Kapitel 1

Es wurde Abend in Ashenvale und die Sonne ging am Horizont unter. Die gelbe Kugel wirkte an diesem Abend erneut wie ein riesiger Feuerball den die Erde nach und nach zu verschlingen schien.
Die letzten Strahlen des Lichtes wanderten durch die Wälder und langsam löste die Dunkelheit das Licht ab. Nur noch die Laternen einer Taverne erhellten eine kleine Lichtung im Waldinneren. Dieses Gasthaus war nicht wie die der Menschen aufgebaut worden, aus Steinen und Stahl, nein dieses Gebäude war in einem Baum verwurzelt, es schien ein Teil von ihm zu sein. Keine fremden Materialien waren zu sehen. Nur Glas und einige Metallstreifen wiesen darauf hin dass diese Schenke nicht natürlich entstanden ist. Die Baumkrone schütze die Taverne vor den Elementen und die dicken Wurzeln, die das Gasthaus umschlossen trugen ebenfalls zum Schutz dieser Zufluchtsstätte für durstige Kehlen bei.

“Sag mal, Ari`Vessa. Wie lange muss ich noch auf mein Ale warten? Ich verdurste hier und tote Kunden können nicht zahlen.” Die Stimme dieses durstigen Zeitgenossen gehörte Schae`Fulus, einem Priester, der sich hier in den Wäldern Ashenvales niedergelassen hatte.
“Dein Becher ist noch halb voll Schaef. Lass ihr doch etwas Zeit, Sie ist schließlich hundertfünfundvierzig Jahre alt und ist nun mal nicht mehr so schnell!”
“Ja hast ja Recht Kindujien. Sie ist noch jung und weiß es halt nicht besser. Aber das ändert sich noch wenn sie in mein Alter kommt!” Das Lachen des Priesters drang durch die Taverne und der dünne Nachtelf musste aufpassen, dass er nicht von seinem Stuhl fallen würde, da dieser schon bedenklich zu schwanken begann. Schae`fulus war nicht wie ein gewöhnlicher Priester. Sein dunkelblaues Haar trug er zu einem Zopf zusammengebunden, und seine Kutte wies den einen oder anderen Weinfleck auf. Aber das, was ihn am meisten von einem der Menschen oder Nachtelfen Priester unterschied, war sein Durst. Er erhob das Weinglas bei jeder Gelegenheit und, wenn es keine gab, machte er eine.

Er saß an einem großen Eichentisch, der in der hintersten Ecke der Taverne stand. Die Taverne sah wirklich denen aus menschlichen Städten oder denen der Zwerge nicht ähnlich, aber nur von außen. Von innen war sie fast wie alle Tavernen. Die Holzböden wurden länger nicht gewischt, auf dem Tresen, der direkt an der Eingangstür war standen noch leere Bierkrüge. An den Wänden hingen jedoch nicht wie in Stormwind oder Ironforge Banner von großen Truppen oder Gemälde, nein diese Wände waren kahl. Das einzige, was diese Wände schmückte, war die Maserung des Holzes, die der Baum in sich trug. Die Tische waren quer durch den Raum verteilt und sahen alle gleich aus, bis auf einer. An dessen Tischrand waren elfische Runen eingeschnitzt worden und in der Tischmitte war kunstvoll das Bild eines Falken eingebrannt. Es war der Tisch an dem der Priester saß. Er saß jedoch nicht allein am Tisch. Im Gegenteil, am Tisch saßen viele weitere Leute. Zum Beispiel Cabryn Thruriand ein Krieger aus dem Norden Teldrassils, sein Schwert und sein Schild ruhten neben ihm auf seinem bronzefarbenen Brustpanzer, den er abgelegt hatte.
Auch das Haar dieses Elfen war blau, doch hatte es schon einige graue Stellen, auf die er lieber nicht angesprochen werden wollte. An Cabryn`s Seite saß ein weiterer Nachelf der auf den Namen Damien Blackheart hörte. Dieser Name sollte seine Gegner schon nur bei der Aussprache erzittern lassen so erklärte er einst der Wirtin seinen merkwürdigen Namen. Doch nicht wie Cabryn trug Damien keine Rüstung, nur ein Dünner Lederpanzer sollte seinen Körper schützen. An seinen Seiten ruhten die Dolche des Nachtelfen, der viel zu oft mit seinen Taten prahlte.
Die Männerrunde wurde unterbrochen von einer jungen Elfin. sie war die Tochter von Ari`Vessa, die die Wirtin war. Ein Fellmantel zierte den Körper der Druidin, die sich Sal`Derana nannte. Ein Stirnreif hielt ihr langes blondes Haar aus ihrem Gesicht fern, sie trug unter dem Fellmantel ebenfalls auch eine Lederrüstung und an ihrer Seite ruhte ihr Bogen den Sie immer bei sich trug – oft genug hatte er ihr das Leben gerettet. Aber in der Mitte all dieser Nachtelfen saß ein Mensch, Dieser hatte schwarzes langes Haar und sanfte, aber entschlossene, braune Augen. Es war Kindujien, einer der wenigen Menschen, die hier in Ashenvale gerne gesehen wurden. Auch an seiner Seite ruhte seine Waffe in ihrem Schaft- sein Breitschwert, dessen Griff und Scheide von Zwergischen und Nachtelfischen Runen geziert war.

“Da fällt mir ein Schaef. Du schuldest mir noch fünf Silberstücke für den Stuhl, den du hier kaputtgemacht hast!”
“Ist ja gut Sal`Derana reicht es nicht, dass deine Mutter mein ganzes Gold kassiert?!”
Nun trat auch Sal`Deranas Mutter an den Tisch der Gruppe und brachte die nächste Runde.
“So, dass ist aber das Letzte Es ist schon spät. Ihr seit schon seid Stunden hier und trinkt. Sal`Derana deine Hilfe brauche ich gleich beim Aufräumen!” Nickend half die Druidin ihrer Mutter mit den Getränken. “Ich übernehme das heute. Ich bin mal wieder dran.”
“Find ich nett Kindujien. Denn ich hab nicht genug Kleingeld dabei, um meinen Wein zu zahlen!” Erneut lachte der Priester und war sichtbar erleichtert so wieder Ärger mit Ari`Vessa aus dem Weg gehen zu können. Das letzte Mal hatte sich Schae`Fulus eine Woche nicht mehr hier blicken lassen können, als er nicht zahlen konnte.
Die Uhr der Taverne schlug drei Uhr und nun schien es langsam Zeit zu sein, sich auf den Weg zu machen. Wenn da nicht die Tür gewesen wäre, die aufsprang.

Kapitel 2

Ein verängstigter Mensch stand in der Tür – seine Kleidung zerfetzt und von Blut getränkt.
“Hilfe! Wir brauchen Hilfe!” Der Mann mit dem blonden, unordentlichen Haar schien verletzt zu sein und so eilten die Besucher der Taverne zu ihm, um ihm zu helfen.
Dann sahen sie, dass er nicht allein war. Bei ihm stand Darkonas, ein Druide, der schon seit langer Zeit hier in den Wäldern Ashenvales lebte. Sein Gesicht war ernst und blickte auf den Mann. der mittlerweile zu Boden gesunken war. “Ich habe ihn am Waldrand gefunden. Er sagt. er suche die Taverne. Mehr konnte er mir auch nicht sagen.”
Sal`Derana hielt den Kopf des fremden Menschen hoch und legte ihren Fellmantel unter den Kopf, so dass er besser lag. “Die Wunden sehen wie die eines Kampfes aus. Aber wo kommt er her?” Nun kniete sich Schae`Fulus nieder und sah sich den Verletzten genauer an. “Das ist Korin, einer der Menschen die in der Siedlung östlich des Waldes wohnen. Ich kenne ihn. Ich kauf öfters bei ihm Nahrung und Wein. Ich glaube, ich kann mich um seine Wunden kümmern. Bringt ihn auf eines der Zimmer und bringt mir meinen Kräuterbeutel!”
Darkonas und Kindujien packten den Mann vorsichtig an und trugen ihn die Treppen hinauf ins Zimmer des Priester und legten ihn dort aufs Bett. Nun war es an Schae`Fulus den fast Toten zu versorgen. Die beiden anderen verließen das Zimmer und ließen den Nachtelfen allein.

Unten in der Taverne entfachte schon eine wilde Diskussion, was den Mann so hätte verletzen können. “Korin wurde bestimmt von einem Orc angegriffen!”, äußerte sich Sal`Derana.
“Nein, es war bestimmt ein Murlocs!”, platzte Damien hervor.
“Wir wissen es nicht. Wir müssen hoffen, dass Korin überlebt und es uns selbst sagen kann! Es ist im Moment nicht wichtig, wer es getan hat. Es ist wichtiger, dass er wieder gesund wird, sonst erfahren wir es nie!” Darkonas wollte die anderen beruhigen, aber auch sie hatte sich überlegt, wer oder was den Mann angegriffen haben könnte.

