Die Ankunft in Northshire

Wie lange war das nun her? Gut und gerne 2,5 Jahre müssen das jetzt sein. Schon wahnsinnig, dass man so über einen so langen Zeitraum sehnsüchtig auf ein Spiel wartet. So stand ich dann nun endlich in Northshire und konnte zum ersten Mal frische World of WarCraft Luft einatmen, wie es erst wenige Spieler vor mir konnten. Noch etwas ungläubig schaute ich mich um, aber tatsächlich: ich war im Spiel, Zweifel ausgeschlossen.

Wenige Minuten zuvor war der Download, der mit 2GB nicht gerade klein ausgefallen ist und meinem zu Abstürzen neigenden PC alles abverlangte, und kurz darauf die Installation der World of WarCraft Beta abgeschlossen worden. Nach erfolgreichem Login führte der Weg also schnurstracks in den Screen zur Charaktererstellung. Leider hatte ich Tags zuvor schon schmerzlich erfahren, dass meine favorisierte Rasse, die Untoten, in den ersten Wochen der closed Beta nicht spielbar sein werden. Tja, wohin weicht man in solchen Fällen aus? Nach kurzem Überlegen fiel meine Wahl dann schliesslich auf einen menschlichen Paladin, hatte ich mich mit dieser Gattung doch schon in unzähligen Diablo 2 Stunden und hunderten Pen Paper Abenden anfreunden können. Schnell noch einige Änderungen am Aussehen vornehmen und dann schnellstmöglich das Spiel betreten, man möchte ja nicht zuviel Zeit (unnötig) ausserhalb des Spiels vergeuden.

Erste Abenteuer für den jungen Recken

Wie es sich für einen guten Paladin gehört, stellte ich mich sofort in den treuen Dienst des Heimatlandes. Schon nach wenigen Sekunden wurde mir ein Auftrag zugewiesen. Nördlich der Siedlung waren einige Kobolde gesichtet worden, die Land und Leute tyrannisierten. Wahrlich ein nicht hinnehmbarer Zustand. Auf meinem kurzen Weg gen Norden (über die praktische Übersichtskarte sehr einfach zu finden) hatte ich dann die Gelegenheit mir meinen Paladin etwas näher anzusehen. Wie ein kühner Held sah ich nun wirklich noch nicht aus. Bewaffnet mit einem zweihändigen Streitkolben und so gut wie keiner Rüstung am Körper versuchte ich also einen ganzen Landstrich von Kobolden zu befreien? Na wenn das mal gut geht…

Schon aus sicherer Entfernung konnte ich das Treiben der Feinde gut erkennen. Sie hatten das Gebiet zwar fest in ihrer Hand, aber Rettung war ja in Sicht, schliesslich wurde ich ja extra beauftragt diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Nun war es also soweit, der erste Kampf stand kurz bevor, Zeit sich endlich mit dem Kampfsystem vertraut zu machen. Was soll ich großartig sagen, einfacher geht es vermutlich nicht mehr. Selbst ein absoluter Einsteiger hat spätestens nach der ersten Schlacht Prinzip verstanden. Nur den Gegner mit der rechten Maustaste anklicken und seinen eigenen Held in Schlagdistanz bringen, der Rest läuft praktisch vollautomatisch ab. Während des Kampfes hat man nun noch die Möglichkeit besondere Fertigkeiten anzubrigen (durch einfaches Drücken einer zugewiesenen Taste). Bei meinem Paladin ist das Anfangs der Holy Strike, ein Angriffsschlag, der dem Feind fast das dreifache an Schaden zufügen kann. Damit die ganze Angelegenheit nun nicht zu eintönig wird und man permanent mit dem Holy Strike auf seine Gegner eindrischt, wurden einige Begrenzungen eingebaut. So muss der Skill nach der Anwendung für einen gewissen Zeitraum wieder aufgeladen werden und steht somit nicht zur Verfügung. Zudem kostet der Einsatz auch Mana-Energie, auch wenn dies anfangs kaum eine Rolle spielt.

Nachdem die ersten Kobolde nun das Zeitliche gesegnet hatten und ich mich aus ihren Taschen reichlich bedient hatte, stellte ich fest, dass mein Paladin doch leicht ramponiert war. Ein optimaler Zeitpunkt um den Heilungszauber, Holy Light, zu testen. Auch hier ist die Anwendung denkbar einfach. Lediglich den Zauber per Tastendruck auswählen und das Ziel (in diesem Fall man selber oder ein Mitglieder der Gruppe) anvisieren, schon beginnt die Zauberbewegung nach deren Abschluss die Lebensanzeige meines Paladins doch um einiges erfreulicher aussah. Wichtig anzumerken ist hierbei, dass man sich während des Zauberns weder bewegen darf noch Ziel eines Angriffes werden sollte, wird die Wirkung des Spruches dabei doch sofort unterbrochen.

Siegreich machte ich mich nun also wieder auf den Weg zu meinem Auftraggeber, Marshal McBride, um den Lohn für meine Taten einzuheimsen. Während des Rückweges fielen mir erstmals die nett anzuschauenden Kaninchen und Kühe auf, die ich zuvor aufgrund meines Tatendrangs völlig übersehen hatte. Wieder in Northshire angelangt führte mich mein Weg sofort zum Marshal um die wohl verdiente Belohnung zu ergattern. Neben einigen Geldmünzen, die später auch für das Erlernen neuer Fähigkeiten eine wichtige Rolle spielen werden, wurde ich auch mit ordentlich Erfahrungspunkten entlohnt. Scheinbar war McBride mit meiner Arbeit sehr zufrieden, trug er mir doch sogleich das nächste Quest auf. Durch meinen Bericht sichtlich beunruhigt, bat er mich noch weiter im Norden in einer Mine für Ordnung zu sorgen und mögliche Kobolde in die Flucht zu schlagen.

