Früher war alles besser: Karazhan

Es wird wieder einmal Zeit in Erinnerungen zu schwelgen! Diesmal ein Schlachtzug, an dem bereits der (Kara)Zhan der Zeit genagt hat. Und nein, ich werde mich keineswegs für schlechte Wortwitze entschuldigen! Es geht natürlich um Karazhan, ein Schlachtzug, der spätestens seit Medivhs mysteriöser Geburtstagsfeier wieder in aller Munde sein dürfte.

Ach, dieser Login-Screen lässt längst vergessene Zeiten wiederauferstehen. Zwar behauptete ich bereits, also Naatu, dass der Schwarze Tempel mein Lieblingsschlachtzug in The Burning Crusade war, aber ich werde einen kleinen Rückzieher machen. Klar, was Mechaniken, Geschichte und Design betrifft, so bleibt der Tempel meine #1, jedoch verbinde ich mit Karazhan viel schönere Erinnerungen.


Ich mag zwar erst zarte zwanzig (und ein paar Zerquetschte) Jahre alt sein und dennoch kann ich zumindest zu World of Warcraft ein paar Geschichten erzählen. Schließlich war ich von Anfang an dabei. Aber genug geschwafelt! Warum Karazhan?

Bei Karazhan handelt es sich zunächst einmal um einen 10-Mann Schlachtzug, der mit Veröffentlichung von The Burning Crusade in das Spiel implementiert wurde. Der Schlachtzug befindet sich im Gebirgspass der Totenwinde im verlassenen Turm Medivhs. Mit Stufe 68 konnten Spieler die Vorquest annehmen, um den Turm überhaupt betreten zu können.

Der Clou bestand nämlich darin, dass ihr einen Schlüssel für das Öffnen des Tores benötigt habt. Im Endeffekt reichte es sogar, wenn nur eine Person den Schlüssel besaß, ähnlich der lästigen Fragerei damals in UBRS. Natürlich kam der Spieler nicht eben so an diesen Schlüssel heran, dieser ist natürlich in mehrere Teile zerbrochen und eben diese galt es zu suchen.

Also seid ihr mal eben durch die ganze verdammte Scherbenwelt gedüst, habt noch eben einen Kredit aufgenommen, weil ihr seit jeher ein chronischer Pleitegeier seid und euch das verdammte Fliegen nicht leisten konntet – *hust*. Musstet das Schattenlabyrinth – “Zelte? Was für Zelte?” -, die Dampfkammer, Alcatraz und die zweite Höhle der Zeit abgrasen. Endlich hatten wir den vermaledeiten Schlüssel in der Hand!

Die Anreise als Hordler war natürlich auch wieder ein ganz anderes Thema, es sei denn ein Spieler war im Besitz von Atiesh, aber ganz ehrlich, wer war schon im Besitz von dem Ding. Und endlich durften wir Karazhan betreten. Dunkle Burgmauern, Spinnenweben, Skelette soweit das Auge reicht – es war eine eigene kleine, fast schon morbide, Welt. Vor allem war sie jedoch eins: Verdreht!

Als wäre der Spieler Alice in den Kaninchenbau gefolgt, nur dass es eben kein Kaninchen sondern eine Kreuzung aus Wolpertinger und Elefant war. So in etwa fühlte sich meine erste Begegnung mit den Bossen von Karazhan an. Ein wildes Sammelsurium an Kuriositäten. Und ich mochte es und zwar sehr! Die Bosse waren fordernd aber auch nicht übermäßig schwer – außer vielleicht Nethergroll, aber der war generell ein Arschloch.

Bevor ich mich nun aber in wilden Beschreibungen der Bosse verliere möchte ich euch erklären warum Karazhan mein persönliches Highlight war. Der Schlachtzug erlaubte es kleinen Gilden zusammenzufinden, gemeinsam Bosse zu bestreiten und an Herausforderungen zu wachsen. Zum ersten Mal fühlte ich mich dort in meine damalige Gilde integriert, denn es war einfacher Kontakt zu zehn statt vierzig Leuten aufrecht zu erhalten. Es war generell familiärer und ich verdanke diesem Schlachtzug viele Bekanntschaften und vor allem schöne Erinnerungen. Es erinnert mich einfach an eine Zeit, in denen Spieler eine größere Bindung untereinander hatten und Gilden einen höheren Stellenwert besaßen. Aber vielleicht stehe ich mit dieser Meinung auch ganz alleine dar? Was meint ihr?

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