“Es sieht nicht gut aus, oder Kindujien? Er war stark verletzt. Glaubst du Schae`Fulus schafft das?” Cabryn schien besorgt um den Fremden.
Kindujien setzte sich auf einen Stuhl an einem der Tische und schien überlegen zu müssen, was er antwortete. “Ich bin mir nicht sicher. Die Wunden sind schwer und Schaef hat nicht alle Kräuter, die er braucht, und die Zeit, sie zu holen, haben wir nicht. Es wäre sowieso nicht möglich, da diese Kräuter aus Ironforge sind – also schwer zu bekommen. Ich hoffe, dass er es schafft, aber sicher bin ich mir da nicht! Aber berichte, Darkonas: Wie hast du ihn gefunden?!”

Nun setzte sich auch Darkonas hin und die anderen folgten dem Beispiel des grünhaarigen Druiden. “Ich fand ihn, wie ich schon sagte, am Waldrand. Er schien sich dorthin geschleppt zu haben. Aber viel mehr weiß ich auch nicht.”
“Hat er denn nichts gesagt? Er muss dir doch gesagt haben, was passiert ist!”
Der Blick des Druiden wanderte zum Boden. “Nein, hat er nicht. Er versuchte es immer wieder, ist aber dann auch immer wieder bewusstlos geworden.”

“Dann bleibt uns wirklich keine andere Wahl. Wir sollten schlafen gehen und hoffen, dass der Priester ihn wieder hinbekommt!”
“Richtig, Cabryn. Es bringt nichts, wenn wir alle warten und nicht schlafen. Geht hoch in die Betten. Meine Mutter wird nichts dagegen haben in Anbetracht der Lage.”
Sal`Derana ging hinter die Theke und reichte jedem einen Schlüssel – bis auf Kindujien, da er bereits einen besaß. Nun gingen alle auf die Zimmer und versuchten zu schlafen. Währenddessen kümmerte sich der Priester Schae`Fulus weiter um den verletzten Korin.

Kapitel 3

Die Sonne ging am Himmel auf, und der nächtliche Tau der Blätter glänzte in den ersten Sonnenstrahlen, die die Sonne dem Wald schenkte. Auch in der Taverne wurde es langsam morgen und die ersten der Gäste des Gasthauses erwachten und begaben sich in den Aufenthaltsraum der Taverne.

Als nun auch Kindujien und Darkonas die Treppen hinab stiegen, dachten sie, dass sie die ersten wären, doch Ari`Vessa schien schon länger wach gewesen zu sein.
Die Tische waren mit Speisen gedeckt und mit Kelchen und Krügen mit Wasser.
Der Duft von frischem Brot und gebratenem Fleisch stieg Darkonas und dem Paladin Kindujien in die Nase. “Das passt gut. Ich hab nen Riesen Hunger. Schlafen kann so anstrengend sein! Was sagst du, Kindu`? Füllen wir unsere Mägen?” “Ich hoffe, ihr wartet noch auf uns bevor gleich alles weg ist! Diese Stimme gehörte Sal`Derana, der Druidin. Sie kam mit Cabryn und dem, den man Damien nannte die Treppe hinunter. “Selbstverständlich !” Kindujien hatte es eigentlich nicht vor gehabt, da auch er Hunger hatte, aber er wollte nicht unhöflich erscheinen. Alle ließen sich das Brot schmecken und die Zeit verging bis sie alle gesättigt waren. “Ich krieg nix mehr runter. Sonst sehe ich bald aus wie ein Oger!” Cabryn konnte nicht anders als seinen Kommentar zu Damiens Bemerkung zu geben. “Zu Spät!” Alle lachten und für einen Augenblick war der Verwundete, der noch immer in seinem Bett lag und ruhte, vergessen. Vergessen waren die Sorgen um den Mann und auch die Frage, was mit denen passiert ist, die der Fremde erwähnte. Mit einem Klopfen auf den Rücken von Damien gab der Krieger Cabryn seinem Freund zu verstehen, dass er nur spaßte.

“Wir sollten Schaef auch etwas bringen. Er ist bestimmt auch wach und hat garantiert Hunger. Ich werde ihm etwas bringen und dabei direkt mal sehen, wie es unserem Gast geht!”
Sal`Derana nahm etwas von allen Speisen und legte es auf einen Teller und nahm noch einen Krug mit Wasser mit.
Sie stieg nun die hölzernen Treppen hinauf und betrachtete dabei erneut die kunstvollen Schnitzereien an den Treppenwänden. Nun stand sie auf dem langen Gang, wo die Gäste der Taverne immer nächtigten. Auf dem blauen Teppich des Bodens schlenderte sie zu dem Zimmer, das am Ende des Flures lag. Dies war das einzige Zimmer ohne Fenster in der Taverne. Es brannte noch oder schon wieder Licht. Also muss er wach sein, dachte sich die blonde Druidin.
Leise klopfte sie an die Tür und, als keine Antwort kam, öffnete sie die braune Eichentür mit den Silberbeschlägen. Schae`Fulus saß am Bettrand und der verwundete Mensch saß in seinem Bett und redete mit ihm. Er schien schwach zu sein und Sal`Derana bekam nur noch einen Satzfetzen mit. “?Hölle auf Erden!” Das waren auch die letzten Worte. die der Mensch sprach. Denn nach diesem Satz fielen seine Augen zu und er in sein Bett zurück. Ohne eine weitere Bewegung lag er da. Sein Brustkorb hob sich noch einige Male bevor das Herz des Mannes aufhörte zu schlagen. “Keine Chance mehr. Er war zu schwer verwundet. Ich konnte ihm nicht mehr helfen.” “Weißt du denn, was passiert ist?” “Ja, aber lass uns runtergehen, dann erzähle ich es den anderen zusammen mit dir.” Nickend stellte Sal`Derana den Teller und den Krug ab und ging zusammen mit den Priester die Treppen hinab in die Taverne.

“Na, wie siehts aus?” Schae`Fulus senkte seinen Kopf und so wurde es allen klar, dass der Mann, der sie um Hilfe ersuchte, nicht mehr lebte.
“Nicht gut, aber nicht weil er tot ist. Wir haben wieder was zu tun und ich weiß nicht genau, womit wir es zu tun haben.”
“Was kann es denn schon sein? Mal wieder Orcs oder Tauren? Oder vielleicht mal wieder Trolle?” Schae`Fulus sah die Runde an und antwortete mit ruhiger Stimme. “Ich weiß es nicht, aber wir werden es sehen. Es gelang ihm mir nur zwei Dinge zu sagen: Wo sein Dorf liegt, und dass er alles nur als Apokalypse beschrieben hat. Es soll Schwefel geregnet haben und das gesamte Dorf soll in Flammen gestanden haben. Er beschrieb es mit: ??Die Hölle auf Erden!?? Der Blick, den er dabei in seinen Augen trug, war erfüllt von Angst und Schrecken. Dieser Mann schien Todesangst zu haben.”
“Dann geht’s los. Sattelt die Pferde. Wir werden in einer Stunde aufbrechen. Wir müssen da mal sehen, was dort los war.”

“Richtig, Sal`Derana. Aber, wer sagt, dass wir dem Kerl trauen konnten? Er taucht auf und erzählt von seinem Dorf und wir sollen ihm glauben?” Damien wirkte sehr misstrauisch dem Menschen gegenüber. Kein Wunder, denn er hatte immer mit Menschen nur Ärger – Kindujien ausgenommen. “Und was ist, wenn er nicht gelogen hat? Der Mann lag im Sterben, da belastet man seine Seele nicht mit Lügen.” Ohne ein Widerwort stand Damien auf und machte sich bereit aufzubrechen. Die anderen folgten sofort seinem Beispiel und eine Stunde später waren sie bereits auf dem Weg in das Dorf, das sich Stonebridge nannte.

Wir wissen wirklich nicht, was uns dort erwartet. Damien glaubt Korin nicht. Aber ich denke ich kann ihm trauen. Ein Mann, der im Sterben liegt, hätte keinen Grund zu lügen. Aber trotzdem könnte uns dort alles erwarten. Hätte er nicht zumindest so lange überleben können, um uns zu berichten, was passiert ist? Hätte er uns nicht dann sagen können, womit wir es zu tun gehabt hätten? Diese Fragen verließen den Kopf Kindujiens erst, als sie das Dorf aus der Ferne sehen konnten.

Kapitel 4

“Sie kommen. Ich kann sie spüren, Drankor.” “Ja, ich kann sie auch spüren und ich kann sie riechen. Unsere Rache ist nah, Vlador. Diese elenden Wesen stinken ja so stark, dass selbst ein Orc sie schon riechen könnte.” “Ich freue mich schon darauf ihnen die Knochen aus dem Körper zu schneiden, Bruder.” Die beiden Schatten, die dieses Gespräch führten, huschten über die Dächer des Dorfes, als ob die Luft sie persönlich tragen würde. Innerhalb weniger Sekunden waren sie verschwunden und nicht mehr zu sehen.

