An mein früheres Leben kann ich mich nicht erinnern. Eine schwarze Leere herrscht in meinem Kopf, wo früher meine Eltern, meine Kindheit und vielleicht meine Frau und meine Kinder waren. Meine erste Erinnerung ist das Bild des Lichkönigs. Arthas persönlich, wie er auf dem Dach einer Nekropole umherwandert, die über ein düsteres, verseuchtes Land schwebt, flankiert von zwei Walküren, die mich aufmerksam mustern. Auch war es Arthas, der mich aufforderte meine Ausbildung zum Todesritter zu beginnen. Die Nekropole auf der ich mich befand war in verschiedene Ebenen unterteilt, die durch Portale miteinander verbunden wurden.

Mein erster Weg führte mich zu Instrukteur Razuvious, einem Hünen von einem Mann in blau schimmernder Plattenrüstung, der mir zeigte, wo ich mein erstes Schwert bekomme, und wie ich es mit der Kraft unheiliger Runen verstärke. Die Klinge fühlte sich gut in meiner Hand an und ein leichter bläulicher Schimmer überzog die Schneide wie ein kalter Hauch im Winter. Meine Wege durch die Nekropole führten mich zu verschiedenen Offizieren der Geißel, die mich mit Aufgaben betrauten und mir Anweisungen gaben. Es war Hochlord Darion Morgraine, auf einer Aussichtsplattform auf seinem Pferd sitzend, der mich als erstes in die Welt unter der Nekropole entließ. Ich solle Prinz Valanar als Unterstützung im Kampf gegen den scharlachroten Kreuzzug dienen. Die Landschaft, in der ich mich nach Betreten des Portals befand, kam mir seltsam bekannt vor. Doch jedes Mal, wenn ich versuchte mich zu erinnern, fuhr ein stechender Schmerz durch meine Schläfen und der Moment war vorbei. Langsam fand ich mich damit ab ein Diener der Geißel zu sein und die Stimme des Lichkönigs, der mich immer weiter anstachelte kam mir immer vertrauter vor…fast wie ein Teil von mir.

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So, oder so ähnlich könnte sich ein Todesritter nach seiner Befreiung vom Lichkönig fühlen, wenn er an die Tage seiner Ausbildung zurück denkt, und auch genau diese bedrückende Atmosphäre wird auf den Spieler übertragen, wenn er seine ersten Schritte mit der neuen Heldenklasse unternimmt. Im Folgenden möchten ich euch ein paar Eindrücke aus dem Startgebiet der Todesritter geben. Aber Achtung, wer sich die Spannung bewahren möchte, bis er selbst Hand anlegen darf, sollte hier besser aufhören zu lesen.

Wie oben schon geschrieben, startet ihr auf dem Dach einer Nekropole, wenige Meter von Arthas Menthil höchstpersönlich entfernt. Über dessen Kopf prangt auch schon ein gelbes Ausrufezeichen, dass euch zu eurer ersten Quest führt. Ihr sollt eine Teleporterplattform benutzen und euch bei Instrukteur Razuvious melden. In der darunter liegenden Ebene angekommen, steht ihr in einer großen Halle, die vom Design schwer an Naxxramas erinnert. Mit Gargoyles, die von oben auf euch herabblicken und Totenschädeln an den Wänden. Nachdem ihr euch satt gesehen, und die düstere Atmosphäre genossen habt, meldet ihr euch, wie befohlen bei Instrukteur Razuvious, der euch gleich eure nächste Aufgabe überträgt. Ihr sollt euch aus einem der Waffenregale an der Wand ein Schwert holen und dieses bei der Runenschmiede benutzen, um es mit unheiliger Magie zu stärken. Als Belohnung erhaltet ihr ein rares Schwert und die Fähigkeit eure Waffen mit Runen zu stärken. Zur Auswahl habt ihr sechs verschiedene “Verzauberungen” (Mehr zum Runenschmieden könnt ihr bei uns im Todesritter-Forum nachlesen).

