Aller Anfang ist schwer

Aller Anfang ist schwer. Das gilt generell, und ganz speziell auch für diesen Bericht. Wo soll man anfangen, in einem Moment, auf den man so lange hingearbeitet hat. Auf den man so lange warten musste. Und auf den man sich gefreut hat wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Dieser Vergleich hinkt gar nicht so sehr, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Denn ein bisschen ist es schon wie Weihnachten – oder besser gesagt, wie das Öffnen der Türchen im Adventskalender. Langsam füllt sich der Fortschrittsbalken des Downloads, jede Sekunde bringt einen dem ersehnten Augenblick ein bisschen näher. Ich gebe es zu – solch ein Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr. Ich fühle mich erinnert an Zeiten, die scheinbar ewig lang zurückzuliegen scheinen – an den Download des Diablo 2 Stresstest-Clients. Da war sie auch, diese Aufregung, diese Vorfreude, diese zittrigen Hände und diese Erleichterung, als man endlich spielen konnte.

Ausserdem weiss ich – es wird nie wieder wie in diesen ersten Stunden, vielleicht auch den ersten Tagen. Es ist eine Zeit, die man ganz besonders genießen muss – und die man ganz besonders genießen will. So gut es geht. Und solange es geht. Nun habe ich, fast ohne es zu merken, doch einen Einstieg gefunden. Hoffentlich einen, der euch meine Gefühlslage ein bisschen näher bringt. Doch auch wenn in mir jetzt alles jubiliert, so habe ich doch nicht jede der mittlerweile fast 48 Stunden seit Beginn des Betastarts so angenehm verlebt. Denn als die ersten Betamails der glücklichen Teilnehmer in deren virtuellen Briefkästen aufschlugen, war ich nicht da. Weg, um zu arbeiten. Und ausgerechnet an diesem Tag fängt die Beta an. Vielleicht könnt ihr mitempfinden, wie ich mich gefühlt habe, als mir klar wurde, dass ich erst 24 Stunden später mit dem Download würde beginnen können. Einem 2 GB Monster-Download, der gut und gerne seine 8-10 Stunden haben will, bis er endlich abgeschlossen ist. Da hat man das Glück, als einer der ersten spielen zu können, und kann nicht. Weil man nicht da ist. Ausgerechnet der banalste alle möglichen Gründe. Und das an einem solchen Tag. Auf Kohlen sitzen, sagt man so schön. Auf glühenden Kohlen. In meinen Fall war es wohl eher ein Hochofen, der da unter meinem Hintern brodelte.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Die Berge, die mir bei der Ankunft zu Hause vom Herzen gefallen sind, dürfte sich jeder vorstellen können. Die hätten wahrscheinlich nicht mal durch das Eingangstor von Stormwind gepasst. Und da standen noch ca. 8 Stunden Download an. Dachte ich zumindest. Denn der Internet-Gott schien es nicht gut mit mir zu meinen – oder er schlief, und konnte sich einfach nicht um mich kümmern, schließlich was es kurz vor drei in der Nacht. Der Download – ihr erinnert euch, der ist 2 GB groß – kroch mit 12 KB/s dahin. Mit ZWÖLF. Das konnte einfach nicht wahr sein. Es DURFTE nicht wahr sein. Und erst recht nicht diese böse, zweistellige Zahl an der Stelle, wo die Angabe der verbleibenden Download-Zeit steht. 45 Stunden. In Worten: Fünfundvierzig. Fast zwei Tage! Ich fühlte mich wie ein Staffelläufer, der einen Meter vor der Ziellinie den Stab aus der Hand gerissen bekommt. Und in diesem Moment, dunkler als die Nacht in Undercity und so unverstellbar wie das Spiel, auf das ich mich so freute, half mir unser guter Garry wieder auf die Beine. In meiner Ungeduld hatte ich als “Cable/DSL – fast” als Verbindungsgeschwindigkeit angegeben. Ein fataler Fehler, denn nachdem diese Option, mit der ich wohl nie wieder werde Freundschaft schließen können, auf “Cable/DSL – slow” umgestellt war, nahm mein Download Fahrt auf. 20, 30, 40, 50, 60 und schließlich 70KB/s waren etwas, mit dem ich leben konnte. Die Minuten krochen zwar immer noch, aber zumindest war das Licht am Ende des Tunnels wieder angegangen. Und es wurde heller. Und heller. Und noch heller. Zumindest wurde es nicht dunkler, denn schlafen konnte ich nicht. Mehr als unruhiges Dösen war nicht drin, die Aufregung des Tages und die Spannung waren wohl zu groß. Meine Kaffeemaschine zitterte wahrscheinlich schon, die konnte sich vorstellen, was auf sie zukam. Aber die World of Warcraft Beta kommt nur einmal, und da müssen eben auch mal die menschlichen Bedürfnisse wie das Schlafen zurückstehen.

