Titan – Was wissen wir über Blizzards Nextgen-MMO?

von nobbie, 18.11.2012 00:47 Uhr, MMO, Titan
 
Titan Blog 1

Die spontane Antwort auf die Frage in der Headline wäre: “Nichts!”, und damit läge man im Prinzip richtig, denn Blizzard weiss jegliche Informationen zum kommenden grossen Nextgen-MMO besser zu hüten als die US Army die amerikanischen Goldreserven in Fort Knox. In den 2 Jahren seit dem unfreiwilligen Bekanntwerden des Projektnamens Titan über einen geleakten Produktplan ist es scheinbar niemandem gelungen, mehr darüber zu erfahren, aber: Das Internet ist nicht nur weit sondern auch seeehr tief, und wenn man ein bisschen länger wühlt als in der kunterbunten Welt der Yellow Press üblich, dann kommen allerlei Dinge zutage, die höchst interessant sind.

Im folgenden Blog haben wir für euch zusammengefasst, was hinter Blizzards Nextgen-MMO stecken und wie es ungefähr aussehen könnte. Alles hier Angesprochene bzw. die Schlussfolgerungen sind freilich Spekulation, aber faktenbasiert und nicht bloss redaktionelles Wunschdenken. Sobald es erste handfeste Infos gibt, erfahrt ihr sie natürlich sofort hier bei uns. Klickt einfach auf das Bild oben und registriert euch mit eurer Email-Adresse auf unserem künftigen “Titan” Portal.



Aus Alt mach Neu


Was wäre eigentlich wenn “Titan” bzw. die IP (Intellectual Property, dt. Geistiges Eigentum) garnicht neu ist, zumindest nicht für Eingeweihte? Die Ideen zum nächsten Franchise könnten tatsächlich schon sehr lange existieren oder zusammen mit der Übernahme einer anderen Spielefirma gekauft worden sein. In diesem Fall müsste man nur recherchieren welche Firmen in der Vergangenheit von Blizzard akquiriert wurden und ob sie eine IP mit einbrachten.

Mit Bezug auf “Titan” ist eine Akquise sehr viel wahrscheinlicher als eine weitere Eigenentwicklung, denn Blizzard ist in den vergangenen Jahren zu einem Giganten herangewachsen, der zu überaltern droht. Um dem absehbaren Stillstand entgegenzuwirken, ist es bei den (smarten) Grossen allgemein übliche Praxis, “frisches Blut” einfach einzukaufen und somit gleichzeitig potentielle Konkurrenz effektiv zu eliminieren. Die Altvorderen bleiben weiterhin im Sattel, während aussichtsreiche Startup-Entwickler neue Ideen für künftige Projekte in das Unternehmen einbringen.

Diverse Gamer-Blogs (u.a. Daeity’s) haben in der jüngsten Vergangenheit einige passende Puzzleteile ausfindig machen können, und das vielversprechendste trägt den Namen Swingin’ Ape Studios, kurz SAS. Das im Juli 2000 von Steve Ranck, Mike Starich und Scott Goffman gegründete, auf Multiplattform Gaming spezialisierte Studio wurde im Mai 2005 von Blizzard Entertainment akquiriert, während der Entwicklung von StarCraft: Ghost, welche dann kurz nach dem Kauf auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wurde.

Das Blizzard Next-Gen Team


Die interessanteste Personalie, die mit der Übernahme zu Blizzard kam, ist der jetzige “Titan” Lead Engine Programmierer John Lafleur (siehe sein Resümee hier). Zuvor hatte er an Metal Arms: Glitch in the System, dem einzigen unter dem Namen Swingin’ Ape erschienenen Titel, sowie weiteren geheimen SAS Projekten gearbeitet. Das ältere Resümee, das dies belegt, ist hier als Screenshot zu finden.

Demnach arbeitete Swingin’ Ape Studios vorher also an einem “Unannounced Next Generation Console” Spiel, dessen Entwicklung im April 2003 begonnen hatte, und ausserdem seit September 2003 an einem “Unannounced PS2 Title”. Letzterer scheint tatsächlich Starcraft: Ghost gewesen zu sein, wobei die Entwicklung dann zusätzlich auf XBOX and GameCube ausgedehnt wurde. Die Arbeiten am geheimen “Unannounced Next Generation Console” Titel liefen unterdessen aber weiter.

