Ungleiche Brüder: Illidan und Furion Stormrage – Fan Art von Sara Forlenza

150.000 Jahre WarCraft im Überblick

Die Geschichte von WarCraft präsentiert sich als buntes Helden- und Schlachtenepos mit einer Vielzahl von Figuren und Schauplätzen, bei der man schnell mal den Faden verliert. Basierend auf der von Chefdesigner Chris Metzen im Buch “World of Warcraft: The Roleplaying Game Corebook” veröffentlichten Chronologie fasst dieser Artikel deshalb die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse in Azeroth bis zum Erscheinen von “World of WarCraft” noch einmal zusammen. Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem empfehlen wir unsere ausführliche “WarCraft Story”, die ihr hier lesen könnt. Das Jahr 0 in diesem Artikel bezieht sich auf den Zeitpunkt der ersten Invasion der Horde nach Azeroth, d.h. “Vor 147.000 Jahren” bedeutet 147.000 Jahre vor der Invasion, und das Jahr 0 kennzeichnet den Zeitpunkt, als die Horde das Dunkle Portal zum ersten Mal durchschreitet.

Inhalt

Der Ursprung der Brennenden Legion

Nach seiner Entstehung durch den “Urknall” machen sich die göttlichen Titanen daran, Ordnung und Leben zu den verschiedenen Welten des noch jungen, chaotischen Universums zu bringen. Wo das Gute wirkt, ist das Böse jedoch nicht weit. Im wirbelnden Nether, einer astralen Dimension chaotischer Magie, lauert eine unendliche Zahl von hinterhältigen dämonischen Wesen, die das eben erschaffene Leben zerstören und die Energien des lebenden Universums verschlingen wollen.

Das Pantheon der Titanen erwählt seinen ersten Krieger Sargeras zum Beschützer gegen die Bedrohung. Sargeras sucht und vernichtet über viele Jahrtausende hinweg alle Widersacher, verfällt aber angesichts der Verworfenheit und Boshaftigkeit, die ihm ständig begegnet, in eine tiefe Depression und Sinnkrise. Er beginnt an der Vision der Titanen von einem geordneten Universum zu zweifeln und kommt zu der Überzeugung, dass nur Chaos und Verderbnis die einzigen absoluten Konstanten sein können. Am Ende verfällt Sargeras dem Wahnsinn und sagt sich von seinen Brüdern los. Er beschliesst, das Werk der Titanen ungeschehen machen zu wollen und stellt eine unaufhaltbare Armee auf, die das stoffliche Universum in Brand stecken soll – die Brennende Legion.

Als Befehlshaber für seine Dämonenarmee der Zerstörung lockt Sargeras zwei Helden der mächtigen, zauberbegabten Eredar – Kil’jaeden und Archimonde – auf seine Seite. Einzig der Eredar Velen kann sich dank der Naaru genannten Lichtwesen Sargeras’ Versprechungen und verderblichen Einfluss widersetzen und flieht mit seinen Anhängern von der Welt Argus nach Draenor, der Heimat der Orcs.

Kil’jaedens Aufgabe ist fortan, weitere Völker zu korrumpieren und für die Legion zu gewinnen. Zu diesem Zweck rekrutiert er die Nathrezim, eine von dem Schreckenslord Tichondrius dem Verfinsterer angeführte Rasse vampirischer Dämonen. Archimonde ist mit der Aufstellung der Armeen beauftragt. Die ideale Elitetruppe findet er in den abgrundtief bösen Grubenlords und deren barbarischen Anführer Mannoroth.

Nachdem die Armeen bereit stehen, führt Sargeras die Truppen auf ihren unheiligen Kreuzzug in die Weite des Grossen Dunkels. Bis auf den heutigen Tag ist nicht bekannt, wie viele Welten bereits verzehrt und niedergebrannt wurden.

Vor 147.000 Jahren

Die Titanen bemerkten offenbar nichts von Sargeras’ Vernichtungsfeldzug und zogen weiter von Welt zu Welt, um ihnen Form und Ordnung zu geben. Auf ihrer Reise kommen sie schliesslich zu einer kleinen Welt, die ihre Bewohner später Azeroth nennen sollten. Hier begegnen sie bei ihrer Arbeit einer Anzahl feindseliger Elementarwesen, die ihrerseits böse, “Alte Götter” genannte Wesen verehren. Besorgt angesichts des bösen Charakters der Alten Götter, schickt das Pantheon seine Truppen aus, um die Elementargeister und ihre dunklen Meister zu beseitigen.

