Hearthstone State of the Game: Who let the dogs out #1

Der Nerf an “Lasst die Hunde los!” hat nicht nur die Jäger-Decks getroffen, sondern er sorgt auch für einiges Durcheinander im gesamten Pro-Deck Bereich. Unser Wuaschtsemme hat sich für euch hingesetzt und in diesem zweiteiligen Artikel alles Wichtige zusammengetragen. Den zweiten Teil gibt es morgen (Samstag) Abend.

Der Mega-Meta Artikel: Ausgangssituation

Mit den gestrigen “Lasst die Hunde los!” Nerfs, kam Blizzard vielen Nerd-Träumen nach. Dem liegen eine Menge an Hunter Decks zu Grunde, die von Teilen der Community als zu stark und einem Großteil als frustrierend angesehen wurde. Allerdings tut man dem Nerf auch kein Unrecht, behauptet man, dass Blizzard jede Karte geändert hat, nach der lange genug geweint wurde. Tatsächlich gab es eine Hunter-Dominanz für vielleicht nur 1-2 Wochen. Andere Archetypen hielten sich wesentlich länger an der Spitze, aus unterschiedlichsten Gründen. Um zu sehen wo die Reise hingeht, lasst uns doch schauen wo sie begann.


Warlock Aggro

Warlock Aggro begleitet uns, seitdem Reynad es mit seinem Zoo Deck wieder popularisiert hat. Seitdem wird es in verschiedenste Richtungen modifiziert, jedoch hat sich der Shieldbearer als Bloodimp-Ersatz fest etabliert.

Warlock Zoo

Zauber:
Seelenfeuer x 2
Weltliche Ängste x 2

Diener:
Argentumknappin x 2
Flammenwichtel x 2
Schildträger x 2
Leerwandler x 2
Junge Priesterin x 2
Terrorwolfalpha x 2
Messerjongleur x 2
Erntegolem x 2
Scharlachrote Fanatikerin x 2
Blutelfenklerikerin x 2
Verteidiger von Argus x 2
Verdammniswache x 2
Argentumkommandant x 2

Das Deck zeichnet sich durch einen einfachen Einstieg in die Materie aus. Es zu meistern braucht ähnlich viel Skill wie beispielsweise Druid Ramp oder Hunter Midrange. Damit überformuliert es Hearthstones Prämisse “easy to learn, hard to master”. Trotzdem ist man wesentlich topdeckabhängiger als andere Meta-Mitbewerber, da vor allem zum Schluss in den richtigen Charge/Burst gezogen werden muss. Dieser Effekt ist aber unbedingt neben und nicht über dem spielerischen Können des Warlock-Aggro Piloten zu betrachten.

Da man mittlerweile so an dieses Deck gewöhnt ist, vergisst man leicht, welche Nebenwirkungen es mit sich bringt. Klassen wie der Paladin, welche zu Beginn der Closed Beta als zu stark und lange Zeit als konkurrenzfähig betrachtet wurden, sind aufgrund von fehlendem, frühen Removal komplett von der Nützlichkeitsskala verschwunden. Für den Priest könnte man eine ähnliche Aussage treffen, aber der hat wahrlich mehr Probleme als Zoo. Um in der Ladder zu bestehen, muss jedoch jedes Deck eine Chance gegen aggressive Warlocks haben, sonst wird man nicht weit kommen.

Diese Selbstverständlichkeit zeigt sich in fast jedem der gespielten Decks, von welchen einzig Warrior Control etwas größere Probleme mit Zoo hat. Archetypen wie Shaman Midrange, Rogue Tempo, Miracle Rogue, Hunter Midrange, Hunter Aggro, Handlock, Druid Midrange & Druid Ramp haben mindestens eine 50%ige Winrate gegen Warlock Aggro. Nach wie vor ist es das Einzige was uns von Lategame Materialschlachten trennt und damit ein schwer weg zu denkender Teil von Hearthstone. Auch wenn die Grundlage Lifetap etwas bedenklich ist. Damit hat Zoo für mich den exklusiven Status Naxxramas zu überleben, die Spielbarkeit jedes anderen Archetypen wird mit neuen Karten grundlegend in Frage gestellt.

Hunter Aggro

Zu Beginn der letzten Season waren Hunter Aggro Varianten die unangefochten besten und einzigen Hunter Decks. Dabei sind diese nicht nur sehr preiswert, sondern boten die einzig ernstzunehmende Alternative zum frühen Timing von Warlock Aggro. Unterschiede gab es in Varianten die mehr Cycling und Delay wie Freezing Traps mitbrachten, die in direkter Konkurrenz zu den Charge-Face Decks mit möglichst maximalen Burn standen.