Nach bestandenen Aufgaben, die keine Erwähnung wert sind, werdet ihr wieder nach oben zu Arthas geschickt, der euch befiehlt das magische Auge in der Mitte des Daches zu benutzen und die Basis des Scharlachroten Kreuzzuges auszukundschaften. Nach einem Klick auf das Auge geht es auch schon los, ihr fliegt über die Landschaft zu besagter Basis. Dort angekommen erhaltet ihr die Kontrolle über das fliegende Auge. Ziel ist es hier Informationen aus vier Gebäuden zu “saugen”, leichter gesagt als getan. Die Bogenschützen des Kreuzzuges heizen uns ganz schön ein, doch wir sorgen einfach für Ablenkung. Auf Knopfdruck lassen wir eine Horde Ghule aus dem Boden brechen, die die fiesen Bogenschützen einfach angreifen. Somit haben wir genug Zeit die Gebäude auszukundschaften und sollte es doch mal knapp werden, machen wir uns einfach kurzerhand unsichtbar und fliegen in Sicherheit. Nach getaner Arbeit klicken wir einfach auf einen Knopf und brechen die Fliegerei kurzerhand ab.

Was folgt ist unser erster Auftrag, der uns außerhalb unserer neuen Heimat, der Nekropole Ebon Hold, führt.Nach Betreten des untersten Teleporters stehen wir in einem Lager der Geißel. Die Landschaft hier oben erinnert schwer an die Pestländer mit ihren überwiegenden Brauntönen.

Im Startgebiet der Todesritter kommt zum ersten Mal eine “Instanzierungstechnik” in WoW zum Einsatz, die einige von euch vielleicht schon von Herr der Ringe Online kennen. Jedes Mal, wenn ihr den Teleporter wieder in die Nekropole nehmt und wieder zurück kommt, verändert sich die Welt entsprechend der Storyline. Ist am Anfang noch ein Lager des Scharlachroten Kreuzzugs direkt vor eurem Angriffslager, drängt ihr diesen immer weiter zurück und hinterlasst brennende Gebäude und verseuchtes Land. Dies vermittelt schon ziemlich gut den Eindruck, dass ihr euch wirklich in einer sich verändernden Schlacht befindet.

Die Quest, die euch übertragen werden sind nicht nur der gewöhnliche “töte dies” und “sammel das” Einheitsbrei. Hier mal ein paar Beispiele, die sich erfrischend abheben und Lust auf mehr machen:

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Der Weg zu eurem Pferd:
Das Quest für euer Mount erhaltet ihr schon ziemlich am Anfang in eurem neu begonnenen Leben. mit dem Namen “Grand Theft Palomino” sollt ihr in bester GTA-Manier ein Pferd aus dem Stall des Scharlachroten Kreuzzugs stehlen und zurück zum Questgeber lenken. Kaum habt ihr euch durch die Stallburschen, Wachen und sämtliche Gegner Richtung Stall geschlagen, reicht ein rechtsklick und ihr springt mit einem Satz auf das Pferd. Als Folgequest werdet ihr in das Reich der Schatten versetzt. Unschärfeefeekte und eine weit düsterere Landschaft erwarten euch – alles in allem sehr stylisch. Ihr müsst einem schwarzen Reiter den garaus machen und dessen Schlachtross in euren Besitz bringen. Als Belohnung wartet das ersehnte Epicmount auf euch.

