Donnerfels und die dort zu erledigenden Quests erwiesen sich leider als deutlich weniger spannend, als ich erwartet hätte. Als ich den Anführer der abtrünnigen Tauren im Auftrage von Häuptling Baine Bluthuf in ein Ikea-Kuhfell verwandelt hatte, wurde ich schon wieder fortgeschickt. Einerseits sollte ich nach Orgrimmar reisen und dort mit dem Häuptling der Orcs sprechen, andererseits sollte ich im Brachland lernen, wie man eine gute Jägerin wird. Warum auch immer man das als Schamanin können muss.

Ich entschied mich, zunächst ins Brachland zu gehen und machte mich zu der mir noch bekannten Stelle auf, wo ein Weg ins Brachland führt. Allerdings fand ich diesen durch ein überdimensioniertes hölzernes Tor und weitere Palisadenbauwerke versperrt vor. Ich stieg auf die Palisade hinauf und schaute auf der anderen Seite hinunter – die Anwesenheit von Gegnern, die im Level so weit über mir waren, dass ich den Level nicht einmal angezeigt bekam, verdeutlichte mir aber, dass das nicht mehr der von Blizzard beabsichtigte Weg ist, um von Mulgore aus ins Brachland zu gelangen.

Ich frage mich aber, ob übereifrige Anfänger das auch erkennen, zumal ein anderer Weg auch nicht zu finden war und die Möglichkeit auf diese Palisade hinaufzuklettern geradezu dazu einläd, auf der anderen Seite hinunterzuspringen.

Dass das Brachland von Mulgore aus nicht mehr erreichbar sein sollte, wollte mir jedoch nicht so richtig in den Kopf und ich zog den diesbezüglichen Artikel auf dieser Seite zu Rate. In der Tat, das nördliche Brachland ist nur von Orgrimmar bzw. Durotar aus zugänglich. Ich machte mich also dorthin auf und konnte einen ersten Eindruck vom Brachland schon beim Überflug mit dem Windreiter gewinnen. Am eindrucksvollsten war der lavagefüllte Graben, der sich durch die gesamte Landschaft zieht.

Orgrimmar hat sich sehr verändert. Vor allem das Viertel der Tauren finde ich sehr gelungen, aber auch der Drecksee der Goblins, an dem allen Ernstes noch Liegestühle stehen (!), war durchaus ein Anblick. Auch dass die Orcs offenbar einen neuen Häuptling haben fiel mir auf; den Hintergrund, warum Thrall nicht mehr Häuptling ist oder was mit ihm geschehen ist, kenne ich allerdings nicht. Von dem neuen Häuptling, aber auch von einem Trollschamanen wurde ich mit weiteren Quests ins Brachland geschickt.

Die Karawane zieht weiter…

Katajaqs Brachland-Abenteuer begann am Außenposten Fernwacht an der Grenze zu Durotar, wo die Außenposten-Besatzung wieder einmal Probleme mit Stachelebern hatte. Die Brut hatte sich in der Nähe in einer kleinen Höhle verschanzt und tat so herzzerreißend garstige Dinge wie eine Scheune niederbrennen, in der sich noch angekettete Reitwölfe befanden. Macht man sowas? Wehrlose Tiere so zu behandeln… Wie dem auch sei, die Stacheleberbande bezahlte dafür mit ihrem Leben.

Hierauf folgte eine wirklich spaßige Aufgabe: Ich sollte eine Karawane zu Grol’doms Hof begleiten. Falsch herum auf einem Kodo sitzend und mit einer Wumme bewaffnet, die fast so groß wie Katajaq war, schoss ich mit derselbigen angreifende Stacheleber ab, um die Karawane zu schützen. Eine wirklich tolle Idee! Dort angekommen ging es abermals mit frechen Stachelebern weiter und einer Aufgabe, bei der man zumindest diskutieren kann, ob dergleichen in einem Spiel mit Jugendfreigabe ab 12 Jahren erforderlich ist.

Die Quest bestand darin, zunächst einen lebenden Stacheleber einzufangen und gefesselt an einem Seil über den Boden zurück zum Questgeber zu schleifen. In der Folgequest sollte der Gefangene darüber verhört werden, wer die Stachelebergruppe anführt. Zur Auswahl standen verschiedene Gesprächsoptionen. Ich entschied mich, dem Gefangenen etwas zu Essen zu geben und erlangte damit das gewünschte Geständnis.

Alle anderen Optionen bestanden jedoch darin, ihn mit verschiedenen Misshandlungsmethoden zu foltern. Nachfrage in der Redaktion ergab, dass auch das Foltern des Gefangenen bis hin zu mehrfacher Bewusstlosigkeit den gewünschten Erfolg herbeiführt. Und ob dergleichen in einem Spiel notwendig ist, frage ich mich schon.

Es wird schon deutlich, die Horde ist kein Kindergarten. Hier wird nicht im Sandkasten gespielt und keine Blümchen gepflückt. Die Welt befindet sich im Wandel, ihre Bewohner erleiden materielle, politische und soziale Nöte und es ist kein Geheimnis, dass in solchen Lagen die dünne Patina des Zivilisierten abblättert – auch in der Wirklichkeit, man möge nur eine Nachrichtensendung einschalten. Aber eine so drastische Verdeutlichung dieses Umstandes wie in dieser Quest finde ich persönlich gleichwohl übertrieben und unnötig.

Schlussendlich erlegte ich den Anführer der Fieslinge und befreite auch noch ein gefangenes und geschwächtes Kodo aus den Fängen der Stacheleber. Zwischenzeitlich hatte ich noch zwei sehr nützliche Dinge erlernt. Nunmehr kann sich Katajaq bei Bedarf in einen Geisterwolf verwandeln, der zwar nicht kämpfen, aber viel schneller laufen kann.

