Hallo an alle,

ich möchte euch zum mittlerweile dritten Eintrag meines Tagebuchs begrüßen. Diesmal jedoch, anders als in Teil 2 angekündigt, nicht mit Instanzen, sondern mit einem Blick auf das Berufsleben. Am vorherigen Wochenende kam ein 511 Megabyte großer Patch für die Wrath of the Link King-Beta, welche nicht nur große Teile des Tausendwintersees (Lake Wintergrasp) eingeführt hat, sondern auch neue Glyphen und Schmiedekunstrezepte, welche wir uns heute vornehmen werden. Doch bevor ihr gelangweilt wegklickt, solltet ihr es euch vielleicht doch noch einmal genauer überlegen. Wenn ich immerhin einen großen Eintrag über 4 Instanzen verschiebe, dann sollte da doch was hinter sein.

Und genau dass ist der Fall. Schmiedekunst war immer einer der, sagen wir, stiefmütterlich behandelten Berufe. In dem WoW Classic, gerne auch Vanilla genannt, konnte man einige gute Gegenstände herstellen. Die einzige wirkliche Berechtigung jedoch waren die Eis- und Feuerresistenz-Gegenstände, da es auf den meisten Gegenstandslots bereits nach kurzer Spielzeit bessere Gegenstände gab. In ersten Addon erlebte die Schmiedekunst zum Anfang hin eine enorme Beliebtheit, da man, zu dem Zeitpunkt, enorm starke Zweihandwaffen herstellen konnte. Jedoch fehlten der Schmiedekunst erneut zwei wichtige Dinge.

Der erste Fehler war, dass man nicht genügend Gegenstände angeboten hat, welche auf einem epischen Niveau sind. Vor allem gegen Ende des Addons erreicht man mit nur einem Bruchteil des Aufwands bessere Gegenstände. Dass die Schmiedekunst auch nicht einmal bei Charakteren punkten konnte, die über keinerlei Ausrüstung verfügten, spricht für sich.

Der zweite Fehler war schlicht, dass man der Schmiedekunst keine verbrauchbaren Gegenstände gegeben hat, welche wirklich gut sind. Die Schleifsteine können nur von Furor-Kriegern genutzt werden und selbst dass nur auf der Nebenhandwaffe. Die Runen, mit denen man sein Schild und seine Brustrüstung temporär verbessern konnte, brachte ebenfalls nichts. Dazu gab es keine weiteren Verbrauchsgüter, da man die Waffen und Rüstungen ja reparieren kann.

Was hat sich aber denn nun wirklich geändert?

Nun, dass lässt sich schnell beantworten. Die herstellbaren Gegenstände wirken mittlerweile deutlich besser, sie haben konkurrenzfähige Statusboni, sie sind simpel in den Materialanforderungen und man hat eine deutlich größere Palette. Wir haben einige wirklich gute Waffen und Rüstungsgegenstände, die wir herstellen können. Wir haben aber auch mit den Sockelfassungen für Edelsteine, die auf Einhandwaffen, Gürtel, Armschienen und Schultern angebracht werden können, endlich ein Verbrauchsgut erhalten, welches auch einen dauerhaften Bedarf hat. Alle genaueren Themen, welche ich jetzt hier gleich anschneide, sind natürlich noch alle im Betastatus. Die Materialanforderungen, die Statusboni und das Aussehen können sich noch ändern.

Der erste wichtige Punkt sind neue Sets! Auch wenn es keine echten Sets sind, gleichen sie sich in Statusboni, Aussehen und Namen. Bisher gibt es fünf implementierte Sets, wo jedes einige wichtige Punkte hat, die für es sprechen.

Set 1 – Die Kobalt-Rüstung

Diese seltene Rüstung ist das erste, was man als Schmied lernen darf. Dieses Set beginnt für den Schmied bereits ab einer Fähigkeit von 350, was das anstrengende Leveln auf 375 erspart. Diese Rüstung wird für Todesritter interessant sein, da sie eine Ausrüstung ist, welche zum Tanken geeignet ist. Da es keine Tankbelohnungen in Northrend gibt, welche Tank-Statusboni besitzen, ist dieses sechs-teilige Set ein guter Start. Die Materialien sind für die höherwertigen Gegenstände adäquat und sind die ersten Gegenstände, die ihr in Northrend herstellt.

