“Krieg, Handel und Piraterie, Dreieinig sind sie, nicht zu trennen.”

Es hat wohl außer mir noch niemand ein Beta-Tagebuch mit einem Goethe-Zitat begonnen. Das Zitat aus dem Faust II passt jedoch hervorragend zu den Herausforderungen, denen sich Katajaq in und um das von Goblins beherrschte Ratchet stellen musste. Denn mit deren Handelstätigkeit in diesem neutralen Hafen gehen die beiden anderen Probleme Hand in Hand.

So missfällt der Allianz aus verständlichen Gründen, dass die Horde den neutralen Hafen nutzt. Um dies zu unterbinden, schickte sie ein Flaggschiff mitsamt einem Admiral in die Nähe von Ratchet, welches nunmehr Schiffe der Horde angreift oder den Zugang zum Hafen zumindest unmöglich macht. Etwas, was sich weder anständige Goblins noch aufrechte Hordler gefallen lassen. Gut nur, dass unsere Freunde von der Allianz auch ganz gerne einen heben.

So gelang es Katajaq in einer entsprechenden Quest, im Gasthaus einen sturzbesoffenen Ingenieur des besagten Schiffes niederzuschlagen und ihm die Baupläne abzunehmen. Diese zeigten deutlich, wo das stolze Kriegsschiff eine Schwachstelle hat. Dort nun brachten wir in einer Folgequest eine Haftmine an. Der folgende Knall blieb leider weitgehend folgenlos – nicht weil diese Schiffe besonders robust sind, sondern weil das Munitionsdepot des Schiffes leer war. Die Munitionsvorräte befanden sich an Land… kabumms. Davon hat die Allianz kurz danach jedenfalls nichts mehr.

Und natürlich sammeln sich dort, wo mit der Seefahrt Geld verdient wird, auch reichlich Piraten. Hier haben sie gar eine kleine Insel vor der Küste übernommen und koordinieren von dort aus ihre Tätigkeiten. Für den Goblinanführer Gazlowe sollen wir den Piratenkapitän einen Kopf kürzer machen und im Auftrag des Hafenmeisters eine Meuterei anzetteln, da die Piraten es nicht für nötig befunden haben, Schiffe, von denen sie Schutzgeld kassiert haben, auch tatsächlich zu verschonen.

Ein Überläufer organisierte die Sache, wir verschafften ihm das Geld des eigenen Schatzmeisters (der das leider auch nicht überlebte) und die Waffenvorräte seines Kapitäns (s.o.), bevor wir schließlich auch das Schiff der Piraten für die Meuterer übernahmen. Ist doch gar nicht so schwer, so eine Meuterei 😉

Ein weiteres besonders gemeines Exemplar von Pirat, das Gazlowe ein Vermögen gestohlen hatte, konnte gefangen genommen werden – leider von der Allianz. Also schlich sich Katajaq in deren Lager, um den Verbleib des Schatzes aus dem Piraten herauszubekommen. Er gab uns eine Antwort im Austausch gegen seine Freiheit – allerdings eine eher ungewöhnliche: wie zu jeder Piratengeschichte gehört auch zu dieser eine Schatzkarte, die hier jedoch auf den Kopf eines Mitpiraten tätowiert war.

Die Allies hatten mit dem Kerl kurzen Prozess gemacht und seinen Kopf zur Abschreckung an einen Baum gehängt – Gräueltaten (wir hatten das Thema in der letzten Ausgabe) gibt es also durchaus auch auf Seiten der “guten” Allianz. Jedenfalls: der Kopf baumelte am Baume, und die Allianz hatte seinen Wert nicht bemerkt, denn der gute Mann hatte sich wieder Haare wachsen lassen. Die Karte führte auch tatsächlich zum Schatz, nachdem wir den Kopf erst einmal an uns gebracht – und rasiert hatten. Jedoch hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn der freigelassene Piratenkapitän lauerte Katajaq an der nämlichen Stelle auf. Viel entgegenzusetzen hatte Feuertotem und Blitzschlägen jedoch nicht.

Aber auch ein paar einfachere aber trotzdem lustige Quests waren zu erledigen, die zum Beispiel zu der Erkenntnis führten, dass Raptoren von glänzenden Dingen fasziniert sind und deshalb auf die Idee kamen, den Lohn für eine Kompanie der Horde zu entwenden. Außerdem war da noch ein Troll mit einem schlimmen Sprachfehler, der jedoch so eine tolle Waptor… ähm Raptorfalle gebaut hatte, dass er die Tiere damit auf Minipetgröße verkleinern konnte. An der Stelle hätte ich mir aber ein Raptor-Minipet als Questbelohnung gewünscht, das hätte wirklich gut gepasst.