Nun kamen auch die Krieger der Taverne in das Dorf.
Ein Schauplatz der Verwüstung, überall lagen Leichen und es roch, als hätten vor kurzem noch Häuser gebrannt. Es war totenstill, als Sal`Derana und Darkonas vorausritten. “Was für ein Gemetzel hatte hier stattgefunden?! Der Mensch hat nicht gelogen. Es sieht aus. als wäre hier tatsächlich die Hölle aufgebrochen und hätte ihre Glut und Dämonen hier verteilt. Schrecklich! Selbst Kinder liegen dort. Alle ? tot..” Sal`Deranas Blick war voller Entsetzen und Mitleid für die armen Seelen, die hier gequält wurden.
“Es ist nicht zu fassen, welches Wesen zu so etwas im Stande ist. Welches Wesen kann es wagen das Gleichgewicht der Natur hier zu stören!”
Eine Stimme aus den Rücken der beiden sprach: “WAS?! Darkonas, du bedauerst die Natur, die hier zu Schaden kam?! Es ist nicht zu fassen. Die Natur wird sich erholen, aber diese Menschen sind tot! Verspürst du keinerlei Mitleid für diese Menschen? Bedauerst du nicht ihren Tod?” Es war Cabryn Thruriand, der Krieger, dessen Schwert nun in Bereitschaft war für das, was ihn erwartete. Er konnte es nicht fassen, dass Darkonas so herzlos sein konnte.
“Du musst ihn verstehen. Er ist ein Druide. Für ihn lebt die Natur wie jedes andere Lebewesen. Er trauert genauso um die Erde wie um die Menschen.” Kindujien versuchte es Cabryn Thruriand zu erklären, doch er dachte an Sal`Derana. Sie war auch eine Druidin, aber zeigte trotzdem ihre Betroffenheit gegenüber den verstorbenen Seelen. Vielleicht lag es daran, dass sie mit Kindujien aufgewachsen war und so mehr für Menschen übrig hatte als die meisten anderen.

Ihr Blick viel zu dem Paladin und sah auch in seinem Gesicht die Betroffenheit und Trauer.
“All diese toten Menschen ? Warum wurden sie getötet? Ich verstehe es nicht. Welchen Grund hatte dieses Gemetzel? Wieso wurden all diese Dorfbewohner getötet?”
“Ich glaube ? Nein, ich befürchte, dass wir der Grund waren. Denn mir ist eben eines bewusst geworden. Wieso sollte Korin in den Wald laufen? Kaum jemand weiß von der Taverne. Kaum jemand weiß von den Nachtelfen, die Dort leben. Und außerdem, das nächste Dorf liegt wesentlich näher. Also frage ich mich, wieso ist er zu uns gekommen?”
Damien Blackhearts Bedenken brachte jeden in der Gruppe zum Nachdenken. “Es ist egal. Wir sollten die Leute begraben. Das sind wir ihnen schuldig. Am besten wir bringen erst einmal die Leichen ? Was … Was war das? Habt ihr das gehört?”
Kindujien zückte sein Schwert und machte sich kampfbereit. Auch die Waffen der anderen wurden gezogen.

“Ja ich hab’s auch gehört, Kindujien. Hier bewegt sich noch etwas.”

Kapitel 5

Die Sonne senkte ihr Haupt und das Dorf wurde nach und nach in einen Schatten der Dunkelheit gehüllt.

“Was ist das? Bei Elune, was kann hier noch leben?” Damien schien nervös zu werden. Verständlich. Die Leichen um sie herum; der Gestank von Tod und Verderben lag in der Luft.
Hier und da brannten noch immer kleine Feuer und in einigen Häusern brannte noch immer Licht. “Vielleicht ist jemand dem Unheil entkommen. Vielleicht hat jemand überlebt?” Sal`Derana glaubte sich in ihrer Hoffnung bestätigt, als einer der Männer, die am Boden lagen, aufstand und auf sie zukam. “Seht, er lebt noch! Schae`Fulus! Komm, wir müssen ihm helfen!” Doch dann erkannten sie, was mit dem Mann wirklich war. Ein klaffendes Loch war in seiner Brust und sein Körper stank nach verbranntem Fleisch. “Neink, das ist ein verdammter Untoter!” Cabryn hatte Recht – er war untot. Ihm wurde die Lebenskraft genommen, doch hatte seine Seele keinen Weg gefunden in Jenseits zu fahren. Wieder belebt durch Magie, aber nicht durch die Magie wie sie Elfen oder Menschen verwenden. Nein, durch schwarze, dämonische Magie. “Tötet ihn!” Darkonas preschte mit gezogenem Schwerte vor und stach es dem untoten Wesen in die Brust. Kein Schrei des Schmerzes gab dieses Wesen von sich. Nur ein dumpfes Keuchen, als Darkonas seine Klinge aus dem Wesen zog. “Eine Plage weniger!”

“Das glaubst du wirklich, Darkonas? Das nennst du Plagen? Dann wirst du jetzt wirkliche Plagen kennen lernen.”
“Ja, mein Bruder. Und ich werde dir zeigen, dass wir schlimmer sind als alle Qualen und Schmerzen, die ihr je erlitten habt!”

Keiner konnte erkennen, wo die Stimmen herkamen. Diese Stimmen, die sich in die Köpfe der Krieger wie ein Inferno brannten, welches in ihren Ohren entfacht wurde. Sie schienen von überall her zu kommen.
Kindujien stellte sich mit gezogenem Schwerte vor Darkonas und schrie: “Kommt her Dämonen! Zeigt euch, oder ist das seit neustem die Art eures Gleichen zu kämpfen? Sich zu verstecken wie elende kleine Trolle. Aber wenn ich es mir recht überlege, kann ich ja nichts anderes von eures Gleichen erwarten!” Auf dem Haus zur Linken der Gruppe explodierte etwas in einem Feuerhagel. Es roch nach Schwefel und die Flammen verpufften noch in der Luft bevor sie das Dach oder den Boden berühren konnten. “Kindujien, es freut mich dich wieder zu sehe. Und wie ich sehe, hast du auch den alten, versoffenen Priester mitgebracht!”
Wut staute sich in Schae`fulus auf: “Wie kannst du es wagen?!”
Als sich der Rauch verzog, stand dort eine Gestalt, dessen Anblick allein die Dunkelheit seiner Seele wieder spiegelte. Ein Dämon mit Flügeln in blutroter Farbe, Hörnern auf der Stirn und mit einem Prunkpanzer, der seinen Körper schützte. Nun stand er auf dem Dach und wetzte seine langen, scharfen Klauen.
“Wie ich es wagen kann? Kleiner Nachtelf, du hast keine Ahnung, was ich mich noch alles wage!”

Nun explodierte auch auf der anderen Seite des Weges etwas – doch anders. Statt Flammen schoss den Kriegern des Waldes Rauch entgegen. Stinkender, moderiger Rauch, der in die Lungen der Kämpfer kroch. “Vielleicht ist es an der Zeit uns vorzustellen. Ich bin Drankor und meinen Bruder Vlador kennt ihr bereits!”
Sal`Derana spannte ihren Bogen und zielte auf den Dämonen, der sich Drankor nannte, schoss jedoch noch nicht.
“Warum habt ihr diese Dorfbewohner getötet? Sie waren wehrlos. Wieso habt ihr sie nieder geschlachtet?!”
“Ganz einfach: Damit wir euch hierher locken konnten! All diese Menschen waren ein kleiner Preis, um euch endlich hier zu haben!”

“Warum?! Wieso wolltet ihr mich und meine Freunde hier haben?” Auch Damien hielt seine Dolche bereit, auch wenn sie nicht viel aus dieser Entfernung bringen würden. Die Dämonen würden wahrscheinlich einfach ausweichen oder schlimmeres.
“Du! Dich wollen wir doch gar nicht. Es geht nur um die Priester, Kindujien und Darkonas. Nur euretwegen sind wir hier! Du und dieser Cabryn, ihr seid unwichtig.”
“Aber trotzdem werden wir auch euch töten. Der mit den Dolchen ist doch genau das Richtige für meinen kleinen Hunger. Von mir aus kannst du den anderen haben – Vlador, mein Bruder.” “Gerne. Diese Elfin sieht lecker aus. Dann hab ich mal wieder was gutes zwischen den Zähnen.”

“Dämonenbrüder? Selbst solche Bastarde werden geboren?” “Halt den Mund, Schae`fulus! Oder ich werde dir dein Schwert in deinen Rachen stopfen!”
Doch der Priester schien wenig beeindruckt von Vladors Drohung. “Vlador soll dein Name sein? Und du Drankor? Oder irre ich mich?”
“Was ist, Schaef? Kennst du diese Geisteskranken?”
“Ja, Kindujien. Erinnerst du dich an diesen Dämonen, den wir vor einem halben Jahr töteten? Du weist schon, in der Donnerschlucht!”
“Ja, Torkus. So hieß er doch. Jetzt erinnere ich mich. Er sprach kurz vor seinem Tod von seinen Brüdern, als ich seinen Kopf von seinen Schultern trennte. Und ich kann mich erinnern, wie Darkonas ihm ein Stück Fleisch im Kampfe aus der Schulter biss. Ich weiß es noch gut. Von dem Dämon hatte ich diese Wunde neben meinem Herzen. Ohne Schae`Fulus wäre ich gestorben. Es war gut, dass er bei uns war. Ansonsten wären wir früh gescheitert!” Darkonas erinnerte sich auch daran und wie widerlich es geschmeckt hatte.

Ein Schrei hallte durch die Straßen des Dorfes und das Gebrüll der Dämonen schmerzte in den Ohren aller Lebenden in der Straße “Ja, und ihr werdet alle dafür bezahlen, was ihr unserem Bruder angetan habt!”

