Der Weg ins Dorf der Bluthufe gestaltete sich bemerkbar anders als vor Cataclysm. Anstatt einfach dem Weg zu folgen, wurde ich auf einen kleinen Tafelberg geschickt, von dem aus man einen tollen Überblick über das Land hatte. Der Questgeber überließ mir eine Schale mit einer Flüssigkeit, um mir damit das Gehirn zu lüften. Was dort drin war, wollen wir lieber nicht wissen, denn der Genuss führte dazu, dass Katajaq sich in einen geisterhaften, blauen Raubvogel verwandelte und in das Dorf herabschwebte. Direkt vor die Füße ihres nächsten Questgebers. Oder hat sie sich das nur eingebildet? 😉

Zu tun gab es im Dorf der Bluthufe jede Menge: die Wasserbrunnen der Tauren in der Umgebung waren von abtrünnigen Stammesbrüdern entweiht worden und mussten gesäubert werden, Gnolle mussten für ihre fortgesetzte Wilderei mit ihrem Leben bezahlen, nachdem warme Worte nichts genützt hatten und auch von den Goblins in der Nähe wären wohl noch mehr am Leben, wenn sie die kostbare Umwelt der Tauren etwas pfleglicher behandelt hätten.

Mit Level 7 erhielt ich nunmehr auch meinen ersten Heilzauber und kann mich folglich selbst ein wenig heilen, obwohl ich nicht denke, mich auf dergleichen zu spezialisieren. Erfreulich ist, dass das Spiel automatisch erkennt, dass ich mich wohl selbst heilen möchte, wenn ich niemanden anvisiert habe. Ich habe durchaus schon Titel erlebt, wo in solchen Fällen das Heilen im Gefechtseifer auch nach hinten losgehen kann, weil man ungeschickterweise den eigenen Char erst hätte auswählen müssen.

Beim Questen war allerdings schon zu bemerken, dass die Laufwege zu Fuß recht lang sind, weil nicht von Anfang an Reittiere zur Verfügung stehen. Insbesondere in F2P-Titeln ist das vielfach anders, jedoch werden dort für diese Bequemlichkeit zuweilen Geldbeträge verlangt, die in keinem Verhältnis zur Gegenleistung stehen. Sich die Fähigkeit zu Reiten durch Levelfortschritt und das Sparen auf ein passendes Reittier erst verdienen zu müssen, ist zudem auch spielerisch die bessere Umsetzung.

Es verhält sich außerdem auch nicht so, dass man größere Strecken zwingend zu Fuß bewältigen muß, wie uns eine weitere kleine Quest sehr schön erklärte. Für einen Auftraggeber im Dorf der Bluthufe sollte ich einen Beutel mit Handwerksmaterialien nach Donnerfels bringen – auf dem Rücken eines Windreiters. Die treudoofen Fabelwesen und ihre Trainer findet man in vielen größeren Ansiedlungen und in majestätischem Gleitflug bringen sie uns zu Orten, wo wir ebenfalls schon Windreiterstützpunkte aktiviert haben.

Die optische Umsetzung des Fliegens ist bombastisch, auch wenn sich natürlich die Frage stellt, wie lange der Aha-Effekt anhält, wenn regelmäßige WoW-Spieler immer wieder die selben Strecken fliegen. (Anm. d. Red.: Er hält nicht allzu lang an :) )

Hausfrauenliga

Selbst, wenn man noch soweit am Anfang mit dem Spiel steht, wie zur Zeit ich, kann und soll man sich bereits mit dem Thema Crafting auseinandersetzen. Denn auch die ersten Lehrer für Berufe findet man bereits im Dorf der Bluthufe. Als ich anfing, mich damit zu beschäftigten, kam mir spontan der Ausdruck “Hausfrauenliga” wieder in den Sinn, den sich Diablo 2 – Spieler, die sich für den Softcore-Modus entschieden hatten, regelmäßig von den Hardcore-Spielern anhören mussten.

Allerdings nicht bezogen auf Mut und Frustrationstoleranz der Spieler, sondern darauf, dass WoW-Charaktere anscheinend auch gute Hausfrauen und -männer sein sollen. Denn sie können sich mit allen möglichen Consumables selbst versorgen, indem sie Fischen, Kochen und Verbandsmaterialien herstellen. Dass diese Dinge einschränkungsfrei gelernt werden können, ohne dass man eine Auswahlentscheidung treffen muss, ist eine Besonderheit, die mir in anderen Spielen noch nicht begegnet ist.

Die Herstellung von Verbrauchsgütern ist üblicherweise eine vollwertige Spezialisierung, deren Wahl den Weg in eine andere Craftingspezialisierung versperrt. Der Sinn einer solchen Lösung erschließt sich jedoch sofort – denn wer wird schon gerne darauf verzichten, coole Waffen und Rüstungen bauen zu können, nur weil er Buff-Food herstellen können möchte?

