Das Ende von Patch 5.2 – Interview mit Watcher

Es ist mal wieder an der Zeit, über den gerade schon fast vergangenen Patch zu sprechen. Patch 5.2 ist so gut wie durch, ein Großteil der Spieler ist zwar noch mit dem aktuellen Raid beschäftigt, aber da dieser auch mit dem nächsten Patch noch aktiv bleiben wird, bereitet Blizzard wohl aktuell das Aufspielen von Patch 5.3 in der nahen Zukunft vor. Und an solchen Punkten ist es an der Zeit, dass die Entwickler aus ihren Büros kommen und Interviews geben.

So konnte die US-Seite Convert to Raid ein Interview mit Ion “Watcher” Hazzikostas, dem Lead Encounter Designer von WoW ergattern, in welchem der Entwickler über den vergangenen Patch, den Thron des Donners, das Raiden an sich und natürlich auch den LFR spricht. Wenn euch also interessiert, was z.B. hinter Entscheidungen wie der Einführung des LFR-Buffs bei Wipes steckt oder wenn ihr wissen möchtet, wie zufrieden Blizzard mit diesem Patch und dem Raid ist, dann dürften euch die folgenden Absätze interessieren.


Zunächst spricht Watcher über den aktuellen Raid Thron des Donners und betont, dass das Team eigentlich sehr zufrieden damit sei. Aber natürlich findet man auch hier ein paar Kritikpunkte. So sieht Hazzikostas ein, dass der Übergang zwischen manchen Bossen vom Schwierigkeitsgrad her zu schwer sei. Er bezieht sich hier vor allem auf den Übergang von Jin’rokh zu Horridon, an welchem einige Spieler fast verzweifelt wären. Weiterhin nimmt er den Kritikpunkt an, dass der Raid zu linear aufgebaut sei. Die Spieler würden sich eher wieder Raids wie Ulduar wünschen und man wird das in Zukunft in Betracht ziehen.

Was leider nicht so recht funktioniert hat, ist Ra-den. Der Bonusboss sollte ein absolutes Geheimnis und Mysterium sein, weshalb man ihn auch vorher nicht zum Testen freigegeben hätte. Das habe leider dazu geführt, so der Chef aller Endgegner, dass er nicht richtig ausbalanciert gewesen sei und man zu Beginn manche Mechaniken einfach hätte umgehen können. So musste zu oft nachgebessert werden, was wiederum das Erlebnis der Spieler getrübt hätte.

Generell zur Entwicklung der Raids in WoW hat Hazzikostas auch einiges zu erzählen. So spricht er darüber, dass die Einführung von Versuchsbeschränkungen den Sinn haben sollte, dass im Progress der Zeitfaktor keine so große Rolle mehr spielt. Man wollte vermeiden, dass Gilden, die mehr Zeit zum Raiden haben, massiv besser gestellt sind, als andere. Aber schon in Eiskrone habe man gemerkt, dass dies eher dazu führte, dass die Spieler noch mehr Zeit investieren mussten, da sie nun mit Twinkraids versucht haben, die Bosse zu üben.

Zu den Raid-IDs holt er etwas weiter aus. So sehe man im Moment, dass es eine Lücke in den Schwierigkeitsgraden gebe, die vor allem von “Familien und Freundes”-Raids bemängelt wird. Diese seien früher die übliche Klientel für 10er Normalmodus-Raids gewesen, welche heute ja vom Schwierigkeitsgrad auf dem Niveau der 25er Normalmodus-Raids liegen. Die 10er waren früher einfach immer etwas einfacher, da es dort auch den schlechteren Loot gab und stellten für solche Raids die perfekte Umgebung dar. Heute ist der LFR zu leicht, der 10er Normalmodus aber für viele auch zu schwer. Trotzdem sieht er am System der getrennten IDs auch Probleme, so fühlten sich viele Spieler genötigt, zweimal pro Woche den Raid zu spielen und beide Versionen mitzunehmen.

Generell stellt Watcher aber fest, dass der LFR nicht der Modus sei, den man in den Mittelpunkt des Raiddesigns stellen möchte. So sei der Normalmodus das Maß der Dinge, da der LFR zwar das schnelle Vergnügen biete, ein vollwertiges Spielerlebnis aber nur in einer richtigen Raidgruppe zustande kommen könne. Trotzdem sei der LFR natürlich nicht unwichtig und so habe man z.B. auch das Buff-System nach Wipes im LFR eingeführt.

Dieses soll verhindern, dass die Gruppen nach Wipes zu hektisch werden, die Spieler kein Vorankommen mehr sehen und die Gruppe schnell verlassen. Durch die Buffs habe man als Spieler immer das Gefühl, dass es nun besser laufen werde und dieses System soll auch sehr erfolgreich sein. So soll die Zahl der Spieler, die nach Wipes die Gruppe verlassen, deutlich gesunken sein. Abschließend zu diesem Thema betont er noch, dass der LFR aber in ihren Augen einen gewaltigen Vorteil habe: Noch nie haben so viele Spieler so weite Teile des Spiels erkundet und die toll designten Raids und deren Geschichte erleben können.

Zur Zukunft äußerte sich Hazzikostas eher knapp. Die Arbeiten an Patch 5.4 haben intern begonnen, sobald die PTR-Phase von Patch 5.2 abgeschlossen war. Da das Encounter-Team mit Patch 5.3 nicht wirklich viel zu tun hatte, ist dies auch nicht verwunderlich. Watcher bestätigt noch einmal, dass in 5.4 ein Raid von der Größe des Throns des Donners auf uns zukommen wird.

Nach den heroischen Szenarien und deren Beschränkung auf vorher zusammengestellte Gruppen gefragt, erläutert der Entwickler abschließend, dass man damit die Kommunikation der Spieler eines Servers stärken und dem Anonymisierungsprozess entgegentreten wolle. Außerdem möchte man in der nächsten Erweiterung mehr Instanzen für den Levelbereich anbieten, da es zum Start von Mists of Pandaria zu wenige waren. Abschließend nun das Video des Interviews, natürlich in englischer Sprache.

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