Die Defiasbruderschaft – ihr Komplott ist eines der schwärzesten Kapitel der Menschen in den Nachkriegsjahren. Sie haben es fast geschafft, das Reich von Sturmwind ins Chaos zu stürzen. Mit List und Tücke konnten aber einige Helden diesem gewissenlosen Treiben ein Ende bereiten. Heute hat man der Verschwörung den Namen Defiaskomplott gegeben.

Die Ursprünge der Defiasbruderschaft liegen zu Zeiten der ersten Kriege gegen die Orcs bei der Gilde der Steinmetze in Sturmwind. Der noch junge Edwin VanCleef schloss hier bereits viele Bekanntschaften, die ihm später halfen, das Komplott vorzubereiten und durchzuziehen. Eine seiner Bekannten war die ewig junge Katrana Prestor. Eine wirklich fatale Verbindung für den jungen Steinmetz.

Nachdem die Steinmetze und die Adligen Sturmwind von Grund auf, in jahrelanger Arbeit, erneut aufgebaut hatten, forderten die Steinmetze eine Bezahlung von den Adligen. Doch die Adligen verweigerten den Steinmetzen ihre Anerkennung und den Lohn. Durch die Welle des Protestes gelangte der junge Steinmetz VanCleef in eine führende Position. Nach weiteren vergeblichen Protesten schworen die Steinmetze bittere Rache und zogen aus Sturmwind ab.

Wie viel Einfluss bei dieser Entwicklung der Drache Onyxia in Menschengestalt von Katrana Prestor wirklich hatte, ist bis heute ungeklärt. Wir wissen jedoch, dass sie ein Mitglied der Adligen und die Beraterin von dem jungen Anduin Wrynn war. Man schreibt ihr heute einen Großteil der Eskalation zu.

Die Bande rund um VanCleef zog es in die weit entfernte Stadt Mondbruch, um sich dort eine Basis einzurichten. Die armen Dorfbewohner konnten nicht lange die zunehmend gewalttätigen Defias zur Ordnung zwingen und immer mehr Familien verließen die Stadt und die umliegenden Höfe. Die Hauptbasis der Defias, wie sie sich nun nennen, wurden die tiefen Todesminen.

Zu dieser Zeit muss wohl der revolutionäre Gedanke entstanden sein. Mit seinen alten Kontakten in Sturmwind konnte Edwin schnell eine Machtbasis aufbauen. Zusammen mit seiner rechten Hand Bazil Thredd eroberte die Defiasbruderschaft schnell zwei weitere Minen in Westfall, übernahm viele der Bauernhöfe und erkaufte sich sogar die Loyalität der Flusspfoten-Gnolle an den Küsten von Westfall. Kurz danach drangen die Mitglieder der Gilde auch tief in die friedlichen Wälder von Elwynn vor.

Dann im Jahre 622 war es soweit. Der Sturz der Adligen von Sturmwind sollte eingeleitet werden. Doch noch in der Vorbereitung kam eine Gruppe von jungen Helden nach Westfall. Im Verlauf ihrer Kämpfe für die Allianz rund um Späherkuppe stießen sie auch auf die Geheimnisse der Defiasbruderschaft. Die Gruppe drang bei ihren Nachforschungen tief in Mondbruch und die Todesminen ein. Unterwegs erschlugen sie viele der Offiziere von der Defias-Bande.

Doch weder der mächtige Rahk’Zor und seine Untergebenen Sneed und Gilnid, noch die Blutsegel-Verbündeten Kaptain Grünhaut und der Handlanger Pein konnten die Gruppe aufhalten. Doch als sie auf dem gewaltigen Juggernaut-Schiff endlich VanCleef erreichten, war es bereits zu spät. Der Umsturz hatte bereits begonnen. Die heldenhafte Gemeinschaft jedoch konnte bei VanCleef genügend Unterlagen sicherstellen, um die Adligen in Sturmwind davon in Kenntnis zu versetzen.

Doch die Zeichen standen ungünstig. Neben Elias Trias, Mathias Shawn und dem ehrwürdigen Baros Alexston begannen nun überall offene Scharmützel gegen die Defias. Überall im Elwynn Wald, in Westfall und auch bis ins ferne Rotkammgebirge erstreckten sich die Kämpfe. Doch überall, wo die Defias waren, erhob sich die Bevölkerung und schlug die Angreifer zurück. So konnte die Kontrolle über zwei Minen in Elwynn und Westfall schnell zurück erlangt werden, die Defias wurden nach Mondbruch zurückgedrängt und der Geheimdienst SI:7 begann gegen die Defias vorzugehen.

Es war ein wirres Treiben in diesen Tagen, doch trotz VanCleefs Tod agierte ein Teil der Bruderschaft weiter. Sie übernahmen das Verließ in Sturmwind, wo sie sich unter der Leitung von Bazil Thedd verschanzten. Zur gleichen Zeit wurde auch der Spion im Schloss von Sturmwind aufgedeckt. Lord Gregor Lescovar, selbst von adliger Abstammung, wurde von der gleichen Gruppe von Helden ausgeschaltet, die auch schon gegen VanCleef erfolgreich waren. Mit ihm starb auch Marzon die Stille Klinge, wodurch Bazil Thedd, die rechte Hand von VanCleef, keinen Ausweg mehr fand.

Als das Verließ endlich gestürmt wurde, fanden viele Defias-Handlanger den Tod. Die Plage der Rottücher schien beseitigt, doch leider war dem nicht so. Als König Varian Wrynn, rechtmäßiger König von Sturmwind nach Theramore aufbrach, wusste er nicht, dass er niemals ankommen sollte. Die Defias-Bruderschaft hatte es wirklich geschafft, das Gefolge des Königs in einen Hinterhalt zu locken. Mit ihren giftigen Dolchen und Pfeilen schafften sie es schließlich, alle Beschützer auszuschalten. Wrynn, der in Theramore sehnlichst erwartet wurde, wurde auf die ferne Insel Alcaz verschleppt. Dort wurde er in einem Verließ gehalten. Bewacht von riesigen schuppigen Monstern.

Die Defias-Bruderschaft und ihr Komplott waren erfolgreich, Sturmwind führerlos und untätig zu handeln. Doch Hochlord Bolvar Fordragon wehrte alle Ansprüche ab und hob Anduin Wrynn auf den Thron, den gerade 10-jährigen Sohn von Varian. Die Defiasbruderschaft, mittlerweile aller ihrer Führer beraubt und stark dezimiert, brach darauf hin in viele kleine Gruppen auf, die sich über die östlichen Königreiche verteilten.

König Varian Wrynn selbst war einige Wochen auf Alcaz eingesperrt, umgeben seltsamen Naga-Wachen. Eine Verbindung zu Königin Azshara konnte nie gezogen werden, aber man nimmt an, dass dies ein Pakt zwischen den schwarzen Drachenschwarm und den Nagas war. Wie er entkam und was er bis zu seiner Rückkehr geschah, ist aber nicht mehr Teil des Defias-Komplottes. Das erfahrt ihr an einem anderem Abend.

Archivar James Federkiel