Nachdem die Gefahr gebannt ist, setzen die Titanen ihre Arbeit fort und geben einer Anzahl von Völkern die Fähigkeit, ihnen bei der Neugestaltung der Welt zu helfen. In dieser Zeit erblicken die Vorfahren der Zwerge und Menschen, die “Irdenen” (Earthen), und die Meeresriesen das Licht der Welt.

Vor 65.000 Jahren

Viele tausend Jahre bewegen und formen die Titanen die Erde, bis zuletzt ein perfekter Kontinent übrig bleibt – Kalimdor, “Land des ewigen Sternenlichts”. Im Zentrum dieses Kontinents schaffen die Titanen einen See flimmernder Energien, den sie den “Brunnen der Ewigkeit” nennen und welcher der Quell jeden Lebens und aller Magie auf Azeroth ist.

Bevor die Titanen nach getaner Arbeit weiterziehen, spenden sie fünf Auserwählten des Drachenvolkes von Kalimdor einen Teil ihrer unermesslichen Macht. Alexstraza die Lebensbinderin, Malygos der Zauberwirker, Ysera die Träumerin, Nozdormu der Zeitlose und Neltharion der Erdwächter sollen die Welt künftig bewachen und verteidigen. Nachdem die Drachen bereit sind, verlassen die Titanen Azeroth für immer. Unglücklicherweise dauert es nicht lange, bis Sargeras von der Existenz der neuen Welt erfährt …

Vor 14.000 Jahren

Ein primitiver Stamm nachtaktiver Humanoider wird von den Energien des Brunnens der Ewigkeit angezogen und errichtet primitive Behausungen an seinen Ufern. Die kosmischen Energien des Brunnens machen den Stamm im Laufe der Zeit stark, weise und so gut wie unsterblich – das Volk der Kaldorei (“Kinder der Sterne”) oder Nachtelfen, wie sie später genannt werden sollten, ist geboren. Die aufstrebende Gesellschaft beginnt gewaltige Bauwerke und Tempel um den See herum zu bauen.

Die Kaldorei fangen an, den Quell des Segens näher zu untersuchen und expandieren ihre Zivilisation territorial und kulturell. Auf ihrem Weg durch Kalimdor lernen sie eine Reihe mächtiger Wesenheiten wie z.B. die uralten Drachen oder Cenarius, einen Halbgott aus den unberührten Urwaldgebieten, kennen. Der grossherzige Cenarius findet Gefallen am Forscherdrang der Nachtelfen und lehrt sie vieles über die natürliche Welt. Die abgeklärten Kaldorei entwickelten eine starke Verbundenheit mit den lebenden Wäldern von Kalimdor und lebten in einem harmonischen Gleichgewicht mit der Natur.


Naga-Prinzessin – Fan Art von Sara Forlenza

Vor 13.500 Jahren

Azshara, die begabte und wunderschöne Königin der Nachtelfen, erbaut einen riesigen, Ehrfurcht gebietenden Palast am Ufer des Sees. In diesem lebt sie fortan mit ihren bevorzugten Untertanen, die sie Quel’dorei oder “Hochwohlgeborene” nennt. Obwohl Königin Azshara von ihrem Volk geliebt wird, sind die hochnäsigen Quel’dorei bei den eifersüchtigen Massen insgeheim verhasst.

Die Hochwohlgeborenen fangen auf Geheiss ihrer Königin an, die Geheimnisse des Brunnens zu studieren. Mit der Zeit finden sie eine Möglichkeit, seine kosmischen Energien zu manipulieren und zu kontrollieren. Die unglückseligen Quel’dorei waren auf eine primitive Magie gestossen und fest entschlossen, es darin zur Meisterschaft zu bringen. Cenarius und viele der weisen Gelehrten der Nachtelfen mahnen unablässig, dass es nur zur Katastrophe führen konnte, mit den deutlich gefährlicheren Künsten der Magie herumzuspielen, doch Azshara und ihre Anhänger erforschen ihre aufblühenden Fähigkeiten unbekümmert weiter.

