Der erste Tag

Nachdem ich am Morgen meine Emails abgerufen habe, war die lang ersehnte Email mit dem Betakey dabei. Die Hände zitterten, als ich mich mit den Daten auf www.worldofwarcraft.com einloggte um meinen Account zu erstellen und die Beta zu ziehen. Da ich mich glücklicherweise an meiner Hochschule befand, waren die 2 GB nach zweieinhalb Stunden auf der Festplatte des Laptops. Bittorrent mit der richtigen Anbindung sei Dank. Da mein Laptop zu schwach für die Beta ist, musste ich mich erstmal gedulden, bis ich zu Hause an meinem PC die Beta installieren konnte.

Die Installation hat einige Zeit in Anspruch genommen, doch dann war es soweit: Das erste Mal die World of Warcraft betreten! Zuerst mussten jedoch die Dateien auf den aktuellen Stand gebracht werden. Das erledigt der World of Warcraft Launcher. Als das geschehen war, konnte ich endlich den “Play World of Warcraft” Button drücken.

Der Loginscreen, der dann folgt ist wohl noch nicht up-to-date, da steht nämlich noch Alpha Version 5.5. Aber das soll einen ja nicht stören. Nach dem Drücken des Loginbuttons erschien erstmal nur ein Meldungsfenster mit einem Cancelbutton? öhm, wie? Naja, nach ein paar Sekunden stand dann “Connected” da. Gott sei Dank!

Doch nun begannen die echten Probleme. Was spiele ich denn jetzt für einen Charakter. Da Gunslinger schon einen Nachtelfen Warrior erstellt hatte, nahm ich also auch einen Nachtelfen, damit wir erstmal zusammen losziehen konnten. Ich entschied mich für einen Priester. Doch dann die erste böse Überraschung: Mein Nick ist weg! Na toll, jetzt musste ich mir erstmal was überlegen. Spontan kam ich auf Valindar. Jetzt ging es ans Erstellen des Erscheinungsbildes. Allzu groß ist die Auswahl zwar nicht, wie ich finde. Da hätte man schon etwas mehr einbauen können, aber mit den entsprechenden Items wird sich mein Erscheinungsbild schon noch individualisieren lassen.

So, jetzt hatte ich mich aber genug mit Dingen aufgehalten, die mich vom ersten Betreten der Welt abgehalten haben. (So gesehen ist das Erstellen eines Charakters relativ mühselig und war wohl auch etwas überhastet. Aber ich will ja schließlich zocken!).

Nach dem Betätigen des Buttons “Enter World” betrat ich nun also die World of Warcraft. Hier im Speziellen Teldrassil. Als erstes ging ich zu Conservator Ilthalaine, der mir meine erste Quest gab: 5 Tiger und 3 Wildschweine dahinmetzeln. Davon gibt’s in der Starting Area mehr als genug. Zum Glück greifen sie einen nicht an, und haben auch keine soziale Bindung. Wenn man ein Monster attackiert, ist das den anderen Monstern mehr als egal. Als Loot gab es Häute. Als die entsprechende Anzahl an Monstern tot war, ging es zurück zum Auftraggeber, der mir dann ein paar Handschuhe in die Hand drückte, die ich nicht mal benutzen kann, weil sie für meine Klasse nicht tragbar sind. Hm, das ist aber blöd. Ist das gewollt? Mal Blizzard fragen *g* Immerhin gab es noch 30 Copper und die nächste Quest: 4 Mangy Nightsabre und 4 Thistle Boar meucheln. Erstmal haben sich Gunslinger und ich etwas in der Starting Area umgesehen. Die Trainer für die Klassen waren schnell gefunden, und auch einige Händler gibt es. Da wurde erstmal das Loot verkauft. Kaufen konnte man eigentlich noch nichts, alles war etwas teuer (wobei das sicher relativ ist, denn mit höherem Level handelt es sich da sicher um Peanuts). So zwischen 30 und 100 Copper. Nahrung kann man sich gerade mal so leisten. Aber das hat sich bald geändert. Mit Quests und dem Loot hat man schnell ein paar Silberstücke im Geldbeutel. Nachdem Gunslinger und ich das Starting Area erkundet hatten, und nebenbei einige Quests erledigten, stiegen wir Level um Level auf. Jedoch stellte sich mit jedem Level die Frage neu, wohin mit den Punkten. Als Priester habe ich mich für Spirit und Intellect entschieden. Das sind auch die Attribute, die beim Levelup primär gesteigert werden.

Bei einer der Quests erhielt ich als Belohnung einen Thistlewood Staff mit 13-19 Schaden, der meine Mace ersetzte. Unglücklicherweise hatte ich aber damit in Sachen Skills wieder von vorne anfangen müssen, da ich ja beim Kampf den Maceskill bisher gesteigert hatte. Aber wenn man beides etwas beherrscht, ist sicher nicht verkehrt, man weiß ja nicht, was einem als nächstes Item vor die Füße fällt.