Mit einem Teil des Piratenschatzes wurden wir als Nächstes zu Düsenrasts Außenposten ganz im Norden des Brachlandes geschickt und durften den Weg in einem schicken Schnellboot zurücklegen. Eine nette Idee. Die Goblins an diesem Außenposten – er enthält gottseidank auch einen Flugpunkt – beschäftigen sich im Wesentlichen damit, sich mit der Konkurrenz im benachbarten Schlickermoor zu streiten.

Die Jungs von der Venture Co. verfügen oft über überlegene Technologien und unsere Freunde würden wohl grün vor Neid, wenn sie es nicht schon wären. Deshalb stahlen wir der Venture Co. sowohl einen technisch überlegenen Schredder als auch einen “Samophlang”, von dem wir nicht erklärt bekammen, was das eigentlich ist. In Wirklichkeit wissen es die Goblins selbst nicht, brauchen jedoch nur ein paar Sekunden, um das Ding kaputtzumachen.

Versuche der Goblins, das Ding zu reparieren, verrieten wenigstens, wer es gebaut hat – doch auch das daraufhin in der Felsadermine vom Erfinder geraubte Benutzerhandbuch (600 Seiten) verriet den Nutzen des immer noch kaputten Gerätschaft nicht. Mal sehen, ob sich die Goblins in Düsenrasts Außenposten auch in der 4. Expansion von WoW noch mit dem Zweck des Samophlangs auseinandersetzen.

Auch nach über 5 Jahren ist das Schredder-System noch immer altbewährt und unverändert!

Zu den Quests ist jedoch auch zu sagen, dass man hier schon merkt, dass Cataclysm noch Beta ist. Vereinzelt ließen sich Quests nicht annehmen, sehr häufig verschwinden auch bereits angenommene Quests auch aus meinem Questbuch, so dass man leicht vergessen kann sie abermals anzunehmen und zu erledigen. Ganz vereinzelt ließen sich auch Aufgaben, wo das nicht beabsichtigt ist, ein zweites Mal annehmen. Das Problem, dass Quests nicht abzuschließen sind, hatte ich bisher jedoch nicht.

Ich bin ja schon ein großes Mädchen…

Über all dem Questen hatte Katajaq auch Level 20 erreicht und einiges an neuen Fähigkeiten erlernt, z.B. ein Heiltotem und die Fähigkeiten, Buffs von Gegnern und Debuffs von Verbündeten zu entfernen. Auch viele Ausrüstungsgegenstände konnte ich gegen mächtigere und schickere Versionen tauschen.

Nun kamen wir aber zu etwas ganz Interessantem: mit Level 20 – früher war das noch Level 30 (oder Level 40) – kann man ja auch endlich Reiten lernen! Leider endete das mit einer bösen Überraschung: der Reitlehrer im Dorf der Bluthufe ist verbuggt und wollte nicht von der Meinung abrücken, Katajaq besäße viel zu wenig Geld um reiten zu lernen! Trotz der mehr als 500 Goldstücke in ihren Taschen, die mir von der Redaktion “zum Ausprobieren” aller möglichen Dinge überlassen worden waren. Was jetzt tun? Ehrfürchtig werden bei einer anderen Fraktion, um dort Reiten zu lernen? Das ist vom Aufwand her in einer Beta wohl nicht zu vertreten. Zum bisher ersten und einzigen Mal war ich frustriert, da ich auch gerne die neue Archäologiefähigkeit ausprobieren wollte, für die aber schon längere Wege von Fundstätte zu Fundstätte zurückzulegen sind und man auch Gebiete durchqueren muss, für die man eigentlich noch ein bischen klein ist.

Die rettende Idee hatte nicht ich selbst, sondern Nobbie: der Stresstest für die kostenpflichtigen Zusatzdienste! Ich nutzte diese Möglichkeit also, um Katajaq kurzzeitig zur Orcfrau zu machen und in Orgrimmar Reiten zu lernen, bevor sie wieder zur Taurin wurde. Deshalb sieht Katajaq jetzt auch minimal anders aus als vorher. Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass die flauschigen Reitwölfe der Orcs viel attraktivere Reittiere sind als die behäbigen Kodos – ein Argument dafür, auf dem Liveserver den ehrfürchtigen Ruf bei den grünhäutigen Waffenbrüdern irgendwann in Angriff zu nehmen.