Beschäftigungstherapie war also angesagt, da spült man in seiner Verzweiflung schon mal morgens um sechs Uhr Geschirr. 😉 Leider (ja, in diesem Falle “leider” ) dauert das bekanntlich auch keine 3-4 Stunden, denn so lange sollte mein Download noch brauchen. Nach Duschen, Frühstücken und weiterem quälenden Warten hatte ich endlich die 2011,5 MB geschafft. Geschafft! Endlich! Dachte ich. Stimmte aber nicht. Denn offensichtlich waren ca. 300 MB defekte Daten heruntergeladen worden, eine weitere Stunde Warten stand auf dem Programm. Zu dieser Zeit war ich an einem Punkt angekommen, an dem es mir nicht mehr möglich war, auch nur noch eine Sekunde länger wartend vor meinem PC zu hocken. Und in diesem Moment wurde mir klar, dass ich wohl irgendwann mal eine Extraportion weibliche Hormone abbekommen haben musste. Denn ich ging Einkaufen. Ja, ihr lest richtig – Einkaufen. Aber bevor ich euch jetzt einen TBa vorstellt, der im rosa Tütü vor dem PC sitzt, gebe ich vorsichtshalber Entwarnung. Denn es waren keine Schuhe, die ich voller Stolz nach Hause trug, sondern eine neue Grafikkarte. Die Überlegung, mir für WoW (bzw. die Beta) übergangsweise eine etwas stärkere Pixelschleuder zu gönnen, hatte in den Stunden des endlosen Wartens Gestalt angenommen und war ob meines bereits schwer angeschlagenen Nervenkostüms hatte ich sie in die Tat umgesetzt. Im Nachhinein stellte sich diese möglicherweise nicht im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte getroffene Entscheidung übrigens als sehr weise heraus – denn meine alte GF2 Pro hätte mir sicherlich keine Freude mehr bereitet.

Mit meiner Beute zu Hause angekommen, war die verbleibende Downloadzeit auf erträgliche 20 Minuten geschrumpft. Eine letzte Herzattacke erlitt ich zwar noch, als die Zeitangabe mehrfach von wenigen Sekunden auf eine knappe halbe Minute sprang, aber irgendwann war auch dieser letzt Stolperstein ausgeräumt und die so lange ersehnte Meldung “Download Succeeded” zierte meinen Bildschirm. Schnell die neue Grafikkarte rein, neuen Treiber drauf, nochmal hoffen: “Geht alles gut?” – dann endlich konnte ich mit der Installation anfangen. Ca. 15 Minuten verbrachte ich noch mit dem mittlerweile gewohnten Blick auf einen Fortschrittsbalken, dann war die Beta endlich installiert. Starten und Einloggen bereiteten keinerlei Probleme, der erste Charakter – ein Zwergenmagier mit dem Namen “Alepitcher” (jaja, ich hatte es eben eilig) – war fix erstellt und endlich durfte ich wirklich loslegen. Mittlerweile war es 12:30 Uhr mittags, ich hatte immer noch keine Minute geschlafen (das gilt in dem Augenblick, in dem ich diese Zeilen tippe, übrigens immer noch), aber das war mir egal. Ich wollte jetzt endlich spielen. Und das tat ich…

Die Erfahrungen eines Zwerges

Hier sind wir an dem Punkt angekommen, an dem ich euch mitnehmen möchte auf eine Reise in eine Welt, wie sie wohl nur Blizzard hinbekommt. Dies sind die Abenteuer des tapferen Zwergen-Magier Alepitcher, der aufgebrochen war, Gebiete zu erforschen, die nie ein Zwerg zuvor gesehen hat. Ich hoffe, ihr schließt den zuweilen brummbärigen, aber trotzdem in der Tiefe seiner Seele herzensguten Magier-Anwärter schnell in euer Herz und verfolgt seine Reise mit Spannung und ab und an auch mit ein wenig Amüsement. Denn schließlich sind Zwerge neben ihrer Trinkfestigkeit auch für ihren einzigartigen Humor bekannt. Doch genug meiner Worte, nun ist es wirklich Zeit, uns den Tagebüchern unseres Freundes zu widmen.