Katajaq erlernte also die drei angebotenen Fähigkeiten und probierte sie umgehend aus. Womit wir wieder bei dem Thema Umwelt wären. Benutzen die Tauren ihren schönen See als Müllkippe? Stoffreste, Holzstücke und Seegras waren dort zu finden, und kranke Fische, die man auch nicht essen kann (oder will?). Letzlich lag das aber am dem anfangs noch nicht vorhandenen Skill im Angeln. Mit etwas Geduld fanden sich dann auch essbare Fische und der Müll wurde weniger.

Doch selbst der Müll hatte sein Gutes, denn die Händler im Dorf kaufen einem dieses Zeug ab. Und werfen es vermutlich wieder in den See für den Nächsten, wenn niemand hinsieht. Ungefähr 50 Angelversuche brachten immerhin einen Betrag von über 60 Silberstücken ein. Auch das Herstellen von Bandagen aus Leinenstoff habe ich ausprobiert.

Weitere Versuche mit den sekundären Craftingfertigkeiten konnte ich jedoch bislang nicht unternehmen, da diese – mit Ausnahme der Ersten Hilfe – derzeit wegen Überarbeitung nicht wirklich nutzbar sind. Angeln steht gar nicht zur Verfügung und für das Kochen fehlen die Rohstoffe, die anscheinend nicht droppen. Ausreichend Consumables stehen natürlich trotzdem zur Verfügung, da man diese bei Händlern auch kaufen kann. Ich möchte jedoch nicht wissen, wer auf die Idee gekommen ist, dass Tauren Käse essen und Milch trinken.

Sehr talentiert!

Nachdem nun im Dorf der Bluthufe alle Quests bewältigt waren, sah ich mich abermals nach neuen Ausrüstungsgegenständen um, wobei das mit dem gefischten Müll verdiente Silber sehr hilfreich war. Am interessantesten war jedoch nicht das Angebot der Händler, sondern eine bereits erhaltene Questbelohnung: ein Schild mit über 250 Rüstung. Ich hielt das zunächst für einen Fehler, da meine sonstige Ausrüstung Werte zwischen 30 und 50 Rüstung pro Teil aufweist.

Erst nachdem ich mich vergewissert hatte, dass Schilde einen überproportional höheren Rüstungswert besitzen, als andere Ausrüstungsteile, nahm ich den Schild in Gebrauch. Der Unterschied bei der Schwere erlittener Treffer ist deutlich spürbar.

Nun ging es weiter zum Sonnenweidenlager – abermals im Drogenrausch und dieses Mal in Wolfsgestalt. Die dort zu bewältigenden Quests unterschieden sich nicht wirklich vom bereits Erlebten; es galt, einen Friedhof von Stachelebern zu befreien, einen weiteren Brunnen zu säubern und Harpyien um ihre schönen Federn zu erleichtern.

Durch diese Beschäftigungen erreichte Katajaq Level 10, was bedeutet, dass sie nunmehr nicht nur weitere Skills, sondern auch passiv wirkende Talente erlernen kann, die die Wirkung der Skills verstärken oder ihnen zusätzliche Eigenschaften hinzufügen. Die Talentbäume habe ich schon während meiner ersten WoW-Episode kennengelernt und hatte das System nicht unbedingt in guter Erinnerung, da es für Einsteiger kaum zu durchschauen war.

Über die richtige Punkteverteilung in gleich drei Talentbäumen zu entscheiden, war eine klare Überforderung und meine einzige Beschäftigung mit den Talenten meiner Jägerin bestand seinerzeit darin, mir eine Übersicht für eine gängige Skillung zu bookmarken und diese dann sklavisch nachzuvollziehen.

Die Talentauswahl wurde für Einsteiger durch Cataclysm deutlich vereinfacht. Nunmehr steht mit Level 10 die grundsätzliche Entscheidung für einen der Talentbäume an und das Verteilen von Punkten ist zunächst nur auf diesen beschränkt. Ich entschied mich für die Spezialisierung auf Elementarzauber, da Angriffsmöglichkeiten aus der Ferne eine gute Wahl sind, wenn man als Anfänger damit rechnen muss, die Schwierigkeit von Herausforderungen nicht immer richtig einzuschätzen.

Aus Nahkämpfen zu entkommen wenn man sich übernommen hat, dürfte nicht so einfach sein. Wie gut ich mit dieser Spielweise zurecht komme, wird die Praxis zeigen müssen.

Ansonsten wurde Katajaq nunmehr nach Donnerfels geschickt, um dort mit dem Häuptling Baine Bluthuf zu sprechen und ihre Reise als angehende Schamanin fortzusetzen. Wie es ihr dabei erging, könnt Ihr an dieser Stelle beim nächsten Mal lesen.