Kapitel 6

Die Magie der Dämonen schien um jene zu explodieren, die auf der Straße standen.
Flammen schossen um die Krieger herum und Schreie gequälter Seelen drangen an ihre Ohren. Die Schreie gaben den Schmerz und die Pein wieder, die diese armen Menschen bei ihrem Tod gefühlt haben mussten. Teile der Häuser vielen auseinander. Teile von Wagen und Staub flogen durch die Luft und nahmen allen die Sicht. Das einzige, was dennoch durch den Nebel aus Sand, Schutt und Asche der Leichen und Häuser zu sehen war, waren die rot leuchtenden Augen der beiden Dämonen.

“Los, meine Diener. Erheben sollt ihr euch. Und vollzieht unsere Rache an denen, die es gewagt haben die dämonischen Drei zu fordern und einen von ihnen zu töten!”
Der dichte Nebel legte sich doch. Nun war zu sehen, was Drankor mit seinen “Dienern” meinte. Die Leichen, die bis vor wenigen Augenblicken regungslos am Boden lagen, setzten sich auf und ergriffen alles, was sich als Waffe nutzen ließ. Nun waren sie umzingelt. Umzingelt von untoten, gequälten und geschändeten Körpern. Jeder von ihnen war unter der absoluten Kontrolle der Dämonen und hatte keinerlei Möglichkeit sich zu wehren, da ihre Seelen verdorben von dem Bösen waren, was sie nun beherrschte.
“Bildet einen Kreis!”, schrie der kampferprobte Cabryn und nahm sein Schild, das er auf dem Rücken trug, in seine Hand und ging in Kampfposition. Doch die Gruppe kam nicht dazu.

Darkonas und Kindujien standen zu weit von den anderen entfernt. Zwischen ihnen Untote mit Sensen, Dolchen und anderen Waffen. Sal`Derana, Damien, Schae`Fulus und Cabryn Thruriand standen nun in einem Kreis und warteten auf den ersten Angriff, der wiedergekehrten Toten.
Der Paladin und Darkonas standen Rücken an Rücken dem Feind gegenüber. Die Dämonen standen auf den Dächern und genossen das Schauspiel, das sich ihnen bot. Sie ergötzen sich an dem Geruch der Toten und genossen die Vorstellung, dass ihre Feinde bald zu ihren Legionen gehören würden.

“Darkonas! Es wird Zeit für dich mal die Kleidung zu Wechseln. Ich geb dir Deckung!”
Darkonas wusste genau, worauf Kindujien hinaus wollte. Darkonas krümmte sich, als ob er Schmerzen hätte, die ihn von innen auffressen würden. Doch nun sprossen Haare überall aus seinem Körper. Seine Hände wurden zu riesigen Pranken und nun war nichts mehr von seiner vorherigen nachtelfischen Form zu erkennen. Nun stand neben Kindujien ein Bär mit gigantischen Krallen, die alles, was sich ihnen in den Weg zu stellen wagt, zerfleischen würden.
“Jetzt können wir kämpfen!” Kaum hatte Kindujien ausgesprochen, stürzten sich auch schon die ersten Dorfbewohner auf die Kämpfer. Ein wilder Kampf entbrannte. Darkonas biss dem ersten Untoten in den Hals, worauf er zu Boden ging. Kindujien hatte Mühe sich mit seinen ersten Gegnern zu messen, da sie sich zu viert auf ihn stürzten. Doch da rettete ihn ein Pfeil von Sal`Derana und Kindujien konnte nun mit einem gekonnte Schwung allen dreien verbliebenen Untoten ihre Schädel von ihren Körpern trennen. Auch Cabryn teilte gut mit seinem Schwert aus. Gekonnt blockte er die Angriffe der untoten Wesen und teilte ihre Oberkörper in zwei Hälften, während Schae`Fulus mit magischen Kräften die Untoten dazu brachte, sich gegenseitig anzugreifen. Doch der Priester ließ auch seinen Kampfstab für sich sprechen.
“Nimm das, du Mistvieh! Na, wie schmeckt dir das?!” Mit diesem simplen Kampfschrei ließ auch Damien seine Gegner zu Boden gehen.

Langsam arbeiteten sich Darkonas und Kindujien zu ihren Freunden vor und konnten sich dann in ihren Kreis einbringen. “O.K., gleich haben wir es geschafft. Los, Angriff!”
Immer noch sahen die Dämonen vergnügt zu und rührten sich nicht. Währenddessen machte Schae`Fulus eine ganze Reihe untoter Wesen den Garaus und befreite ihre Seelen von ihren Körpern. Es dauerte nicht lange bis alle Untoten besiegt waren und die Gruppe sich erschöpft den Dämonen zuwendeten. “Jetzt zu euch!”
“Ja, Schae`Fulus. Jetzt sind wir dran mit euch zu spielen!” Vlador lachte auf eine dämonische Art und Weise. Erst jetzt öffneten er und sein Bruder ihre Schwingen und landeten vor der Gruppe auf dem Boden. “Jetzt wird sich zeigen, wie ihr uns dienen werdet – entweder in einem oder in vielen Stücken!”

Kapitel 7

“Jetzt werdet ihr sehen, was wahre Macht bedeutet!” Diese Worte waren die letzten von Vlador bevor er seine Klauen erhob, in denen sich Flammen bildeten.
Sie färbten sich schwarz und bildeten sich zu einem Totenkopf. “Ihr habt von der Pest gehört? Dann wird euch das gefallen!” Vlador ließ die Flammen über seinem Kopf aufsteigen und warf diese auf die Gruppe. Kindujien, Darkonas und Schae`fulus warteten auf den Schmerz, doch nichts geschah. Jedoch hörten sie die anderen schreien. Es schien nur Sal`Derana, Damien und Cabryn getroffen zu haben, obwohl diese hinter Kindujien und Darkonas standen.
“Dieser Schmerz ? er schnürt mir die Kehle zu!” Damien hielt sich den Hals, als würde er ersticken, und auch die Druidin und Cabryn hatten dieses Problem. Sie fielen auf die Knie und krümmten sich vor Schmerzen. Die Augen der Druidin warfen Kindujien einen verzweifelten Blick zu. In ihnen spiegelte sich die Angst der jungen Druidin wieder die sie hatte.
“Aber mit euch habe ich später noch etwas anderes vor. Ihr werdet ein Festmahl für mich sein!” Kaum hatte der Dämon ausgesprochen, schossen Ranken aus dem Boden. Diese hielten die Krieger am Boden, so dass sie sich kaum noch bewegen konnten. Aber nun ließ der Schmerz in ihnen nach und sie konnten wieder atmen.

“Was zum Teufel soll das? Ihr wollt uns, also lasst sie in Ruhe!” “Ach, Kindujien, du einfältiger Narr. Unser Herr hat uns nicht befohlen nur euch zu töten, sondern jeden, der an eurer Seite kämpft!”
“Welchem Herrn dient so ein Gesindel wie ihr es seid? Sargeras? Archimond? Oder dem Lich König?” “Priester, wenn du lange genug leben solltest, schwöre ich, dass ich es dir erzählen werde!”

“Dann wollen wir mal!” Nun erhob sich der Bruder Vladors und landete vor dem Priester und schleuderte ihn weit genug von Darkonas und Kindujien weg, so dass sie ihm nicht helfen konnten. “Der gehört mir, Vlador! Ich werde es genießen ihn langsam zu töten!”

“Nur über meine Leiche, du Ratte mit Flügeln! Ich werde es dir zumindest nicht leicht machen!”
“Etwas anderes hätte ich auch nicht erwartet. Aber bisher hat sich jeder mir ergeben müssen. Auch du wirst auf den Knien um Gnade betteln und mich bitten, dass ich dir einen schnellen Tod verschaffe!”

In einem Moment der Stille erschienen neue Zombies, die sich um die am Boden liegenden Krieger aufstellten, und schienen nun Wache zu halten. Sie ergriffen die Waffen der Krieger, da diese sie fallen gelassen haben, als der Schmerz in sie eindrang. Doch diese untoten Wesen nicht bemerkten, dass der Krieger Cabryn einen Dolch aus seinem Ärmel holte und langsam an der Ranke, die ihn am Boden hielt, durchschnitt.

Ohne ein weiteres Wort begann auch schon der Kampf zwischen dem heiligen Priester und der unheiligen Bestie. Drankor stürzte auf ihn nieder, doch prallte er an einem magischen Schild ab, das Schae`fulus nur eine Sekunde vorher beschworen hatte. Mit einem Feuerball ließ der Dämon jedoch dieses Schild schmelzen. Er stieg erneut in die Luft auf, um sich auf den Priester wieder hinabzustürzen. Der Priester ließ ihn nicht an sich herankommen. Jedes mal, wenn der Vampirlord versuchte seine Zähne in das Fleisch des Elfen zu schlagen, wich dieser aus und jedes Mal versetzte er der Bestie einen neuen Zauberspruch. Langsam begannen sie zu wirken und dem Dämon fiel jeder weiterer Angriff schwerer.