Tagebuch von Alepitcher dem Zwergenmagier – erster Tag

Endlich bin ich angekommen. Nach einer langen Reise voller Entbehrungen habe ich mein Ziel erreicht. Die verschneiten Schluchten von Coldridge Valley schließen mich ein, mein Atem gefriert in meinem Bart zu kleinen Eiskristallen und der Wind zerzaust mir mein mittlerweile kräftig gewachsenes Haupthaar. Ein richtig schönes dunkles Zwergenbier, das wäre jetzt das Richtige. Irgendwo in dieser verlassenen Gegend muss es doch eine Stadt, Siedlung, oder zumindest ein Camp geben. Und wo Zwerge sind, ist auch Bier – das ist schon nahezu ein Naturgesetz. Ein kräftiger Schluck könnte mich auch darüber hinwegtrösten, dass eines Tages ein unbekannter Fremder bei meiner Familie auftauchte und meine Eltern mich am nächsten Morgen nach Anvilmar schickten, da dort offenbar seltsame Dinge vorgehen.

Damit hätte ich ja noch leben können, denn schließlich konnte ich die Zauberfertigkeiten, die ich mir ich in der Schule meines Vaters angeeignet hatte, endlich nicht mehr nur an Strohpuppen ausprobieren. Nicht umsonst war ich sein bester Schüler gewesen – letztendlich der Grund, warum man mich auf diese Reise geschickt hatte. Aber dass ich einen falschen Namen hatte annehmen müssen, ging mir schon sehr gegen den Strich. Wir Zwerge sind es nicht gewohnt, über uns bestimmen zu lassen – und bei unseren Namen sind wir fast so eigen wie mit unseren Bärten. Und was für einen Namen sie mir verpasst hatten: Alepitcher.

Das klingt ja wie Pincher, diese seltsamen vierbeinigen Haustiere, die meine Großmutter sich hält. Oder dachte der Kerl etwa, ich würde gerne mal einen über den Durst trinken? Frechheit! Das mir, einem anständigen Zwerg, der stets vorsichtig mit Alkohol umging. Ausser vielleicht dieser eine Unfall mit dem Feuerzauber, als ich aus Versehen betrunken die Scheune meiner Eltern…aber das tut hier nichts zur Sache. Jedenfalls ist es eine Unverschämtheit, mir einen solch unstandesgemäßen Namen zu verpassen. Eigentlich ist es ja nicht mal ein richtiger Name. Wenigstens einen Nachnamen hätten sie mir zugestehen können. Brann hatte mir jedenfalls sehr viel besser gefallen. Aber wie mein Vater vor Wochen, am Abend meines Aufbruchs sagte “Es sind schwierige Zeiten, und wir müssen uns alle unseren Aufgaben stellen, auch wenn sie nicht immer angenehm sein mögen”.

“Hallo Fremder – was verschlägt euch in diese Gegend? Die Zeiten sind gefährlich, und eine Lehrling wie ihr sollte nicht allein herumlaufen”. Lehrling? Ich? Unverschämtheit! Naja, genau genommen hat er ja recht, aber muss man das gleich so offen aussprechen? Muss ja nicht gleich jeder wissen, dass ich hinter den Ohren noch grüner bin als die Pilze im Keller meiner Oma. Aber mein Gesprächspartner sieht stattlich aus, ein glänzendes Kettenhemd schützt seinen kräftigen Körper, und der im Gürtel baumelnde Streithammer tut sein übriges, um mich nicht gleich auffahren zu lassen. Zumindest ist es ein Zwerg, der weiss bestimmt, wo ich hier einen Humpen Bier herbekommen kann. Der Planwagen da hinten sieht auch so aus, als wären die Bewohner dieses Camps dem leiblichen Wohlergehen durchaus nicht abgeneigt. Aber was sage ich meinem Gegenüber? Ich kann ihm ja schlecht auf die Nase binden, dass ich ausgeschickt wurde, um die ungewöhnlichen Vorkommnisse hier genauer unter die Lupe zu nehmen. “Ich bin auf der Durchreise nach Anvilmar” sage ich deswegen – “Einige seltene Kräuter kaufen, die es in meiner Heimat nicht gibt”. Verdammt! Das war schlecht. Jetzt denkt er bestimmt, ich hätte einen Haufen Gold dabei – das zieht bestimmt Strauchdiebe und ähnliches Gesocks an. Dabei bin ich arm wie eine Kirchenmaus. “Du musst dich auf eigene Faust durchschlagen” hatte mir mein alter Herr noch mit auf den Weg gegeben, “Ich kann dir nur deine Gewänder, ein paar leichte Schuhe und deinen Zauberstab mitgeben”. Zumindest für ein paar Stücke gepökeltes Wildschweinfleisch hatte es noch gereicht, die waren mir auf meiner Reise eine echte Hilfe gewesen.

