Ghostcrawler spricht: Über Todesdrohungen und böse Worte der Community

Dass es die Entwickler von Spielen nicht immer leicht haben, es der gesamten Community recht zu machen, ist sicherlich bekannt. Schließlich gibt es in den offiziellen Foren und auch auf Twitter oder Reddit oftmals böse Worte zu lesen, wenn aus den Spieleschmieden etwas angekündigt wird, was möglicherweise nicht allen Fans des Games passt.

Greg ‘Ghostcrawler’ Street hat sich nun auf seiner Tumblr-Seite „Ask Ghostcrawler“ zu diesem Thema geäußert. Dort wollte nämlich ein Spieler wissen, ob jemand, der das „Gesicht eines Spiels“ darstelle, tatsächlich ein dickes Fell haben müsse. Auslöser für diese Frage war eine Diskussion auf Reddit, in der es darum ging, wieso die Entwickler von Hearthstone keine „Dev Insights“ (Einsichten in die Entwicklerarbeiten in Blogform) mehr veröffentlichten. Hearthstones Game Director Ben Brode schrieb da nämlich zu, dass sie sich mit diesem Format lediglich zur Zielscheibe der Community machen würden und dann ein dickes Fell bräuchten.

Genau davon kann der ehemalige WoW Lead System Designer Greg Street ebenfalls ein Lied singen – er war jahrelang das Aushängeschild des World of Warcraft Entwickler-Teams und hat sich mit der Community vor allem auf Twitter auseinander gesetzt. Er erklärte in seinem Blogbeitrag, dass man seiner Meinung nach kein guter Entwickler sein könne, wenn man kein dickes Fell besäße. Schließlich gäbe es aus allen Richtungen zwar schönes Lob für das Spiel sowie für Entscheidungen und Wege, die man als Entwickler einschlage, aber auch die dicksten Kritiken.

Spieler würden nämlich denken, dass derjenige, der die Fragen beantwortete – zum Beispiel eben ein Ghostcrawler für WoW oder ein Ben Brode für Hearthstone – ganz alleine für alles, was das Spiel betreffe, verantwortlich sei. Natürlich sei diese Denkweise Humbug, jedoch wäre es nicht so einfach, der Community diesen Fakt beizubringen und so würde man als Aushängeschild eines ganzen Teams für alles (egal ob positiv oder negativ) verantwortlich gemacht. Natürlich bräuchte man dann auch ein dickes Fell und eine Portion Kaltschnäuzigkeit.

Welche Ausmaße das „Im Rampenlicht stehen“ haben kann, erklärte Ghostcrawler im Anschluss. Er habe mitten in der Nacht seltsame Anrufe erhalten und anscheinend gingen „Fans“ sogar so weit, dass er Todesdrohungen bekommen habe und auch Blizzards Security Team sein Haus überwachte. Er habe auch mit Entwicklern zusammengearbeitet, die in Verbindung mit dem FBI standen, um Bedrohungen rechtzeitig auszumerzen. Er kenne auch Entwickler, die nicht wie er ein „upper class, straight, white dude“ (also frei übersetzt „gut betuchter, heterosexueller und weißer Kerl“) seien und denen es noch viel schlimmer als ihm ergingen.

Danach rief er dazu auf, dass es gar nicht notwendig sei, solche Drohungen auszusprechen. Jeder würde Spiele lieben – die Entwicklerteams und natürlich auch die Spieler. Dadurch würden doch schon die ersten Gemeinsamkeiten bestehen. Es würde mehr bringen, wenn jeder Spieler ebenso professionell mit Kritiken und Problemen umgehen könnte. Man würde schließlich auch seinen Lehrer, seinen Chef oder Mitarbeiter nicht wie Unmenschen behandeln, selbst wenn man mal nicht überein in einem Thema sei.