Blizzard Entertainment – eine Erfolgsgeschichte

Auf den folgenden Seiten möchten wir euch das Unternehmen vorstellen, das hinter den großen Namen wie Warcraft, Starcraft und Diablo steht. Neben der (Erfolgs-)Geschichte werdet ihr auch einige interessante Informationen zu wichtigen Personen und Spielen finden, die euch vorher vielleicht gar nicht bekannt waren.

Der Artikel deckt die gesamte Zeit seit Gründung bis zum Februar 2011 ab. Weitere Aktualisierungen nehmen wir in unregelmäßigen Abständen vor.



Wie alles begann

Im Februar des Jahres 1991, gründeten Michael Morhaime, Allen Adham und Frank Pearce (alle Drei hatten gerade ihren Bachelor an der University of California gemacht) die Software-Firma Silicon & Synapse in Irvine, Kalifornien. Morhaime und Pearce arbeiten auch im Jahre 2011 noch in führenden Positionen bei Blizzard Entertainment. Doch aller Anfang ist schwer und der Weg bis zu einem der wichtigsten Spieleentwickler der Welt ist weit. In den ersten Jahren produzierte Silicon & Synapse nur Portierungen für andere Studios, darunter Titel wie Battle Chess 2 oder J.R.R. Tolkien’s The Lord of the Rings, Vol. I, welche von Interplay Entertainment veröffentlicht wurden. Allerdings war es dieses kleine, junge Unternehmen, welches das erste Super Nintendo Spiel eines US-Herstellers entwickelte, RPM Racing. Dies war eine Neuauflage des Spiels Racing Destruction Set aus dem Jahre 1985, welches ursprünglich von EA-Games für den Comodore 64 entwickelt wurde. Erste eigene Titel kamen 1992/93 auf den Markt. Mit Rock’n'Roll Racing und The Lost Vikings gelangen Silicon & Synapse erste Erfolge. Beide Spiele wurden von Spielern und Presse gelobt und erhielten sogar einige Auszeichnungen. Hier zeichnete sich auch bereits die spätere Firmenphilosophie ab, die sogenannten “acht Grundwerte“. So verpflichtet man sich als Mitarbeiter bei Blizzard heute offiziell zur Qualität seiner Produkte, was ein entscheidender Grund für den enormen Erfolg des Software-Entwicklers sein dürfte. Hinzu kam, dass man das Geld, welches all die Erfolgstitel einbrachten, gut gebrauchen konnte, hatte man bis dahin doch mehr Schulden angehäuft als Einnahmen generiert.


Nach der Entwicklung von The Lost Vikings kam es zu einem Rechtsstreit mit Publisher Interplay Entertainment, da einige Mitarbeiter illegale Kopien des Spiels verkauft haben sollten. Silicon & Synapse gewann den Prozess zwar, trug aber einen enormen Imageschaden davon. Um eine Art Neuanfang zu wagen, beschloss man sich in Chaos Studios umzubenennen. Der Namenswechsel hielt aber nicht lange vor (knapp einen Monat), da man feststellte, dass sich bereits ein anderes Unternehmen den Namen Chaos hatte sichern lassen. Nach kurzer Zeit und viel Gewälze im Duden einigte man sich auf den heutigen Namen Blizzard Entertainment.

Warcraft I / II

1994 veröffentlichte Blizzard Entertainment – nun unter neuem Namen – die zwei erfolgreichen Super Nintendo Titel The Death and Return of Superman und Blackthorne, welches später auch für den PC umgesetzt wurde. Noch im selben Jahr gelang der große Durchbruch. Mit der Veröffentlichung von Warcraft: Humans and Orcs schuf Blizzard Entertainment eine bis heute immer weiter ausgebaute Welt, die über Generationen hinweg als Grundlage für fantastische Spielerlebnisse dient.

