“Lang ist”s her, wo der junge Ork-Held und Meister-Axtschmied mit seinem soeben in den lodernden Schmiedefeuern Orgrimmars erschaffenen, noch handwarmen Arcanite Reaper die Blicke der gesamten Stadt auf sich zog und den jungen Ork-Damen verzückte Grunzlaute entlockte. “Those were the times, my friend, we thought they never end”, würde der mittlerweile gealterte Held wohl sagen, fragte man ihn heute nach seiner alten Streitaxt, dessen grimmig dreinblickender Schädel zwischen den beiden todbringenden Klingen inzwischen Legende ist.
Viel Wasser ist seitdem den nahe gelegenen Southfury River hinuntergeflossen. Die Feinde wurden mit der Zeit immer zahlreicher und immer mächtiger, und nach deren Vernichtung gelangte die Horde in den Besitz von Waffen und Rüstungen, die die Künste unseres Helden bei weitem übertrafen. Es sind einige gute, seltene Rezepte im Umlauf, aber entweder übersteigt deren Erwerb die Finanzen unseres Helden oder ihre Beschaffung aus Feindesgebiet ist schlicht zu aufwändig. So wurde seine einst begehrte Ware verglichen mit der Beute heutiger Tage viel zu teuer, die Aufträge gingen nach und nach zurück, und schliesslich wurde er arbeitslos. Das angesparte Gold reichte auch nicht mehr lange, und heute leben er, seine Frau und vier Kinder in “The Drag” von der orgrimmar”schen Sozialhilfe, “Alterac IV” genannt.
Ist das der vorzeitige Lebensabend unseres Meisterschmiedes? Oder gibt es noch Hoffnung auf einen Neuanfang, jetzt da ihn kürzlich die Kunde von der Öffnung des “Dunklen Portals” erreichte und gierige Dämonen sich anschicken, sein geliebtes Azeroth für alle Zeiten auszulöschen? Es geht das Gerücht, dass uraltes, längst verschollen geglaubtes Handwerkswissen bei den Grossmeistern jenseits des Portals aufgetaucht ist, und so macht sich unser Held auf, die Bewahrer dieses Wissens zu finden und von ihnen zu lernen.”

Nach der kleinen Einführung wollen wir diese Woche einen Blick auf die Handwerke in Burning Crusade werfen, die Rüstungen, Waffen und andere nützliche Dinge herstellen. Unser besonderes Augenmerk gilt dabei den Branchenspezialisten, die ja bekanntermassen einigen Mehraufwand betreiben müssen, um Meister ihres Fachs zu werden. Herausgepickt aus den Berufen haben wir uns die Lederverarbeitung mit Spezialisierung auf Drachenschuppen, da es sich zum einen für meine junge Blutelfen-Jägerin anbot, diesen Beruf “von der Pike auf” in der Beta zu durchlaufen, und zum anderen besonders die Lederverarbeitung in WoW immer wieder Anlass zu Kritik gab. Wir schauen aber auch bei den anderen Künstlern ihres Fachs (Elementar- und Stammesledermeister) vorbei, um zu sehen, was es dort Neues gibt.
Wenn die Beta demnächst etwas weiter fortgeschritten ist, und meine Jägerin die Outlands und die Lehrer dort erreicht, widmen wir uns in einem zweiten Teil ausführlich der generellen Lederverarbeitung und deren Items von Stufe 300 bis 375, sowie den bei entsprechendem Ruf käuflichen Rezepten der neuen Fraktionen wie “Thrallmar” (Horde) oder “Honor Hold” (Allianz).
Gesammelt wurden die Infos mit dem aktuellen, englischen Beta-Client 2.0.2.6108; die Neuerungen, die hier vorgestellt werden, sowie die Beschriftungen der Screenshots verwenden daher die englischen Bezeichnungen. Die angesprochenen Neuerungen werden, davon gehen wir mal aus, auch für die verwandten Handwerksberufe (Schneider, Schmiede und Ingenieure mit ihren jeweiligen Spezialisierungen) in gleicher oder ähnlicher Weise kommen. Da der aktuelle Status noch Beta ist, sind eventuelle Änderungen und Erweiterungen nicht ausgeschlossen.

