Der Druide, das Level 80 und WotLK: Fühlen wir uns zusammen wohl?
Die neuen Talentbäume sind da, der Vorgeschmack auf WotLK hat wohl jeden erfasst und wie es schon zu Zeiten von Burning Crusade war, gibt es Sonnen- wie auch Schattenseiten. Ich habe mich mit dem Druiden näher befasst und möchte euch gern ein wenig auf das Kommende einstimmen.
So mancher wird sich die Frage stellen, wie er in WotLK als Druide einsteigen wird. Bisher war der Feraldruide die beliebteste Art um die Lvlphase zu überbrücken. Das hat/hatte auch einen seiner Gründe darin, dass Tanks für Instanzen sehr selten waren, da auch Defkrieger oder Schutzpaladine auf ihre Schadenstalentbäume umstellten, um zügig und ohne viel “Arbeit” durch die Quests zu kommen. Der Feraldruide war stattdessen die optimale Möglichkeit sich mit nur einer Skillung auf zwei Kampfarten gleichzeitig zu verstehen, dem Tanken und dem Schaden. Der Restodruide galt als zäh und oft unbeholfen, da der Schaden einfach nicht stimmte und wie der Balancedruide zu manalastig und instanzunfreundlich designed war. Nunja, so war es mal, werfen wir einen Blick auf die aktuellen Änderungen.
WotLK hat hier bereits vor Release viele Änderungen gebracht,
welche schon in der Lvlphase schwer ins Gewicht fallen. Der
Feralbaum wurde dahingehend geändert, dass die Tank- und
Schadenstalente stärker von einander getrennt sind. Natürlich wird
ein Feraldruide weiterhin im Stande sein eine 5-Mann-Instanz zu
tanken, doch die Leichtigkeit von früher wird es nicht mehr geben.
Auch werden Defkrieger oder -Schutzpaladine nicht weiter gezwungen
sein ihren Talentbaum ständig zwischen Instanzbesuch und Questen zu
wechseln, da der Schaden der Tanks deutlich angehoben wurde und es
nun fast entspannend einfach ist sich mit einem gut equipten Tank
durch die Quests zu blocken.
Der weiterhin größte Vorteil eines Feraldruiden im Vergleich
zu den anderen Druiden ist immer noch seine völlige
Manaunabhängigkeit. Er wird wohl nie Pausen machen müssen um zu
essen oder gar zu trinken. Sollte sein Lebensbalken im/nach dem
Kampf zu gering werden heilt er sich, danach stellt er das
verbrauchte Mana in Katzen- bzw. Bärenform einfach wieder her.
Doch wie sieht es mit dem Restodruiden aus? War er früher ein müder und träger Questchar, so ist das heute durchaus anders. Die Umstellung der getrennten Stats “+Heilung” und “+Zauberschaden” zu “Zaubermacht” brachte dem Restodruide einen wahren Schub an Schaden, denn die 1/3 Regelung der Pre-WotLK-Zeit war nur mäßig hilfreich. Durch kleine Talentänderungen im Balancebaum kann ein Restodruide mit angemessenem Schaden und durch seine Heilskillung, ausgestattet mit nahezu unendlichem Mana, auch alleine jede Prüfung meistern, ohne große Einbußen bei seiner Aufgabe als Heiler hinnehmen zu müssen. Größter Vorteil eines Restodruide ist, dass der Unterbrechungsschutz für Schadenszauber vom Balancebaum nun in den Restobaum verschoben wurde und das Talent “Naturfokus” auch von allen Restodruiden standardmäßig mitgeskillt wird.
Zuletzt sehen wir uns noch den früher sehr selten gesehenen
Balancedruiden an. Früher nannte man ihn auch Oomkin oder Änliches,
was ihn als Lvlskillung sehr unattraktiv machte, so das Equipment
nicht überdurchschnittlich gut war. Doch mit den WotTK-Talenten
wurde die Eule plötzlich überall gesehen. Restodruiden konnten
durch die Zaubermachtänderung einfach auf Eule umskillen und mit
durchaus anständigen Schadenswerten um sich werfen. Meiner Meinung
nach ein wünschenswerter Effekt, doch sollten zwei Dinge beachtet
werden um mit der Eule effektiv lvln zu können:
1. Eine Eule erhält viel Mana durch kritische Zaubertreffer
und aus Intelligenz, das entsprechende Equipment und Skillung mal
vorausgesetzt. Wer dieses nicht besitzt, sollte Punkt 2 beherzigen.
2. Ein Restodruide, welcher sich entschließt als
Balancedruide zu lvln, sollte bedenken, dass sein Equipment auf
Willenskaft (Regeneration) basiert. Er würde mit einer reinen
Balanceskillung wohl nicht glücklich werden.
Man muss sich entscheiden was einem wichtiger ist; schön
große Zahlen mit regelmäßigen Trinkpausen und der Möglichkeit schon
früh auch auf die oberen Talente des Balancebaum zugreifen zu
können. Oder auf diese Talente zu Anfang noch zu verzichten und
dafür Intensität und Omen der Klarsicht mitgeskillt zu haben, um
fast gänzlich ohne Manapause und mit erfrischend gutem Schaden
voran zu kommen.