Bevor ich mich aber wieder in Richtung Norden auf den Weg machte, nutze ich eine kurze Verschnaufpause um mir den Inhalt meiner Taschen genauer anzusehen. Neben allerlei unnützen Krempel fielen mir sogleich einige Rüstungsteile auf. Zwar waren sie nicht im einwandfreien Zustand, aber immerhin besser als nichts. Man muss sich ja schliesslich verbessern können. 😉
Schnell noch den überflüssigen Rest verkaufen, dafür etwas Geld einsahnen und dann wieder den wichtigen Aufgaben des Lebens zuwenden. Siegessicher zog ich also wieder los um den restlichen Kobolden das Fürchten zu lernen.

Wie ich dann aber feststellen musste, waren diese restlichen Kobolde doch noch ziemlich viele. Nach einem erbitterten Kampf konnte mein kleiner Paladin dann trotzdem triumpfieren und mit erhobenen Haupt wieder in Northshire einmaschieren. Daraufhin folgten einige weitere Quests, u.a. das Jagen von Landstreichern und der Auftragsmord an einem Schurken, auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte. Sollten euch diese Details interessieren, möchte ich euch den Tagebucheintrag von Shyleena ans Herzen legen, wo Ihr eine sehr detaillierte Beschreibung finden werdet.

Goldshire – Neue Aufgaben und Talente

Nachdem Northshire nun von allem Übel befreit worden war, schickte mich mein Lehrmeister nach Goldshire um Marshal Dughan eine wichtige Nachricht zu überbringen. Da Goldshire südlich von Northshire liegt, lag vor meinem Paladin nun ein neuer, gänzlich unbekannter Abschnitt, spielten die ersten Quests doch nördlich und östlich von Northshire. Nicht sicher, was mich auf dem Weg erwarten könnte, blieb ich also vorsichtshalber auf der sicheren Strasse und erreichte nach wenigen Minuten Fussmarsch das Örtchen Goldshire. Der Adressant der Nachricht war schnell gefunden. Marshal Dughan schien seine Chance auch gleich erkannt zu haben, wann hat man denn schonmal abenteuerlustiges Frischfleisch im Dorf, und erteilte mir einen neuen Auftrag. Auch weiter im Süden waren Kobolde gesichtet worden und so galt es eine entfernte Mine zu erkunden.

Etwas müde, hatte ich erstmal ganz andere Pläne und macht mich daran Goldshire zu erkunden. Schon nach wenigen Metern lief mit Brother Wilhelm, seines Zeichen ein Paladin-Trainer, über den Weg. Für mich natürlich eine gelungene Gelegenheit mein erspartes Geld in neue Talente umzusetzen. Für wenige Münzen erlernte mein Paladin die Devotion Aura, eine Aura welche die Verteidigungskraft des Paladins und die kompletten Gruppe um 50 erhöht, und den Spruch Seal of Might, wodurch jeder Treffer zusätzliche 4 Schadenspunkte anrichtet. Froh über die neu gewonnenen Fähigkeiten machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz, welcher auch schnell aufzufinden war…

Persönliche Meinung und Ausblick

Ich möchte es mir an dieser Stelle nicht nehmen lassen ebenfalls eine kleine Bewertung zu meinen ersten Stunden in World of WarCraft bzw. zum Spiel selber abzugeben. Das Game rockt einfach und das sage ich jetzt nicht, weil ich an einer WoW-Seite mitarbeite oder weil ich absoluter Blizzard-Fan bin, sondern weil es einfach so ist. Habe in den letzten Jahren schon einige MMORPGs angespielt (Die vierte Offenbarung, Dark Age of Camelot, Asherons Call 2, Neocron, Anarchy Online), wobei mich zumindest einige richtig überzeugt haben. An World of WarCraft kommt aber schon alleine vom Flair keines von ihnen ran. Es ist einfach wieder ein typisches Blizzard-Spiel, man geht rein und vergisst alles andere was um einen herum passiert und verliert jegliches Zeitgefühl. Selbstverständlich bin ich noch in einem sehr frühen Stadium des Spiels, aber ich kann es kaum abwarten welche Abenteuer und Überraschungen mich als nächstes erwarten werden.

Zum Abschluss dieses ersten Eintrages möchte ich noch anmerken, dass die Screenshots zu einem späteren Zeitpunkt erstellt worden sind. Das erklärt sich insofern, dass ursprünglich gar kein Tagebuch von meinem Paladin geplant war. Durch vielfache Wünsche und eigenes Verlangen habe ich mich dann aber letztlich doch dazu entschlossen meine Erlebnisse niederzuschreiben.

Was erwartet euch nun im zweiten Teil? Mein Paladin geht auf grosse Reise und wird mit einem Greifen nach Ironforge fliegen. Außerdem werde ich näher auf die Auren und einige Skills eingehen.

Begleitet nun Whooper auf seiner Reise