Blizzard ist für viele Dinge bekannt – gute Verkaufszahlen, hochwertige Produkte und, natürlich, erstklassige Videos. Heute veröffentlichte Blizzard ein Video über die Entstehung eben solcher Videos für das entstehende MMORPG World of Warcraft. Es soll einen Blick hinter die Kulissen bei der Herstellung eines solchen Videos ermöglichen. Um ein bisschen mehr über dieses Verfahren herauszufinden, haben wir uns mit dem “Direktor der Cinematics” bei Blizzard, Matt Samia, unterhalten.

IGNPC: Lass uns die Ereignisse im Trailer durchgehen. Was genau sehen wir da? Was für einen Effekt wollt ihr erzielen?

Matt Samia: Es ist ein Blick hinter die Kulissen auf Teile des World of Warcraft Intros, während verschiedenen Phasen der Entwicklung. Wir zeigen Charaktermodelle, Tests von sich entwickelnden, dynamischen Simulationen, Tests von Haar-Shadern, etc. Nichts von all dem ist fertig. Viele Leute haben in der Vergangenheit nach der Möglichkeit, so etwas zu sehen, gefragt, und wir denken, dass es interessant ist, ein bisschen was davon zu sehen, wie die Blizzard Cinematics entstehen.

IGNPC: Gibt es eine Geschichte oder einen Hintergrund, den ihr darstellen wollt, oder ist die Cinematic mehr ein Gesamtüberblick über das Spiel? Ist es bei dem Erzeugen einer solchen Cinematic wichtiger eine Handlung einzubauen, oder eine Abfolge von emotionalen Bildern zu erzeugen?

Matt Samia: Ich hasse es, die Überraschung zu verderben? Also sage ich nur, dass wir uns in diesem Intro darauf konzentrieren, den Zuschauern einen näheren Blick auf die Welt, die sie betreten werden, zu ermöglichen, und sie in diese Welt hineinzuziehen. Wir wollen sie wirklich von der Idee begeistern, einen Ork zu spielen, eine Nachtelfe, oder… Stopp – Ich erzähle zu viel! Wir sind definitiv auf die emotionale Wirkung aus.

IGNPC: Wie sieht der Gesamtvorgang zur Herstellung eines solchen Videos aus? Startet ihr mit einer linearen Geschichte, oder fügt ihr nur Aktionsmomente zu einer Abfolge zusammen? Wer entscheidet über den Inhalt? Wie viele Menschen sind an solch einem Projekt beteiligt?

Matt Samia: Es ist egal, ob wir etwas Storyabhängiges wie Diablo II machen, oder etwas wie das World of Warcraft Intro, der Prozess ist nahezu der gleiche. Wir schreiben ein Screenplay, erarbeiten daraus ein Storyboard, dieses wird gescannt und zu unserem “animatic”, oder animierten Storyboard, weiterbearbeitet. Danach springen wir in 3D und beginnen grob animierte Bilder zu erzeugen, indem wir Versionen der Charaktere und Umgebungen mit wenigen Polygonen nehmen.

Unsere Modellierer beginnen dann mit dem Erzeugen der endgültigen Modelle, und unsere Animatoren verfeinern die Animationen. Wenn die Charaktererzeugung sich dem Ende nähert, beginnen wir, die Charaktere in die Bilder einzubauen, und überarbeiten das Licht und die Texturen. Am Schluss wird das ganze noch mal überarbeitet und abgestimmt. Dann schlafen wir für eine Woche.

Wir arbeiten immer eng mit dem Game Team zusammen, um Material zu erzeugen, das gut ins Spiel passt und dieses vervollständigt.

Unser Cinematics Team besteht aus ungefähr 25 Mann, und normalerweise sind alle an jedem Projekt irgendwie beteiligt.

IGNPC: Es gibt immer eine große Erwartung an Blizzard Spiele und deren Cinematics. Die Spieler erwarten das Beste von diesen Titeln. Erhöht das den Druck auf den Herstellungsprozess?

Matt Samia: Nun, wir sind wahrscheinlich unsere eigenen härtesten Kritiker. Wir suchen immer nach Möglichkeiten, unser nächstes Projekt auf neue Ebenen der Coolness zu bringen, deshalb, ja, es gibt immer einen gewissen Druck. Es ist aber auch sehr befriedigend, auf die Reihe unserer Arbeiten zu schauen, und den konstanten Anstieg der Qualität zu erkennen.

IGNPC: Bei der Cutscene Technologie wart ihr Jungs ja immer an der Spitze. Was für neue Tricks sehen wir diesmal?

Matt Samia: Wir haben verschiedene Grenzen nach vorne verschoben. Wir haben wesentlich dynamischere Simulationen für Haar, Kleidung, Blattwerk und alles andere woran wir denken konnten. Außerdem haben wir bessere Shader für Haut, und sauberere Renderer, um ein paar mehr zu nennen.

IGNPC: Was wäre der nächste Schritt, die Cutscenes zu verbessern? Was sind eure größten Hindernisse, bezogen auf Technologie?

Matt Samia: Es ist immer schwer, den nächsten Schritt genau zu benennen. Wir versuchen generell jedes Mal, uns selbst zu übertreffen, und das bringt Verbesserungen in jedem Aspekt.

Bei der Technologie werden die Werkzeuge immer besser und die Hardware wird schneller, aber wir treffen bei manchen Teilen der Produktion unvermeidlich auf Grenzen. Auf einer Wunschliste wäre eine Erweiterung unseres Werkzeugkastens, mit besseren Skinning, Haar und Renderwerkzeugen.
IGNPC: Warum ist es euch so wichtig, Videos dieser Qualität zu produzieren? Was bringen sie dem Gameplay?

Matt Samia: Bei Blizzard sind wir auf Qualität bei jedem Aspekt unserer Arbeit aus, inklusive Gameplay, Sound und den Cinematics. Die Cinematics haben eine Funktion als Angelpunkte der Geschichte, sie erzeugen das Gesamtbild, bringen das Spiel erzählerisch weiter und, so hoffen wir, belohnen die Spieler für Stunden des Spielens.