Mehr über Skillungen, Zauberrotationen und Hilfe bei Anfängerfragen könnt ihr bei uns im Klassenforum: Druide finden.
Welchen Weg man nun auch immer gewählt hat, so wird wohl jeder irgendwann das momentan höchste Lvl erreicht haben. Nun gilt es sich vorerst einmal wieder für eine Richtung zu entscheiden. Heiler, Zauberschaden oder Nahkämpfer, ob Tank oder DD. Die Wahl bestimmte schon immer die Skillbäume und ihre Ausgewogenheit. Hier hat sich sehr viel zum Guten gewendet und ich möchte darum auf die bereits bekannten Highlights nur kurz eingehen.
Restodruide:
- Wiederbelebung: ein Wiederbelebungszauber der jederzeit verfügbar ist und den Druide als 5er-Instanzheiler den Rücken stärkt. War er ja bisher auf seinen zweiten Wiederbelebungszauber mit 20 Min. Abklingzeit beschränkt. – Wildwuchs: ein Massenheilzauber der dem Priesterzauber “Kreis der Heilung” sehr ähnlich ist was Mana und Heilung betrifft. Im Unterschied ist die Wirkweise druidentypisch wieder ein Heilzauber über Zeit (Hot). Dennoch ein guter und gern angenommener Heilzauber, welcher uns im Raid bereits jetzt gute Dienste leistet.
Feraldruide:
- Die wohl größte Änderung für alle Feraldruiden war der Wegfall
der erhöhten Rüstung von allen seiner Lederitems. Schmuckstücke wie
Hals, Ring oder Schmuck, aber auch die Waffen besitzen noch erhöhte
Rüstungswerte welche der Bärform nützen. In diesem Zusammenhang
muss auch erwähnt werden das Bossgegner nun keinem Tank mehr
sogenannte Chrushings entgegenstellen, wodurch der Verlust der
Rüstung ausgeglichen wird (was jeher der Schutz des Druiden gegen
diese Schläge war).
- Prankenhieb: eine große Änderung erfuhr die Fertigkeit
“Prankenhieb”, welche nun unbegrenzt viele Ziele vor sich trifft
(vorher maximal 3). Nur durch diese Änderung ist es dem Druiden nun
möglich, größere Gruppen ähnlich effizient wie ein Paladin oder
Krieger zu tanken und die Aggro zu halten.
Balancedruide:
- AE und Abklingzeiten: AE konnte der Balancedruide ja schon
immer, doch war Hurricane Erstens durch eine Abklingzeit begrenzt
und Zweitens schadenstechnisch weit hinter anderen Zaubern zurück.
Dies wurde nun geändert, die Abklingzeit von Hurricane wurde
entfernt und der Schaden etwas erhöht. Eine weitere Änderung die
dem Ganzen noch deutlich gut tat ist die Tatsache, das nun
kanalisierte AE Zauber ebenfalls kritisch treffen können (zB.
“Hurricane” des Druiden, “Salve” vom Jäger oder “Blizzard” vom
Magier). Mit dem neuen 51er-Talent “Sternenregen” hat der Druide
einen zusätzlichen AE-Zauber erhalten, welcher allerdings mit einem
3 Min. Cooldown belegt wurde.
- Schadenstalente: Der Schaden von Monkins ist immer ein
zweischneidiges Gleis. Zum einen sind die Schadenszahlen schon
immer recht imposant und hoch gewesen, was an dem +100% Critbonus
lag. Andererseits waren rein DPS-technisch Monkins im Raid schnell
hinter allen anderen Schadensklassen zurück, was durch erbrachten
Support kaum wieder gut gemacht werden konnte. Mit den
WotTK-Talenten wurde der Schaden aller Ränge unserer Zauber erhöht,
was sich wohl auch bis ins Highend-PvE halten wird.
Klingt alles recht gut, nicht wahr? Doch spielt es sich auch so? Macht der Druide Spass, bringt er auch den Nutzen, wie man es sich selber wünscht? Eine Frage, die man wohl nur mit Eigenerfahrung wirklich beantworten kann. Doch möchte ich versuchen euch zumindest einen Eindruck zu geben, wie es auf Lvl 80 und in Raids denn so läuft.
Restodruide:
Im “New” Naxxramas habe ich schon ein paar Raidtage erleben
dürfen und kann euch eigentlich nur Gutes vermitteln. Wildwuchs ist
wie auch schon mit Lvl 70 ein zuverlässiger und effektiver
Gruppenheal, weshalb schon so mancher (Heil-)Schamane Bissspuren in
der Tischkante hinterlassen haben dürfte, da sein Kettenheilung im
Moment nicht mehr Gruppehealspell Nr. 1 ist (wie es zu BC-Zeiten
der Fall war). Der Priester und der Restodruide teilen sich
gleichermaßen den Job der Raid-Dmg-Heiler, was auch sehr gut
funktioniert.