Wie schon in WoW startet man als angehender Lederverarbeiter mit einem Kürschnermesser bewaffnet und häutet erstmal alles, was einem während der Jagd über den Weg läuft. Die Fortschritte im Beruf stellen sich dank ausreichend vorhandener Ressourcen angenehm schnell ein, und das für die Spezialisierungen erforderliche Skilllevel 225 ist bis Charakterstufe 40 problemlos mit dem vom Trainer Erlernten erreicht. Mit Stufe 40 geht”s dann (für die Horde) zu Thorkaf Dragoneye in den Badlands, seines Zeichens Meister der Drachenschuppen-Lederverarbeitung. Bevor er uns in sein Wissen einweiht, sollen wir ihm je 2 Scorpid-Brustplatten und -Handschuhe sowie 10 Drachenschuppen besorgen. Auch diese bereits aus WoW bekannte Quest ist recht zügig absolviert, und wir erwarten nun mit Spannnung, was uns Thorkaf präsentiert.

Bereits ein erster Blick in Thorkafs neues Lehrbuch zeigt, dass er uns in der Expansion deutlich mehr als in WoW beibringen wird. Neben den für jeden Lederer erhältlichen Kostproben seiner Kunst – Dragonscale Gauntlets und Dragonscale Breastplate – gibt es nach wie vor die Green Dragonscale Gauntlets und die Blue Dragonscale Leggings zu erlernen.
Hier kommt auch schon gleich die erste wichtige Änderung, die alle Lederverarbeiter freuen dürfte: Diese beiden, einst nur für Drachenschuppenlederer verfügbaren Setteile sind jetzt für alle Lederer erlernbar, und zwar inklusive der anderen vier Setteile, die es per Rezept vom Händler oder als Item-Drops gibt. Dieselbe Liberalisierung gilt auch für folgende, einst nur den entsprechenden Lederspezialisten (Elementar- bzw. Stammeslederer) vorbehaltenen Sets oder Items: Devilsaur Set, Ironfeather Set, Living Set und Stormshroud Set.
Dann fallen zwei neue, sehr gute Items rarer (blauer) Qualität auf, die Dragonstrike Leggings und die Golden Dragonstrike Breastplate (siehe Bilderreihe oben). Beide Items sind nur für den Drachenschuppenlederer erlernbar, und beide sind “bind on pickup”, d.h. sie sind ausschliesslich für den Lehrling bestimmt, der sich bei Thorkaf verdingt hat. Dasselbe gilt auch für alle folgenden Items, die wir gleich vorstellen werden.
Man sieht hier, dass Blizzard bei den Branchenspezialisten einen neuen Kurs einschlägt. Wer sich dafür entscheidet, mehr Zeit und Gold als der normale, nicht spezialisierte Lederverarbeiter zu investieren, wird dafür mit einer erlesenen Auswahl seelengebundener, teils gesockelter Sets und Items belohnt. Im Gegenzug werden die oben genannten, aus WoW bekannten Spezialisten-Sets und -Items allen Lederverarbeitern zugänglich gemacht.
Schliesslich kommen wir zu den Sahnestückchen aus Thorkafs Lehrbuch, das epische Netherscale Armor Set und das epische Netherstrike Armor Set (siehe Bilderreihe oben). Diese beiden, je 3 Teile umfassenden und mit je 6 Sockeln versehenen Sets sind von ausgezeichneter Qualität. Sowohl Jäger als auch Schamanen aller Ausrichtungen dürften dank der durch die Sockel gegebene Flexibilität sehr gut bedient sein.
Wie in WoW hat Qualität natürlich auch hier ihren Preis, und so steht noch abzuwarten, wie teuer bzw. aufwändig die Beschaffung der für die Herstellung benötigten Ressourcen sein wird. Eine Aussage und abschliessende Bewertung diesbezüglich wird aber erst nach Erscheinen der Expansion möglich sein, wenn die neue Spielwirtschaft ein paar Monate angelaufen ist. Ein Fortschritt gegenüber früher zeichnet sich aber jetzt schon ab, denn für diese sehr guten, exklusiven Sets und Items braucht man weder Instanzen grinden noch Rufpunkte farmen oder Unmengen Gold – man bekommt sie einfach durch Spezialisierung und ein vergleichsweise bescheidenes Entgelt beim Trainer.

Zum Abschluss des heutigen Ausblicks auf die Handwerke in Burning Crusade zeigen wir euch nachfolgend noch die neuen Items und Sets der Elementar- und Stammesledermeister im Bild. Viel Spass beim Ansehen!

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