“Nun zu euch beiden!” Kindujien bemerkte, dass Darkonas etwas zwanghaft versuchte, es ihm aber nicht gelang. “Was ist los, Druide? Geht es nicht? Kannst du es nicht mehr?” Erneut drang das schmerzhafte Gelächter in die Ohren der Krieger. Nun wusste Kindujien, was los war. Darkonas versuchte sich zurückzuverwandeln, wieder in seine elfische Form zurückzukehren, aber es gelang ihm nicht. Der Zauberspruch, der die anderen zusammenbrechen ließ, musste auch ihn davon abhalten seine normale Form wieder anzunehmen.
“Dann müssen wir sehen, wie wir mit ihm fertig werden.”
Vlador grinste nur und sah auf die beiden herab. “Du Mensch willst es mit mir aufnehmen? Unser Herr sagte mir, dass du es versuchen würdest!” “Wer ist euer Herr? Wer ist es?!” “Ihr kennt ihn bereits besser als ihr glaubt!” Das Brüllen des Bären Darkonas machte Kindujien deutlich, dass es nun auch für sie Zeit wurde anzugreifen, aber der Dämon Vlador kam ihnen zuvor. Feuerbälle fielen auf sie herab und Kindujien und Darkonas weichten ihnen aus. Kindujien zog einen Dolch aus seinem Stiefel und warf ihn in einem der Flügel des Dämons. Lachend zog er ihn jedoch wieder heraus, als ob er ihn nicht einmal getroffen hätte. “Lächerlich, kleiner Mensch!” Mit diesen Worten ließ der Dämon den Dolch in seinen Händen schmelzen. Es war aber auch nicht beabsichtigt, dass er dem Dämon ernsthaft schadet. Er sollte Kindujien nur einige Augenblicke geben, um einen Zauberspruch weben zu können. Er spürte die Energie in sich aufsteigen, konzentrierte seine Kraft auf einen Punkt und begann irgendeine Formel zu murmeln, die aber niemand verstand. Die Wolken am Himmel färbten sich schwarz wie die Nacht und ein lautes Donnern war zu hören. Das Wolkengebilde teilte sich an einer Stelle und zeigte eine kleine Kugel aus hellem Licht. Sie flog direkt auf den Dämon zu und traf ihn in der Brust.

Sichtbar erschrocken krümmte sich der Dämon am Himmel und schrie. Nun konnte er sich nicht mehr am Himmel halten und fiel vor dem Paladin und dem Druiden zu Boden. Nun schien der Zauber Vladors nachzulassen. Darkonas spürte wie sich die magischen Ketten lösten und sein Körper den zwängen entkam.
Die Haare am Körper des Druiden wurden lichter und fielen aus. Nur die normalen Haare blieben zurück. Der Hass spiegelte sich in den Augen des Druiden. Kindujien warf ihm ein Schwert zu, welches Kindujien zusätzlich am Gürtel trug.

Der Vampirlord schien sich langsam an den Schmerz zu gewöhnen und rappelte sich wieder auf. Diese Chance ließen ihm Darkonas und Kindujien nicht und griffen an. Sie rannten auf ihn zu und wollten die Klingen in sein Fleisch rammen, doch er wehrte den Angriff Kindujiens ab. Dann gelang es aber Darkonas einen seiner Flügel abzuschlagen. Blut floss aus dem Stummel, wo einst ein Flügel seine Wurzeln hatte.

“Wer ist dein Herr?” “Eher sterbe ich, als dass ich einer unwürdigen Kreatur, wie du es bist, seinen Namen sagen!” “Dann wirst du sterben!” Kindujien sprang mit seinem Schwert auf den Dämon zu. Seine Klinge sollte den Schädel der Bestie treffen, doch er schlug den Paladin mit seinem anderen Flügel weg, sodass er hart auf dem Boden landete. Sein Schwer flog in eines der kleineren Feuer, die noch an einigen Stellen brannten. “Nein, du wirst sterben!”
Doch zu mehr kam der Vampirlord nicht. Ein Pfeil traf ihn in seiner Schulter – es war die Druidin Sal`Derana. Cabryn war es gelungen seine Ranke und die der anderen unauffällig durchzuschneiden und nun kämpften auch sie gegen die Untoten. Darkonas warb sofort einen Zauber, der den Dämonen erblinden ließ. Dennoch war er eine Gefahr. Er schlug um sich und erwischte den Druiden an der Seite. Das Schwert, das Kindujien ihm gegeben hatte, landete nun vor den Füßen des Paladins. Er ergriff es und warf es auf die Bestie. Das Schwert drehte sich im Fluge mehrmals bevor es das linke Bein des Angreifers traf. Nun war der Vampirlord fast bewegungsunfähig und nun warfen sich Kindujien und Darkonas dem Wesen entgegen und hielten es so gut sie konnten fest. “Sal`Derana schieß!” Die Druidin überhörte fast den Ruf ihres Freundes, wendete sich aber dann zu ihm. Erstaunt von Darkonas Kräften gegenüber den Dämonen gab nun auch Kindujien alles, was er konnte. Die Druidin zog einen neuen Pfeil aus ihrem Köcher und spannte ihren Bogen. Einer der Zombies warf sich der Druidin entgegen, doch spürte er, bevor er sie erreichte, das Schwert Cabryn`s in seiner Brust und ging zu Boden. “Alles klar?” Ohne auf die Frage des Kriegers zu achten schoss sie nun ihren Pfeil ab. Er flog in einer schnellen geraden Bahn auf den Dämon los und durchbohrte sein Herz. Einen letzten Schrei konnte die Bestie noch ausstoßen bevor sie auf ihre Knie zusammensackte. Der leblose Köper begann schwarz anzulaufen; selbst der schützende Panzer, der seinen Brustkorb schütze, lief schwarz an, um dann wie Asche in sich zusammenzufallen. Kindujien und Darkonas wollten den anderen mit den restlichen Untoten helfen, doch diese lagen schon regungslos am Boden.

“Gute Arbeit!” “Danke, Darkonas! Aber wir sollten Schae`Fulus helf ?” Ihre Stimme verstummte und alle starrten nun auf den Priester, der nun von einem hellen Licht umgeben war. “Seht genau hin!” Die Augen des Priesters brannten wie Feuer und der Dämon schien große Probleme zu haben mit ihm fertig zu werden. “Im Namen Elunes: Deine Seele soll gereinigt werden und in die Höllen der Tiefe fahren.” Der Dämon holte mit einer seiner Pranken aus und wollte den Priester zerfleischen, doch dieser sprang mit seinem Kampfstab hoch und zog im Fluge eine Kappe von dem unteren Ende des Stabes. Eine Klinge kam zum Vorschein, mit der er den Schädel des Dämons durchbohrte. Doch damit war es nicht getan. Die Klinge leuchtete genau wie der Priester in einem hellem Licht und auch dieser Dämon zerfiel direkt unter Schae`Fulus zu Staub. Er landete sanft auf seinen Füßen und rang nach Luft. Der letzte Zauberspruch musste ihn doch viel Kraft gekostet haben. Doch nun sah er an sich herunter und hielt seine Robe in den Händen, die von Rissen durchlöchert war. “Das darf nicht war sein! Wisst ihr, wie teuer das Teil war? Und überhaupt, warum musste ich auch wieder mit euch mitkommen? Das gibt nur Ärger! Verdammt, das war das letzte Mal!”
“Stell dich nicht so an, Schaef! Du kriegst einen Krug Wein von mir, wenn wir zurück sind!”
“Ja, aber lasst uns so schnell wie möglich von hier verschwinden. Dieser Ort bereitet mir eine Gänsehaut!”
“Nein, wir müssen erst die Leichen begraben!” “Hast Recht, Kindujien. Diese armen Seelen haben sich ihre ewige Ruhe verdient!” Der Priester schien trotz seiner schlechten Laune noch Mitleid für die Menschen zu haben, deren Körper von der dunklen Magie geschändet wurden.
“Dann fangen wir an, aber ich sage euch bewegt sich was, mach ich aus ihm Kleinholz!” Ohne einen solchen weiteren Kommentar Cabryns beerdigten sie alle Leichen des Dorfes. Als sie fertig waren, ritten sie in die Taverne zurück, um dort Schae`fulus seinen Wein auszugeben. Er wurde nach den meisten Abenteuern sauer und wollte gehen, aber ein Krug Wein besänftige immer wieder sein Gemüt.
Doch in der Taverne angekommen, saß Ari`Vessa an einem der Tische und ihr Bruder Aronis neben ihr und tröstete sie. “Ari`Vessa was ist passiert?” Darkonas und Kindujien eilten sofort zu ihr und knieten vor der Wirtin. “Es geht um Korin. Der Mensch, der tot ist ?!”
“Was ist mit ihm?” “Ich und Aronis wollten ihn draußen beerdigen, doch als wir ihn holen wollten ? Er war verschwunden!” “Ja! Es ist war, Kindujien. Nur eines ließ er zurück.” “Was denn?” “Sieh selbst. Geh in das Zimmer!” Kindujien und Darkonas rannten die Treppen hinauf, um zu sehen, was Aronis meinte. – Und dann sahen sie es! An der Wand war etwas mit Blut geschrieben: “Danke für die Gastfreundschaft, Kindujien. Wir sehen uns wieder! Denn meine Leute sind jetzt tot. Das nächste Mal sind dein Orden und du fällig!”
Mag es war sein? Konnte tatsächlich der Mann, den sie aufnahmen, der in diesem Bette starb, oder besser gesagt vorgab zu sterben, der jenige sein, welcher sie in diese Falle gelockt hat?
Wer mochte er sein? Und was meinte er mit ??Das nächstes Mal???!

