BlizzCon 2005 – Tag 1: Lasst die Spiele beginnen
Eine kreischende Menge, minutenlanger Applaus und stehende Ovationen. Was sich eher nach dem Finale eines Pop-Konzertes anhört, ist die Eröffnungsveranstaltung der BlizzCon. Nie hätte ich glauben können, dass erwachsene Männer beim Anblick eines Blutelfen auf der Videoleinwand oder beim Verspechen bald Wettereffekte in World of Warcraft haben zu können so ausrasten können, bis zum heutigen Tag: Die BlizzCon 2005 hat begonnen.

Selten zuvor war ich so glücklich ein Angehöriger der Presse zu sein. Hätte ich mich in die Registrierungsschlange anstellen müssen, wäre ich mit ziemlicher Sicherheit verdurstet, bevor ich den Eingang überhaupt erreicht hätte. Zwar konnte ich weder Zelte noch Schlafsäcke finden, aber ein Großteil der Blizzard-Jünger muß bereits zu einer unmenschlichen Uhrzeit auf den Einlass gewartet haben. Nun gut, dies soll uns an dieser Stelle nicht weiter interessieren.

Beim Betreten der fast menschenleeren Ausstellungshalle war ich wirklich beeindruckt. Zwar kannte ich Blizzards Messe-Auftritte bereits von der E3 und von der Games Convention, aber eine riesige Halle, in der soweit das Auge reicht nur Blizzard-Stuff zu erkennen ist, haut einen dann doch von den Socken. Von Diablo über Starcraft bis hin zu Warcraft war wirklich alles vertreten (was mich ehrlich gesagt überrascht hat, schließlich liegt der Release vom Diablo 2 AddOn, Lord of Destruction, bereits mehr als vier Jahre zurück).

Viel Zeit um die unterschiedlichen Attraktionen zu begutachten blieb aber zunächst nicht, stand doch die Eröffnungsveranstaltung, bei der uns Mike Morhaime, der Präsident von Blizzard Entertainment, recht herzlich begrüßte. Darauf folgte nahtlos die Präsentation von Burning Crusades, welche von Lead Designer Shane Dabiri vorgenommen wurde. Durch die bekannten Leaks im Vorfeld der Messe, konnten allerdings keine neuen Infos präsentiert werden, was die Menge allerdings nicht von weiteren Begeisterungsstürmen abhielt.

Nach der Eröffnungsveranstaltung ging es dann gleich zu einem QA mit den Herren Metzen, Dabiri, Kaplan und Pardo, welches nur für Pressemitglieder zugänglich war. Wie nicht anders zu erwarten, konnten wir auch hier keine neuen Informationen in Erfahrung bringen. Trotzdem waren die Interviews sehr angenehm, präsentierten sich doch alle Blizzard-Mitarbeiter locker und volksnah.

Darauf folgte dann eine kurze Mittagspause, auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte. :)

Am Nachmittag habe ich dann selbstverständlich die Gelegenheit genutzt beide vorgestellten Titel, World of Warcraft: The Burning Crusades und Starcraft Ghost (im Multiplayer) anzutesten. Hier meine Eindrücke nach jeweils dreißigminütiger Spielzeit:

World of Warcraft: The Burning Crusades

Durch den bereits erwähnten Presse-Ausweis war die Wartezeit auf einen freien Burning Crusades Rechner zum Glück gleich null. Normalsterbliche mussten sich dagegen in einer langen Schlange anstellen, die zumindest teilweise an die Reihe vorm Registierungsschalter erinnerte. Zwar habe ich die Zeit nicht gestoppt, aber unter einer Stunde Wartezeit, dürfte kein Spielen möglich gewesen sein.

Bei der ganzen Vorfreude auf das AddOn, stellte sich allerdings sehr schnell eine Art Ernüchterung ein. Leider konnte nämlich nur die Blutelfen-Startregion angetestet werden, was eigentlich auch nicht weiter überraschend ist, wenn man den frühen Status der Erweiterung bedenkt. Etwas weiter als bis Level 3 hätte es dann aber schon gehen können. Leider wurde ich aber von einer unsichtbaren Wand abgehalten die Outlands weiter zu erkunden, was eine objektive Bewertung fast unmöglich macht.

Wenn man die ziemlich kleine Spielfläche einmal außer Acht lässt, ist es dennoch ein geiles Gefühl die Blutelfen spielen zu können. Daher meine subjektive Bewertung: absoluter Hammer! Ich persönlich kann den Start der Burning Crusades Beta und somit das Erkunden weiterer Quests jedenfalls seit dem heutigen Tag kaum noch abwarten.

Starcraft Ghost (Multiplayer)

Sehr angenehm aufgefallen ist mir übrigens auch Starcraft Ghost, das im 8on8 Multiplayer-Modus wirklich Laune macht. Das Spielprinzip erinnert zwar stark an eine Mischung aus Unreal Tournament und Halo, was allerdings nicht abwertend gemeint ist. Ziel der beiden Teams ist es die strategisch wichtigen Punkte der Map einzunehmen und letztlich die gegnerische Basis zu erobern. Als Rassen stehen dabei Terraner und Zerglinge zur Auswahl. Sehr zu meiner Freude fand ich mich zu Beginn des Spiels auf Seiten der Zerglinge wieder, die bereits im RTS-Klassiker Starcraft meine absoluten Lieblinge waren.

Schon nach wenigen unüberlegten Vorstössen merkte ich, dass in Starcraft Ghost Teamwork gefragt ist, gerade auf Seiten der Zergs. Allein auf weiter Flur ist man den Fernkampfwaffen der Terraner hoffnungslos ausgeliefert, zusammen dagegen ist man stark. Die Fähigkeit der Zerglinge sind in den Boden eingraben zu können und somit unsichtbar zu sein, spielt taktisch dabei eine sehr große Rolle. Während sich mehrere Mitspieler im Boden verstecken, spielt ein Zergling den Lockvogel. Die Hauptgruppe kann dann aus dem Hinterhalt zuschlagen und die Terraner überraschen.

Letztlich ging das Spiel zwar verloren, trotzdem hat es eine Menge Spaß gemacht und ich überlege ernsthaft mir zum Release Xbox live anzuschaffen.

Ausblick

Morgen stehen natürlich auch noch einige Highlights auf dem Programm. So werde ich euch die unterschiedlichen Stände und Turniere genauer vorstellen. Solltet Ihr also nicht verpassen.

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