Set 2 – Stachelbewehrte Kobalt-Rüstung

Diese, ebenfalls seltene Rüstung, werdet ihr kurz nach der normalen Kobald-Rüstung herstellen können. Die Rüstungsteile sind auf Schaden ausgelegt, was man sehr deutlich an der fehlenden Ausdauer merkt. Die Gegenstände bieten massive Statusboni auf Schaden, was sie durchaus interessant macht. Das Niveau der Rüstungsteile ist, was den Schaden betrifft, durchaus auf Tier 5 Niveau. Die Menge an Kobalt-Barren und Erz ist noch gering, jedoch merkt man schon hier deutlich, dass das Schmieden wieder langwierig wird.

Set 3 – Getemperte Sardonit-Rüstung

Jetzt wird es interessant. Diese acht Rüstungsteile sind auf dem Niveau von Ausrüstung aus dem Schwarzen Tempel und dabei noch auf die Statuswertanforderungen des Addons hin optimiert. Da der Krieger und der Paladin eine recht große Veränderung durchgemacht haben, jedoch ihre Gegenstände nicht angepasst wurden, kommt dieses Set gerade richtig. Es besteht nur aus Stärke, Ausdauer und einer Menge Verteidigungswertung, welche die fehlende Ausweichrate, Parier und Block-Wertung ersetzt. Das Material ist dabei zum ersten Mal gemischt und die Herstellung zieht sich über einen langen Zeitraum. Die ersten zwei Teile erhält man bereits sehr früh, während die letzten erst deutlich später gelernt werden können. Meiner Meinung nach wird dieses Set ein wahrer Verkaufsschlager werden, da es eigendlich für alle drei Plattenträger geeignet ist. Einig der Paladin hat durch die fehlende Intelligenz noch Probleme, jedoch glaube ich, dass bald ein Talent kommt, welches die Manaprobleme durch die Gleichschaltung der Ausrüstung behebt. In den wenigen Tagen des Patches bisher konnte ich bereits vier Mal das komplette Set verkaufen und auch für Spieler, die bereits 80 sind und nur einmal Tank austesten möchten, können dann billig an ein starkes Set kommen, was für jede non-Heroic-Instanz bis zu Level 80 ausreichen sollte.

Set 4 – Glänzende Sardonit-Rüstung

Diese Rüstung ist die erste Rüstung überhaupt, die für Paladine implementiert wird. Aufgrund der Beta gibt es hier noch einige Probleme bezüglich der Statuswerte, so fehlt auf allen Teilen Intelligenz, was doch etwas sinnlos wäre, einen Heiler keine Manapunkte zu geben. Die Werte sind durchweg sehr gut, die Level 74 bis 78 Gegenstände können durchaus, solange sie noch Intelligenz erhalten, als gleichwertig zu Sonnenbrunnen-Plateau-Gegenstände betrachtet werden. Die bisherig eingebauten vier Gegenstände sind die Brustplatte, Handschuhe, Stiefel und Beinschienen, wobei die Modelle ebenfalls wohl noch Platzhalter sind, die farblich nicht zusammen passen.

Set 5 – Wilde Sardonit-Rüstung

Das letzte Set momentan ist eine Art Saison 0-Set. Das Wilde Sardonit-Set ist jedoch erst ab Level 80 verfügbar und auch das teuerste Set bisher in der Anschaffung. Das Set benötigt insgesamt 181 Sardonit-Barren, was doch schon eine ordentliche Menge ist. Die reine Farmzeit liegt momentan bei rund 5 Stunden für die Menge an Erz, welches man aber alternativ für Gold auch im Auktionshaus kaufen kann. Um die Wertigkeit dieser Rüstungsteile vergleichen zu können, werfen wir einen Blick auf die bisherigen Sets. Die Abhärtung des Sets vergleichen wir mit den fünf Teilen, die wir auch beim vierten Arenasaison-Set der Krieger vorfinden. Die restlichen Statusboni vergleichen wir mit dem acht-teiligen Set Krieger T6 aus dem Schwarzen Tempel.

