WoW Legion: Schon seit 2012 in Planung

Vor mehr als einem Monat wurde Legion als nächste Erweiterung für World of Warcraft angekündigt. In der Zwischenzeit haben wir viele Informationen aus unzähligen Entwickler-Interviews zusammentragen können und bereits ein recht gutes Bild davon, was uns mit der nächsten Erweiterung erwartet. Heute haben wir ein weiteres Interview für euch, in welchem Ion Hazzikostas und Tom Chilton mit unseren Kollegen von gamereactor gesprochen haben.

Das Interview ist ebenfalls im Rahmen der gamescom in Köln entstanden, gibt jedoch einige neue Einblicke in den Entwicklungsprozess von Legion und konzentriert sich nicht nur auf die Inhalte, die uns erwarten. Ein guter Grund für uns, euch hier eine Zusammenfassung zu geben, da es doch immer wieder interessant ist, welche Gedanken hinter der Entwicklung einer Erweiterung stecken und welche Schritte und Überlegungen letztlich direkten Einfluss auf die Ausrichtung haben.

  • Zunächst gaben Hazzikostas und Chilton Auskunft darüber, wie lange sich Legion bereits in der Entwicklung befindet. So exististiert bei Blizzard eine Roadmap, welche zukünftigen Erweiterungen man plant.
  • Einzelne Inhalte und Features einer jeden Erweiterung werden dann im unmittelbaren Entwicklungsprozess festgelegt, wobei man auf Grund des Plans immer wisse, worauf man hinarbeite.
  • Ein Punkt im Vorfeld der Entwicklung war die Überlegung, kommende Erweiterungen storytechnisch enger miteinander zu verbinden. Dies wurde bereits mit dem Übergang von Mists of Pandaria zu Warlords of Draenor begonnen und nun mit den Ereignissen um Gul’dan, zu Legion führen, fortgesetzt. Im Laufe der Entwicklung stellte sich die Frage, welche Erweiterung man zuerst veröffentlichen wolle, ob nun Draenor oder Legion zuerst kommen solle und man entschied sich für Draenor.
Zitat von: Tom Chilton
“We go through multiple expansions at a time and there was a point in which we were trying to decide the order of which should come first, Warlords of Draenor versus Legion … and we had decided that the right thing story wise was for Warlords to come first and lead into Legion. So we have known what we are going to do on core level since two and half three years ago or so now. It was around 2012 we were talking about that.”

Die Festlegung auf den Namen Legion erfolgte vor ungefähr zwei Jahren, was nochmals verdeutlicht, dass die Entwicklung einer Erweiterung ein langer Prozess ist.

  • In diesem Prozess werden verschiedene Features zu unterschiedlichen Zeitpunkten angegangen und erst am Ende füge sich alles zu einem Ganzen zusammen.
  • Die Entwicklung von Legion ging quasi von einem Ort aus, den man wieder in das Spiel bringen wollte, dem Grabmahl des Sargeras. Dieses bildete den Anker für die neuen Inhalte. In der Folge wurde natürlich überlegt, wie man dies mit der Lore konsistent verknüpfen kann. Bei der Frage, was die Lore bietet, war es für die Entwickler naheliegend, uns eine alte Nachtelfenzivilisation zu bieten, da das Grabmahl usprünglich ein Tempel der Elune war.
  • Gerade nach den ganzen orclastigen Storylines der letzten Jahre, ist es für die Entwickler sehr interessant gewesen, die Nachtelfenzivilisation wieder näher zu beleuchten. Von dieser Entscheidung ausgehend haben sie die Entwicklung der weiteren neuen Areal vorangetrieben.
  • Die Entscheidung für weitere Features ist dann ein nächster Entwicklungsschritt, in deren Rahmen auch die Frage, ob eine neue Klasse Sinn macht oder nicht, erörtert wird.
  • In Bezug auf Legion war relativ schnell klar, wenn man die Heldenklasse des Dämonenjägers in World of Warcraft bringen wolle, dann gebe es wohl keinen besseren Zeitpunkt als jetzt.

Der Entwicklungsprozess einer Erweiterung ist ein sehr komplexer Vorgang, der von einem groben Fahrplan bis ins kleinste Detail von verschiedenen Teams verwirklicht wird. Dies bedeutet natürlich im Umkehrschluss, dass die entsprechenden Teamleads einen guten Austausch haben müssen, damit letztlich alles in eine Richtung geht und auch die weiteren Features gut integriert werden und sich gut anfühlen. Über die Features wurde in dem Interview natürlich auch gesprochen.

  • Artefaktwaffen – Diese stellen ein alternatives Fortschrittsystem dar, welches den Fokus auf eine individuelle Anpassung der Waffen sowohl im Aussehen als auch den Eigenschaften an die Bedürfnisse des Spielers legt. Man verspricht sich durch dieses System eine größere Auswahl für die Spieler sowie eine größere Komplexität in Bezug auf die Ausrüstung/Waffen, die über das bisherige System des reinen Sammelns hinaus geht.
  • Auf diese Weise soll zusätzlich das Gefühl des Fortschritts auch nach Erreichen des Maximallevels aufrecht erhalten werden. Zudem sind die Artefaktwaffen teil eines System, welches unabhängig vom Item-Level funktionieren soll und nicht auf der reinen Suche nach Gegenständen aus Dungeons und Raids funktioniert, eben ein komplett neuer Weg der Progresserfahrung.