Mit dem Kauf von SAS hatte Blizzard auch den “Unannounced Next Generation Console” Titel übernommen. John Lafleur wurde sowohl zum Technischen Direktor für Starcraft: Ghost als auch für das noch nicht angekündigte Konsolenspiel gemacht. Als das Team wegen anhaltenden Problemen bei Ghost schliesslich aufgelöst wurde, wurde er für kurze Zeit zum World of WarCraft Team versetzt, um gleich darauf ins Nextgen-MMO Team übernommen zu werden, als das Projekt startete.

Ein weiteres Mitglied des Nexgen-MMO Teams bei Blizzard, das seit der SAS-Übernahme einen ähnlichen Werdegang wie Lafleur hatte, ist Nathan Miller. Sein Resümee ist hier zu lesen. Er wurde von Blizzard nach einem Jahr Pause erneut angeheuert, um als Senior Software Engineer des Tools-Teams am Nextgen-MMO mitzuarbeiten.

Ob der ominöse “Unannounced Next Generation Console” etwas mit “Titan” zu tun hat und in dieser Richtung weiter entwickelt wurde, lässt sich nur mutmassen. Fakt ist, dass es Pläne technischer und inhaltlicher Art gab und dass es sich dabei weder um ein ARPG noch ein RTS Spiel handelt, denn SAS ist/war ausschliesslich auf 3D Nextgen- und Konsolenspiele wie WoW oder Ghost spezialisiert. Des Weiteren hatte Vivendi auf einer Investoren-Versammlung im Juni 2006 bereits angekündigt, dass man stark in “new executions across multiple franchises” investiere und über Abo- und Transaktionsfinanzierungen für diese künftigen Projekte nachdenke. Die Übernahme der auf Multiplattform Gaming spezialisierten SAS wurde explizit als Kern der Nextgen(-Konsolen)-Strategie genannt.

Team 3


Auf der E3 2007 erwähnte Blizzards Executive Vice President of Product Development, Frank Pearce, gegenüber Gamasutra erstmalig das sog. Team 3 innerhalb der Firma:

Zitat von: Gamasutra (Quelle)
“Our global headcount is 2,700,” said Pearce, “And most of that is customer service for World of Warcraft! In terms of development staff it’s probably around 350. World of Warcraft is about 135 people, 40 for Starcraft II, 40 for team 3, our cinematics team is about 85 guys. Then there’s sound and Q/A and that sort of thing.”

[...]

“Team 3 is working on something really awesome. I can’t give you any hints, but it’s totally awesome.”

Viele Leute dachten dabei unwillkürlich an Diablo 3, aber der dritte Teil des ARPG war lediglich ein noch nicht angekündigtes On-und-Off Projekt, dessen Entwicklung bis in das Jahr 2000 zurückreicht und das bis zur Auflösung von Blizzard North im Jahr 2005 von dem dort ansässigen alten Diablo 1 & 2 Team betreut wurde. Die dritte, 40 Köpfe umfassende Divison bei Blizzard, das sog. Team 3, sind also vermutlich zum grössten Teil die Mitarbeiter der Swingin’ Ape Studios, die nach ihrer Übernahme bei Blizzard verblieben sind.

Rob Pardo, Blizzards Vice President of Game Design, hatte im selben Jahr (2007) bestätigt, dass man StarCraft: Ghost noch nicht aufgegeben habe und dass ca. 40 Leute weiter daran arbeiten. Hatte Team 3 – wie Pearce durchblicken liess – damit begonnen, an “something really awesome” zu arbeiten, das aus dem Konsolen-Projekt Ghost hervorgegangen ist?

Jeff Kaplan verbindet Titan mit SAS


Im Jahr 2008 liess Jeff Kaplan, einst WoW und derzeit einer der “Titan” Lead Designer, gegenüber MTV einige bemerkenswerte Äusserungen fallen, die u.a. den noch fehlenden Hinweis auf die Rolle von SAS enthielten:

Zitat von: MTV Multiplayer (Quelle)
“So I don’t think ‘World of Warcraft’ would really work that well on the console,” he continued, “but that’s not to say that other MMOs couldn’t. And we have a pretty savvy group of console developers — a lot of the guys we inherited from Swingin’ Ape really know what they’re doing on next-gen consoles. So we might have a few tricks up our sleeves in that regard.”

Und weiter:

Zitat von: MTV Multiplayer (Quelle)
So is Blizzard’s new MMO going to be sci-fi, near-future, post-apocalyptic or historical? “All of those combined!” he said, laughing.

