Diablo 2

Der eigentlich für Ende 1998 geplante zweite Teil von Diablo verschob sich um fast anderthalb Jahre in den Sommer 2000. Dies tat dem Erfolg aber keinen Abbruch. Wieder einmal schaffte es ein Blizzard Titel alle Rekorde zu brechen. Diablo 2 verkaufte sich bereits im ersten Monat mehr als 1 Million mal und ist bis heute, nach über 10 Jahren, im Handel erhältlich. Der Ansturm der Spieler war so enorm, dass das Battle.net, welches vorher einer dreimonatigen Testphase unterzogen wurde, unter der Last der Spieler zusammenbrach. Bereits im Jahr darauf legte man die Erweiterung Diablo II: Lord of Destruction nach, welche den Rekord des erfolgreichsten Addons seiner Zeit aufstellte.

Blizzards, anfangs aufgekauftes, selbst weiterentwickeltes und immer noch kostenloses Battle.net erreicht im Jahr 2000 die absolute Rekordzahl von 8,75 Millionen verschiedenen Usern (nicht Accounts). Pro Tag werden über 1 Million Spiele gespielt! Damit ist das Battle.net bis heute die größte Plattform für Multiplayerspiele.

In der Zeit nach dem gigantischen Erfolg von Diablo2 expandiert die Hauptfirma Blizzard Entertainment gewaltig. Die Arbeiten an Warcraft 3: Reign of Chaos waren in vollem Gange und das Sicherstellen eines Erfolges verlangten nach weiterem fähigen Personal. Das Unternehmen wird so stark erweitert, dass Blizzard schließlich in zwei Teams an seinen nächsten Projekten arbeitet. Während das eine Team an der Fertigstellung von Warcraft 3: Reign of Chaos arbeitet, entwickelt das zweite Team einen bis dato streng geheimen Titel: World of Warcraft.

Ein Schatten am Horizont

Eigentlich sollte Blizzards neuestes Werk erst auf der ECTS 2001 vorgestellt werden, wie es der Zufall jedoch wollte, passierte ein mehr oder minder kleines Missgeschick: Der “Blizzard Insider”, ein drei bis viermal jährlich erscheinender Newsletter über die neusten Blizzard-Spiele wird zwei Tage zu früh veröffentlicht. Problem dabei: Im diesem Newsletter wurde angekündigt, dass Blizzard ein Massive Multiplayer Online Rollenspiel in der Warcraft-Welt entwickelt. Dumm gelaufen – dennoch: Die richtigen Infos zum Spiel und vieles mehr gab es dann auf der ECTS 2001 zu sehen. Schon damals war die Fachpresse beeindruckt, wie eingängig sich World of Warcraft bereits spielt. Bereits ein Jahr ist World of Warcraft im September 2001 in Entwicklung. Man plane den MMORPG Sektor mit World of Warcraft zu revolutionieren und auf eine nie dagewesene Ebene zu heben. Blizzard steigt erst jetzt in dieses Genre ein, da man zunächst die Entwicklung in diesem Marktsegment abwarten und genau beobachten wolle. Alle Blizzardmitarbeiter sind begeisterte Online-Rollenspieler, sogar Bill Roper und seine Frau spielen gemeinsam Dark Age of Camelot und sind begeistert vom Umfang des Spiels. Trotzdem gibt es immer noch etliche Dinge, die ihrer Meinung nach verbesserungswürdig sind. “Viele Aspekte müssten vereinfacht werden”, meint Bill Roper in einem Interview.

Warcraft III

Nach einer vier Monate langen Beta-Phase zur Fehlerbeseitigung ist es dann soweit: Mit der Veröffentlichung von Warcraft 3: Reign of Chaos am 3. Juli 2002 beweist Blizzard Entertainment erneut, dass sie, scheinbar ohne größere Anstrengungen, dazu in der Lage sind, die von ihnen geschaffenen Referenztitel durch den nächsten abzulösen. Warcraft 3: Reign of Chaos bekam weltweit Wertungen jenseits der 90%, verkaufte sich bereits kurz nach der Veröffentlichung mehr als 4,5 Millionen mal und ist bis heute eines der erfolgreichsten Spiele überhaupt. Ein knappes Jahr später

steht auch schon die Erweiterung Warcraft III: The Frozen Throne in den Läden, welche ebenfalls ein Erfolg auf ganzer Linie ist.

Nach der Veröffentlichung von Warcraft 3 fusionieren die zwei gebildeten Entwickler-Teams wieder und konzentrieren sich jetzt vollkommen auf World of Warcraft.

Starcraft Ghost

Ein weiteres kleines Team arbeitet zusammen mit der etablierten Konsolenfirma Nihilistic an Starcraft: Ghost, einem ausschließlich für Konsolen geplanten Spiel. Ihr solltet in die Rolle von Nova schlüpfen, einer weiblichen Ghost-Einheit, bestens bekannt von den Terranern aus Starcraft. Das Spiel sollte aus der Third-Person Perspektive gespielt werden und im Sommer 2003 für mehrere Konsolen erscheinen. Dies geschah aber nie und mittlerweile hat Blizzard das Spiel auf unbestimmte Zeit verschoben. Für Blizzard wäre ein Release ein Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln gewesen, da man Anfang der 90er hauptsächlich Konsolenspiele entwickelte.

Personelle Katastrophen

Am 30. Juni 2003 verlassen die Mitbegründer und Leiter von Blizzard North Max Schaefer, Eric Schaefer, David Brevik und Bill Roper die Firma. Das löst einen regelrechten Schock aus und schlägt sich auch ausgesprochen negativ auf die im Moment stattfindenden Verkaufsverhandlungen von Vivendi Universal Games nieder. Bill Roper gibt einige Interviews und erzählt, daß sie ein wenig mehr Mitspracherecht haben wollten, in Bezug auf die Wahl des neuen Besitzers, und schließlich wären sie auch immer einer der Hauptumsatzgaranten gewesen. Dieses Mitspracherecht hat man ihnen jedoch nicht gewährt. Man hat hoch gepokert und bei der Konzernführung in Paris mit Weggang gedroht – sicherlich im Vertrauern darauf, dass man die führenden Köpfe nicht einfach ziehen lassen wird. Falsch gewettet. Vivendi fackelte nicht lange und zog die Konsequenzen und kündigte den Herren fristlos. Anschließend gründeten Roper und Co. die Flagship-Studios und entwickelten Hellgate London und Torchlight.
Bill erzählte weiter, dass man sich durchaus vorstellen könne, auch in Zukunft mit Blizzard oder Blizzard North zusammenzuarbeiten. Aber zuerst müsse man sich klar darüber werden, was sie jetzt eigentlich tun wollen, wie ihre neue Firma heißen soll und wie es weitergehen wird. Nachfolger der Schaefer-Brüder an der Spitze von Blizzard North ist Rick Seis, seines Zeichens Lead und Chef Programmierer von Diablo eins und zwei.

Anfang 2004 eröffnete Blizzard einen weiteren Firmensitz, diesmal in Vélizy, Yvelines, Frankreich. Dieser war ab sofort für die Entwicklung und den Support von World of Warcraft im europäischen Raum zuständig. Im August 2004 durfte auch unser Seitengründer Garry dem Team beitretet – und blieb zwei Jahre im Unternehmen als Community Manager tätig.

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