Zuerst eine kleine Übersicht über die gesamten Statusboni:

  • 12034 Rüstung
  • 380 Stärke
  • 449 Ausdauer
  • 340 Kritische Trefferwertung (rund 7.4% auf Lv 80)
  • 360 Abhärtung
  • Abhärtung: 238 Abhärtung (5 Teile) gegen 115 Abhärtung vom S4 Set.
  • Stärke: 380 Stärke gegen 369 Stärke des Tier 6 Sets.
  • Ausdauer: 449 Ausdauer gegen 246 Ausdauer des T6 Sets.
  • Kritische Trefferwertung: 340 gegen 106 kritische Trefferwertung + 185 Beweglichkeit des Tier 6 Sets
  • Rüstung: 12034 Rüstung gegen 10659 Rüstung des Tier 6 Sets.

Wie man sieht, ist dieses Set ziemlich konkurrenzfähig. Einzig in der Anzahl der Sockel (0 gegen 12 des T6 Sets) und Nebenboni wie Tempowertung oder Trefferchance, kann das alte Set noch punkten. Nun ja, wir sehen also, dass die Itemspirale sich noch einmal deutlich nach oben dreht Doch war es das denn schon?

Nicht ganz, das Beste kommt erst noch. Die Schmiede erhalten endlich die Möglichkeit, Sockelfassungen auf Gegenstände anzubringen. Bisher sind nur Sockelfassungen für Armschienen, Gürtel und Handschuhe implementiert. Die Möglichkeit für Schmiede die Gürtel derart aufzuwerten ist enorm, ein potentieller Markt von tausenden Spielern steht einem nun offen. Ob noch weitere Sockelfassungen kommen, die frei handelbar sind, steht noch offen, jedoch ist es wünschenswert. Die Fassungen für die Armschiene und Handschuhe sind jedoch auch im späteren Spiel ein lohnendes Upgrade für Schmiede, wenn die Rüstungen und Waffen gegen bessere Ausrüstung ausgetauscht werden?

Lohnt es sich dennoch, Schmiedekunst erneut zu lernen?

Momentan nein, der Beruf verfügt über massive Probleme beim Steigern der Fähigkeit im früheren Bereich, wo einige Bereiche nur unter extremen Mühen überwunden werden können. Bisher gibt es auch keine Garantie, dass es mehr Highend-Rezepte geben wird. Im Endeffekt liegt es noch immer in Blizzards Hand, das einzig Gute bisher ist, dass man den richtigen Weg erkennt. Die bisherigen Rüstungen sind nach momentanem Standpunkt zu stark, jedoch wird es sich auch hier wieder, je länger das Addon auf dem Markt ist, normalisieren. Die Schmiedewaffen waren früher auch gut, heute jedoch nimmt sie kaum noch einer. Ähnlich wie im ersten Addon muss Blizzard einfach kontinuierlich neue Rezepte liefern. Nun, da man die Itemspirale schon geöffnet hat und auf vier verschiedenen Wegen Ausrüstung zum Start anbietet, ist es nur sinnvoll, diese Wege auch weiterhin zu verfolgen.

Mehr zur Schmiedekunst wird wohl noch etwas auf sich warten lassen, da weder man weder über Stufe 77 kommen kann, noch man mehr Rezepte per Hotfix einfügen wird. Wenn es Neues von den Berufen gibt, werdet ihr auf sicher wieder hier davon lesen können.

WIe immer könnt ihr im Kommentarthread eure Meinung posten und uns Verbesserungsvorschläge oder Anregungen geben. Das nächste Mal gibt es einen kleinen Einblick in die Talente und Fähigkeiten des Paladins, welche Probleme er hat oder erhalten wird, wenn das Addon eine Weile auf dem Markt ist und den versprochen Instanzreview gibt es auch!

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