Die Entwickler von Swingin’ Ape Studios sind also definitiv mit im Boot und werden im Rahmen der geplanten Nextgen(-Konsolen)-Strategie (“new executions across multiple franchises”) das “Titan” Team unterstützen. Das Spiel selbst soll eine grosse Bandbreite an Themen abdecken, ohne dem “high fantasy” MMO World of WarCraft in die Parade zu fahren. Mehr dazu im Folgenden.

Nomad und Guerrilla


Bevor Swingin’ Ape Studios von Blizzard für StarCraft: Ghost angeheuert wurde, arbeitete das Team an einem geheimen Nextgen-Konsolentitel namens Guerilla. Die Demo dazu war post-apokalyptisch thematisiert, entwickelte sich aber später in eine militärische Richtung à la “Far Cry”. Es ist gut möglich, dass die frühe, post-apokalyptische Version das Interesse von Blizzard geweckt hat und letztlich ausschlaggebend für die Übernahme war, denn bei Ghost lief es nicht sonderlich gut und das bis dato einzige SAS Game “Metal Arms” hatte nur einen sehr mässigen Verkaufserfolg vorzuweisen. Wir erinnern uns an Diablo, das seinerzeit zunächst in einer Claymation-animierten Version von Condor Games entwickelt wurde. Blizzard war so beeindruckt von dem Projekt und der Kreativität der Beteiligten, dass man Condor inmitten der Entwicklung kurzerhand aufkaufte, in Blizzard North umbenannte und Diablo weiterentwickelte. Eventuell lagen hier schon eine sehr frühe Version und Grundkonzepte des Spiels vor, das jetzt unter dem Projektnamen “Titan” firmiert. Unabhängig davon ob dies zutrifft, wurde die Engine für Ghost angepasst. In gewisser Weise wäre Ghost damit ein Vorläufer von “Titan” und es wäre nicht verwunderlich, wenn Scifi-Elemente aus Ghost dort wieder auftauchen würden.

Eingestellte Blizzard-Spiele

Die Liste eingestellter Blizzard-Spiele ist sehr interessant

Nach dem Release von StarCraft hatte Blizzard damit begonnen, an einem eigenen post-apokalyptischen, teambasierten Scifi-RPG mit dem Titel Nomad zu arbeiten. Die Entwicklung war schon sehr weit fortgeschritten, jedoch entschied man sich dafür, die Kräfte zunächst auf World of WarCraft zu fokussieren, denn für Nomad war man einfach noch nicht bereit.

Nomad wurde 2008 nochmals zusammen mit anderen eingestellten Blizzard-Projekten erwähnt. Das gecancelte Shattered Nations war ebenfalls ein post-apokalyptisch thematisiertes Scifi-Spiel und einige Leute spekulierten, dass Nomad in MMO-Form mutiert sein könnte.

Metal Arms und Titan


Auch wenn Swingin’ Ape Studios’ Metal Arms: Glitch in the System wenig Erfolg beschieden war und es unterbewertet wurde, wies es einige interessante Features auf, wie etwa die Fähigkeit des Droiden “Glitch” (der Protagonist des Spiels), feindliche Maschinen zu kapern und sie anschliessend fernzusteuern. Es ist möglich, dass der Name des Projektes “Titan” als Anspielung auf MA entstand, denn hier gibt es u.a. gefährliche, “Titanen” genannte Roboter. “Titan” könnte sogar einen Ursprung in MA haben, beispielsweise MA -> Guerrilla -> SC: Ghost -> Titan.

Viel ist zu diesem Thema nicht zu finden, aber hier sind einige Zitate von SAS-Mitbegründer Steve Ranck über seine zukünftige Arbeit. Sollte es eine Verbindung zwischen der alten IP Metal Arms und “Titan” geben, könnte vieles davon in das Nextgen-MMO einfliessen:

Zitat von: SAS_Steve (Quelle)
We (the developers) would love to work on a sequel. Glitch on next-gen would be really fun to work on. Vivendi owns the property, though.

Zitat von: SAS_Steve (Quelle)
BinfordKid, we’re sitting on a huge amount of AMAZING story that’s just waiting for a sequel.


