlizzCon am 21. und 22. Oktober 2011 rechnen können.

Bevor wir in die Weiten des Alls fliegen, werden wir wohl die unter dem Nebelschleier liegende Landmasse erforschen, die “Das Verhüllte Meer” und “Die Verbotene See” trennt (Teaser aus der Drachenzorn-Questreihe)
2.) Sargeras, der gefallene Titan und Erschaffer und Anführer der Brennenden Legion, ist der WoW-Bösewicht schlechthin. Sein Auftritt würde perfekt zu einer zweiten Scherbenwelt-Expansion (und auch zur einer Dämonenjäger-Heldenklasse) passen, aber der Zeitpunkt dafür wäre einfach zu früh. Mit ihm wird WoW wohl offiziell enden, d.h. vermutlich in der 5. Erweiterung, die mit Charkterlevel 95 (oder höher) abschliesst. Er steckt sehr wahrscheinlich auch hinter dem Smaragdgrünen Alptraum, was dieses Thema für die 4. Erweiterung prädestiniert (als Präludium für die 5. Erweiterung in anderen Dimensionen und auf anderen Planeten).

3.) Seit WotLK sind die Romane von Christie Golden und Richard A. Knaak eng mit der Handlung im Spiel verknüpft (“Arthas – Aufstieg des Lichkönigs”, “Sturmgrimm”, “Weltenbeben”, “Thrall – Drachendämmerung”). Man kann wohl davon ausgehen, dass jedem geschichtlich relevanten Hauptpatch auch künftig ein Buch gewidmet wird. Richard A. Knaaks nächster Roman “Wolfheart” handelt von Varian Wrynn und den Ereignissen in Patch 4.3, der für Ende diesen Jahres angekündigt ist und der grösste bisher veröffentlichte Cataclysm-Patch werden soll. Hier werden drei Themen hoch gehandelt: Worgen-Story, Verlassenen-Story (inkl. Halloween-Update), Naga/Meeresschlund mit eventuellem Bezug zu Königin Azshara und/oder Alte Götter (siehe auch unsere News zu Alcaz Island).

Auf der Comic-Con 2011 im Juli kündigten Chris Metzen und Christie Golden bereits das übernächste Buch an, in dem Jaina Proudmoore die Hauptrolle spielen wird und dramatische Ereignisse eine “neue WoW-Ära” einleiten.

“Tides of War” ist der Arbeitstitel des nächsten Buches von Christie Golden
Dieser Roman bezieht sich sicher auf die Ereignisse in Patch 4.4, in dem wir den Deathwing-Raid erwarten. Auf ihrer Facebook-Seite spoilerte Christie Golden einen Tag vor dem Bekanntwerden des Pandaria-Trademarks den Platzhalter-Namen ihres kommenden Werkes: “Tides of War” (siehe Bild oben). Deutet “Gezeiten des Krieges” an, dass sich Jaina Proudmoore mit der Allianz-Flotte über das “Verhüllte Meer” hinweg in Richtung der “Nebel von Pandaria” aufmacht? Ein interessanter Gedanke und angesichts der Tatsache, dass hier wohl der Bogen zur 4. WoW Erweiterung gespannt werden soll, wurden wir uns auch nicht beschweren, wenn wir zusätzlich ein 5er-Dungeon wie “Höhlen der Zeit: Grabmal des Sargeras” bekämen.

4.) Im Vorfeld zu Cataclysm wurde vielfach spekuliert, dass wir neben Deathwing auch Königin Azshara gegenübertreten werden. Diese Begegnung währt allerdings nur sehr kurz während einer Allianz-Questreihe an der Dunkelküste. Die jetzige Naga-Königin mit Wohnsitz Nazjatar ist auf alle Fälle noch sehr lebendig und wird nach Ansicht vieler Fans einer, wenn nicht der Endboss der 4. Erweiterung. Der Hauptthemen-Pool sähe dann also in etwa so aus: Azshara, Alte Götter, Jaina Proudmoore, dramatischer Allianz-Horde-Konflikt, Pandaren als “Retter in der Not”. Kul Tiras und Undermine würden hier ebenfalls gut reinpassen. Azshara, die mit den alten Göttern in Verbindung steht, könnte mit ihren Naga-Schergen auf der Suche nach einem oder mehreren Artefakten sein, um dann mit Hilfe der Alten Götter die Welt zu unterwerfen. Hierbei könnte z.B. auch die Naga-Hauptstadt Nazjatar (nahe dem Mahlstrom) eine wichtige Rolle spielen.