Das Thema der Spielerfahrung ist ebenfalls thematisiert worden, da genau dies einer der größten Kritikpunkte im Laufe von Warlords of Draenor war, in welchem man am Anfang das Gefühl hatte, wirklich viel zu tun zu haben und am Ende quasi nur noch der Raid blieb.

  • Spielfortschritt – Die Entwickler sind der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit in Draenor bewusst.
  • Man möchte den Spielfortschritt wieder spannender und innovativer gestalten, da für ein RPG oder MMOPRG fundamental und für den Spielspaß sowie die Spielerfahrung unersetzlich ist.
  • Man ist sich des Problems bewusst, dass viele Spieler vor allem zu Beginn einer Erweiterung besonders viel Spielspaß haben, weil noch alles zu tun ist und man sich entwickeln kann, am Ende allerdings nur noch die Frage bleibt, was das beste Item sei.
  • Teil der Überlegungen, wie man Abhilfe verschaffen kann, sind die Artefaktwaffen. Als Teil eines neuen Fortschrittsystems sollen Spieler hierdurch wieder mehr Langzeitmotivation erlangen und Fortschritt auch über das Maxlevel hinaus erzielen können.

Zuletzt wurden natürlich die Abonnentenzahlen angesprochen und ob die Entwickler sich deswegen sorgen und ob es Auswirkungen auf die Produktion weiterer Erweiterungen habe. Hierbei vertraten sowohl Tom Chilton als Ion Hazzikostas einen klaren Standpunkt, dass sie trotz abnehmender Abonnentenzahlen weiterhin versuchen, für alle Spieler die möglichst beste Spielerfahrung zu gewährleisten.

  • Fluktuation gäbe es immer und habe auch vielfältige Gründe. Sie wollen weiter daran festhalten Inhalte zu produzieren, welche den Spielern Spaß machen. Der Fokus liege weiterhin auf der Qualität des Inhaltes.
  • Man wolle weiterhin die möglichst besten Inhalte produzieren. Dabei frage man sich natürlich, wie man das Spiel besser machen könne. World of Warcraft sei riesig und man stelle sich dann die Frage, wie kann man die Inhalte besser zugänglich machen, wie kann man auch ältere Inhaltes des Spiel aktiv nutzen und vor allem wie funktioniert der Spielfortschritt? Kann man ein zufriedenstellendes Ergebnis für den Spieler erzielen? Letztlich ist für sie die Frage, ob der richtige Mix zwischen sozialer Interaktion und Einzelspielerinhalten erreicht wird, extrem wichtig.

Hierbei gibt es natürlich auch Probleme, die vor allem in der Diskrepanz zwischen eigener Erwartungshaltung und dem Bedürfniss der Spieler nach neuen, qualitativ guten und motivierenden Inhalten liegen. Hierbei ist es für die Entwickler eine große Herausforderung quasi im Live-Betrieb, neue hochklassige Inhalte zu entwicklen.

  • Man lege einen Fokus auf die Qualität, die besonders schwierig zu garantieren sei, wenn man nicht genügend Entwicklungszeit habe.
  • Es sei ein Drahtseilakt, den Spielern, die nach neuen Inhalten gieren, diese schnellstmöglich in einer vernünftigen Qualität zur Verfügung zu stellen und diese auch über einen langen Zeitraum zu garantieren.
  • Am Beispiel Warlords of Draenor ließe sich das besonders gut sehen, welches einen extrem erfolgreichen Start hatte und dann so einbrach. Nun sei es die Aufgabe, dieses Interesse und auch die Qualität der Erweiterungen über einen langen Zeitraum hochzuhalten und den Spielern auch gute Gründe an die Hand zu geben, den Content weiterzuspielen.

Und wie sieht es nun für die weitere, nähere Zukunft aus?

  • Man befindet sich aktuell in der internen Alpha und bereite die offene Beta vor, was aktuell das Hauptziel sei.
  • Sie sammeln sämtliches Feedback der Spieler und Fans, um diese bei der weiteren Entwicklung von Legion zu berücksichtigen. Hierzu nutzen sie alle zur Verfügung stehenden Kanäle.
  • Außerdem ist die nächste Erweiterung ebenfalls bereits in Entwicklung.

Blizzard ist sich also bewusst, dass sie mehr liefern müssen, als sie es mit Draenor getan haben. Wir können gespannt sein, wo der Weg mit Legion hinführen wird und ob Blizzard seinen Ankündigungen und persönlichen Zielen gerecht werden kann. Im Folgenden haben wir noch das komplette Interview zum Nachhören für euch. Viel Spaß!

Quelle: gamereactor

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