Kapitel 8

Zwei Wochen vergingen und es wurde wieder ruhiger in der Taverne des Waldes. Doch hatte sich Ari`Vessa die letzten Tage ausruhen müssen. Dass sie vielleicht lange Zeit einen Dämonen oder etwas Ähnliches in ihrem Gasthaus hatte ohne es zu wissen, schien sie schon mitgenommen zu haben – nun wurde sie auch noch krank.
Die Nachtelfin erholte sich nur langsam von ihrer Angst. Ihr Bruder Aronis und ihr Freund Kindujien kümmerten sich in diesen Tagen um sie, damit sie schnell wieder zu Kräften kommen würde.

Damien Blackheart und Sal`Derana nahmen die Verfolgung des Wesens auf, das sich so in ihre Mitte geschlichen hatte. Die Spur führte sie in die Nähe von Durotar – jedenfalls hatten sie dies in der Mitteilung geschrieben, die von der letzten Briefeule am Anfang der Woche gebracht wurde.
Diese Reise könnte über zwei Wochen dauern und Sal`Derana ließ ihre Mutter Ari`Vessa nur ungern in diesem Zustand zurück, denn sie war so erschöpft und mitgenommen. Der Schock des fehlenden Leichnams saß tief in ihren Knochen.

Auch die zurückgebliebenen des Ordens der Ashenvale Keepers machten sich ihre Gedanken.
Alles drehte sich um dasselbe Thema: “Wie konnte er sich so einfach aus dem Staub machen?” An vielen Abenden wurde in der Taverne des Abends diskutiert, wie es dem, der sich Korin nannte, oder dessen Namen annahm, gelingen konnte alle zu täuschen, sie alle davon zu überzeugen, dass er ein Mensch sei. Die meisten waren überzeugt, dass er ein Mensch sein muss, der vielleicht nur von einer dämonischen Seele besessen ist oder war. Andere glauben, dass er ein Golem seien müsste, der von einem Orc geformt wurde, um den Orden auszuspionieren.
Allerdings kam bei all den Gesprächen nicht viel heraus. Denn wie es schien, war der Dämon, oder was auch immer er war, aus den Wäldern Ashenvales verschwunden. Fußspuren, die Damien entdeckt hatte, führten aus den Wäldern heraus und durch die Fähigkeiten der Druidin Sal`Derana konnten sie seine Spuren auch weiter verfolgen. Ihre Verbundenheit mit der Natur erwies sich wie so oft zuvor als überaus nützlich.

Die Krieger und Magier des Ordens der Ashenvale Keepers waren die ganze Zeit in Bereitschaft – jedenfalls war es so die ersten Tage, Doch langsam kam Langeweile in der Taverne auf und alle gingen ihren normalen Beschäftigungen nach. Kindujien schmiedete neue Waffen und Rüstungen gegen die Mächte des Bösen. Schae`Fulus sammelte Kräuter und trank wie immer abends eine Menge. Darkonas begleitete den Priester Schae`Fulus tagsüber bei der Kräutersuche. Aber des Abends besann er sich auf die Alchemie, die Kräuterkunde und wie er diese Dinge am besten gegen ihre Gegner einsetzen könne.
Cabryn Thruriand half häufig Kindujien bei den Schmiedearbeiten und wenn er mit dem Paladin nicht Waffen schmiedete, dann testeten sie diese zumindest in einem Trainingskampf.

Nur am Abend kamen sie alle zusammen und je nach Ari`Vessa`s Verfassung leistete auch sie ihren Gästen, die mittlerweile alle eher Freunde waren, Gesellschaft.
Abend für Abend deckte Aronis, der Bruder Ari`Vessa`s und somit Onkel Sal`Deranas, die Essenstafel mit reichhaltigen und wohlschmeckenden Speisen. Es waren oft Reste übrig, die dann meist nachts von dem verfressenen Darkonas verspeist wurden. Aber wer könnte es ihm verübeln; die Verwandlung in andere Gestalten ist eine anstrengende Prozedur, die längst nicht alle Druiden auch beherrschten.

Kapitel 9

Wie an vielen Abenden zuvor saß ein Teil des Ashenvale Keepers Ordens erneut beim abendlichen Mahl zusammen. Doch diesen Abend gab sich Ari`Vessa nicht die Ehre, obwohl es ihr mittlerweile besser ging. Zugegeben Ari`Vessa schien sich den ganzen Vorfall zu sehr zu Herzen zu nehmen, aber die Nachtelfin hatte eine Menge erleiden müssen. Den Tod ihres Mannes durch einen Oger, einen Angriff von einem Troll-Schamanen auf die Taverne und viele weitere Kleinigkeiten. Ihr Geist schien all diese Ereignisse nicht bewältigt zu haben und deswegen, so glaubte es zumindest der Priester Schae`fulus, hatte sie der Vorfall so niedergeschlagen. Doch das war mittlerweile fast vergessen. Der Orden saß bei einem Mahl, wie es der König aus Stormwind nicht hätte besser haben können. Der Duft von frischem Brot und gebratenem Fleisch durchdrang die Taverne.

“Lasst es euch schmecken!” Aronis erhob seinen Krug und prostete den anderen zu. “Sag mal Darkonas: Was war das eigentlich heute Abend für ein Knall? Und kam der Gestank auch aus deinem Zimmer?” “Ja, leider. Das war ein Experiment, das schief gegangen ist. Dieses verflixte Grubenkraut löst sich zu schnell auf. Wäre das nicht passiert, dann …”
“Und ich dachte Schaef hat so viel getrunken, dass er den Nachttopf nicht getroffen hatte und dass es deswegen so stinkt!” Cabryn`s Bemerkung löste ein in der Taverne hallendes Gelächter aus – nur der Priester selbst schien es gar nicht lustig zu finden. “Hey, das war einmal, Und was kann ich denn dafür, wenn irgendeiner meinen Topf umsetzt! Außerdem, Cabryn, ich sehe aber nicht, wie jemand von uns, den Jägerinnen beim Baden zu!”
“HÖRT AUF!” Kindujiens blick war genervt. Es war jeden Abend dasselbe. Immer fand jemand einen Grund zu streiten. An diesem Abend vermisste Kindujien das gesittete Verhalten der Ritter in Stormwind. “Gebt Ruhe! Ari`Vessa braucht ihren Schlaf und ihr solltet auf hören euch aus Langeweile aufzustacheln. Ich will in Ruhe essen. Also, Ruhe bitte. Sonst ? Ari`Vessa!” “Wie sonst, Ari`Vessa?” Kindujiens Antwort auf Darkonas Frage war nur ein Finger, der auf die Theke zeigte. Da stand sie, Ari`Vessa, scheinbar völlig erholt und erfrischt. Sie zapfte gerade neues Ale für den Orden, als ob nie etwas gewesen wäre. “Ari`Vessa, meine Liebe. Wie geht es dir? Hast du dich erholt? Und machst du gerade wieder ein schönes Ale für deinen Lieblingspriester?” Ari`Vessa lächelte und nickte: “Ja, natürlich. Ihr müsst ja fast verdurstet sein, weil ich solange nicht hinter der Theke stand.”

Sie brachte ein ganzes Tablett voll mit Getränken an den Tisch und meinte: “Das geht heute aufs Haus!” “Ach, Ari`Vessa. Ich hab da noch was für dich. Ich hab es noch oben. Ich komme gleich wieder!” Kindujien stand auf und ging die Eichentreppe hinauf, vorbei an den Schnitzereien in der Wand, vorbei an den elfischen Runen, die der Taverne Glück und Segen bringen sollten, was sie aber nie getan hatten, höchstens ein Segen für Ari`Vessa`s Goldbeutel. Eine solche Gruppe, wie der Orden, der hier jeden Abend aß und trank und auch hier schlief, brachte ihr immer eine Menge ein. Nun stand Kindujien vor seiner Zimmertür, die einen Spaltbreit offen stand.
??Hatte ich nicht die Tür geschlossen und das Licht ausgemacht???
Kindujien trat in sein Zimmer und sah, dass sein Zimmerfenster offen stand. Der Wind blies seinen kalten Hauch in das mager eingerichtete Zimmer (ein Tisch am Fenster, zwei Stühle, ein Bett und ein Schrank). Sonst standen in seinem Zimmer nur der Nachttopf und ein Spiegel im Raum. Sein Mantel, der über dem Stuhl lag, wurde vom Wind weggeblasen und flog auf das Bett des Paladines. Erst jetzt sah er, was in seinem Zimmer los war.

Etwas, was er nicht gedacht hatte, wieder zu sehen: Blut! Blutige Buchstaben an seiner Wand geschrieben. Nur ein Satz war zu sehen: “Ich bin wieder da. Und jetzt ist es Zeit für euren Tod!”