Ausblick: Was Titan sein wird und was nicht


Basierend auf den wenigen Infos zu “Titan” und Blizzards Historie kann man sich ein ungefähres Bild machen, wie das kommende Nextgen-MMO aussehen wird. Blizzard hat bisher keine Details genannt, aber es gibt Infoschnipsel, die man in Foren, Blogs, Tweets, Stellenausschreibungen oder Resümees im Internet sammeln kann. Nachfolgend also eine Zusammenfassung dessen, was Titan vermutlich sein wird und was nicht.

Blizzard wird auf Nummer sicher gehen

  • Es gibt einen grossen Hype um “Titan”, und Gamer sowie Presse reden bereits einen brandneuen Spielansatz herbei. Was dahinter steckt ist aber wirklich nicht mehr als ein MMO für Nextgen-Konsolen und (PC-)Systeme mit fortgeschrittener Grafik.
  • Viele der an der Entwicklung von “Titan” beteiligten Team-Mitglieder haben einen starken Konsolen-Hintergrund. Ausserdem will Blizzard unbedingt in den Konsolen-Markt, so dass “Titan” höchstwahrscheinlich für den PC sowie Xbox 720 & PS4 entwickelt wird.
  • Obwohl an hochqualitativer Grafik gearbeitet wird, beinhalten die Stellenausschreibungen für manche Künstler die Konvertierung von High-Polygon-Skulpturen in Low-Polygon-Spielmodelle sowie die Entwicklung grafisch ansprechender, niedrig aufgelöster Texturen und Hintergründe für ältere PC’s. Wie bei anderen Blizzard-Spielen auch, soll “Titan” auf möglichst vielen Systemen laufen.
  • Blizzard könnte intern experimentieren, aber mit Hinblick auf das finale Produkt wird man auf Nummer sicher gehen. Selbst CM Bashiok hatte einmal zugegeben, dass Blizzard nicht innovativ ist, sondern vielversprechende Konzepte kopiert, verbessert und verfeinert. Blizzard wird also kein Risiko eingehen, und sie werden nur Spiele produzieren, von denen sie wissen dass sie erfolgreich sein werden.
  • Activison und Blizzard werden sich gegenseitig keine Konkurrenz machen. Genau so sicher wie Activison kein Fantasy-MMO produzieren würde, wird Blizzard keinen Warfare FPS Shooter machen. Erst wenn die Popularität eines Spiels schwindet, wird man dessen Userbase auffangen bzw. “kannibalisieren” wollen. Ein World of StarCraft MMO gäbe es also beispielsweise erst dann, wenn das RTS Game StarCraft am Ende seiner Lebenszeit angekommen ist.

Es wird nicht wegweisend oder innovativ sein

  • Bei allem Hype um “Titan” sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Die jahrelange Geheimniskrämerei um neue Produkte gehört zu Blizzards Geschäftspolitik (siehe Diablo 3). Das Spiel wird sicher (viel) Spass machen, aber weder wegweisend noch innovativ sein. Ähnlich wie Gameplay und Grafik werden die zugrundeliegenden Überlieferungen und Geschichten auch sich wiederholende Elemente und abgeleitete Werke enthalten.
  • Blizzard heuert kein neues Team von professionellen Schriftstellern, Wissenschaftlern und Psychologen an, um die grösste jemals geschriebene Fiktion zu erschaffen. Sie sind noch nicht einmal auf der Suche nach neuen Autoren, sondern verwenden die, die schon lange mit dabei sind (diejenigen, die Geschichten für StarCraft, Diablo und WarCraft geschrieben haben).

Es wird kein “Fallout” MMO

  • Obwohl es zahlreiche Hinweise gibt, dass “Titan” ein post-apokalyptischer Titel ist, wird es nicht so kommen. Es wird sehr wahrscheinlich post-apokalyptische Umgebungen enthalten, aber es wird niemals ein rein post-apokalyptisches Spiel. Als MMO würde ein “Fallout” wegen des rasanten Content-Konsums keinen Erfolg haben.
  • Spieler verlangen ständig nach neuen Umgebungen und verschiedenen Reizen, um das Interesse zu behalten. Die “Fallout”-Serie funktioniert sehr gut als Singleplayer-Spiel, aber MMOs erfordern häufige Injektionen von neuen Inhalten, um der Langeweile entgegen zu wirken. Eine rein post-apokalyptische Umgebung wäre sehr schnell repetitiv und ermüdend.