Es dauerte nicht lange und Blizzard veröffentlichte Ende 1995 den zweiten Teil der Wacraft-Reihe, Warcraft II: Tides of Darkness. Das Spiel war ein Verkaufsschlager und wurde von Kritikern mit Top-Bewertungen überhäuft. Es überzeugte vor allem durch seine Story, die für damalige Verhältnisse umwerfenden Videosequenzen, die Grafik und den Sound. Dies war übrigens der erste Blizzard Titel, der nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Interplay Entertainment veröffentlicht wurde. 1996 erschien das Addon Warcraft II: Beyond the Dark Portal, welches die Story aus dem Vorgänger weiterführte. Übrigens gab es bis zum Jahr 2003 auch einen Open-Source Clon von Warcraft 2 mit dem passenden Titel Freecraft. Blizzard verklagte die Entwickler allerdings, was zur Stilllegung des Projektes führte.

Blizzard North

Mit dem großen Erfolg war man nicht nur die letzten Schulden aus der Gründerzeit los, sondern hatte auch die finanziellen Möglichkeiten zu wachsen. Bereits Ende 1995 übernahm man eine im Jahre 1993 von David Brevik, Erich Schaefer und Max Schaefer gegründete Softwarefirma namens Condor Inc., die bereits an dem Spiel Diablo arbeitete, und fortan unter dem Namen “Blizzard North” fungierte.

Diablo und das Battle.net

1997 folgte der nächste große Erfolg Blizzard’s. Mit der Veröffentlichung von Diablo schuf Blizzard ein vollkommen neues Genre, das Hack’n'Slay war geboren. Eigentlich sollte Diablo ein rundenbasiertes DOS-Spiel werden, was nach dem Kauf durch Blizzard aber geändert wurde.

Zeitgleich mit Diablo veröffentlichte Blizzard das Battle.net, welches auch heute noch elementarer Bestandteil aller Blizzard-Spiele ist. Eine Online-Plattform, die es Spielern überall auf der Welt ermöglichte, jederzeit miteinander zu spielen oder zu chatten und das völlig kostenlos. Nach der erfolgreichen Einführung des Battle.net wurde 1999 sogar nochmals eine Warcraft 2 Version veröffentlicht, die nun auch Battle.net fähig war. Ende 2005 verklagte Blizzard Ross Combs und Rob Crittenden, weil diese an einem alternativen Battle.net namens “bnetd” arbeiteten um auch auf inoffiziellen Servern spielen zu können und so die teilweise hohen Latenzen auf den Blizzard Servern zu umgehen.

Starcraft

Blizzard wäre nicht Blizzard, wenn sie nicht ihren vorangegangenen Erfolg noch zu übertrumpfen wüssten. Mit dem 1998 veröffentlichten Starcraft verließ man die mittelalterlich wirkenden Welten von Warcraft und Diablo und wandte sich einem futuristischeren Stil zu. Im selben Jahr folgte die Erweiterung StarCraft: Brood War. Mit fast 10 Millionen verkauften Exemplaren ist es das bis heute meistverkaufte Echtzeit-Strategiespiel. In Süd-Korea ist das Spiel mittlerweile zu einem regelrechten Volkssport geworden. Spiele zwischen den besten Spielern der Welt werden im Fernsehn ausgestrahlt und kratzen nicht selten an der 20.000 Zuschauer Marke. Was viele nicht wissen: es gab eine N64 Version von Starcraft, die sogar über einen zwei Spieler-Modus verfügte.

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Die steile Karriere begeisterte neben den Spielern natürlich vor allem die Investoren. Und von diesen gab es viele in der doch relativ kurzen Bestehensgeschichte Blizzard’s. Hier eine kurze Auflistung in chronologischer Reihenfolge: Davidson & Associates (1994-1996), CUC International (1996-1997), Cendant Software (1997-1998), Havas (1998), Vivendi (1998-2007), Activision Blizzard (2007- bis jetzt). Der heutige Marktwert von Activision Blizzard liegt um die 15 Milliarden Dollar.

So ist in nicht einmal 10 Jahren aus der kleinen Firma Silicon & Synapse eine der erfolgreichsten Spieleschmieden der Welt geworden, die unzählige Rekorde aufgestellt und selbst wieder gebrochen hat.
Auf der nächsten Seite lest ihr alles über Diablo 2, Warcraft 3 und Personalwechsel in der Firmenleitung.

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Interessantes und Ungewöhnliches rund um World of Warcraft