Die Führung eurer Gilde

Umgehen könnt Ihr diese enorme Verantwortung, wenn Ihr kein totalitäres Führungssystem wählt. Das heißt, Ihr beteiligt Mitglieder am Treffen von Entscheidungen. Die Wahl eines Führungsstils ist eine der wichtigsten Fragen innerhalb einer Gilde. Wer seine diktatorischen Triebe ausleben will, kann dies tun, muss aber damit leben, dass immer wieder Menschen seine Vereinigung verlassen, die damit nicht einverstanden sind. Dafür braucht Ihr euch auf keine langen Diskussionen einlassen und könnt euren Willen immer durchsetzen.

Im Gegensatz dazu und in der Gildenwelt der Rollenspiele sehr verbreitet sind Gildenräte. Diese bestehen aus mehreren Mitgliedern, die gewählt werden oder im Laufe der Zeit automatisch in den Rat rutschen. Der Gildengründer ist dort ebenfalls vertreten. Nicht zu empfehlen ist es, die Ratsmitgliedschaft von Mitgliedern einzig an ihren Fortschritten in WoW festzumachen. Nicht jeder, der die höchsten Charaktere hat und beim PvP die meisten Siege verbuchen kann, ist ein geschickter Redner und hat die Zeit und Muße, sich mit den Problemen der einzelnen Mitglieder zu befassen. Dies solltet Ihr auch bei eurer eigenen Rolle in der Gilde bedenken. Es dürfte schwerlich zu realisieren sein,

  • die meisten Entscheidungen zu treffen und logisch begründen zu können
  • über alle Mitglieder auf dem Laufenden zu bleiben
  • in den Foren aktiv zu sein und sich den meisten Diskussionen zu stellen
  • Gildenevents zu organisieren
  • In WoW Präsenz zu zeigen
  • Mit anderen Gilden Kontakte zu pflegen
  • Die Homepage aktuell zu halten usw.

Nichts ist unmöglich, allerdings habe ich hier berechtigte Zweifel. Dauerhaft schafft das kein Normalsterblicher, schon gar nicht, wenn eure Gilden mehr als 20 Mitglieder haben sollte.
Ihr werdet also Aufgaben delegieren müssen. Und dazu ist eine Vertretung mehrerer Mitglieder als letztes Entscheidungsgremium ein probates Mittel. Aber so ein Gildenrat hat auch Nachteile. Ihr solltet euch darauf einrichten, über teilweise unwichtige Dinge ewig diskutieren zu müssen und nicht immer Recht zu bekommen.

Die Veranstaltung von Events oder die Kontaktpflege zu anderen Gilden sind Aufgaben, die sich hervorragend dafür einigen, auf fähige Mitglieder übertragen zu werden. Dort die richtigen Leute einzusetzen ist nicht selten ein Glücksspiel, denn die Kenntnisse von anderen Menschen sind gerade in jungen Gilden rudimentär.
Regelmäßige Gildentreffen, ob in Chatkanälen oder im Spiel selber, sollten unbedingt abgehalten werden. Hier kann man sich sehr gut kennen lernen und offen über Probleme diskutieren. Das ein Chat in einer Gilde von 100 Mitgliedern chaotisch wird, ist ein ungeschriebenes Gesetz. Hier zeigt sich, wer in der Lage ist, anderen zuzuhören und sich durch kluge Argumentation durchsetzen kann. Die ideale Gelegenheit für jeden Gildenleiter, geeignete Amtsträger zu finden.