Herzlich Willkommen zu meinem ersten Bericht aus der Cataclysm-Beta. In diesem Artikel möchte ich euch das aktuell hochstufigste Gebiet vorstellen – Tiefenheim. Tiefenheim ist die Ebene der Erdelementare und der Ort, an den Todesschwinge sich verletzt zurückzog, nachdem er einen Kampf gegen die anderen vier Drachenaspekte verloren hatte. Durch seinen Ausbruch aus der Elementarebene wurde dann später der Kataklysmus ausgelöst.

Anreise

Tiefenheim ist ein ab Stufe 82 zugängliches Gebiet, doch zuerst stellte sich die Frage, wo sich der Zugang in die Elementarebene überhaupt befindet. Der Teleportations-NPC, der mich anfangs nach Hyjal und später nach abgeschlossener Zugangsquest nach Vashj’ir brachte, wollte jedenfalls nichts von Tiefenheim wissen. Also stand suchen an. Nach kurzer Zeit fand ich dann in Orgrimmar einen Schamanen des Irdenen Ringes, der mit einem großen gelben Ausrufezeichen auf seine Probleme aufmerksam machte. Und siehe da: Nach einen kurzen Zwischenstopp befand ich mich mit Air-Thrall schon im Anflug auf den Tempel der Erde in Tiefenheim. Und was für ein Anflug! Noch nie habe ich in World of Warcraft ein eindrucksvolleres Gebiet gesehen.

Der Tempel der Erde

Die Freude über die hervorragende Aussicht hielt leider nicht lange an, denn schon nach wenigen Minuten wollte der Client nicht mehr mitspielen und ich war zwischen “Critical-Errors” gefangen, konnte weder vorwärts noch rückwärts. Einzig ein enormes herunterschrauben der Sichtweite schafft in Tiefenheim momentan Abhilfe.

Quests und Story

Doch zurück zum eigentlich interessanten Dingen in Tiefenheim, den Quests und der Geschichte, die sie erzählen. Die Ausgangssituation ist wie folgt: Bei Todesschwinges Ausbruch nach Azeroth hat er nicht nur einen Riss im Weltengefüge hinterlassen, sondern auch die Weltensäule (World Pillar) beschädigt. Dieses Titanenkonstrukt, das sich im Tempel der Erde befindet, macht seinem Namen alle Ehre. Denn indem es die gesamten Elementar- und Magnetkräfte von Tiefenheim trägt, stabilisiert es die Elementarebene.

Die Schamanen des Irdenen Rings – an der Oberfläche von Thrall geführt, in Tiefenheim von Maruut Steinbinder – setzen alles daran, den Riss zwischen den Welten zu flicken. Das Problem ist, dass es sich wegen der beschädigten Weltensäule als unmöglich erweist. Da Tiefenheim deswegen zu kollabieren droht und dann praktisch der ganze Inhalt nach Azeroth katapultiert würde, gibt es nur eine Möglichkeit. Klar – die Weltensäule muss repariert werden. Und wer darf’s richten? Natürlich, ich. Immerhin bin ich für nichts anderes hergekommen, wie man mir versichert.

Drei Fragmente der Weltensäule gilt es wiederzubeschaffen und allen drei geht eine lange, aber gute und abwechslungsreiche Questreihe voraus. Um das erste der Fragmente zu beschaffen muss man beispielsweise den Abschuss eines Luftschiffs der Horde untersuchen, das das Fragment an Bord hatte und dann den Spuren zum “Twilight Hammer-Clan” folgen. Die Questreihe gipfelt schließlich in einem Showdown mit einem ausgewachsenen Zwielichtdrachen.

Es gibt zwar auch wieder Schema F-Quests zu erledigen, allerdings hat Blizzard auch in Tiefenheim das Versprechen für anspruchsvollere und ansprechendere Quests gehalten. Sogar über ein Wiedersehen mit Millhaus Manasturm, dem Gnom aus der Arkatraz, konnte ich mich freuen.

Ansonsten merkt man dem Gebiet an, dass man sich in einer Beta-Version befindet. Die Quests funktionieren zwar wunderbar, allerdings sind noch keine Questbelohnungen implementiert. Gegen Ende, wo die Gegner praktisch nie weniger als 50.000 Lebenspunkte haben und bei speziellen Gegnern (nicht Elite) gut und gerne die 100.000 überschreiten, kann die fehlende Aufwertung der Ausrüstung deshalb durchaus zu Frust führen.

Ich hatte als Frostmagier zwar kein Problem, aber als ich nach einer Instanz mal kurz mit Feuerskillung da stand hätten mich zwei Gegner gleichzeitig fast auseinander genommen. Ob das an der schlechten Skalierung des Magiers liegt, oder viel mehr an der fehlenden Verlangsamung kann ich nicht wirklich sagen, da ich das als Feuermagier nicht weiter testen wollte. Auf jeden Fall braucht man auch mit besserer Ausrüstung noch recht lang für jeden Gegner, das scheint aber gewollt zu sein.

Mit 134.000 Lebenspunkten ein perfektes Beispiel für die vitalen Kreaturen in Tiefenheim

An einigen Stellen wird auch endlich das neue Feature genutzt, das es einem ermöglicht Quests abzuschließen und direkt die Folgequest anzunehmen, was den Spielefluss deutlich steigert. Bei vielen dieser Aufgaben wird dann ein Portrait des Questgebers oder des zu besiegenden Gegners gezeigt, was meiner Meinung nach zwar nicht notwendig, aber immerhin eine schöne Sache ist.

Fazit

Allgemein kann man sagen, dass das Niveau im Vergleich zu Hyjal und Vashj’ir deutlich anzieht, was nach meinem Eindruck hauptsächlich an den stark steigenden Lebenspunktezahlen hängt. Gegner mit einem Lidschlag in den Boden zu stampfen, ist hier nicht mehr möglich.

Tiefenheim ist mit etwa fünf Stunden Spielzeit ein Gebiet mittlerer Länge, das mir von den drei bisher zugänglichen am meisten gefallen hat. Der Grund: Die Questführung ist fast perfekt und ich hatte praktisch nie Leerlauf. Vor allem die vielen ungewöhnlichen Quests haben mich positiv überrascht. Auch wenn die Aufgabenstellung ein simples “töte diesen und dann loote jenes” war, konnte der Kampf sehr ansprechend sein und bestand nicht nur aus stumpfem Draufhauen.

Vom Füttern kleiner Elementare mit (von Basilisken) versteinerten Fledermäusen bis hin zu einer Verfolgungsjagd auf Drachen – mein persönliches Highlight der Zone –
gibt es eigentlich alles, was das Herz begehrt. Die durch die tolle Architektur der Zone erzeugte Atmosphäre tut da ihr übriges.

Einziger Negativpunkt ist die (noch) nicht existente Karte, die mir anfangs vor allem mit der niedrigen Sichtweite einige Orientierungsschwierigkeiten bereitet hat. Allerdings kann ich mir da ja sicher sein, dass das in nächster Zeit behoben wird.

Damit bin ich am Ende meines Beta-Tagebucheintrags angelangt.

In diesem Sinne: Bis bald