Kapitel 10

Kindujien konnte es gar nicht fassen: Das Wesen, das sich Korin nannte, ist zurück! Aber wie ist er hier herein gekommen? Kindujiens Zimmer lag im zweiten Stock und von außen einzusteigen ist schwierig. Weshalb ist er in sein Zimmer eingedrungen und warum kündigte er sich diesmal im Voraus an? Diese und viele andere Fragen durchschossen Kindujiens Kopf. Aber erst jetzt bemerkte er, dass er vergas zu sehen, ob das Wesen vielleicht hier irgendwo stecken würde. Er nahm sein Schwert von der Wand – dort hing es immer, wenn er in dem Gasthaus war – und sah überall nach. Dies war schnell erledigt, denn in seinem Zimmer war ja nicht viel Platz, um sich zu verstecken. Nichts! Wo steckt der Kerl? Er muss hier irgendwo sein! Aber wo? Kindujien steckte die kleine Schachtel, die auf dem Tisch lag, in der Ari`Vessa`s Geschenk war, ein und überlegt, was er nun tun sollte.

Kindujien entschloss sich nun den anderen Bescheid zu sagen. Er hastete die Treppe hinab und stolperte fast in die Taverne, als ihm einfiel, dass er es nicht in der Gegenwart von Ari`Vessa sagen konnte, da sie sich gerade erst erholt hatte und es sie erneut ängstigen könnte, dass dieses Wesen wieder da ist. “Na, wo ist denn das Geschenk für mich Kindujien?” “Ähm, es ist doch nicht in meinem Zimmer. Ich vergas, dass ich es im Keller habe. Es liegt auf dem Tisch in der Schmiede! Hol es dir doch eben selbst. Ich muss mal, du weist schon wo, hin!” Nickend und lächelnd lief Ari`Vessa in den Keller der Taverne. Kindujien konnte nun frei sprechen, denn Ari`Vessa wäre einige Minuten beschäftigt bevor sie wiederkommen würde.
“Wir haben ein großes Problem!” “Was denn, Kindujien? Hast du deinen Goldbeutel verloren und kannst nicht zahlen?” “Nein, Schae`fulu. Schlimmer, viel schlimmer! Korin ist wieder da! Er hat in meinem Raum eine neue Nachricht an die Wand geschrieben: ??”Ich bin wieder da. Und jetzt ist es Zeit für euren Tod!?? Kindujien konnte die Endgeisterung auf dem Gesicht der anderen sehen. “Sagt Ari`Vessa nichts. Esst normal zu Ende und tut so, als ob ihr auf eure Zimmer geht. Kommt dann aber in meins, dann könnt ihr euch selbst überzeugen!”
Ari`Vessa kam wieder die Treppe hinauf: “Kindujien, ich habe nichts gefunden. Wo hast du es denn hingelegt?” Kindujien musste lügen; es blieb ihn nichts anderes übrig, um Ari`Vessa zu schonen. “Ich hatte mich verta. Ich hatte es in meiner Manteltasche!” Kindujien kramte in einer Tasche in seinem Mantel und zog das Kästchen hervor, das für die Wirtin bestimmt war.
“Hier. Ich hoffe es gefällt dir!” Sie öffnete die Schachtel und sah nun eine goldene Haarspange, die mit diversen Edelsteinsplittern versetzt war. “Danke! Sie ist wunderschön!”
“Also ich bin satt. Ari`Vessa mach mir doch noch ein Bier. Ich nehme es dann mit hoch. Ich und Darkonas haben noch was zu tun! Stimmt`s Darkonas?” Darkonas war verwirrt. Was meinte der dumme Priester? Dann viel es ihm ein: “Ach ja, das Experiment!”
“Ja, Cabryn. Ich möchte mal deine Meinung zu einer meiner Skizzen hören. Ich hab da ne Idee für eine Waffe und will sehen, was du davon hältst!” Cabryn begriff den Wink und nickte: “Dann gehen wir doch direkt hoch und sehen uns das an!” “Wir kommen mit. Die Zimmer liegen ja auf demselben Flur. Gute Nacht, Ari`Vessa!”

Die Ordensbrüder gingen dann alle auf das Zimmer, wo die Botschaft Korin`s an der Wand geschrieben war. Ari`Vessa war nun allein in der Taverne. “Einfältige Narren. Sie werden noch sehen, was sie davon haben sich mit Lord Korindomus anzulegen!”

Kapitel 11

“Hier. Seht ihr es? Es ist dieselbe Handschrift wie vor zwei Wochen. Korin ist zurück!”
“Nenn ihn nicht Korin. Korin war ein Mann, dessen Seele nicht die eines Dämons war. Er war ein Mensch und ich bin überzeugt, dass er und das Wesen, was bei uns war, nicht Korin sondern etwas anderes war!” “Kann gut sein, Schaef. Aber wir wissen es nicht und so hat dieses Wesen einen Namen. Aber es gibt wichtigere Dinge!” Mit diesen Worten ließ sich Cabryn auf das Bett Kindujiens fallen und machte es sich bequem. Es schien ihn nicht zu stören, dass über ihm an der Wand die blutige Schrift von Korin stand. “Stimmt. Es gibt wichtigeres. Wo kann er sein? Die Natur kann mir diesmal nicht verraten, wo er steckt. Es scheint, als könnte dieses Wesen selbst Mutter Erde austricksen.” Darkonas ließ sich auf einen der Stühle nieder und dachte über seine eigene Frage nach, kam aber auf keine Idee, wo er stecken kann.

“Wir müssen uns was einfallen lassen, damit Ari`Vessa nichts mitbekommt. Ich würde sagen, dass einer immer bei ihr bleiben sollte, allein schon damit sie sicher ist.” “Die Idee find ich gut, Schae`Fulus. Und da du sie gemacht hast, gehst du nachher runter und passt als erster auf sie auf. Wir anderen werden schlafen und, Schaef, du schläfst bitte auf dem Stuhl gegenüber von Ari`Vessa`s Zimmer, damit du immer ein Auge auf sie hast!” “Gerne, Kindujien. Ich kann mich auch gerne zu ihr ins Bett legen!” Der Priester musste sich das Lachen verkneifen, damit Ari`Vessa nicht später hören könnte, dass alles im Zimmer Kindujiens sind. “Hör auf mit den Witzen, du Idiot! Kindujien hat Recht. Jemand muss immer bei ihr sein. Angesichts dieser Gefahr ist es wichtig, dass wir alle die Sache ernst nehmen. Das heißt auch, dass du nicht mehr saufen kannst wie zuvor. Wir müssen alle einen klaren Kopf behalten.” “Nein, der Priester MUSS sogar weiter trinken, weil sonst Ari`Vessa Verdacht schöpft, dass etwas nicht stimmt. Schae`Fulus trinkt immer und wir andern müssen auch weitermachen wie bisher!”
“Dann solltet ihr langsam schlafen gehen bevor Ari`Vessa was merkt. Und ich lege mich dann vor ihre Tür, so wird sie glauben, dass ich wieder zuviel getrunken habe und dort eingenickt bin!”
“In Ordnung. Dann geht, aber seit leise. Wir sehen uns morgen beim Frühstück!”
Das waren die letzten Worte, die Darkonas zu den anderen an diesem Abend sagen sollte, bevor sie sich dann alle auf dem Weg zu ihren Zimmern machten.

Nur Schae`Fulus setzte sich wie abgesprochen in den großen, gemütlichen Sessel, der vor Ari`Vessa`s Zimmer auf dem Flur stand. Es dauerte nicht lange bis sie auch in ihr Schlafgemach ging. Der Priester war hellwach, hatte jedoch die Augen geschlossen und täuschte ein Schnarchen vor, so dass sie glaubte er würde seinen Rausch ausschlafen.
Schae`Fulus erkannt sie aber schon als sie die Treppe hinauf stieg. Es war das Klappern ihrer Stiefelabsätze und der Duft ihres Parfüms. Sie stoppte kurz vor dem Sessel und sah ihn sich an: “Mal wieder zu tief ins Glas geschaut?! Na ja, egal!” Sie öffnete die Tür zu ihrem Zimmer bevor die Worte ausgesprochen waren und ließ die große Eichentür ins Schloss fallen.

Es war nun nach Mitternacht und die Taverne war dunkel. Nur auf den Fluren zwischen den Zimmern brannten einige Öllampen und erhellten so die Gänge. Schae`Fulus war derweil eingeschlafen und träumte von ruhmreiche Schlachten, schönen Frauen und vor allem von Bier. Sein schlaf war friedlich bis ein Schrei an seine langen Ohren drang. Sofort war Schae`Fulus bewusst, dass den Schrei niemand anders gehört hatte, da die Zimmer der anderen zu weit entfernt lagen. “Ari`Vessa!” Der Priester schreckte auf und rannte in ihr Zimmer, riss die Tür auf und stand nun vor ihrem Bett. Doch Ari`Vessa lag völlig ruhig darin. Hatte er sich das nur eingebildet? War es nur ein Traum? Diese Fragen stellte sich Schae`Fulus und er erkannte jetzt, dass Ari`Vessa sich nie aus dem Bett bewegt hatte. Weiter konnte er nicht mehr denken, denn er wurde von einem Schlag auf den Hinterkopf niedergestreckt. “Idioten. Das wird ein Kinderspiel!” Ein leises Lachen brach die Stille, die sich im Zimmer ausbreitete, verschwand jedoch auch genauso schnell. Der Schatten, der den Priester niederschlug, schloss dir Tür und verriegelte sie von innen.

