Heartstone State of the Game: Das Hunter-Problem & Top Decks

In dieser Ausgabe von Wuaschtsemmes Hearthstone State of the Game dreht sich alles um die Hunter und warum diese aktuell im Spiel ein echtes Problem darstellen. Abseits davon wurden auch wieder die Top-Deck Listen auf Stand der Dinge gebracht. Wir wünschen euch mit beidem viel Spaß!

Warum Hunter ein Problem sind

Rexxar war die längste Zeit die maximal unbedeutendste Klasse überhaupt. In den letzten Monaten hat er es zusammen mit Garrosh geschafft, die Ladder zu dominieren. Dabei ist der Hunter nicht zu stark, aber schafft es den Gegner zu frustrieren wie keine zweite Klasse. Entgegen der allgemeinen Meinung liegt das nicht nur an Lasst die Hunde los!, sondern an dem gesamten “Bumrush” Archetypen. Damit sind Decks gemeint, die gegnerische Minions fast immer ignorieren und mit billigen Charge-Kreaturen und Waffen direkt den Helden angreifen.

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Wieso funktioniert Bumrush

Anders als in Magic lassen sich keine Blocker festlegen. Hat man ein aggressives Deck, wird ein Wolfsreiter von einem Board ohne Taunt nicht aufgehalten werden. Dennoch muss ihn der Gegner entfernen, um keine weiteren 3 Schaden in Kauf zu nehmen. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Minion wurde entfernt und man hat 3 Schaden gemacht. Diese einfache Mechanik lässt sich auf jeden Charger anwenden, wird aber umso präsenter, je aggressiver das entsprechende Deck ist.

Zudem führt der ganze direkte Schaden dazu, dass Klassen wie Druiden und Rogues Hunter-Minions nicht mehr mit ihrer Heldenfähigkeit entfernen wollen. 1 HP Diener werden ohne mit der Wimper zu zucken backstabbed oder getradet. Diese Kartenineffizienz macht Hunterkombos noch verheerender.

Wieso funktioniert Lasst die Hunde los!

Lasst die Hunde los!” schafft von Anfang des Spiels eine Situation des doppelten Rennens. Einerseits möchte man das Board fluten, um schneller als der Hunter Schaden zu machen, andererseits verstärkt jedes zusätzliche Minion Lasst die Hunde los!

Diesem Pseudo AoE kommen mehrere Bedeutungen zu: Mit Mal des Jägers lassen sich komplette Boards brechen und Taunts ausschalten. Die beliebten Kombinationen mit Verhungernder Bussard und Waldwolf verdoppeln den Schaden, oder ziehen Karten entsprechend der gegnerischen Minions. Da niemand die Wölfe zwingt, das Board zu räumen, können sie auch zu einem 2-Mana Pyroschlag werden – der immer noch AoEd werden muss.
Damit ist Lasst die Hunde los! mindestens ein lächerlich gutes Tempoplay und zu oft die entscheidende Karte.

Wieso ist Hunter nicht OP

Karten wie Waldwolf und Verhungernder Bussard sind ohne Lasst die Hunde los! kaum zu nutzen. Mit Tierbegleiter, den Secrets und Adlerhornbogen hat der Hunter einige nützliche Karten, ist aber vielen anderen Klassen unterlegen. Es fehlt an frühem gezielten Removal, platziertem AoE und verlässt sich zu sehr auf die Beast-Synergien. Kann ein Shaman Overload in jedem Deck nutzen, sind Beasts viel zu eingeschränkt.
Es kommt also sehr, sehr stark auf die zwei Kopien von Lasst die Hunde los! an. Diese starke Draw-Abhängigkeit hält den Hunter zurück.

Wieso ist der Hunter ein Problem

Das Ohnmachtsgefühl, das vor allem neue Spieler gegenüber bestimmten Matchups haben, ist beim Hunter besonders ausgeprägt. Gleichzeitig das Board fluten zu müssen, um schadensmäßig eine Chance zu haben und es eigentlich nicht zu dürfen, weil Lasst die Hunde los! kommen kann, fühlt sich nicht gut an. Natürlich ist das nebensächlich, weil manche Decks einfach darauf hoffen müssen, dass der Hunter kein Unleash findet. Aber nicht wenige Ipads werden ihr Leben verlieren, wenn er es tut.

Je mehr Hunter auftreten, desto mehr Klassen und Archetypen schließen sie aus. Generell verkraftet man ein schlechtes Matchup. Da das Hunter-Deck sehr billig ist und so in der Diskussion steht, treten sie jedoch immer öfter auf. Begegnet man dem einen schlechten Matchup zu oft, wird der entsprechende Archetyp unspielbar in der Ladder. Damit ergibt sich die selbe Problematik, wie sie Mage Control geschaffen hat. Beide sind unter der Burn Kategorie einzuordnen und schaffen riesige Probleme für Klassen ohne Sustain (Heilung). Rogues, Shamans und zum großen Teil Warlocks werden damit getroffen. Letztere sind extrem beliebt, weil sie das zweite Budget-Deck darstellen. Rogues und Shamans hingegen, werden in der Ladder immer mehr zurückgedrängt.

Als Letztes bleibt der erhöhte RNG-Faktor zu betrachten. Auf 2 Karten angewiesen zu sein, ist ähnlich als beim alten Tüfltermeister Oberfunks auf das Squirrel zu hoffen. Um die Chancen darauf zu erhöhen, wird halbwegs aggressiv danach mulliganed und Karten wie Fährtenlesen und Leuchtfeuer gespielt. Dennoch bleibt das Problem, dass Hunter zu oft gegen ihre eigenen Draws als gegen ihre Gegner spielen.

Dem Ganzen entgegen steht, dass ein Nerf von Lasst die Hunde los! Hunter in die Bedeutungslosigkeit zurückschießen würde. In einer Reaktion Blizzards kann es kaum Gewinner geben. Da aber in einer alten News die Klassenbalance hinter die Kartenbalance gestellt wurde, ist von einem Lasst die Hunde los! Nerf auszugehen. Denn wenn man eines ungern hört, ist es “frustrierendes Gameplay”.

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