Das meint “DrJones” (Worldofwar.de)
Auch ich gehörte zu den Priviligierten, die sich in der Cataclysm-Beta umschauen durften. Dabei habe ich mich aber auf die neue alte Welt beschränkt, da ich mir die wirklich neuen Gebiete bis zum Release aufheben wollte. Nagut, in Hyjal hab ich trotzdem mal reingeguckt und ein paar Quests gemacht, aber weiter bin ich da nicht eingestiegen.Die neuen Startgebiete, und das wissen ja alle, die mit 4.0.3a schon einen neuen Char angefangen haben, sind wirklich der Hit. Es fühlt sich teilweise schon fast wie ein neues Spiel an. Die Gegenden wurden mit viel liebe zum Detail umgestaltet, die Queststexte sind nun in eine kleine Geschichte eingebunden und es gibt sogar kleinere Events. Dabei hat mich eigentlich das Troll-Startgebiet am meisten beeindruckt, allein der kleine Zumi, welcher uns durch das ganze Gebiet begleitet, war einfach toll.
Außer konkurrenz stehen hier die Startgebiete der beiden neuen Rassen. Hier finde ich persönlich das Goblin-Startgebiet besser gelungen, aber auch das der Worgen ist sehr innovativ und atmosphärisch. Der Untergang Kezans durch den Vulkanausbruch und die anschließende Einführung der Goblins in die Horde beleibt aber meiner Meinung nach ungeschlagen. Da hat das Questen so viel Spaß gemacht, wie schon lange nicht mehr. Aber auch danach geht es nicht schlechter weiter. Die überarbeiteten Gebiete sind zum größten Teil wirklich schön geworden und vor allem am Questdesign wurde so vieles zum Guten verändert. Questtexte zu lesen macht endlich wieder Spaß, die kleinen Geschichten passen sich wunderbar in das jeweilige Ambiente ein und es gibt sehr viele witzige neue Ideen.
Nur grafisch hätte ich mir manchmal etwas mehr Umgestaltung gewünscht. Vor allem das nördliche Brachland ist gefühlt genauso häßlich wie eh und je und sticht dadurch schon fast aus den überarbeiteten Gebieten heraus. Die Steppe ist immernoch eintönig, man rennt immernoch von a nach b um nachher wieder nach a zu laufen um anschließend nach b geschickt zu werden, aber das kennen die leidgeprüften Hordler vom Brachland ja schon. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass schon zu viele meiner Chars dieses Gebiet hinter sich gebracht haben.
Abschließend beleibt festzuhalten, dass Blizzard einen wahnsinnig guten Job gemacht hat. Mit Cataclysm wurde WoW von Grund auf umgestaltet und hat sich nirgendwo zum Schlechten verändert. Das lässt mich vor allem für die neuen 80+ Gebiete hoffen! Wenn diese auch so schön gelungen sind, und mein kleiner Ausflug nach Hyjal lässt es erwarten, dann werde ich WoW mit diesem Addon wieder an die Spitze meiner Liste der absolut besten Spieler aller Zeiten stellen. Also ich freu mich drauf
Das meint “aenima” (allvatar.com)
Was ich bisher von der Cataclysm-Beta sehen konnte macht richtig Appetit auf den Release am 07.12.2010. Eine liebevoll umgestaltete “Alte Welt”, viele neue Instanzen und Raids, neue Features wie die Gildenachievements und nicht zu letzt die Worgen und Goblins: Für mich kann die Cataclysm-Ära losgehen.Trotz aller Euphorie muss man jedoch skeptisch bleiben, ob das Casual-Konzept von Blizzard auf lange Zeit aufgeht. Sicherlich werden die neuen Inhalte viele neue Spieler locken und sicher wird auch der eine oder andere WoW-Pausierer seinen Account wieder aktiveren, um den kommenden Abenteuern eine Chance zu geben. Wie lange aber die neuen Inhalte an die Monitore fesseln werden, das steht in den Sternen. Derzeit scheint es ja auf den Beta-Servern noch so, dass der Schwierigkeitsgrad wieder etwas hochgeschraubt wurde und somit die Langzeitmotivation gestärkt wird. Hoffen wir, dass die Jungs von Blizz hier nicht wieder schnell einklicken und die Nerf-Keule schwingen!
Das meint “nobbie” (Worldofwar.de)
Es war einmal …London, 2. September 2001 – Auf der einst grössten und einflussreichsten europäischen Computerspiel-Fachmesse, der European Computer Trade Show (kurz ECTS), kündigt Blizzard den WarCraft III-Nachfolger an: World of WarCraft. Das neue Spiel soll ein Online-RPG werden, das “das Chaos in einer massiven Grössenordnung orchestriert”. Vorgestellt werden zunächst nur drei spielbare Rassen: Die Menschen, Orks und Tauren. Es sollten später insgesamt acht werden, jedoch steht von Anfang an fest, dass man nicht Quantität sondern “konzentrierte Coolness” anstrebe, um gegen die vielen kleinen Konkurrenten und die etablierten Platzhirsche Ultima Online (1997) und EverQuest (1999) bestehen zu können. Die Kämpfe sollen schneller und actionorientierter sein, das Interface ausgefeilt und das Spiel leichter zugänglich als in anderen MMO’s. Ferner hofft man, dass die weithin bekannte, tiefe Story hinter den WarCraft-Spielen und die Erfahrung der Firma mit Multiplayer-Spielen das Spiel aus der Masse hervorhebt.