Hunter Burn

Zauber:
Arkaner Schuss x 2
Fährtenlesen x 2
Sprengfalle x 2
Irreführung x 2
Leuchtfeuer x 2
Lasst die Hunde los! x 2
Fass! x 2

Diener:
Ruchloser Unteroffizier x 1
Lepragnom x 2
Waldwolf x 2
Tierbegleiter x 2
Blaukiemenkrieger x 2
Arkangolem x 2
Wolfsreiter x 2
Leeroy Jenkins x 1

Waffen:
Adlerhornbogen x 2

Ähnlich wie bei Zoo schloss auch dieses Deck viele andere Klassen und Archetypen von ihrer Konkurrenzfähigkeit aus. Generell sind billige und schnelle Decks sehr oft in der Ladder vertreten, was sie wichtig genug macht, als dass man sie nicht ignorieren kann. Sehr ähnlich wie Mage Burn ist direkter Schaden jedoch wesentlich drastischer, da er wesentlich mehr Konkurrenzdecks unspielbar macht. Das hängt viel mit Charge Kreaturen zusammen, die entweder massiven Taunt benötigen, oder immer (!) Schaden am gegnerischen Helden machen. Danach muss genauso mit ihnen aufgeräumt werden, wie das mit anderen Kreaturen auch geschieht, was deren Nützlichkeit ungemein erhöht. Als zweites Problem ergibt sich Lasst die Hunde los! + Verhungernder Bussard, welche als 4-Mana Kombo den Gegner davon abhält das eigene Board zu fluten. Da dies aber oft genug die eigene Form der Konter-Aggression ist, wurde das Meta sehr eingeschränkt. Insbesondere betroffen waren:

Shaman Midrange: Dass Totems als Treibstoff für das gegnerische Lasst die Hunde los! dienen, zerlegt den halben Schamanen.

Rogue Tempo: Minions wie Argentumknappin und Beutehamsterer, sorgen oft genug für mehr Probleme als dass sie Schaden machen. Die Hero-Power ist schlichtweg ungeeignet mit Chargern aufzuräumen, da es unverantwortlich ist, deren Schaden zwei mal zu nehmen.
Druid Tokens: Ein Archetyp der Taunt durch die Fähigkeit das eigene Board zu fluten ersetzt, hat gegen Lasst die Hunde los! schlechte Chancen.

Hunter Aggro wurde interessanterweise eher durch einen psychologischen Effekt als durch Nerfs oder direkte Konter vertrieben. Mit der popularisierung von Hunter Midrange schienen die meisten Spieler direkt gewechselt zu haben. Was interessant ist, da es sich hierbei um zwei grundverschiedene Archetypen handelt. Mit der Einführung von Hunter Midrange wurde der einzige Hartkonter, Warrior Control, sogar deutlich schwächer. Dass man aggressive Hunterdecks so wenig sieht ist meiner Meinung nach ungerechtfertigt. Spätestens nach dem Patch ist das anders, da diese wesentlich mehr von höheren Lasst die Hunde los!-Kosten betroffen sein werden, als Midrange.

Warrior Control

Für erstaunlich lange Zeit stand Garrosh unangefochten als bestes Ladder und Turnierdeck an der Spitze der Nahrungskette. Große Namen wie Darkwonyx und Kitkatz zeigten Eindrucksvoll wozu dieses Deck in der Lage ist. Auch wenn die neuesten Meta-Änderungen Warrior Control Listen etwas aufwühlten, sah es für die meiste Zeit sehr ähnlich aus:

Warrior Control

Diener
Cairne Bluthuf x 1
Grommash Höllschrei x 1
Ragnaros der Feuerfürst x 1
Baron Geddon x 1
Gesichtsloser Manipulator x 1
Rüstungsschmiedin x 2
Wütender Berserker x 2
Akolyth des Schmerzes x 2
Alexstrasza x 1
Fieser Zuchtmeister x 2
Eiswindyeti x 2

Zauber
Scharmützel x 1
Schildschlag x 2
Zerschmettern x 2
Schildblock x 2
Wirbelwind x 2
Hinrichten x 2

Waffen
Feurige Kriegsaxt x 2
Blutschrei x 1

Im gesamten Meta war das einzig, minimal schlechte Matchup Warlock Aggro. Aber der Nachteil war so überschaubar, als dass er wenig ins Gewicht fiel. Gegen alle anderen Decks hatte man eine 50%+ Winrate. Besonders die aggressiven Hunter Decks stachen hervor, die einfach komplett an Garrosh eingiengen. Zwischen Rüstungsschmiedin, Armor Up, Alexstrasza und Schildblock war es unmöglich an dessen dicker Rüstung zu kratzen. Dieses Autowin-Matchup machte es super-beliebt um beispielsweise die letzten 5 Ränge bis zu Legend zu nehmen. Wer zu dieser Zeit die Geduld und den Staub hatte, Warrior Control zu spielen, war meist gut unterhalten, denn einfach zu spielen war/ist dieses Deck nicht. Andere Archetypen beeinflusste es ansonsten sehr wenig, was oft ein Merkmal von langsamen Decks ist. Einzig Hunter Aggro war für dessen Verbreitung verantwortlich.

(Hunter Aggro: Cycle & Charge, Warrior Control: Kitkatz & Darkwonyx, Hunter Midrange: Kolento & Lifecoach, Miracle Rogue: Malygos, Forsen, Druid Ramp: Gaara)

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