Wofür eigentlich Tradeskills?

Fragt man Spieler nach den Gründen, aus denen sie ein MMORPG spielen, wird man nur in den seltensten Fällen zu hören bekommen, dass sie viele Stunden ihrer Zeit opfern, um alleine durch die Gegend zu ziehen – im Gegenteil, der Gemeinschaftsaspekt wirkt einen enormen Reiz aus und sorgt dafür, dass richtige “Heimatgefühle” aufkommen, wenn man sich in die virtuelle Welt eines Online-Rollenspiels einklinkt.

Um wirklich in einer – wenn auch nur fiktiven – Welt zu versinken, muss diese jedoch zunächst einmal lebendig wirken. Der Anschein der Lebendigkeit und der stetigen Veränderung wird jedoch nicht erreicht, indem einfach eine große Menge von Spielern auf einen begrenzten Raum “gesperrt” wird – die Spieler müssen interagieren, sich unterhalten, miteinander Handel treiben und ihre Streitigkeiten austragen, damit sich jeder einzelne tatsächlich in seiner zweiten Heimat verlieren kann.

Selbstverständlich würde es prinzipiell genügen, jedem Spieler die Möglichkeit zu geben, gefundene Gegenstände an Händler oder andere Spieler zu verkaufen, um zumindest den Anschein einer dynamischen Wirtschaft zu erwecken. Diese Illusion würde sich aber schnell in Nichts auflösen, gäbe es nicht die Möglichkeit, einem richtigen Beruf nachzugehen oder zumindest eigene Gegenstände herzustellen.

Berufe für alle!

Genau diesem Zweck dienen die Tradeskills in World of Warcraft. Sie ermöglichen es uns Spielern, individuelle Gegenstände zusammenzubasteln, bestehende zu verbessern oder einfach nur ein leckeres Mahl zuzubereiten. Es besteht dadurch die Möglichkeit, sich neben seinem “Kampfberuf“ als Krieger, Jäger, etc. immer weiter zu spezialisieren. So kann man lernen, sich als Krieger seine Waffen und Rüstungen gleich selber zu schmieden, der Magier kann Kräuter sammeln usw..

Vom Sammeln und Handeln

Um etwas herstellen zu können, müssen zunächst die entsprechenden Ressourcen beschafft werden, bevor mit dem eigentlichen Herstellungsprozess begonnen werden kann. Um diese beiden Vorgänge – die in der Realität schließlich auch völlig unabhängig voneinander sind – klar zu trennen, unterteilen sich die Tradeskills in drei Kategorien: “Gathering Skills” die der Beschaffung bzw. dem Abbau der Rohstoffe dienen und “Trade Skills”, die für das Kombinieren der einzelnen Zutaten benötigt werden. Zudem gibt es noch etliche Skills, die in keine dieser beiden Kategorien passen aber trotzdem hilfreich sind. Beispiele wären hier Reiten, Schwimmen und Schlösser knacken. Zu den Gathering Skills gehören Kräutersammeln, Bergbau und Kürschnern. Die Skills Alchemie, Schmieden, Kochen, Lederbearbeitung, Schneidern, Ingenieur, Juwelenschleifen, Inschriftenkunde und Verzaubern sind unter Trade Skills einzuordnen.

Gathering Skills und Trade Skills stehen stets in einem Zusammenhang zueinander, so sind beispielsweise für die Herstellung einer Waffe der Gathering Skill “Bergbau” für den Abbau der Rohstoffe und der “Schmieden” Skill zum Bearbeiten und Zusammensetzen der Einzelteile notwendig.

Jedem das seine…

Die Vorlieben bei den Tradeskills gehen erfahrungsgemäß weit auseinander, der Eine möchte hauptberuflich Kräuterkundiger oder Bergarbeiter werden, der Andere sieht seine Berufung darin, tagein, tagaus am Schmiedefeuer zu stehen und die restliche Bevölkerung mit mächtigen Waffen zu versorgen. Man muss seinen Charakter nicht zum Multitalent heranzüchten, es genügt also, z.B. lediglich den Schmieden-Skill zu entwickeln, die Rohstoffe können dann bei anderen Spielern erworben werden. Ebenso verhält es sich bei den Gathering Skills, der Kräuterkundige kann also seine “Beute” bei interessierten Spieler oder natürlich NPC´s verkaufen und sich damit seinen Lebensunterhalt verdienen.

Basteleien und Mixturen für Jedermann!

Am Anfang der Herstellung eines neuen Gegenstand, eines Trankes o.ä steht immer ein Rezept. In diesem ist genau vermerkt, welche Zutaten benötigt werden und wie der Herstellungsprozess von Statten geht. Zusammen mit der Tatsache, dass Rezepte immer funktionieren werden (sofern man über die benötigten Rohstoffe und Skills verfügt), wird das Basteln und Mixen in WoW sehr einfach und frustfrei ablaufen.

Hier findet ihr ein Beispiel, das euch zeigt, wie der Herstellungsprozess Schritt für Schritt abläuft.

Was lerne ich wo und wie werde ich besser?

Wie funktioniert das eigentlich mit den Berufen? Wie kann ich sie lernen? Wie wird bestimmt, was ich herstellen kann und was nicht? Wie verbessere ich meine Fähigkeiten im Fischen, Kochen, Schmieden oder Schneidern? Fragen über Fragen, die hoffentlich beantwortet sind. Als Beispiel wird das Schneidern dienen.

beruf

Tradeskills können ausschließlich bei Trainern erlernt werden, und lassen sich stets in sechs “Stufen” steigern. Das kostet Gold, jede Stufe ist etwas teurer als die vorherige. Nicht alle Tradeskills kosten das gleiche, die Kosten steigen mit dem zweiten oder dritten Rang enorm an. Die sechs Stufen besitzen jeweils eigene Namen, welche nach der Reihe des Erlernens folgende wären: Lehrling, Geselle, Experte, Fachmann, Meister und zu guter letzt der Großmeister.

Das Erlernen der jeweiligen Stufen ist ab folgenden Skillpunkten möglich:

0 Lehrling
50 Geselle
125 Experte
200 Fachmann
275 Meister
350 Großmeister

Als Anfänger in seinem Gewerbe ist die Auswahl der herstellbaren Gegenstände noch sehr beschränkt, neben einer Spindel Leinenstoff darf man als Schneider nur noch ein Leinenhemd und einen Mantel aus groben Leinen herstellen. Brauchbar sind diese Items allesamt höchstens ganz am Anfang, die beiden Hemden sind zudem “Social Clothing” und haben keine Eigenschaften wie Rüstung etc.

Bevor man wirklich sinnvolle Gegenstände herstellen kann, müssen zunächst das QL des Skills verbessert und neue Schnittmuster (“Rezepte”, gibts bei den Trainern) gekauft werden. Nicht alle Rezepte vergeben die Tradeskill-Trainer in den Städten – vor allem besonders gute können nur bei versteckten NPC´s erworben oder als Questbelohnung eingesackt werden.

Alle Tradeskills können wieder “verlernt” werden, dabei gehen alle Skillpunkte verloren und man muss von vorn beginnen. Man verlernt einen Beruf indem man einfach den gewünschten neuen Beruf erlernt. Überlegt euch gut, ob ihr wirklich das ganze skillen aufs Spiel setzen wollt.