Als wir im Startgebiet so ziemlich alle Quests erledigt hatten, wurden wir in ein neues Gebiet bzw. Örtchen geschickt: nach Dolanaar. Auf dem Weg dorthin sahen wir ein ziemlich großes Gebäude. Wir entschlossen uns, dieses zu erkunden. Besser gesagt, Gunslinger entschied es so. Fataler Fehler! Die Monster da waren alle aggressive eingestellt, und waren von unserem Kommen wenig begeistert, was sie dadurch zum Ausdruck brachten, dass sie uns dahinmetzelten. Also das erste Mal in Spiritform unterwegs. Lässt man sich direkt am Bindstone wiederbeleben, kostet das Erfahrung. Also besser zur Leiche gerannt, und dort wiederbelebt. Der Ort der eigenen Leiche wird auf der Minimap durch einen Punkt dargestellt. Ist man nah genug an der Leiche, sieht man einen Grabstein. Ist man dann nah genug an dem, erhält man die Meldung, dass man sich wiederbeleben kann. Man sollte da aber sehr aufpassen, dass keine Monster in der Nähe sind. Denn man kommt nur mit minimalem Leben und Mana zurück. Sollte ein Monster da sein, ist man sofort wieder tot. Ich spreche aus Erfahrung?

Wir haben uns dann lieber entschlossen, nach Dolanaar weiterzulaufen. Dort gab es dann viel Neues zu entdecken. Vor allem bessere Trainer. Leider waren wir mit Level 4 noch zu jung, um die interessanten Spells zu lernen. Und auch zu arm. 2 Silber für den Holy Word Spell Shield. Tja, bei einem Barbestand von gerade mal 40 Copper (ein Großteil ging beim ersten Shoppen drauf) mussten die neuen Spells erstmal warten. Dafür gab es aber noch 3 Skillpunkte zu verteilen. Da in Dolanaar auch Trainer für Herbalism ist, hab ich mich mal dafür entschieden, auf Herbalism und Alchemy zu gehen. Erstmal aber Herbalism. Nach dem Training kann ich nun in den Wäldern rumlaufen, und nach Kräutern suchen. Die Kräuter erscheinen als gelbe Punkte auf der Minimap. Man sollte aber nicht blind hinlaufen, sondern auf die umherstreifenden Monster achten, sonst kann es beim Kräuter zupfen zu bösen Verletzungen kommen.
In Dolanaar läuft auch ein Ancient mit Level 90 rum, der den Ort bewacht. Sehr eindrucksvolle Gestalt. Zum Glück freundlich gesonnen.

Noch ein Wort zu den Quests. Es besteht kein Mangel an diesen. Fast überall läuft einem jemand mit einem Ausrufezeichen über den Weg. Doch sollte man bei der Wahl der Quests vorsichtig sein. Denn nicht jedes Quest ist unbedingt positiv. So war die Quest eines Satyrn, in der man einige Tiere im Wald töten musste, nicht unbedingt gern gesehen in den Augen der Nachtelfen. Als Konsequenz muss ich nun eine andere Quest erledigen, um mich wieder “reinzuwaschen”. Also nicht blind jede Quest annehmen, sondern auch nachdenken, ob sie in den Augen der eigenen Rasse positiv ist. Außer man will sich von derselben entfremden, dann sollte man wohl nach solchen Quests Ausschau halten.

Das Questen um zu Leveln zahlt sich auf jeden Fall aus, da man durch die erledigten Quests noch extra Erfahrungspunkte sammelt. Zwar kann man auch so einfach Monster metzeln, jedoch bringt das weniger an Erfahrung ein, und die Story treibt es auch nicht voran.
Apropos Story. Die Quests bringen auch die Story voran, und so ist man immer gespannt, was einem der Questgeber als nächstes über die World of Warcraft erzählt.

Die Belohnungen der Quests sind nicht immer nützlich. So habe ich z.B. bei der allerersten Quests Handschuhe erhalten, die jedoch von einem Priester nicht angelegt werden können. Nutzlos also. So verhält es sich auch mit einigen anderen Quests. Da man aber immer noch Geld oder Erfahrung erhält, ist es nicht ganz unnütz, dieselben zu erledigen.
Insgesamt ist das Questsystem sehr ausgeklügelt, und es macht eine Menge Spaß, sich in der Welt zu bewegen.

Zu dem Monstern muss man sagen, dass man immer darauf achten sollte, ob sie feindlich gesonnen sind, oder neutral. Läuft man in eine Gruppe feindlich gesonnener Monster, kann man sich schon mal auf den Tod vorbereiten, sofern sie nicht um einige Level niedriger sind. Als Priester kämpft es sich auch solo ganz ordentlich. Zuerst ein Holy Smite, dann Pain, noch mal Holy Smite und den Rest gibt man dem Monster mit dem Stab. Jedoch funktioniert das nur bei einem Monster, wenn es sich etwa auf demselben Level befindet. Pulled man 2, sollte man die Beine in die Hand nehmen. Das Weglaufen ist gar nicht so einfach, da man von den Schlägen der Monster teilweise gestunned wird, und man relativ weit laufen muss, bis die Monster von einem ablassen.

Mittlerweile bin ich Level 6 und habe nun Shield und Sleep gelernt. Zum Testen der neuen Spells bin ich noch nicht gekommen.

Begleitet Valindar auf seiner Reise