Rückblickend betrachtet macht Azhara als Endboss der 4. WoW Erweiterung durchaus Sinn, denn mit den Nachtelfen und später den Hochgeborenen unter Azshara brach das Unheil über die Welt Azeroth schliesslich erst herein (das Experimentieren mit verbotener Magie, die Sargeras’s Brennende Legion nach Azeroth lockt -> die katastrophale Spaltung der Welt mit dem Entstehen des Mahlstroms und den Naga -> die Invasion der “verdorbenen” Horde durch das Dunkle Portal -> der Aufstieg und Fall des Lichkönigs Arthas -> der Kataklysmus und Deathwing). Anscheinend möchte Blizzard den Kreis der WarCraft-Geschichte mit WoW (ab-)schliessen, d.h. Azshara in der 4. Erweiterung und Sargeras schiesslich in der fünften.

Wer sich mal einen Überblick über die Geschichte verschaffen will, dem empfehlen wir die Lektüre unserer beiden Artikel zum Thema:

5.) Der Smaragdgrüne Traum, ein heiss ersehntes Thema der Fans, könnte in der 4. WoW Erweiterung ebenfalls dazu kommen, weil er – wie eingangs erwähnt – vermutlich einen Bogen zu Sargeras oder auch den Alten Göttern schlägt. Es gibt im Spiel sogar schon einen Spoiler, der eventuell darauf hinweist. Im Westen von Tirifal (Untoten-Startgebiet) gibt es eine derzeit noch ungenutzte Zone namens “Whispering Forest”, in der sich einige merkwürdige Dinge abspielen oder abgespielt haben. Dort kann man neben verseuchten Wildtieren der Stufe 80+ einen gemeuchelten Angler am See, einen toten gnomischen Flugzeugpiloten im See und einen merwürdigen Ritualkreis aus Riesenpilzen finden. Falls ihr genügend Sitzfleisch habt, könnt ihr dort alle paar Stunden ein mystisch-schönes Spektakel beobachten, bei dem Feendrachen aus dem Nichts auftauchen und eine Art Portal o.ä. erschaffen. “No Comment” heisst es derzeit seitens Blizzard, aber hier passiert was in Patch 4.3 oder 4.4, das wahrscheinlich entweder mit den Alten Göttern und/oder dem Smaragdgrünen Traum in Verbindung steht. Nachfolgend könnt ihr euch das Ganze mal auf ein paar Screenshots ansehen.

Der “Whispering Forest” birgt Hinweise auf kommende Inhalte – Ins Bild klicken, um es zu vergrössern und weitere anzusehen

Eine etwas weniger aufregende, aber dennoch interessante ungenutzte Zone befindet sich am “Verhüllten Meer” im Nordwesten des Steinkrallengebirges. Hier waren laut Lore offenbar mal Pandaren zu Hause, und an der einsamen Orakel-Hütte, die dort steht, sollen sich Thrall und Jaina Proudmoore zum ersten Mal begegnet sein. Auch hier haben wir ein paar Bilder.

Eine Pandaren-Location, bevor sie “in den Nebel” verschwanden? – Ins Bild klicken, um es zu vergrössern und weitere anzusehen
6.) Das Reich der Pandaren gibt nicht zuletzt wegen des verheissungsvollen Trademark “Mists of Pandaria” Rätsel auf. Wo genau liegt es und wie gross ist es? Ist es gar ein ganzer Kontinent wie Northrend mit einer Vielzahl Zonen/Inseln? Festzustehen scheint, dass die Landmasse mitten im Meer gegenüber dem Mahlstrom auf der anderen Seite des Planeten Azeroth liegt. Und noch etwas weist darauf hin: Wieso heisst das Meer westlich des westlich gelegenen Kalimdor “Das Verhüllte Meer” und das Meer östlich der Östlichen Königreiche “Die Verbotene See”? Offenbar trennt da ein bisher unbekanntes Land die beiden Meere, so dass es hier zu zwei unterschiedlichen Namen für ein und dieselbe See kam.