Die hochmütige und selbstverliebte Oberschicht wird nach dem Anwachsen ihrer Macht durch den Gebrauch der arkanen Magie zunehmend geringschätziger und grausamer zu den anderen Nachtelfen und zieht sich immer mehr zurück. Ein junger, mutiger Gelehrter namens Malfurion Stormrage, der die Wirkung des Brunnens ausgiebig studiert hatte, kommt zu der Überzeugung, dass eine schreckliche Macht die Hochwohlgeborenen und seine geliebte Königin verdarb. Er kann das Ausmass des Bösen zwar nicht ahnen, das über sie kommen soll, spürt aber, dass das Leben der Nachtelfen bald nie mehr so sein würde wie früher.

Vor 10.250 Jahren

Die unbekümmerte Anwendung der Magie seitens der Quel’dorei sendet Schockwellen vom Brunnen der Ewigkeit durch das Grosse Dunkle Jenseits, die bis in den Sog der Unterwelt hinein wirken und die Aufmerksamkeit von Sargeras, dem Verwüster der Welten, erregen. Sargeras will sich die grenzenlose Energie des Brunnens der Ewigkeit einverleiben und macht sich mit seinem gewaltigen Dämonenheer zur ahnungslosen Welt Azeroth auf.

Die Dämonen können Azeroth jedoch nicht ohne fremde Hilfe betreten, und so beginnt Sargeras, Azshara und ihre Untertanen zu manipulieren. Als Gegenleistung für die Erschaffung eines Portals nach Azeroth verspricht er ihnen mehr Macht. Mittlerweile vollständig von den Energien des Brunnens verdorben, folgen die Quel’dorei Sargeras’ Plan bereitwillig und ermöglichen der Brennenden Legion den Zutritt durch ein Portal in der Tiefe des Brunnens.

Vor 10.000 Jahren

Die Brennende Legion beginnt mit der katastrophalen Invasion von Azeroth, die den Brunnen der Ewigkeit und die Nachtelfen-Zivilisation für immer auszulöschen droht.

Vor 9.999 Jahren

Dem jungen Gelehrten Furion Stormrage obliegt es, den Widerstand gegen die Invasoren zu organisieren und die Nachtelfen zu retten. Verbündete findet er in Halbgott Cenarius und Priesterin Tyrande Whisperwind. Auch seinen Bruder Illidan, der selbst die magischen Künste praktiziert und von den stärkenden Energien des Brunnens abhängig geworden war, kann er schliesslich überzeugen, von seiner gefährlichen Besessenheit abzulassen. Als die Armee aufgestellt ist, beginnt ein verwegener Kampf gegen die Eindringlinge. Trotz der Stärke der neuen Verbündeten wird Furion und seinen Mitstreitern jedoch schnell klar, dass die Legion nicht allein durch Kampfkraft besiegt werden kann.

Furion ist überzeugt, dass der Brunnen der Ewigkeit die einzige Verbindung der Dämonen mit der stofflichen Welt darstellt, und plädiert für dessen Zerstörung. Dieser unerwartete Vorschlag schockiert seine Gefährten zunächst, da sie um die Bedeutung des Brunnens für die Nachtelfen wissen. Schliesslich aber haben sie ein Einsehen und treffen die notwendigen Vorbereitungen – mit Ausnahme von Illidan. Illidans Sucht und die Kränkung durch die Beziehung seines Bruders zu Tyrande haben seinen Geist umnachtet, daher verspürt er keine Reue, als er Furion verrät und sich auf die Seite von Azshara schlägt.

Während der Kampf zwischen Furions Verbündeten und der gewarnten Azshara innerhalb und ausserhalb des Tempels tobt, kommt Illidan aus dem Schatten am Ufer des Sees, um etwas von dem heiligen Wasser für sich allein zu stehlen. Der Kampf im Tempel gipfelt schliesslich in einer Explosion des instabilen Portals im Brunnen, die eine katastrophale Kette von Ereignissen in Gang setzt. Die Schockwelle erschüttert die ganze Welt bis ins Innerste und zerstört fast achtzig Prozent der Landmasse von Kalimdor. Zurück bleiben eine Handvoll separater Kontinente, die von einem neuen, tosenden Meer umgeben sind. In der Mitte des neuen Meeres, wo sich einst der Brunnen der Ewigkeit befunden hatte, herrscht fortan ein ewig tobender Sturm über einem gigantischen Wirbel, der heute Mahlstrom genannt wird.