6 Jahre später
Heute, fast 10 Jahre später wissen wir, dass Blizzard vielen Unkenrufen aus Presse und Community zum Trotz mit dieser Einschätzung genau richtig gelegen hat. World of WarCraft ist am 23.11.2010 sechs Jahre alt geworden, zählt rund 12 Millionen Abonnenten und geht in wenigen Tagen in die 3. Erweiterung. Der Zenit ist trotz des Todes des Lichkönigs, der die Hauptstory immerhin 6 Jahre getragen hat, aber noch längst nicht überschritten. Mit Cataclysm und dem klassischen, perfekt inszenierten “Dungeons & Dragons”-Thema in einer generalüberholten Welt präsentiert sich WoW frischer denn je. Das ist keineswegs selbstverständlich, wenn man das vergangene Spieljahrzehnt mal Revue passieren lässt. Diablo II z.B., bis zum Erscheinen von WoW Ende 2004 das erfolgreichste Online-Spiel, war nach nur fünf Jahren hinsichtlich Spielbalance und -ökonomie eine Ruine. Eine richtige Story und Storyentwicklung gab es nicht, und die durch das unsichere Battle.net I bedingten Hacks und Item-Duplizierungen haben dem RPG-Klassiker schliesslich den Todesstoss versetzt. Diese Kardinalschwächen sind dank monatlich sprudelnder Einnahmen über das heutige Abomodell glücklicherweise kein Thema mehr, von der wohl unvermeidbaren Goldfarmer-Plage mal abgesehen. Das Einzige, das den auch weiterhin grossen Erfolg von WoW bremsen könnte, ist ein Mangel an Ideen für weitere Expansionen (was wohl sehr unwahrscheinlich sein dürfte) oder Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Auf dem MMO-Sektor jedenfalls braucht Blizzard auch in den kommenden Jahren bis zum Erscheinen des WoW-Nachfolgers keine Konkurrenz zu fürchten, selbst wenn zugkräftige Franchises wie Star Wars dahinter stehen.
Alles neu macht der Todesschwinge
Was macht Cataclysm auch nach 6 Jahren WoW noch so attraktiv? Es ist in erster Linie der frische Wind, der Einzug hält. Klar geht es nach wie vor hauptsächlich um’s Leveln und immer bessere Items, aber jetzt, da der “alte Zopf” Arthas a.k.a. der Lichkönig endlich abgeschnitten ist, ist wieder Raum für geschichtliche Weiterentwicklung. Mit gewohnt genialem Handstreich greifen die Köpfe des Entwicklerteams das klassische “Dungeons & Dragons”-Thema auf, lassen Todesschwinge kurzerhand über die Welt hinwegfegen und erschaffen aus veraltetem Content wieder spielbare, zeitgemässe Unterhaltung sowie die Basis für die nächsten Jahre und Expansionen. Technisch wie erzählerisch ist die vierte Auflage des Spiels dank einer Vielzahl “gephaster” Quests voll auf der Höhe der Zeit, und die Inhalte sowie die physische Welt aus der Sicht eines WoW Neulings mittlerweile gigantisch gross. Klar gibt es bei so einem Mammutprojekt wie Cataclysm hier und da zunächst noch lose Enden, die bei der Überarbeitung zwangsläufig anfallen, aber auch hier wird Blizzard noch nacharbeiten, wie man auf der BlizzCon 2010 versprach. Auch die Spielinhalte werden mit den Folgepatches 4.1 bis 4.x weiter wachsen und verbessert. So soll z.B. Undermine kommen und die Grafik des alten Content (Azeroth, Scherbenwelt und Nordend) nach und nach noch besser am State-of-the-Art angepasst werden.
Back to the Roots
Auch spielerisch geht Blizzard wieder zu den Wurzeln zurück, um der überbordenden Item- und Instanzeninflation in Wrath of the Lich King Herr zu werden. Das beinhaltet einmal das Abspecken und Straffen der Talentbäume und zum anderen den Spielschwierigkeitsgrad. Die Gegner haben jetzt deutlich mehr Lebenspunkte und schlagen kräftiger zu. Wer nicht umsichtiger spielt – vor allem in der Gruppe – der liegt in Cataclysm ganz schnell im Staub. Die Zeiten, wo man zwecks Markenfarmen mit einer random Gruppe mal schnell im Blindflug durch die heroischen Dungeons rauschte, sind vorbei. Man muss sich den Zutritt über eine minimale Ausrüstungsqualität wieder erarbeiten und wirklich zusammenspielen, um die teils extrem knackigen Gegnergruppen zu kontrollieren. Bezüglich Gegenständen gibt es ebenfalls einen “Reset” in bisher ungewohntem Ausmass. Selbst beste Items aus der heroischen 25er Eiskronenzitadelle könnt ihr binnen kürzester Zeit durch bessere Cataclysm Basisitems ersetzen.