Es wird viele ungewöhnliche Schauplätze beinhalten

  • Wegen des ständigen Bedarfs an neuen Inhalten und Stimulanzien wird “Titan” World of Warcraft diesbezüglich sehr ähnlich sein, d.h. es gibt eine Vielzahl von Umgebungen wie auch Nebentätigkeiten (Handwerk, Minispiele usw.).
  • Da Blizzard für “Titan” Ingame-Werbung plant, kann man sich schon ungefähr vorstellen wie die Umgebungen beschaffen sind bzw. wo die Schwerpunkte liegen. Und ja, sagte Blizzard sagte Ingame-Werbung in der Welt (nicht in den Chat-Kanälen), die voll mit dem Gameplay integriert ist. So war beispielsweise mal die Umsetzung von Ingame-Werbung in Starcraft geplant, bei Diablo oder World of Warcraft ist es nicht möglich gewesen. Und weil die Ingame-Werbung so wichtig ist, heisst das, dass die Welt von “Titan” ein modernes oder fast-utopisches Aussehen haben wird. Das häusliche Umfeld eures Avatars wird also eine moderne, “reale Welt” sein, von der aus ihr (irgendwie) zu allen anderen Umgebungen reist. Als Beispiel könnte man sich das Los Angeles anno 2019 im Film “Blade Runner” vorstellen.
  • Jeff Kaplan sagte, dass das Nextgen-MMO eine Mischung aus “Scifi, nahe Zukunft, Post-Apokalypse und Historie” sei. Cameron Dayton hatte angedeutet, dass “Titan” Atlantis und Teotihuacán beinhaltet, und dass Stan Sakai (“Usagi Yojimbo”, Japan des 16. und 17. Jahrhunderts, C64-Spiel hier) bei einigen Lore-Aspekten beteiligt sei. Die Tweets wurden mittlerweile gelöscht, was wohl als Indiz dafür angesehen werden kann, dass Sakai Teil des Teams ist.
  • Es gibt starke Hinweise darauf, dass “Titan” auf der Erde (oder einer Version davon) stattfinden wird, mit “realen” Schauplätzen und der Möglichkeit, zu historischen oder antiken Zivilisationen reisen. Das lässt die Möglichkeit einer auf Zeitreisen, parallele Dimensionen oder Telepräsenz (“Surrogates” / “Avatar”) basierten Story offen. Oder vielleicht ist es eine dystopische Zukunft à la Warhammer 40K mit mehreren weltweiten, in derselben Zeit stattfindenden Events, in denen alte und begrabene Zivilisationen erkundet werden können.
  • “Titan” wird kein striktes Scifi-Spiel und nicht mit StarCraft konkurrieren. Es ist jedoch möglich, dass viele Umgebungen und Inhalte aus StarCraft: Ghost in das MMO einfliessen.

Es wird und wird nicht ein WoW Klon sein

  • “Titan” wird viele Gemeinsamkeiten mit World of WarCraft haben, u.a. den typischen künstlerischen Blizzard-Stil, aber das Spiel muss sich insgesamt deutlich von WoW unterscheiden, um das Interesse langfristig aufrecht zu erhalten.
  • Viele der ersten Mitarbeiter bei “Titan” waren Teil des Konsolen-Teams, d.h. der SAS-Gruppe. Das Nextgen-MMO wird WoW in vielerlei Hinsicht ähneln, aber da es auch für Konsolen entwickelt wird und (vermutlich) Ideen aus Ghost und folgenden Iterationen einfliessen, kann man davon ausgehen, dass sich das Gameplay stark unterscheidet. Es wird wahrscheinlich sehr viel scheller und actionorientierter sein, “in your face”, wie die Amerikaner sagen würden. Letztlich ist es auch wichtig, nach WoW neben frischen Inhalten ein neues Gameplay zu bieten.
  • Das User Interface wird sich dramatisch von WoW unterscheiden und mehr dem von Diablo 3 ähneln, damit es sowohl PC- als auch Konsolen-kompatibel ist. Im Einzelnen heisst das: Kleiner, vereinfacht, gestrafft und nicht so viele Optionen oder Tasten, die man gewöhnlicherweise auf dem PC erwarten würde. Bewegung und Kampf werden mausgesteuert sein müssen, damit die Kämpfe deutlich schneller als in WoW ablaufen.
  • Das wiederum bedeutet, dass die zur Verfügung stehenden Fertigkeiten und Talente zahlenmässig deutlich geringer ausfallen werden als in WoW (auch hier wieder ähnlich denen in Diablo 3).