7.) Zu den Pandaren selbst lässt sich derzeit auch wenig sagen, ausser dass sie sicher das Traumvolk vieler Fans und vor allem der jungen Neueinsteiger wären. Eigentlich hätte wohl niemand mit einer weiteren neuen Rasse für die nächste Erweiterung gerechnet, da doch mit Cataclysm gerade erst die Goblins und Worgen neu hinzu gekommen sind. Wenn, dann wäre erstmal wieder eine Heldenklasse dran. Dass Blizzard bei der Auswahl der Hauptfeatures stets stur nach Schema “F” vorgeht, darf aber spätestens nach dem Bekanntwerden des Trademarks bezweifelt werden. Und wer sagt denn, dass keine Heldenklasse möglich ist wenn eine neue Rasse kommt? So wie es momentan aussieht, könnten wir eine neutrale Rasse plus Heldenklasse wie z.B. den Pandaren-Braumeister bekommen. Eine neutrale Rasse würde ordentlich frischen Wind in den angestaubten Allianz-Horde-“Mief” bringen und spielerisch völlig neue Möglichkeiten erschliessen. Dazu passt auch perfekt Cryptozoics Ankündigung auf der Comic-Con, mit dem TCG-Pack “Throne of the Tides” (hier haben wir nochmal das Wörtchen “Tides”) eine dritte, spielbare Monster-Fraktion zu bringen, die neue Monster-Helden und -Rassen wie Naga, Murlocs, Oger sowie Monster-Alliierte enthält. Nur ein Zufall oder tatsächlich ein völlig neues Spielkonzept für TCG und Online-Game?

8.) Zu guter Letzt, auch wenn es jetzt nicht unbedingt relevant mit Bezug auf Pandaria ist, rechnen wir fest mit einer Überarbeitung der Modelle und Texturen der acht klassischen WoW-Rassen und eventuell auch etwas Feintuning bei den Blutelfen und Draenei, denn hier droht das Spiel mittlerweile optisch auseinander zu fallen.

Auf der BlizzCon am 21. und 22. Oktober werden wir auf jeden Fall mehr wissen. Bis dahin heisst es erstmal abwarten und sich an den vielen Spekulationen freuen. :)

Anhang

Nachfolgend lest ihr Blizzards Pandaren Lore anlässlich des Release in WarCraft III. Offizielle Infos zum Helden Pandaren-Braumeister gibt’s hier.

Zitat von: Blizzard (Quelle)
Blizzard is pleased to announce the latest addition to the Warcraft universe: the mighty Pandaren Empire. The pandaren, driven from their tranquil lands by the marauding centaurs, fight ceaselessly to find a new homeland amongst the warring civilizations of southern Kalimdor.

The Pandaren Empire, founded in ancient times, before the Great Sundering of the world, shared resources and mystic knowledge with the haughty night elves of central Kalimdor. However, as the night elves’ racial obsession with the forces of magic drove them to the brink of madness, the gentle pandaren decided to sever their ties and leave the night elves behind forever. Sensing that magic would be the doom of any race that trifled with it, the pandaren clans, or shao’dins, traveled far into the treacherous lands of the south. There the pandaren established crude, but beautiful cities of stone and sturdy bambus reed. They lived in peace for many generations before the burning shadow came to engulf the world…

After the War of the Ancients and the subsequent Sundering of the world, the pandaren’s surroundings became increasingly hostile. Forced to fight for food and precious land against both the early tauren and the bristling quilboar tribes, they developed into amazingly proficient warriors. Wielding thin, delicately balanced blades, the pandaren wardancers quickly established themselves as some of the deadliest swordsmen of the ancient world. With the wardancers leading their armies, the pandaren carved out a small empire for themselves in the Stonetalon region of Kalimdor’s desolate Barrens. Though the fierce wardancers maintained peace throughout the pandaren lands, their relatively small population would ensure that their influence would never spread much farther than the Barrens’ rocky borders.

Now that war has engulfed Kalimdor once again, the mighty pandaren have come forth to protect their sacred lands and ensure their ancient race’s survival.

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