(Vorübergehende) Mängel
Gibt es bei all den schönen Neuerungen und Verbesserungen auch Dinge, die nicht so toll sind? Ja, die gibt es. Mir persönlich hat z.B. missfallen, dass die hohe Anzahl gephaster Quests nicht ohne Folgen für die “statische” Welt bleibt, also den Content, den alle Spieler zur selben Zeit immer sehen können. Das prominenteste Beispiel ist wohl Gilneas, die (erste) Heimat der Worgen. Die Zone richtig erleben kann man nur, wenn man auch mal einen Worgen spielt. Ist die Geschichte zu Ende und der Worgen im neuen Distrikt in Darnassus angekommen, bleibt wortwörtlich ein Geisterland zurück – keine Einwohner in der Stadt, keine in den Dörfern, nichts. Gilneas stellt sich aus der Sicht eines Fremdlings wie eine Theaterbühne ohne Schauspieler dar. Zwar finden hier später im gleichnamigen, instanzierten PvP-Schlachtfeld zahllose Matches statt, aber ein gewisser Stammcontent wäre doch irgendwie wünschenswert, um der wirklich sehr atmosphärischen Zone auch posthum noch gerecht zu werden.
Wie geht es weiter?
Zunächst einmal werden mit den Folgepatches 4.1 bis 4.x jede Menge neue Inhalte und Instanzen hinzukommen, bis wir ca. Ende 2012 mit dem Release der vierten WoW Erweiterung rechnen können. Für Letztere hat man laut Management “awesome ideas” und die Vorproduktion ist bereits in vollem Gange. Die zwei Jahre dürften aber auch ohne Zwischenpatches sehr kurzweilig werden sofern man nicht zu denen gehört, die ausschliesslich ihren Level 80 Charakter weiterspielen. Es stehen noch viele tolle Themen aus, mit denen wir in Zukunft rechnen können. Da wäre z.B. das Goblin-Areal Undermine, die “Parallelwelt” Smaragdgrüner Traum oder neue Welten wie die Draenei-Heimat Argus. Meiner persönlichen Einschätzung nach könnte Argus oder eine andere WarCraft-Welt inklusive “Raumfahrt” durchaus Inhalt der nächsten Erweiterung sein. Man würde entwicklungstechnisch “noch eins drauf setzen”, das Burning Crusade-Thema aufgreifen und ein Stück in Richtung “Weltraum MMO” rücken, das die Brücke zum kommenden Nextgen-MMO von Blizzard schlägt. Mit klassischen Fantasy- und SciFi-Welten (Diabo, WarCraft, StarCraft) hat Blizzard ja hinlänglich Erfahrung sammeln können. Was läge da also näher, als beides im vierten Franchise als MMO zu verbinden: “Star Wars” à la Blizzard.
Diabolische Konkurrenz
Cataclysm erscheint Ende 2010 und die vierte WoW Erweiterung in zwei Jahren ca. Ende 2012. Frühestens im Jahr 2012 werden wir laut Rob Pardo erste Infos zum Nextgen-MMO erhalten. Dazwischen, also genau in der Mitte im Dezember 2011 wird wohl Diablo 3 erscheinen, um den Effekt der Inhouse-Konkurrenz so gering wie möglich zu halten. Diablo 3 wird zweifelsohne ein Riesenhit und der Einfluss auf die WoW Abonnements zu diesem Zeitpunkt ist sicherlich nicht zu unterschätzen. Wird Diablo die Entwicklung von WoW und dessen kommende Erweiterungen negativ beeinflussen? Meiner Ansicht nach ganz klar Nein. So schmackhaft Diablo 3 aussieht und so viel Spielzeit es zu binden vermag, bleibt es doch ein relativ statisches Hack&Slash Action RPG im Vergleich zu einem Massively Multiplayer Online-Game. Letztere wird bis auf weiteres die Königsklasse der Computerspiele bleiben und trotz oder gerade wegen des Abomodells die meisten Kunden binden. Nirgendwo anders ist das Spielerlebnis so intensiv, das Update mit neuen Inhalten so umfangreich, der Support so umfassend und die Kundenbindung so hoch. Blizzard wird ferner darauf bedacht sein, soviele WoW Kunden wie möglich ins nächste MMO mit hinüber zu nehmen, das voraussichtlich irgendwann nach 2014 erscheinen wird. Für die kommenden WoW Erweiterungen bis Level 100 wird sich das sehr postiv auswirken, denn man wird den Appetit auf’s kommende MMO-Franchise zunehmend steigern müssen. Diablo 3 wird das “Spiel für zwischendurch”, wenn auch ein sehr gutes. Gedanken machen müssen sich in diesem Zusammenhang allenfalls die Hersteller nicht so erfolgreicher MMO’s, denn wenn ich WoW und Diablo 3 spiele, was brauche ich dann bis zum Erscheinen von Blizzards Nextgen-MMO eigentlich noch?
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