>Erste Schritte zu einer dynamischeren Welt
Einer der großen Kritikpunkte an World of Warcraft war wohl schon immer, dass der einzlene Spieler relativ wenig Einfluss auf die Welt um sich herum hatte – hatte man ein Quest abgeschlossen, dauerte es meist nur wenige Minuten und alles war wieder beim alten “Status Quo”, die Welt wirkte doch ziemlich statisch und eine größere Storyline spielte sich nur im übergeordneten Kontext ab.
Zur Veröffentlichung von WotLK hat Blizzard versprochen, dass der Spieler mehr denn je in die Geschichte eingebunden werden soll (und das ohne eine Raidinstanz besuchen zu müssen), und es sieht so aus, als wäre man bemüht dieses Versprechen auch zu halten.
Eine der interessantesten Neuerungen ist dabei eine um einiges dynamischere Welt, die sich durch Abschließen bestimmter Quests merklich verändert – ohne das dadurch Spieler, die das Quest noch nicht abgeschlossen haben beeinflusst werden. Wie das ganze funktioniert, möchte ich anhand einer Questreihe aus dem Hordenstützpunkt “Conquest Hold” in den Grizzly Hills näherbringen. Achtung: Wer die Questreihe lieber komplett selber erleben möchte sollte vielleicht nicht weiterlesen, da ich gezwungenermaßen einige wichtige Elemente “spoilern” werde.
Zunächst ein paar Informationen zu den Grizzly Hills:
Dabei handelt es sich um ein stark bewaldetes Gebiet, dass der Taiga auf der Erde nachempfunden ist, und vor allem von Furbolgs, Drakkari-Eistrollen und Eisenzwergen bewohnt wird. Die Horde und die Allianz liefern sich hier einen erbitterten Kampf um die Ressourcen des Gebiets, was auch durch mehrere PVP-Quests deutlich wird, in denen es unter anderem um die Eroberung von Sägewerken und von Goblin Shreddern geht. Zwar handelt es sich nicht wie Lake Wintergrasp um eine reine PVP-Zone, dennoch ist wie in kaum einem anderen Gebiet der schwelende Konflikt zwischen Horde und Allianz spürbar.
Der wichtigste Außenposten der Horde in diesem Gebiet ist die Festung “Conquest Hold”, die auch ein gutes Beispiel für die neue, aggressivere Horden-Architektur ist (dazu später mehr). Geführt wird die Festung von Conqueror Krenna, einer Ork-Frau die, um es milde auszurdücken, eine psychopatische Tyrannin ist und mit eiserner Faust regiert. Ihre wesentlich vernünftigere Schwester Gorgonna versucht so gut es geht, das Schlimmste zu verhindern und ihre Schwester im Zaum zu halten, leider letzendlich ohne Erfolg.
Nachdem man als Spieler einige Male mit Krenna aneinandergeraten ist (unter anderem, weil man eine junge Menschen-Frau freigelassen hat um einem Worgen-Kult, dessen Anführer ein alter Bekannter ist, auf die Schliche zu kommen) kommt es in der Arena von Conquest Hold zum Kampf mit Krenna und ihren beiden Blutelfen-”Verehrern”, indem schließlich Gorgonna den Spieler unterstützt und widerwillig ihre eigene Schwester töten muss.
Das interessante ist nun aber, dass das Abschließen dieses Quests deutliche Veränderungen in Conquest Hold zur Folge hat: Statt Krenna und ihren beiden Blutelfen stehen an deren Stelle nun Gorgonna und zwei ihrer Soldaten – Krenna ist tatsächlich und dauerhaft tot. Der Clou dabei ist, dass für die Spieler, die das Quest noch nicht abeschlossen haben, alles beim alten bleibt, Krenna steht immer noch als Questgeber zur Verfügung und Gorgonna steht an ihrer alten Position. Technisch scheint das Ganze durch spezielle Unsichtbarkeits-Skripts gelöst zu sein, so dass durch das Abschließen bestimmte Quests einige NPCs unsichtbar und andere dafür sichtbar werden.
Andererseits kann ein solches System natürlich auch zu einer gewissen Verwirrung führen, wenn z.B. für einen Spieler ein NPC an einer unterschiedlichen Stelle steht als für andere Spieler. Dennoch denke ich, dass dieses System ein eindeutiger Schritt in die richtige Richtung ist, da man als Spieler endlich gewisse Veränderungen bemerkt und auch selber “verursachen” kann.
Die Horde im neuen Look
Ein anderer Aspekt auf den ich noch eingehen möchte ist das im Vergleich zu früher wesentlich beeindruckendere Aussehen der Orkischen Stützpunkte in Northrend. Im Gegensatz zu den bisher vor allem aus Holz, Knochen und Häuten bestehenden Gebäuden hat die Horde im hohen Norden wesentlich stabiler gebaut – die Festungen sind aus schwarzem Stein und Stahl und erinnern ein wenig an die Festungen aus Warcraft II (die höchste Ausbaustufe des Haupthauses).
Diese Bauweise gibt den Stützpunkten ein wesentlich “aggressiveres” Aussehen, welches auch die Einstellung der Horde in Northrend widerspeigelt. Man ist hier, um Krieg zu führen und den Lich King zu vernichten, koste es was es wolle…. eine Entwicklung, die wie in einigen Quests deutlich wird auch nicht jedem Mitglied der Horde uneingeschränkt zusagt.
Und da Bilder mehr sagen als tausend Worte, hier einige Panoramaaufnahmen der drei größeren Ork-Stützpunkte in Northrend, Warsong Hold (Borean Tundra), Agmar”s Hammer (Dragonblight) und Conquest Hold (Grizzly Hills).
Warsong Hold in der Borean Tundra, einem der “Startgebiete” Northrends. Zu erkennen ist der aus Richtung Durotar kommende Zeppelin, der gerade in die gigantische Festung einfliegt.
Agmar”s Hammer im Dragonblight, mit größerem Ausschnitt einer weiterem optischen Verbesserung: Die Vögel in Northrend setzen sich realistischerweise auf Gebäude, Bäume oder Knochen statt wie bisher dauerhaft einen halben Meter über dem Boden zu schweben.
Conquest Hold in den Grizzly Hills. Am unteren rechten Rand zu erkennen ist die Arena (“The Pit”) in dem man in mehreren Gruppenquests gegen einige Elite-Gegner antreten kann.