Azshara und die Hochwohlgeborenen – wovon einige während des Beschwörungsprozesses von Sargeras auch zu Satyrn gewandelt worden sind – werden in die Tiefe des Ozeans gezogen. Während sie ertrinken werden sie von den Alten Göttern zu den Nagas verwandelt und leben fortan auf dem Meeresgrund in ihrer neu gegründeten Stadt Nazjatar, wo Königin Azshara wohl – so nimmt man an – als Herrscherin regiert.

Vor 9.998 Jahren

Die wenigen Überlebenden der Explosion, darunter Furion, Tyrande und Cenarius, aber auch viele Hochwohlgeborene, drängen sich auf behelfsmässigen Flössen zusammen und rudern langsam der einzigen sichtbaren Landmasse entgegen. Die neue Heimat auf dem Kontinent wird der heilige Berg Hyjal, doch auch jemand anders hatte dessen Gipfel bereits erreicht. Entsetzt müssen die Neuankömmlinge feststellen, dass Illidan in seinem wahnsinnigen Begehren, die Ströme der Magie in der Welt zu erhalten, den Bergsee mit dem zuvor gestohlenen Wasser aus dem Brunnen der Ewigkeit verdorben hatte.

Furion beschliesst, ein für alle Mal mit seinem machtgierigen Bruder abzurechnen und sperrt Illidan mit Hilfe von Cenarius in eine grosse unterirdische Kammer, auf dass er bis ans Ende der Zeit angekettet und machtlos bleiben sollte. Die drei grossen Drachen Alexstraza die Rote, Ysera die Grüne und Nozdormu der Bronzene pflanzen indes den Weltbaum Nordrassil über dem neuen Brunnen, um ihn zu verstecken und weiterem Unheil durch die Legion vorzubeugen.

Ysera die Träumerin, belegt den Weltbaum mit einem Zauber, der ihn mit ihrem Reich verbindet. Aus dieser “Smaragdgrüner Traum” genannten Geisterwelt heraus regelte Ysera das Auf und Ab der Natur und den evolutionären Weg der Welt. Die Druiden der Nachtelfen, Furion eingeschlossen, sind fortan als Teil eines mystischen Pakts mit den Drachen durch den Weltbaum mit dem Traum verbunden. Sie willigen selbstlos ein, zu dessen Erfüllung Jahrhunderte am Stück zu schlafen, damit ihre Seelen auf den unendlichen Traumpfaden von Yseras Reich wandeln können.

Vor 9.900 Jahren

Die überlebenden Kaldorei – jetzt offiziell Nachtelfen genannt – schworen sich, nie wieder arkane Magie zu praktizieren und beginnen unter den Augen des wachsamen Cenarius das Studium der uralten Druidenkünste, mit denen sie die verwüstete Erde heilen und ihre geliebten Wälder wieder aufforsten konnten. Im Lauf der Jahrhunderte erlebt die Gesellschaft der Nachtelfen unter der gütigen Führerschaft der Druiden eine neue Blüte und expandiert über den gesamten neuen Wald, den sie Ashenvale nennen. Eine Ära des beispiellosen Friedens und der Ruhe unter den Sternen bricht an.

Viele der ursprünglichen Hochwohlgeborenen bleiben allerdings unzufrieden und leiden unter dem Verlust ihrer geliebten geheimen Magie. Nach einem Disput mit Furion über das Verbot entfesseln Dath’Remar, der dreiste Anführer der Hochwohlgeborenen, und seine Anhänger einen schrecklichen magischen Sturm über Ashenvale. Als Konsequenz dieser Freveltat werden die unverbesserlichen Hochwohlgeborenen schliesslich von den Druiden aus ihrem Land verbannt. Diese sind froh, dass sie ihren konservativen Vettern den Rücken kehren können, gehen an Bord einiger eigens angefertigter Schiffe und stechen in See, um eine neue Heimat zu finden, wo sie ihre geliebte Magie ungehindert ausüben können.