“Aber keine Angst, hier seid ihr sicher. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr jederzeit zu mir kommen – mein Name ist Balir Frosthammer”. Ich bin etwas besänftigt, nett scheint er ja zu sein. Und meine Befürchtungen, bestohlen zu werden, sind auch schon viel kleiner geworden. Aber jetzt zuerst mal ein Bier. Oder halt – von welchem Geld soll ich das denn bezahlen? So ein Mist, schon wieder diese schale Wasser aus dem Trinkschlauch. Wenigstens meine geistigen Kräfte erholen sich dank der Kräuter darin schneller als normal. Zu Anfang hatte es richtig gut geschmeckt – Ok, es war kein Bier, aber es war würzig und erfrischend gewesen. Ein Glück ist es hier so kalt, wenn die Brühe auch noch warm wäre, könnte man sie gar nicht mehr trinken. Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich gleich an Balir zu wenden. Ein wenig unangenehm ist es mir ja schon, was soll der bloß von mir denken? “Der grüne Junge vom Land hat nicht mal Geld für ein Bier!” wird es sich denken. Nein, ich muss das anders anstellen, das Bier muss warten. Ich frage ihn einfach, ob er einen Job für mich hat, da wird schon genug für einen Krug abfallen.

Meine Fresse – die Sache mit den seltsamen Namen muss ansteckend sein! Rockjaw Troggs und Burly Troggs soll ich töten. Zum Glück muss ich das nicht ansprechen, meine Zunge bekäme ein Knoten, bevor das erste Untier sein Leben auf dem schneebedeckten Boden ausgehaucht hätte. Fünf Stück von beiden soll ich erlegen, dann gibt”s eine Belohnung – sogar wählen darf ich. Leider kann ich nicht alles benutzen, was Balir nach diesem Auftrag anbietet, die Zugehörigkeit zur Magierkaste verbietet mir das Tragen schwerer Rüstungen, ausserdem schränken sie die Bewegungsfreiheit zu sehr ein, da gerät schon mal ein Frost-Rüstung zu einer Eisnadel. Nicht dass mir das schon mal passiert wäre…aber man hört ja so einiges. Egal, dann muss ich mich eben auf die Handschuhe beschränken – die sind zwar nicht wesentlich stabiler als die Fetzen, die momentan an meinen Händen herunterhängen, aber zumindest haben sie weniger Löcher und schützen dadurch etwas besser. Los geht”s, je schneller diese unaussprechlichen Viecher tot sind, desto früher komme ich zu meinem Bier. Auch wenn mir Balir kein Geld gibt, der eine oder andere Feind wird schon ein paar Kupfermünzen dabei haben – auch wenn ich nicht wissen möchte, woher die stammen.

Nun rächt es sich, dass ich mich auf meiner Reise hier her nicht verteidigen musste. Meine Zauberfertigkeiten sind etwas eingerostet, da kommen mir die umherhoppelnden Kaninchen gerade recht. Kurze Zeit später riecht es nach verbranntem Fell und Fleisch, nur blöd, dass ich nicht auf verbrannten Kaninchenbraten stehe. Nach dem dritten Karnickel fühle ich mich wieder sicher, die Gesten sind mir wieder in Fleisch und Blut übergegangen. Leider beherrsche ich nur den Feuerball und meine nützliche Frostrüstung, dazu kommt, dass mir die Reise schwerer zugesetzt hat, als ich dachte. Meine bereits bei der Abreise eher hagere Gestalt ist noch mehr geschrumpft, sämtliche Fettvorräte sind aufgebraucht. Ich muss aufpassen, viel werde ich nicht einstecken können. Aber diesen Troggs werde ich es schon zeigen. Aber wie sehen die überhaupt aus? Aha, der da hinten ist hässlich genug, um einer sein zu können. Den knöpfe ich mir vor…

Die ersten Rockjaw Troggs müssen dran glauben. Der Feuerball leistet enorm gute Dienste.

Jawoll! Geschafft! Aus der Distanz habe ich ihn mit meinen Feuerbällen beharkt, und als er dann endlich nahe genug heran war, um mich anzugreifen, hat ihn meine Frostrüstung erst einmal kräftig verlangsamt?. Minus 60 Grad sind eben auch für einen Trogg zu kalt. HrHr…

Ah, das tut gut. Neue Handschuhe an den Händen, endlich frieren mir die Fingerkuppen nicht mehr ab. Und etwas Kupfer habe ich auch abgegriffen, nun reicht es endlich auch für ein Bier. Auf meiner Suche nach den Troggs bin ich ausserdem auf einen Wildschweinjäger gestoßen, den werde ich nachher nochmal besuchen. Sicher hat der auch einen Auftrag für mich, er hat mich so interessiert angeschaut, als ich mit drei Troggs im Schlepptau an seinem Zelt vorbeigestürmt bin…