Bei Lara Croft sieht das immer so einfach aus

Nun wo das Reiten funktionierte, wollte ich unbedingt auch sofort die Archäologie ausprobieren. Das war kein ganz einfaches Unterfangen, da einem Fundstätten nach dem Zufallsprinzip als aktiv zugewiesen werden, ohne dass man das direkt beeinflussen kann. Es sind je 4 Stück auf jedem der beiden Kontinente. Die Fundstätten in Kalimdor befanden sich im Eschenwald, wo ich schon befürchtete, das könnte nicht so einfach werden. Bei denjenigen in den Östlichen Königreichen konnte ich gar nicht beurteilen, ob sie für mich sicher zu erreichen wären, weshalb ich mich auf mein Kodo setzte und ins Eschental ritt.

Besonders coole Fähigkeiten gibt’s in Cataclysm auch bereits während des Levelns

Umgehend stieß ich auf das nächste Problem, das mit der Beta zu tun hat: wie auch schon in Mulgore funktioniert bei mir im Eschental die Karte nicht richtig. Die Lagerstätten waren wohl eingezeichnet, aber die Karte lässt sich nicht erkunden, so dass ich mir kein Bild davon machen konnte, ob und welche Wege möglicherweise in Richtung der archäologischen Stätten führen würden. Ich ritt also querfeldein, ohne irgendeine Idee zu haben, welche Hindernisse zwischen mir und meinem Ziel sein könnten. Die Mobs in diesem Gebiet befanden sich 3 oder 4 Stufen über mir und ließen sich nur mit größter Vorsicht bekämpfen – und vor allem eines nach dem anderen. Das gelang nicht immer und bis ich in meinem ersten Zielgebiet anlangte besuchte ich wohl drei oder vier Mal den Friedhof.

Meine erste Ausgrabungsstätte befand sich bei den Sternenstaubruinen – typische elfische Ruinen, ein kleiner See und jede Menge nasse, moosgrüne Elementare, die die Örtlichkeit bewachen. Wie die Archäologie funktioniert, dürften die Meisten mittlerweile gelesen haben: man baut mit dem Skill ein Messinstrument auf, das sowohl die Richtung des nächsten Fundstückes als auch seine ungefähre Entfernung anzeigt.

Durch mehrmaliges Benutzen des Messinstrumentes nähert man sich dem Artefakt soweit, dass man es sehen und einsammeln kann. Jede Fundstätte kann dabei drei Mal abgesucht werden, wobei die Funde häufig auch mehr als ein Fragment enthalten.

Ich suchte die Ausgrabungsstätte also ab und musste abermals sehr vorsichtig sein, denn die Elementarwesen waren mir durchaus überlegen. Ich war dort noch nicht einmal allein – auch viele größere Charaktere hatten diese Stätte offen – jedoch wurde meist mit bemerkenswertem Egoismus gebuddelt, während ich versuchte, mich irgendwie dieser Elementare zu erwehren. Mit einiger Geduld fand ich jedoch alle drei Vasen mit den Fragmenten und zog zur nächsten Stätte weiter, die sich etwas nördlich von Maestras Posten befand; weitere befanden sich am Zoramstrand und etwas nördlich davon an der Dunkelküste.

Das Ausbeuten der Fundstätte am Zoramstrand war schwierig, da sie sehr groß war und man das Messinstrument nicht im Wasser aufbauen kann. Ich kämpfte mich durch Unmengen von Nagas, die mir zwar im Level nicht überlegen, aber dafür zahlreich waren.

Zum Schluss eine zufriedene Katajaq inkl. Reittier

Am Ende der Aktion hatte ich genügend Fragmente gesammelt, um mein erstes Artefakt zusammenzusetzen: ein Schminktöpfchen, das wohl einmal einer wohlhabenden Nachtelfin gehört haben sollte. Benutzbar war es nicht, liegt aber zum Andenken an die aufwendige Buddelei in meinem Bankfach. Tja, bei Lara Croft sieht das immer so einfach aus. Aber die Archäologie macht Spaß und ich werde auf jeden Fall weiter buddeln, zumal sich mit steigendem Skill ja auch benutzbare und sinnvolle Dinge finden können.

Das war es für heute und in der nächsten Ausgabe werde ich mich wohl mit einem Thema beschäftigen, das bisher zu kurz kam und auch Aufmerksamkeit verdient: der Besuch von Dungeons. Bis zum nächsten Mal und über Kommentare im Forum freue ich mich immer.