Vor 4.000 Jahren

Nach Jahren des Nomadenlebens landen die Quel’dorei, wie Azshara sie früher einst genannt hatte, schliesslich an der Küste des östlichen Landes, das die Menschen Lordaeron nennen sollten. Hier gründen sie ein eigenes magisches Königreich namens Quel’Thalas und erschaffen – ebenfalls mit einer Phiole gestohlenen, heiligen Brunnenwassers im Besitz von Dath’Remar – eine neue Quelle arkaner Magie, den Sonnenbrunnen. Sie schwören der nächtlichen Lebensweise und Mondanbetung der Nachtelfen ab und werden von nun an nur noch “Hochelfen” genannt.

Beim Aufbau ihres Königreiches werden die Hochelfen einzig von den in der Nähe ansässigen Waldtrollen von Zul’Aman gestört, mit denen sie fortan in offenem Krieg leben.

Vor 2.800 Jahren

Von den Amani-Trollen bedroht werden auch die weiter südlich lebenden Menschenstämme. Um der Gefahr einer Niederlage zu entgegnen, unterwirft der Anführer des Arathi-Stammes und spätere König Thoradin verschiedene andere Menschenstämme und vereinigt sie zum ersten Menschen-Königreich Arathor.

Bei einem Grossangriff durch die Amani-Trolle stellen die Hochelfen fest, dass sie Verbündete brauchen, um zu überleben. Sie schicken Botschafter zu Stromgarde, der Hauptstadt von Arathor, um König Thoradin um Unterstützung zu bitten. Der willigt ein unter der Bedingung, dass die Hochelfen 100 Menschen in der Kunst der Magie unterrichten. Mit der militärischen Schlagkraft der Armeen von Stromgarde, den Magiern der Hochelfen und den neuen Magiern der Menschen gelingt schliesslich ein sicherer Sieg über die Waldtrolle. Dieser erste grosse kriegerische Konflikt in den Östlichen Königreichen geht später unter der Bezeichnung “Die Trollkriege” in die Geschichte ein.

Vor 2.700 Jahren

Der Umgang mit arkaner Magie steigt, wie einst den Quel’dorei, auch den jungen Menschenmagiern schnell zu Kopf. In der Hoffnung, die neuen Kräfte ohne die strengen Regeln von Stromgarde nutzen und erforschen zu können, ziehen viele in die Stadt Dalaran. Mit der Zeit strömen immer mehr Magiepraktizierende in die neue Metropole des Arkanen, um ihre Künste auszubauen und zu verfeinern, mit der Folge, dass alte, ungebetene Bekannte aufmerksam werden und wieder auftauchen.

Um der herbeibeschworenen Dämonen in und um Dalaran Herr zu werden, und aus Angst vor Strafmassnahmen seitens Stromgarde, wenden sich die führenden Magier an die Hochelfen. Der Elfenrat befindet, dass man die augenblickliche Lage unter Kontrolle bringen kann, aber eine permanente Lösung musste her. Die Anführer von Dalaran und der Rat von Silbermond (auch: Der Silberne Zirkel) gründen für die zukünftige Aufgabe einen Geheimbund mit dem Namen “Orden von Tirisfal”. Aus seiner Mitte wird jeweils ein Wächter von Tirisfal bestimmt werden, der mit den Kräften des Sonnenbrunnens und denen anderer Magier ausgestattet, in geheimer Mission die Welt von Azeroth vor weiteren Übergriffen durch die Brennende Legion beschützen soll. Die prominentesten Wächter, die der Bund hervorbrachte, sind Aegwynn und ihr Sohn Medivh.

Unter den wachsamen Augen des Ordens wird Dalaran zum Zentrum für alle Studierenden der Magie im Land. Die führenden Magier von Dalaran gründen eine Sekte mit dem Namen “Kirin Tor”, die mit der Erforschung und Katalogisierung aller zu jener Zeit bekannten Zauber, Artefakte und magischen Gegenstände beauftragt ist.

