Herzlich willkommen zu meinem zweiten Betatagebuch-Eintrag. Da zurzeit die Talentvergabe ziemlich verbuggt ist (man kann keine Talente vergeben), war es mir bislang leider nicht möglich, die anderen Talentbäume des Todesritters zu testen. Deshalb wird sich dieser Eintrag auf die neue Level-Zone die versunkene Stadt Vashj’ir konzentrieren – außerdem werde ich noch ein paar Worte über das neue Runensystem des Todesritters verlieren, welches ausgiebig getestet wurde.

Um eines vorweg zu nehmen: Vashj’ir ist deutlich anders, als alle anderen Gebiete die man kennt. Eine Änderung davon ist, dass das Gebiet praktisch aus einer sehr, sehr langen Questlinie besteht. Damit ist es sehr schwer über die Zone zu sprechen, ohne etwas zu spoilern.

Im Gegensatz zu Hyjal gestaltet sich die Reise nach Vashj’ir als etwas schwieriger, denn es gibt keinen NPC, der einen direkt dort hin teleportiert. Dank der Hilfe von ein paar sehr netten ukrainischen und finnischen Beta-Testern erfuhr ich dann, dass es eine Quest gibt, welche einen direkt nach Vashj’ir bringt – und zwar per Schiff. So mancher Lore-begeisterte Spieler müsste sich nun fragen was man denn dort machen muss?

Nun, die Frage ist recht schnell beantwortet: Nachdem der neue Anführer der Horde, Garrosh Höllenschrei, das Verhältnis zur Allianz etwas aggressiver als sein Vorgänger sieht, haben sich die Dinge verändert. So sucht die Führung der Horde nach Wegen, Sturmwind dem Erdboden gleichzumachen. Da kommt es sehr gelegen, dass Seeleute von einer neuen Insel direkt vor Sturmwind berichten.

So machen sich die tapfersten Krieger der Horde – darunter auch Ihr – auf, um diese Insel zu erobern. Mit dieser Festung, die nur einen Steinwurf von Sturmwind entfernt ist, hat man eine gute Ausgangslage für künftige Streifzüge. Doch die Dinge kommen ein wenig anders als gedacht. Denn vor der Küste Sturmwinds entdecken die Krieger der Horde jede Menge versenkte Schiffe. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Was genau passiert, soll hier jedoch noch nicht erzählt werden. Das dürft ihr selbst herausfinden!

Man findet sich jedoch gerade so vor dem Ertrinken gerettet, in einem Schiffswrack am Meeresgrund wieder. Umzingelt von Nagas, welche sich nun vollkommen in ihrem Element befinden, beginnt ein harter Kampf ums Überleben.

Bereits zu Beginn bemerkt man das Besondere dieser Zone. Man spielt komplett unter Wasser. Sehr bald nach dem Erwachen im Schiff erhält man einen Buff, der die Atmungsanzeige verschwinden lässt. Zusätzlich kann man am Meeresgrund 60% schneller laufen. Ja, laufen! Auch das ist eine Änderung in World of Warcraft. Sobald man unter Wasser festen Boden erreicht kann man dort herumlaufen wie über dem Meeresspiegel.

Das Kämpfen unter Wasser unterscheidet sich nur marginal von den normalen Kämpfen über Wasser. Jedoch ist erhöhte Vorsicht geboten, denn der Gegner kann einen auch von oben überraschen. Mit Hilfe der neuen Fraktion “Der Irdene Ring” beschafft man sich von den Meerestieren – und von diesen gibt es eine unglaubliche Vielfalt – Nahrung, sammelt von gesunkenen Schiffen Rüstungen ein, zähmt Schildkröten und rettet andere Soldaten, die ertrinkend im Meer treiben.

Man trifft mitunter auf alte Bekannte wie Harrison Jones oder auf neue Spezies wie den Gilgoblins – Goblins mit Schwimmheuten und einer Affinität fürs Plündern. Für den Todesritter stellt jedoch kein einziger Gegner ein größeres Problem dar – auch in Scharen nicht. Eine kleine Ausnahme gibt’s da dann aber doch, aber dazu ein wenig später.

