Der Begriff Rollenspiel ist nicht einfach zu umschreiben. Habt Ihr schon mal versucht jemandem zu erklären, was ein Mountainbike ist? Sicher, von Hinterrad über Bremse, Licht und Lenker lassen sich alle Funktionen in der Theorie erklären und darstellen, nur den Spaß beim Radfahren, die Anstrengung einen Berg hochzufahren, die Freude ihn zu bezwingen und der Adrenalinstoß, wenn es abwärts geht und einem die Äste ins Gesicht schlagen – das lässt sich nicht erklären, sondern man muss mit ein wenig Mut und vor allem Freude an der Sache den Schritt wagen und es einfach ausprobieren
Ähnlich verhält sich das auch beim Rollenspiel. Mit Spaß an die Sache gehen und ausprobieren verdeutlicht viel mehr, was der Inhalt und das Wesen von einem Rollenspiel ist.
Dennoch soll es das Bestreben dieses Textes sein, die Grundlagen zu legen und die Neugier und Begeisterung zu entfachen, einmal selbst in die Tiefen der Fantasie abzutauchen indem man ” Rollen – spielt“.
Mittendrin, statt nur dabei?
Habt Ihr schon einmal ein spannendes Buch
gelesen oder einen Krimi im Fernsehen geschaut, wo euer Held gerade
die Hand ausstreckt und versucht einen Kerzenhalter an der Wand
herumzudrehen, um eine vermeintliche Geheimtür zu öffnen – und ihr
wisst genau, dass es ein großer Fehler ist dies zu tun, denn euch
wäre natürlich aufgefallen, dass unter der Wand an dem der
Kerzenhalter befestigt ist, ein Stück menschlichen Knochens
hervorlugt??
Doch ihr könnt nichts an der Tatsache ändern, dass der Held
der Geschichte nicht über euren Scharfsinn verfügt, keine eurer
guten Ideen und Geistesblitze verändert die Situation und so nimmt
die Geschichte eine tragische Wendung für unseren armen Freund, der
ahnungslos den Auslöser einer mörderischen Falle betätigt.
Hier setzt die Idee des Rollenspiels an. Ihr schlüpft selbst in die Rolle einer der Hauptfiguren einer Geschichte, könnt selbst entscheiden, was der Held tut oder sein lässt und mit eigenen Ideen versuchen, gefährliche Situationen oder auch selbst eingebrockte Fehler zu meistern oder zu korrigieren . Die Bilder vom Fernsehen stellt ihr euch vor, sie laufen vor eurem “inneren Auge”, in eurer Fantasie ab.
Nun wäre die Geschichte nicht spannend, wenn ihr
sie selbst als der Held der Geschichte erleben wollt und dabei die
Geschichte selbst erfindet, da ihr somit auch das Ende kennt.
Genauso langweilig ist es, das hier Beschriebene alleine zu tun -
genauso gut könnte man ein Buch schreiben Und letztlich möchte man
natürlich “seinen eigenen” Helden verkörpern und nicht in die Rolle
eines Alrik Kettensägenmassaker schlüpfen, den man nicht selbst
spielen möchte.
Die Lösung liegt also darin, mit mehreren Personen
in eine Fantasiewelt abzutauchen?
Wer bin ich? Wer wäre ich gern?
Ihr schlüpft also in eine Rolle, in die Rolle
eines “Helden”. So wird aus dem eher schüchternen “Timo” der mutige
Krieger “Genion”, auch, wenn Timo in Wirklichkeit noch nicht einmal
ein Schwert angefasst hat. Aus der partyfreudigen Carina wird die
stille und geheimnisvolle Elfe “Deledriell”. Diese Rollen sind nur
eingeschränkt durch den Rahmen der Regeln, die jedes System eines
Rollenspieles mit sich bringt. Während die meisten Rollenspiele
hier auf fiktive mittelalterliche Zeiten setzen (
DSA, ADD), werden auch
zukunftsorientierte Rollenspiele (Shadowrun) immer beliebter.
Die meisten Rollenspiel stellen eine Reihe von “Rassen” zur
Verfügung (Menschen, Orks, Elfen, Zwerge) und erweitern diese dann
um Berufe (Krieger, Dieb, Magier, Streuner) die in ihrem
Spezialgebiet meist auch entsprechende Fähigkeiten, die sogenannten
Talente (Klettern, Schwertkampf, Schleichen, Sinnesschärfe)
besitzen. Aus diesem Regelwerk wählt man sich SEINE Figur heraus -
nicht die, welche die anderen gut finden, sondern diejenige, die
man selbst schon immer einmal sein wollte.
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