Diese Fähigkeit ist trotz der Möglichkeit, ab Level 20 zu reiten, ungemein nützlich, denn das Verwandeln in den Geisterwolf funktioniert auch in Dungeons und im Kampf, wo Mounts nicht benutzt werden können. Schamanen die genötigt sind, aus einem Kampf zu fliehen, dürften diese Möglichkeit zu schätzen wissen. Außerdem kann Katajaq nunmehr gefallene Spieler wiederbeleben; eine Sache mit der man sich auch immer Freunde macht.

Deutlich verbessert wurden mit Cataclysm auch die Möglichkeiten, die eine Gilde ihren Mitgliedern bietet. Katajaq ist Mitglied der Gilde, in der sich die Seitenmitarbeiter und andere Mitarbeiter von Gamona zu Testzwecken versammelt haben, so dass ich diese Dinge ebenfalls ausprobieren kann.

Auch im Brachland gibt’s jede Menge Leben

Eine Gilde kann in ihrer Gesamtheit Erfolge erreichen und auch in der Stufe aufsteigen (auch wenn mir unbekannt ist, wie genau Letzteres funktioniert). Die Stufenaufstiege gewähren den Gildenmitgliedern permanente Buffs, beispielsweise etwas schneller laufen und reiten zu können, oder 5% mehr Erfahrung zu erhalten. Außerdem gibt es in den Hauptstädten einen Gildenhändler, wo man bereits freigeschaltete Belohnungen kaufen kann, wie z.B. ein Gildenmount.

Natürlich darf man hier nicht vergessen, dass es unter Realbedingungen für einen Einsteiger schwierig sein dürfte, eine geeignete Gilde zu finden. Ich spiele ja mittlerweile auch auf einem Liveserver (jaja, der Appetit kommt beim Essen :) ) und bin überfragt, wie ich es anfangen sollte, eine Gilde zu suchen.

Am Wegkreuz

Als Nächstes ging es nun weiter zum Wegkreuz, wiederum mit einer Kodo-Karawane, wo viele interessante Dinge zu tun waren. Eine Questreihe beschäftigte sich mit den absonderlichen Dingen, die an den Oasen im Brachland vor sich gehen. Waren diese ehemals eher kümmerlich belebte Örtlichkeiten, gedeihen sie seit kurzem wie verrückt. Grünzeug vermehrt sich explosionsartig und auch die Tiere, die zudem größer und angriffslustiger geworden sind.

Meine Untersuchungen ergaben, dass das wohl an blubbernden Öffnungen auf dem Grund der Teiche liegt, die irgendetwas absondern, was auch frisch eingepflanzte Samen außerordentlich gut gedeihen lässt. Der untote Apotheker am Wegkreuz freute sich dabei vor allem über Riesenpilze, die giftige Sporen absondern und sich sicherlich für allerhand Unerfreulichkeiten verwenden lassen, während die Druiden sich das hoffentlich für ungefährlichere Gewächse zu Nutze machen. Mit den Höhlen des Wehklagens fand ich dort auch eine Instanz; die ich dann wohl demnächst auch einmal besuchen sollte.

Und natürlich mögen auch die Zentauren die schönen grünen Oasen (fressen die Gras?) und die Orc-Späher, die sich an jeder Oase versteckt haben, haben etwas dagegen. Wir auch, weshalb auch zahlreiche Zentauren und vor allem ihre Häuptlinge das Leben lassen mussten. Ich musste auch bemerken, dass der Hinweis, dass man eine Quest zu Mehreren erledigen sollte, schon seine Berechtigung hat, denn dem letzten Zentaurenboss dieser Questreihe und seinen Schergen hatte ich nichts entgegenzusetzen.

An dieser Stelle zeigte sich auch, dass man gelegentlich in andere Gebiete weitergeschickt wird, in denen man mit dem selben Level auch questen könnte. So sollte ich eine Probe von erlegten Schildkröten zu einer Druidin im Silberwald bringen, die dort damit beschäftigt ist, die vom der Seuche befallene Landschaft zu regenerieren.

Ich schaute mir das zumindest einmal an und der oberflächliche Vergleich der Landschaft mit dem Zustand vor Cataclysm zeigte, viele schaurig-schicke neue Gebäude der Untoten und einen sich erholenden Wald – und lila Straßenlampen.

Was mittlerweile auch wieder funktioniert, sind die Berufe, so dass Katajaq nun Kräuterkunde und Alchemie lernen konnte. Das Kräuter pflücken ist jedoch ein Problem, da die Kräuter im Brachland schon zu hochstufig sind. Ich müsste also in das Startgebiet zurückgehen und eine Zeit nur Kräuter pflücken, wenn ich das ernsthaft lernen wollte.

Auch das Kochen funktioniert noch nicht richtig, da immer noch die Zutaten fehlen. Archäologie steht erst ab Level 20 zur Verfügung; ich freue mich jedoch schon auf das Ausprobieren.

Die angekündigte Questreihe am Wegkreuz, die einen zu einem guten Jäger machen soll, unterschied sich deutlich von dem, was ich dazu in Erinnerung hatte, was möglicherweise auch daran liegen mag, dass ich keine Jägerin spiele.

Ich erlegte etliche Katzen, darunter eine Bossmieze und legte Raptoren frecherweise einige Federn erlegter Artgenossen in ihre Nester. Das war es schon und ich wurde nach Ratchet weitergeschickt. Wie es Katajaq dort erging, könnt Ihr hier beim nächsten Mal lesen.