Im nächsten Teil: Alepitcher jagt Wildschweine, nimmt Botengänge an und erforscht die Landstriche, in die es ihn so unverhofft verschlagen hat. Ausserdem hat er endlich genug Erfahrung gesammelt, um sich bei einem Lehrer einige neue Zaubertricks beibringen zu lassen und sein Geldbestand lässt sich langsam in Bierfässern statt in Krügen messen…

Persönlicher Eindruck des Spielers

Die ersten Minuten waren zwar noch etwas verwirrend, aber nachdem die Grafik angemessen eingestellt war, ich mich mit der Steuerung vertraut gemacht hatte und das erste Kaninchen vor sich hinröchelte war das Eis gebrochen. Das Spiel nimmt schnell Fahrt auf, nach einer halben Stunde fühlt man sich schon sehr heimisch in seiner neuen Heimat. Die bereits mehrfach angesprochenen, teilweise unpassenden Questbelohnungen trafen auch mich ab und an. Hauptursache hierfür war die Unfähigkeit des Magiers, Leder oder Kettenpanzer zu tragen. Nicht einmal einen “Leather Belt” durfte ich anlegen, das schränkt die Auswahl doch arg ein. Später jedoch gibt es auch vermehrt Quests, deren Belohnung vorzugsweise aus Geld und Erfahrung besteht, die angesprochene Problematik tritt in den Hintergrund. Die Begeisterung ist jedenfalls schnell da, und auch der seit Diablo II ruhende Sammeltrieb wird sofort wieder geweckt.

Toll gelöst ist das Vorankommen in der Welt durch die Quests. Auch wenn Botengänge sicherlich nicht jedermanns Sache sind, so sorgen sie doch dafür, dass der Recke zügig das Startareal verlässt und langsam immer weitere Kreise zieht. Das Angebot der Händler ist ganz MMORPG-like zunächst verwirrend, zudem dienen alle verkauften Gegenstände ohne nähere Beschreibung der Herstellung von Dingen und bekommen wohl erst einen Sinn, wenn die Spielerschaft mehr Erfahrungen mit Tradeskills gesammelt hat (Rüstungen, Waffen, etc. sind mit detaillierten Beschreibungen versehen). In Ironforge ist mein kleiner Magier bisher nicht angekommen, aber auch in Anvilmar und Khasoros ist das Angebot an Quests, NPC”s und zu entdeckenden Gebieten mehr als ausreichend. Die Welt ist riesig, ich will gar nicht wissen, wie oft ich mich noch verlaufen werde. 😉

Spätestens mit dem Erlernen des Icebolt-Spells fiel mir das Solo-Leveln recht einfach. Aus der Distanz konnte die Gegner zunächst mit einem Eiszauber beschossen und damit verlangsamt werden, sobald sie sich dem wehrhaften Zwerg nähern, regnet es Feuerbälle. Gegner des gleichen Levels sind oft tot, bevor sie den Charakter erreichen – sofern sie nicht zufällig ausweichen (“Evade” – sehr selten) oder dem Angriff widerstehen (“Resist” – ebenfalls recht selten).

Ich bin jedenfalls jetzt schon “süchtig”, WoW ist einfach – wie sagte Gunslinger so schön? – geil. Vielleicht nicht die Art Ausdruck, die ich in einem solchen Artikel normalerweise gebrauchen würde, aber es trifft einfach zu. Die steile Lernkurve, die Liebe zum Detail und die wahrhaft gigantische Größe der Welt üben einen Reiz aus, dem sich wohl keiner wird entziehen können.

Das Tagebuch aus Sicht meines Charakters entspricht noch nicht dem aktuellen Level – nach mittlerweile ca. 4-4,5h Spielzeit hat er es bis lvl 8 gebracht. Das scheint schon recht schnell zu sein, ich muss auch zugeben, dass ich im Sinne eines möglichst umfangreichen Berichtes nicht immer jede Möglichkeit zum Erkunden und Erforschen wahrgenommen habe.

Ich hoffe, ich konnte euch allen “unser” Spiel etwas näherbringen und ihr habt die möglicherweise ungewöhnliche Aufmachung aus Sicht des Charakters genossen. Alepitcher wird weiterhin an seinem Tagebuch schreiben, worum es im nächsten Teil geht, solltet ihr wissen, wenn ihr nicht direkt zum letzten Absatz gesprungen seid. 😉

Bis bald!

Begleitet Alepitcher auf seiner Reise