Vor 2.500 Jahren

Die vor vielen tausend Jahren von den Titanen erschaffenen “Irdene” genannten Helfer (siehe oben) zogen sich während der Explosion des Brunnens der Ewigkeit in die schützende Erde zurück. Die unterirdischen Titanenstädte Uldaman (im Ödland), Uldum (in Tanaris) und Ulduar (in Northrend) dienten ihnen in dieser Zeit als Zufluchtsorte. Jetzt erwachen einige von ihnen aus dem Schlaf und kehren ohne ihre alte Macht und Unsterblichkeit in humanoider Gestalt als Zwerge an die Oberfläche zurück. Diese ersten Ironforge-Zwerge, die sich ihrer Herkunft nicht bewusst sind, nennen ihre neue Zivilisation Khaz Modan.

Vor 1.050 Jahren

Aegwynn, mächtige Zauberin und Wächterin von Tirisfal in dieser Zeit, reist nach Northrend, um eine Gruppe von Dämonen zu bekämpfen, die dort im Auftrag des dunklen Titans Drachen auflauerten. Nachdem sie die Abgesandten der Brennenden Legion mit Hilfe der Drachen eingeäschert hat, steigt der wütende Sargeras höchstpersönlich aus dem Staub auf. Im folgenden Kampf besiegen Aegwynn und die Drachen den Herrn der Legion und versiegeln seine sterblichen Überreste im Grab des Sargeras in der Nähe des Mahlstroms, auf dass er nie wieder durch die Mächte der Unterwelt wiederbelebt werden könne. Was Aegwynn nicht ahnen kann ist, dass Sargeras’ Dämonenseele kurz vor seinem physischen Tod in ihren Körper eindrang und fortan die Ereignisse für seine zukünftige Rache manipulierte …


Draenei-Verteidiger vor dem Raumschiff “Exodar” – Fan Art von Sara Forlenza

Vor 100 Jahren

Nach ihrer Flucht von Argus vor vielen tausend Jahren fanden Velen und seine Anhänger, die Draenei (siehe oben), Zuflucht auf einer Welt, die sie Draenor tauften. Hier leben sie fortan mit den Ureinwohnern, den Orcs, in Frieden zusammen.

Der Frieden sollte ein jähes Ende finden, als Kil’jaeden – nach der fehlgeschlagenen ersten Invasion von Azeroth stets auf der Suche nach neuen Völkern für die Brennende Legion – die Welt Draenor findet. Kil’jaedens Agent Talgath, einst ein Freund Velens und jetzt im Dienste des Dämonen, hatte die Zuflucht der Draenei nach langer Suche schliesslich ausfindig machen können. Bei genauerer Untersuchung der Welt stösst Kil’jaeden auch auf die kräftigen, schamanistischen Orcs, deren Potential ihn stark beeindruckt. Dieses Volk scheint genau das zu sein, wonach er gesucht hatte.

Wie einst Azshara korrumpiert Kil’jaeden jetzt den mächtigen Ahnenschamanen der Orcs, Ner’zhul. Er macht Ner’zhul glauben, dass die Draenei Kriegspläne gegen die Orcs schmieden, und führt ihn in die dunkle Hexenmeistermagie ein, damit sie die vermeintlichen Feinde beseitigen können. In kürzester Zeit regieren dunkle Magie und Blutdurst unter den Orcs, und die friedlichen schamanistischen Elementargeister verweigern ihnen fortan ihre Macht. Die Kriege gegen die ahnungslosen Draenei beginnen.

Vor 46 Jahren

Bei einer Reise zum heiligen “Berg der Geister” Oshu’gun, einst das gestrandete Naaru-Raumschiff der Draenei-Flüchtlinge und jetzt Pilgerstätte der Orcs zur Kommunikation mit den Geistern ihrer Vorfahren, erfährt Ner’zhul die Wahrheit über Kil’jaeden und seine finsteren Pläne. Beim Versuch, das bisher Geschehene rückgängig zu machen, wird Ner’zhul von Kil’jaeden entmachtet und durch seinen ersten Schüler, den machtgierigen und selbstsüchtigen Hexenmeister Gul’dan, ersetzt.

