Noch ist über das Gildensystem in World of Warcraft nicht viel bekannt. Vermutlich wird es aber ähnlich aussehen wie in Dark Age of Camelot, wo man die Gilden innerhalb des Spiels registrieren kann. Aber was sind überhaupt Gilden und wo haben sie ihren Ursprung?

Dazu muss man das Rad der Zeit weit nach hinten drehen, genauer gesagt bis ins 12. Jahrhundert, denn dort tauchen erstmals Gruppierungen mit dem Namen “Gilde” auf. Der eigentliche Name dieser Gruppen war allerdings “Zunft” und mit Abenteuern oder Kriegen hatte das nichts zu tun. Es war vielmehr ein fachgenossenschaftlicher Zusammenschluss aller Handwerker, Gewerbebetreiber und anderer Berufsgruppen einer Stadt um die Qualität der Produkte und die Preise sicherzustellen. Gleichzeitig gaben die Gilden ihren Mitgliedern aber auch wirtschaftlichen Schutz und unterstützten schwächere Betriebe. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts (1868) verloren die Gilden ihre Rechte als im Norddeutschen Bund die Gewerbefreiheit eingeführt wurde.

Was haben die heutigen Gilden in Onlinegames mit ihren damaligen Vorbildern gemeinsam? Einiges, denn jede Gilde hat ihren Codex und man kann von dem Gildenmitgliedern erwarten, daß dieser auch eingehalten wird. Durch diesen Codex wird festgelegt, was ein Gildenmember an Leistungen erwarten kann und welche Leistungen er selber erfüllen muss um ein Bestandteil der Gemeinschaft zu werden bzw. zu bleiben. Gildenmitglieder sind in jeder Situation zu unterstützen und können auch auf die allgemeinen Ressourcen der Gruppe zurückgreifen, die logischerweise auch wieder von allen Mitgliedern gefüllt werden müssen.
Ein wichtiger Bestandteil des Gildenlebens ist die Politik, also die Kommunikation mit anderen Gilden. Hierbei kann es zu Freundschaften, Auseinandersetzungen und natürlich auch zu Kriegen kommen. Wie dies letztlich in World of Warcraft umgesetzt wird, kann zum heutigen Zeitpunkt noch niemand genau sagen. Der Typ der reinen “Just for Fun”-Gilde, die es oftmals bei Diablo 2 im Battle.net gab, wird es in World of Warcraft deutlich schwieriger haben zu überleben, denn das Gildenleben wird komplexer werden.
Wie päsentiert sich eine Gilde nach aussen? Zum einen muss man hier natürlich das Auftreten der Mitglieder im Spiel selber ansprechen, denn oftmals ist der erste Eindruck ausschlaggebend. Manche Gilden wollen von anderen Spielern gar nicht geachtet werden und haben deshalb auch ein schlechtes Auftreten im Spiel.
Fast alle Gilden verfügen über eine eigene Homepage, auf der man die Gesinnung der Gilde gut zum Ausdruck bringen kann. Pflichtinhalt der Page ist also der “Codex”, natürlich die Mitgliedsliste und auch ein Forum, in dem sich die Mitglieder verständigen können und in dem auch andere Spieler Kontakt zur Gilde aufnehmen können. Bei der Homepage kommt es nicht umbedingt darauf an ein technisches und grafisches Meisterwerk abzuliefern, viel mehr ist es wichtig, daß die gewünschten Informationen rüberkommen, alles andere ist eine willkommene Zugabe.