Kapitel 12

Es verging eine Stunde bis Schae`Fulus in das Zimmer von Kindujien stürmte und die Tür aufschlug. Der Paladin wachte auf bevor der Priester die Tür betrat.
“Kindujien, es ist etwas Schlimmes passiert, Korin war da und hat mich Niedergeschlagen und Ari`Vessa liegt wieder Bewusstlos in ihrem Bett. Sie reagiert nicht mehr, ich glaube sie ist in eine Art Schlaf gefallen!” “Macht sofort die anderen wach, wir treffen uns vor dem Zimmer Ari`Vessa`s!” Sofort lief Schae`Fulus los und ging von einer Tür zu anderen und weckte den Rest des Ordens.

Es dauerte nur wenige Minuten bis alle in voller Kampfausrüstung am Zimmer der jungen Wirtin waren. “Hast du ihn gesehen? Wie sah er aus? War er bewaffnet? Erzähl schon!”
“Immer mit der Ruhe Cabryn. Nein ich habe ihn nicht gesehen, und ob er bewaffnet war weiß ich nicht. Ich ging zu schnell zu Boden als das ich mich an etwas erinnern könnte.”
“Dann sollten wir jetzt reingehen und nach Ari`Vessa sehen, Cabryn und Schae`Fulus ihr steht Wache während wir uns da drinnen umsehen.” Mit gezückter Waffe betrat Kindujien den Raum, doch nichts war darin was ungewöhnlich gewesen wäre, jedenfalls so weit er es beurteilen konnte. Zum ersten Mal betrat Kindujien das Zimmer von der Wirtin, Darkonas der an seiner Seite stand, erging es auch nicht anders. Das Zimmer war wesentlich größer als die des Ordens und auch besser versehen an Möbeln. Ein Himmelbett stand an der Wandmitte des Raumes, ein Stuhl stand daneben. Dort saß wahrscheinlich Aronis oft, während er seine Schwester pflegte. Ein großer Spiegel mit einer Kommode, mit einem großen ovalen Spiegel an der Wand darüber, stand in einer der Zimmerecken und ein großer Schrank daneben. Nichts, keine Spuren eines Kampfes, einfach nichts.

“Aronis? Was ist mit ihm? Weiß er schon Bescheid? Schae`Fulus geh doch bitte Aronis holen ich glaube er sollte das erfahren!” Auf Darkonas bitte lief der Priester sofort los in die Taverne, dort schlief Aronis stets um da zu sein falls sie eines Nachts einen unerwarteten Besucher bekommen würden. “Was ist mit ihr Darkonas? Kannst du ihr helfen?”
Darkonas beugte sich über die schöne Wirtin und öffnete ihr mit seinen Fingern ihre Augen,
“Nein kann ich nicht, sie liegt nicht in einem normalem Schlaf, es sieht aus als wurde sie in eine art Trance versetzt und da kann ich nichts tun.” “Glaubst du es war Korin? Oder ein anderer?” “Es muss Korin gewesen sein, eine Trance wie diese kann man nicht ohne weiteres erzeugen, dazu gehört Magie, mehr als sie einer von uns aufbringen könnte.

Völlig außer Atem kam der Priester in den Raum gestürmt jedoch ohne den Bruder der Wirtin, “Er ist verschwunden, weg keine Spur von ihm!” keuchte der Nachtelf. “Komisch, sollte es vielleicht Aronis gewesen sein? Was sagst ihr?” “Es wäre möglich Cabryn, denn es ist schon merkwürdig das Aronis verschwindet als Korin auftaucht. Er sagte doch er wollte gestern Abend wieder da sein, ist er denn zurückgekommen?” “Ja Schae`fulus ist er, ich habe die Tür zugehen hören und nur er und Ari`Vessa haben den Schlüssel.” Kindujien sah sich skeptisch um, “Mag sein, wir sollte erst einmal mit dem Schlüssel die Türe verriegeln und uns in der Taverne umsehen!” “Ich übernehme den Weinkeller und die Schmiede!” “Das dachte ich mir Schaef, das du den Weinkeller übernimmst, aber in Ordnung. Cabryn du übernimmst dann die zweite Etage und Darkonas du die erste, ich übernehme die Taverne, wir treffen uns alle nachher in der Taverne.” “Immer diese Befehlsgeberei, man Kindujien nervt tierisch damit!” hörte der Paladin noch von Schae`Fulus als er mit Cabryn den Gang entlang lief.
“Ich find es ganz gut dass hier einer die Führung übernimmt denn?.” mehr konnte der neugierige Paladin nicht mehr hören, er hatte auch andere Sachen im Kopf. Ari`Vessa ist in diesem Zustand zu angreifbar, doch was sollte er machen um das zu ändern? Dann viel es ihm ein Darkonas war die Lösung. Doch der wollte gerade seiner Aufgabe nachkommen und die Etage untersuchen. “Warte, sag hast du noch diese Runensteine? Die, die du aus Darnassus hattest?” “Ja in meinem Zimmer, warum? Soll ich sie holen?” Darkonas überlegte kurz, “Ahhh du willst sie als Falle aufstellen richtig?” “Ja, wir legen sie hinter die Tür, wenn Korin reinkommt wird er sich so bemerkbar machen!” Darkonas nickte zufrieden, “Verstehe! Ich werde sie holen.” Und mit diesen Worten lief Darkonas den langen Flur mit dem blauen Teppich entlang der an der zweiten Treppe endete, diese war der einzige Weg in das zweite Stockwerk. Es dauerte nicht mehr als einige Minuten, als das Darkonas mit einem Säckchen in der Hand erneut in das Zimmer der Wirtin eintrat.
“Hier habe ich sie, gebe mir ein wenig Zeit so das ich es aufbauen kann. “So sei es, bau ihn auf und schließe dann die Tür wir sehen uns später unten.” Kindujien verschwand aus der weit geöffneten Hölzernen Tür und ließ den Druiden seine Arbeit tun, doch derselbe Gedanke wanderte durch die Köpfe beider, “Wird es klappen, funktioniert es?”

Kapitel 13

Es dauerte etwa eine halbe Stunde und der Mond stand hoch am Himmel als der gesamte Orden der Ashenvale Keepers unten in der Taverne versammelt war.
“Also oben war nichts, glaub mir ich habe jede verdammte Kiste geöffnet und unter jedes Bett gesehen aber nichts außer ein Paar komischen Pflanzen unter Darkonas Bett. Aber sonst habe ich nichts gefunden.” Cabryn ließ sich direkt neben Kindujien an dem großen Eichentisch in der hintersten Ecke der Taverne nieder. “Gar nichts”, wiederholte der Krieger. “Wie lief es bei dir Darkonas?” “Ach nichts, die Zimmer waren alle leer und unberührt, dort war lange keiner mehr. Und bei dir Schae`Fulus?” “ich habe einen guten Zwergen Schnaps entdeckt, echt feines Zeug, aber sonst auch nichts, aber hier probier mal den Schnaps Darkonas!”
“War ja klar dass du dort nicht ohne was zu trinken raus kommst, aber Darkonas trink nicht davon, dir bekommt er nicht gut, glaube mir. Ich habe auch nichts gefunden aber seit wann trinkst du das Zeug überhaupt? Ich dachte du hasst den Zwergen Alkohol, du sagtest mal dass dir immer schlecht würde davon.” Kindujien besinnte sich denn er schweifte vom eigentlichen Thema ab. “Aber zurück zu Korin, er muss hier in der Nähe sein. Ich kann nicht glauben das er nur wegen Ari`Vessa gekommen ist, er hat es auf den Orden abgesehen und wird zurückkehren.” “Ja, das schrieb er ja auch an die Wand, aber er kommt bestimmt nicht mehr heute, die Türen sind verriegelt, wir sollten feiern dass wir noch unbeschadet sind, ich werde zapfen!” “Ich glaube der Priester hat Recht, für heute sind wir sicher, heben wir die Krüge wenn wir schon einmal wach sind!” Darkonas hatte zwar Cabryn überzeugt doch Kindujien nicht. Er war der einzige der nicht trank, er begnügte sich mit Wasser. Die anderen tranken so viel das sie dann doch einschliefen, einer nach den anderem schlief über seinem Bier ein und auch Kindujiens Augen schlossen sich.

Doch nicht für all zu lange sollte sich der Druide ausruhen, Alpträume plagten seinen sonst so ruhigen und gelassenen Geist. Dämonen, Orcs und Untote verfolgten den jungen Nachtelfen durch jeden Winkel seines Geistes. Flammen umschlossen ihn und Dunkle Schatten jagten ihn durch seine Traumwelt. Auch Ari`Vessa kam in seinem Traum vor, erst dachte er das sich nun sein Alptraum zu einem schönen Traum ändern würde doch dem war nicht so. Im Gegenteil, in seinem Traum verwandelte sich die schöne Wirtin in ein gar grässliches Monste

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