Mit dem Todesritter hab ich diesmal auch versucht eine Art Rotation zu finden, da die Tank-Rotation ja eher auf Aggro halten als auf Schaden ausgelegt ist. So hat sich dann allerdings herausgestellt dass das neue Runensystem doch um einiges langsamer ist. Die grundlegende Änderung ist, dass sich die zweite verbrauchte Rune eines Typs (also Blut, Frost oder Unheilig) erst dann wieder auflädt, wenn die erste verbrauchte Rune des Typs bereits aufgeladen ist.

In Wotlk haben sich die Runen dagegen unabhängig von einander ständig neu aufgeladen was nun zur einer allgemeinen Erhöhung von Cooldowns führt. Allerdings wird das neue Runensystem nun von dem Statuswert Tempo beeinflusst. Damit wird es möglich sein, die Auflade-Geschwindigkeit der Runen auf bis zu 200% zu erhöhen. Was das für Auswirkungen in Form von Item-Zusammenstellung auf die Schadensverursacher oder Tanks hat, wird sich erst noch zeigen müssen.

Doch zurück zu Vashj’ir: Die Mobs sind wieder zwischen 80 und 82 angesiedelt, die Lebenspunkte liegen zwischen 30.000 und 35.000. Die geschätzte Spielzeit beträgt zwischen sechs und acht Stunden. In dem Gebiet bekommt man im derzeitigen Beta-Build ungefähr eineinhalb Level hin, vielleicht nicht ganz zwei wenn man bereits mit 80 dort zu questen beginnt (ich habe erst mit 81 dort begonnen).

So streift man durch ein riesiges Gebiet voller Unterwasserpflanzen, Fische und Meeresfrüchte und entdeckt ein wahres Feuerwerk an Kuriositäten und Gags mit jeder Menge sogenannter “WTF“-Momente. Ein paar Beispiele dafür: Nagas enden als Haifutter, man spricht mit dem Gehirn einer überdimensionalen gigantischen Riesenschnecke (ja die ist wirklich groß), zähmt Seepferdchen in einer Art Minispiel oder wird von einem Fisch gefressen. Diese Auflistung lässt sich um etliche grandiose Momente erweitern, es soll hier aber nicht zu viel gespoilert werden.

Eines meiner persönlichen Highlights (und davon gab es wirklich einige) war jedoch die Begegnung mit dem Walhai (siehe Screenshot). Hiermit revidiere ich meine Meinung über den “praktisch unbesiegbaren” Todesritter aus dem ersten Eintrag. Ich habe meinen Meister gefunden. Und weil Bilder mehr als tausend Worte sagen:

Persönliches Fazit

Vashj’ir ist einfach großartig. Wenn es eine Trophäe für das schönste und am besten designte Gebiet in World of Warcraft geben würde, so wäre die Unterwasser-Zone ein sehr heißer Anwärter dafür. Mich hat in dieser Zone das WoW-Fieber das erste Mal nach Jahren wieder so richtig gepackt. Die Quests sind wunderbar miteinander verbunden. Man hat nie mehr als drei oder vier Aufgaben gleichzeitig am Laufen, ist aber auch niemals am Suchen.

Zwar gibt es einen Haufen von “Sammle X Stück von Y“-Quests, jedoch störten die mich aufgrund der Questlinie nicht wirklich. Wenn es ums nackte Überleben geht, muss man eben auch einfach mal nach Rüstungen und Waffen tauchen und zartes Krabbenfleisch suchen.

Für Jeden, der an den Geschichten in Warcraft interessiert ist, ist Vashj’ir ein absoluter Muss. Und auch andere Spieler, welche dem Questen wenig abgewinnen können, werden sich an der wunderschön designten Landschaft und dem neuartigen Unterwasser-Gameplay freuen.