Es wird farbig sein und WoW Demographien als Zielgruppe haben

  • Blizzards Merchandising-Pläne für “Titan” umfassen Comic Bücher, Bücher/Romane, Action-Figuren, Kurzfilme und Bekleidung. Insbesondere bei einem neu zu etablierenden Franchise setzt das ikonografische, einprägsame Charaktere voraus. Cameron Dayton hat bereits bestätigt, dass das Spiel grossen Helden und Schurken haben wird.
  • Das für “Titan” ausgewählte Merchandising entspricht dem für WoW Demographien. Vermutlich sollen auch etwas jüngere Spieler angesprochen werden, aber man wird sehr darauf achten, keine WoW Spieler zu “kannibalisieren”. Es sollen zwar dieselben Altergruppen angesprochen werden, jedoch nicht diejenigen, die ausschliesslich Fantasy RPGs spielen.
  • “Titan” wird kein Casual Game sein, aber Casual Minigames in der Spielwelt zur Verfügung stellen. Da die Kämpfe schneller ablaufen, könnte man einige Elemente des Spiels als FPS (First Person Shooter) definieren, aber es wird immer noch ein auf Plünderungen, Sammeln und Erfolgen basierendes MMORPG und kein MMOFPS sein. Der Erfolg eines MMOFPS ist derzeit unbewiesen, und Blizzard wird es deshalb nicht riskieren, eines auf gut Glück zu veröffentlichen. Ausserdem sind die Möglichkeiten eines MMOFPS zu begrenzt, und Blizzard braucht mit Hinblick auf eine breite Zielgruppe mehrere fesselnde Gameplay-Elemente, die es in bekannten RPGs gibt.
  • Es wird für Blizzard nicht möglich sein, alle Märkte der Konkurrenz anzugreifen, aber man wird Teile von erfolgreichen Franchises kopieren, um diese zu einem neuen Spiel zusammenzusetzen, das möglichst viele Spieler anzieht, wie beispielsweise Beute-zentriertes Glücksspiel. Man wird versuchen mit Fallout, Mass Effect, Halo, Pokemon (siehe WoW Pets) und wahrscheinlich The Sims zu konkurrieren. Es wurden für das Nextgen-Team u.a. auch Angestellte der Ensemble Studios abgeworben, die an einem Halo MMO gearbeitet hatten (ebenfalls mit dem Nicknamen “Titan”). Viele der Ideen und/oder Designs des Halo MMOs werden also vermutlich in Blizzards “Titan” einfliessen.

Bezahlmodell

  • Viele der Systeme in “Titan” werden von dem Erfolg von Diablo 3 abhängen. Es ist beispielsweise schwer zu sagen, ob Blizzard daraus ein Abo-Spiel macht oder zur Finanzierung auf das aus Diablo 3 bekannte Echtgeld-Auktionshaus (EGAH) zurückgreift. Es sieht derzeit allerdings stark nach einem Free2Play-Modell aus, denn Ingame-Werbung ist bereits geplant und das Finanzteam evaluiert die Möglichkeiten des Diablo 3 EGAH. Wahrscheinlich werden mehrere Erlösmodelle zum Einsatz kommen, einschließlich bezahlter Dienstleistungen, EGAH, einen Spieler- oder Handwerks-Marktplatz, Mikrotransaktionen, DLC und/oder Ingame-Werbung. Letztlich ist es für Blizzard an der Zeit, endlich auch im wachsenden Free2Play-Markt Fuss zu fassen und diesen zu erobern.

Offizielle Infos zu und Release von Titan


Erste offizielle Infos zu “Titan” sind, wenn überhaupt, wohl erst zur BlizCon 2013 zu erwarten. Es gehen Gerüchte, dass das Projekt doch mehr Zeit in Anspruch nimmt, als zunächst angenommen. Dass das Nextgen-MMO – wie im geleakten Produktplan angegeben (siehe unten) – bereits Ende 2013 erscheint, wird mal wohl abhaken können.



Alle Blizzard-Spiele bis 2015 – Zum Vergrössern anklicken

Zudem haben die Kalifornier für 2013 das Release von StarCraft 2: Heart of the Swarm sowie zwei mögliche BlizzCon-Highlights im Gepäck (Infos zur ersten Diablo 3 und zur fünften WoW Erweiterung). Es ist also gut möglich, dass wir auch im kommenden Jahr noch nichts Neues erfahren. Wir bleiben auf jeden Fall für euch am Ball und berichten, sobald es handfeste Infos oder Gerüchte gibt. :)


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