WoW verliert 1,7 Mio. Spieler weltweit – Diablo 3 & Mists of Pandaria sollen es 2012 richten

Am späten Abend ist gestern die Activision Blizzard Investoren-Telefonkonferenz für das 3. Quartal 2011 zu Ende gegangen, und – ihr ahnt es sicher schon – Blizzard-Präsident und Mitbegründer Mike Morhaime sah sich bei der anschliessenden Fragerunde irgendwie ständig in der Schusslinie, weil er die weiterhin rückläufigen World of WarCraft Abozahlen seit dem Launch von Cataclysm erklären musste. Waren im 1. Quartal bereits 300.000 Abonnenten verloren gegangen und im 2. Quartal weitere 600.000, so kamen jetzt nochmal satte 800.000 hinzu – Tendenz steigend.

Erklärt wurde der Rückgang in erster Linie damit, dass durch die Runderneuerung von Azeroth der vergleichsweise kurze Endgame-Content zu schnell konsumiert wurde. Ferner seien die Anforderungen für Casual Gamer im Endspiel immer noch zu hoch, was mit der nächsten Erweiterung Mists of Pandaria durch weiteres Tuning der Schwierigkeitsgrade behoben werden soll. China stellt immer noch den weltweit grössten Anteil der WoW Spieler (mehr als 50%), obwohl in Asien die höchsten Verluste zu verzeichnen waren, so Morhaime. Was Morhaime nicht erwähnte, hier aber sicher auch mit reinspielt, ist die weltweite Rezession seit 2008, die sich erst jetzt auswirkt. Wenn das Geld knapp ist, wird sich manch einer sicherlich überlegen, ob er seinen WoW Account stilllegt.

Trotz empfindlichen Einbussen bei WoW und Weltwirtschaftskrise ist man aber optimistisch – laut Vizepräsident Frank Pearce (auf der BlizzCon) sieht man sogar “goldenen Zeiten” entgegen. Zunächst soll Patch 4.3 mit der “Ikone” Todesschwinge “in den nächsten Wochen” wieder Spieler aktivieren. Parallel arbeite man hart an “Mists of Pandaria” und hat dafür bereits “aggressive Marketingpläne in den kommenden Monaten”, die ganz offensichtlich nicht nur WoW Spieler anlocken, sondern vor allem auch den in Kürze startenden grossen MMO-Konkurrenten SWTOR treffen sollen, der WoW nochmals sehr viele Spieler kosten kann. Man braucht sicher kein Hellseher sein, um vorherzusagen dass uns die “MoP” Beta sehr bald ins Haus steht. In Kürze wird WoW als lokalisierte Version in Brasilien starten und zu guter Letzt soll das (immer noch) für Anfang 2012 geplante Diablo 3 inklusive Echtgeld-Auktionshaus für ordentliche Gewinne sorgen. Übrigens hatte man bei der Fragerunde den Eindruck, dass die Investoren Letztere eher als nicht so gute Wette einstufen – ständig drehte sich alles um die “Cash Cow” WoW und die Gewinneinbrüche. Obwohl WIR wissen dass Diablo 3 ganz sicher ein Hit wird, interessiert das einen Investor herzlich wenig – dort ist Activison Blizzard eben nicht mehr als eine weitere Zahl auf dem Börsenticker.

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