Vor 45 Jahren

Unter dem Einfluss von Sargeras’ Dämonenseele ist Aegwynn arrogant und selbstgefällig geworden und setzt sich als vermeintlicher “Triumphator über das ultimative Böse” vom Orden von Tirisfal ab, um den nächsten Wächter selbst bestimmen zu können. Als Erzeuger und Vater ihres künftigen Erben erwählt sie Nielas Aran, den Hofmagier und Thronberater von Stormwind. Im Herbst des Jahres gebiert sie einen Sohn und gibt ihm den Namen Medivh (“Hüter der Geheimnisse”). Aegwynn gibt ihr gesamtes Wissen und ihre Macht an ihn weiter. Wenn er die körperliche Reife für dieses Geschenk erreicht hat, soll es in ihm erwachen. Schliesslich zieht sie sich zurück und lässt den Sohn in der Obhut des Vaters in Stormwind, nicht ahnend, dass der böse Geist von Sargeras ebenfalls in ihn übergegangen war …

Vor 40 Jahren

Gul’dan reorganisiert die Orc-Clans in eine einzige Zerstörungsmaschinerie und gründet den geheimen Schattenrat, um den Zusammenhalt zu sichern. Als die Zeit gekommen ist, verabreicht der Schattenrat den Clans das Blut von Mannoroth, dem General der Brennenden Legion (siehe oben), und zieht sich in den Schwarzen Tempel zurück, um die Vernichtung der Draenei und die Unterwerfung der anderen Rassen von Draenor zu überwachen. Der Blutpakt mit Mannoroth markiert die Geburtsstunde der blutrünstigen Horde, die fortan im Namen der Brennenden Legion weitere Welten erobern soll.

Vor 30 Jahren

Medivh verlebt in Stormwind eine glückliche Kindheit mit seinen Freunden Prinz Llane Wrynn und Anduin Lothar. Am Vorabend seines 14. Geburtstages erwacht in Medivh die Macht, die seine Mutter Aegwynn an ihn weitergegeben hatte. Als sich die ungeheuren Kräfte urplötzlich in dem Jungen entfalten, bricht er zusammen und fällt kurz darauf für über 20 Jahre in ein tiefes Koma – verursacht durch den Dämon Sargeras. Während der vor sich hin dämmernde Medivh von seinem Freund Lothar und den Geistlichen der Abtei von Northshire gepflegt wird, ergreift Sargeras’ Geist Besitz von dem Jungen.

Vor 19 Jahren

Der Vernichtungsfeldzug gegen die Draenei gipfelt in der Invasion von Shattrath, der Hauptstadt der Draenei. Trotz heftigster Gegenwehr fällt die Stadt und die wenigen überlebenden Draenei des Krieges fliehen unter der Führung von Velen in die Zangarmarschen, um sich dort zu verstecken. Später, als die sogenannten Blutelfen unter Kael”thas Sunstrider die Festung der Stürme im Nethersturm zu erobern drohen, fliehen sie von dort mit dem Raumschiff Exodar auf der Suche nach Verbündeten und bruchlanden auf der Azurmythosinsel an der Westküste Kalimdors. Kil’jaeden indes glaubt, mit dem Fall von Shattrath über die abtrünnigen Draenei gesiegt zu haben und zieht sich vorerst zurück.

Nachdem die Horde alle Rassen auf Draenor unterworfen und das Land mit ihrer dunklen Magie verdorben hat, verfällt sie in Anarchie und selbstzerstörerische Clankriege.

Vor 5 Jahren

Als Medivh aus dem langen Koma erwacht, ist er ein erwachsener junger Mann. Hinter einer verstellten Fassade versichert er dem Hof und seiner Mutter Aegwynn, das es ihm wieder gut ginge. Tatsächlich aber beherrschte Sargeras’ Geist jetzt seine Gedanken und Gefühle und wird mit seiner Hilfe die nächste Invasion von Azeroth vorbereiten.

Zu diesem Zweck sendet der Dämon Visionen von einem übernahmereifen Azeroth an den Hexenmeister Gul’dan und bringt ihn mit Medivh in Verbindung. Medivh verspricht Gul’dan gottgleiche Macht, die im Grab von Sargeras eingeschlossen ist, wenn er ihm beim Öffnen eines Portals nach Draenor und bei der Eroberung von Azeroth hilft (Sargeras’ wirkliches Motiv ist dabei natürlich die Inbesitznahme seines ursprünglichen Körpers). Gul’dan willigt ein, und mit Hilfe des Schattenrates fangen die beiden an, ein Portal zwischen Azeroth und Draenor zu errichten, das später als das “Dunkle Portal” bezeichnet wird.

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