WoW: Ion Hazzikostas über die Item-Level-Spirale

Gear-Inflation, die lila-Flut und wie man es sonst noch nennen mag! Eins der Probleme, mit denen sich sowohl die Spielerschaft, als auch das Entwicklerteam, auseinandersetzen muss, nennt sich Ausrüstungs-Inflation: Je mehr Content die Erweiterung birgt, desto höher die Gegenstandsstufe, desto höher der Schaden bzw. die Heilung, desto größer der Verfall vorherigen Contents.

Ein Problem, welches gegen Ende von Wrath of the Lich King die abstrusesten Formen annahm und mit Cataclysm runtergeregelt werden musste. Ihr fragt euch, wie die Diskussion ins Rollen kam? Mit WoW Patch 5.2 werden – logischerweise – neben dem neuen Schlachtzug Thron des Donners, auch neue Gegenstände wie z.B. das T15 eingeführt werden und genau mit diesem Punkt setzt sich Ion Hazzikostas auseinander.


Das Problem liegt jedoch in den Gegenstandsstufen eben jener Ausrüstung: In der LFR-Version des Thron des Donners erhaltet ihr Beute der Stufe 502 – richtig gelesen! 502 ist die Stufe der aktuellen heroischen Gegenstände des Mogu’shangewölbes. Die Stufe der normalen Gegenstände im Thron des Donners beträgt 522, donnergeschmiedete Gegenstände sogar 528. In der heroischen Version befinden wir uns dann bei 535 – 541 in der donnergeschmiedeten Version.

Die Gegenstände liegen also fernab der aktuellen Gegenständen und natürlich stellen sich viele Spieler die Frage, wo das hinführen soll, schließlich können wir noch mit mindestens 1-2 Schlachtzügen rechnen. Ion “Watcher” Hazzikostas, Lead Encounter Designer, selbst stieg relativ zügig in den Thread und erklärte, warum es vonnöten ist, die Gegenstandsstufe dermaßen anzuheben.

Zunächst hält Hazzikostas fest, dass man den Raidcontent mit Mists of Pandaria mit einer durchschnittlichen Ausrüstung der Stufe 460 bestreiten musste. In den letzten vier Monaten konnten Progress-Spieler respektive Spieler, die den heroischen Modus bestreiten ihre Gegenstandsstufe um 50 Level steigern. Spieler die jedoch jetzt erst gegen den Sha der Angst antreten, werden im Durchschnitt eine Gegenstandsstufe besitzen, mit denen eben jene Topspieler bereits Herz der Angst im heroischen Schwierigkeitsgrad meisterten.

Diese Kurve der Verbesserung gefällt den Entwickler und sie möchten dies auch auf den neuen Schlachtzug anwenden, denn durch die Verbesserung der Ausrüstung, steigt auch der Schaden und die Heilung der Gruppe, was wiederum dazu führt, dass man Bosse, die man vielleicht so nicht schaffen würde, später besiegen kann.

Als Beispiel führt Hazzikostas die heroische Version von Gara’jal dem Geisterbinder an. Für Hc-/Progress-Gilden war der Boss ein brutales DPS-Rennen, da diese die heroische Version mit einem durchschnittlichen Ausrüstungslevel von 460-470 bestreiten mussten. Für Spieler, die sich jedoch erstmal dem normalen Content und dann dem heroischen widmen, wird der Boss einen flüssigen Übergang bieten.

Möchte man dieses Prinzip auf den neuen Schlachtzug übertragen, so muss man konsequenter Weise auch die Gegenstandsstufe anheben. Würde man z.B. den normalen Gegenständen im Thron des Donners eine Gegenstandsstufe von 509 zuweisen, würde dies kaum Wachstum zulassen. So würde man anhand einer Gilde, welche nur den normalen T14-Content bestritten hat – also eine durchschnittliche Gegenstandsstufe von 500 – nur ein Wachstum von 9 Gegenstandsstufen zulassen.

Dies wiederum führt dazu, dass Bosse, welche einer Gilde das Voranschreiten erschweren bzw. versperren, zu einem unüberwindbaren Objekt werden können. Gerade deswegen hat man sich für die höheren Gegenstandsstufen entschieden, um das Voranschreiten in den Schlachtzügen interessanter zu gestalten.

Hazzikostas versichert aber, dass es zu keiner Stat-Inflation kommen wird – man habe aus den Fehler mit Wrath of the Lich King gelernt.

Quelle: Offizielles US-Forum