Auch die Hotheilung hat sich nach dem Healwertnerf von
“Blühendes Leben” geändert. So hält man zwar in der Regel noch
seine Hotpalette auf den 1-2 MTs aktiv, doch durch die kürzeren
WorldCDs und dem niedrigeren Heilwert selbiger ist man stehts dabei
weitere Heilsprüche zu benutzen, “Nachwachsen”, “Pflege”, “Heilende
Berührung” oder “Wildwuchs” sind hier nun im Einsatz. Die eintönige
Dauerheilung mit “Blühendem Leben” hat ein Ende, was auch gut so
ist. Wir mögen nun in keiner Weise mehr Nr. 1 zu sein außer bei
unseren Hots, welche aber alleine nicht mehr ausreichend sind, doch
fügt sich der Restodruiden stimmig und passgenau in jeden Raid.
Einfach ein tolles Spielgefühl (anbei mein Mitgefühl an meine
Restoschamanenkollegen, doch es soll ja noch Änderungen geben). Im
PvP kommt auf Lvl 80 wieder etwas Entspannung ins Spiel. Die
Lebensbalken gleichen sich den Skillbäumen an, die PvP Sets bringen
deutlich mehr Abhärtung mit ins Spiel und man muss nicht mehr
fürchten tot am Boden zu liegen ohne auch nur einen Zauber
ausgeführt zu haben (danke Blizzard für die kurze Lvl
70-Paladinaktion im BG. War echt funny, aber auch tödlich).
Balancedruide:
Auch auf Lvl 80 macht der Balancedruide noch sehr viel Spass.
Auch wenn er mit Lvl 70 schon fast zur Gänze seinen Schaden erhöhen
konnte, so bringen die letzten 10 Talentpunkte noch mehr
Manaflexibilität und Spasstalente mit ein. Als alter
Balancedruidenhase konnte ich mich rein DPS-technisch in Naxxramas
sehr gut halten, was aber auch an überdurchschnittlichem Equip und
sehr viel Erfahrung lag. Im Schnitt hat sich der Balancedruide sehr
gut unter den DDs eingelebt und nistet sich auch gerne mal unter
den Top 5 der DDs ein. Durch seinen deutlich gesteigertem Suppoert
ähnlich dem Schamanen ist er nun auch immer gern gesehen. Auch in
5er-Instanzen ist er dank der Indoorwurzeln nun ohne Probleme
unterzubringen.
Itemtechnisch allerdings wird es für die Eule wie schon immer
recht schwer. Zum einen würde man die Willenskraft auf allen
Lederitems gern gegen Tempowertung oder kritische Trefferwertung
eintauschen, wodurch man gern auf Einzelitems aus ist welche kein
Willenskraft haben. Andererseits wirkt der Zauber “Anregen”,
welcher einem immer einen gesunden Manahaushalt verschafft, nur mit
Willenskraft.
Aufgrund dessen wird es wohl sehr verschiedene Balancedruiden
geben. Eulen, welche die Willenskraft so gut es geht vermeiden um
alle anderen Fähigkeiten auf ein Maximum zu erhöhen. Der Mittelweg,
welcher von beidem etwas mitnimmt, aber der Willenskraft eher wenig
Beachtung schenken. Und auch Druiden, welche auf einen stabilen
Manahaushalt achten und den Willenswert auf jedem Item zu schätzen
wissen. Alle drei Varianten können wohl im Moment vielversprechend
sein, der Manasupport des Raids und die mögliche
Raidzusammenstellung wird ausschlaggebend für jede Eule sein.
Feraldruide:
Leider hatte ich selber keine Gelegenheit den Feraldruiden im 80er-Content zu spielen, doch von Gesprächen mit anderen Druidenbrüdern/-schwestern kann ich auch hier nur Positives vermelden. So ist der Druide in so gut wie allen Lagen ein völlig konkurrenzfähiger Tank und auch mit der Aggro gibt es wohl keine Probleme. Einzig der Schaden der Katze sollte im Endcontent gut im Auge behalten werden, da er vielleicht ein wenig gering werden könnte. Hier sollte Blizzard ein wenig Zeit investieren und den Feraldruiden beobachten. Und wenn es nötig sein sollte hier und da einen Buff ansetzen.
So, ich hoffe diese kleine Einführung in das Leben eines Druiden in WotLK hat euch gefallen und vielleicht auch etwas genützt. So stehe ich euch auch weiterhin jederzeit in unserem Druidenbereich im Forum zur Verfügung.
Gruß Toob
Gamona Forenmoderator
Mainchar: Druide
Twink: Schurke
PS: nur für alle Nachtelfdruiden die es noch nicht mitbekommen
haben, “Schattenmimik” ist einfach himmlisch. Es lässt einen fast
jeden Kampf lebendig überstehen, AE-Aggro oder zu früh begonnener
Bossdps sind überhaupt kein Problem mehr.
Passend abgestimmt habe ich mich auch schon vor so manchem
Bosswipe davon schleichen können. Wichtig ist nur ein passendes
Plätzchen und etwas Glück.