Wir vernichten eine ganze Legion:
In einem unserer nächsten Quest müssen wir uns in einer präparierten Lore, nahe einer Mine verstecken – woraufhin siche in Arbeiter des Kreuzzugs schon wundert, warum hier noch eine volle Lore steht. “Das räum ich lieber Weg, bevor der Kommandant das sieht” Versteckt in unserem Gefährt lachen wir uns schon ins Fäustchen. Die Fahrt geht einen Pfad Richtung Meer zu einem Schiff, entlang von Legionen von Soldaten, Kanonen und Bogenschützen. Eine ganze Armee hat sich hier am Strand versammelt. Auf dem Schiff angekommen reicht wieder ein Rechtsklick und ihr taucht aus eurem Versteck auf. Drei Kanonen sind an der Seite des Schiffes angebracht, welche ihr benutzen könnt und vor allem solltet um euch eurer Haut zu erwehren. Mit explodierenden Kanonenkugeln und einem Blitzstrahl, um sich anrückende Soldaten vom Leib zu halten lichtet ihr die Reihen der Gegner. Vorsicht ist vor allem vor den großen Kanonen geboten, welche euch mächtig zusetzen können. habt ihr die erforderlichen 200 Soldaten erfolgreich über den Jordan geschickt, bringt euch ein Skelettgreif zurück (haben vielleicht einige aufmerksame Spieler schon in Karazhan gesehen, wo diese um den Turm flattern).

Eine Frage des Druckmittels:
Wie bekommt man am besten Geheimnisse aus einem Gegner heraus? Richtig – mit Blumen, oder Pralinen eher nicht – da müssen wir schon zu etwas handfesteren Methoden greifen. Zu diesem Zweck überlässt uns unser Auftraggeber zwei Einhandschwerter, welche vom Model schon verdächtig an zwei glühende Eisenspieße erinnert. Derart bewaffnet gehen wir auf die gegnerischen Soldaten los. Es dauert schon ein paar Mobs, bis wir endlich einen Soldaten finden, der uns seine Geheimnisse verrät “Nein, nicht..der Schmerz ist zu groß, ich verrate euch alles.” Ein fieses grinsen konnte ich mir an dieser Stelle wirklich nicht verkneifen.

Auf einem Drachen in die Schlacht:
Wir kennen ja die Quests, aus Burning Crusade, welche uns Bomben von einem “ferngesteuerten” Flugreittier abwerfen lässt. Diesmal geht das eine Nummer weiter. mittels eines Horns rufen wir einen Knochendrachen (So einen will ich unbedingt als Reittier haben ) und platzieren uns zwischen seinen Flügeln auf seinem Rücken. Aber anstatt nun eine vorgegebene Route ab zu fliegen, dürfen wir unseren Drachen selber steuern, mit Frostblitzen setzen wir unseren Gegnern zu und vernichten so wieder ganze Gegnerscharen – aber passt auf die Balllisten auf den Türmen auf – den riesigen Speeren könnt ihr aber gut ausweichen (Kennt noch jemand den ersten Teil von Comanche, wo man nur am seitlich fliegen war um gegnerischem Feuer aus zu weichen?? ). Ist das Mana eures Drachen einmal alle, kommt die zweite Fähigkeit zum Einsatz – wir suchen uns einen einzelnen Gegner, landen vor ihm und verspeisen diesen einfach auf Knopfdruck. Dadurch kann der Drache dem Körper Energie entziehen und unser Manabalken füllt sich wieder auf.

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Dies waren nur ein paar wenige Beispiele der durchwegs gut durchdachten und sehr stimmigen Quests. Nach eurem Job als Drachenreiter folgt auch schon die Endquest, welche ich euch aber nicht verraten werde. Glaubt mir, sobald ihr diese selbst einmal spielen konntet, werdet ihr verstehen, warum. Ein kleiner “Heißmacher” noch: Stellt euch vor, wie es sich anfühlt in einer Armee aus Todesrittern, Zombies, Skeletten und untoten Riesen in die Schlacht zu reiten, während sich der Himmel verdunkelt und Blut von selbigem fällt. Ich hoffe, mein kleiner Einblick hat euch gefallen. Für Verbesserungsvorschläge bin ich euch durchaus dankbar. Wir sehen uns im Kommentar-Thread.

Viel Spaß wünscht euch Atreyu